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Beneš-Dekrete als emotionales Faustpfand

10.10.2009 | 14:50 |   (DiePresse.com)

Tschechiens Präsident Vaclav Klaus steht wegen seines Zögerns beim EU-Reformvertrag unter immer stärkerem Druck. Ministerpräsident Jan Fischer kritisiert, dass Klaus ohne Abstimmung mit der Regierung handelt.

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Tschechiens Präsident Václav Klaus wird die Unterzeichnung des Lissabon-Vertrages am Samstag durch Lech Kaczyński mit Wehmut verfolgt haben, galt ihm der polnische Kollege doch lange als ein Verbündeter in seiner Abneigung gegen die EU. Jetzt ist Klaus in Sachen Lissabon wirklich der letzte Mohikaner. Mit seiner jüngsten Forderung nach einem Zusatz zum EU-Reformvertrag, um angeblich drohende Eigentumsklagen der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Sudetendeutschen abwehren zu können, macht er sich kaum neue Freunde.


Nach Meinung des früheren Außenministers Karl Fürst Schwarzenberg kann man die Argumente von Klaus „nicht ernst nehmen“. Der Präsident erwecke nur den Eindruck der Schwäche Tschechiens, sagt Schwarzenberg in einem Interview mit der Zeitung „Mladá fronta Dnes“. Klaus verderbe mit seinen Forderungen das Ansehen des Landes in Europa. Das Blatt zeigt sich endgültig davon überzeugt, dass der Präsident nicht unterzeichnen wolle. Klaus wisse, dass mit dem Vertrag die Geschichte nicht zurückgedreht werden könne. „Er weiß aber auch, dass die Sudetendeutschen selbst nach 20 Jahren Freiheit für viele Leute noch ein großes Schreckgespenst sind.“
Der Politologe Jiři Pehe erklärt in einem anderen Blatt: „Es gibt keine Analyse, derzufolge Lissabon derartige Forderungen der Sudetendeutschen durchsetzbar erscheinen lässt.“ Klaus ziehe die sudetendeutsche Karte immer dann, wenn er nationalistische Wähler locken wolle. „Er ist sich dessen bewusst, dass er die Unterstützung der Leute verliert. Die wollen, dass er Lissabon unterschreibt.“ Und das frühere kommunistische Zentralorgan „Pravo“ spricht gar von einem Schachzug, „den man schwer anders denn als Erpressung bewerten“ könne.


Der Sekretär des Präsidenten, Ladislav Jakl, spricht dagegen von einer „Prüfung für die Vertrauenswürdigkeit der EU“. „Wenn die Elite in Brüssel und die europäischen Großmächte so schrecklich auf Lissabon bestehen, dann werden sie dieser Sache, die im tschechischen Lebensinteresse liegt, zustimmen.“ Klaus werde von dieser „grundsätzlichen Bedingung für die Ratifizierung nicht abgehen“.


„Ich bedauere, dass der Präsident sich über seine Pläne nicht vorher mit der Regierung beraten hat“, teilte Ministerpräsident Jan Fischer in Prag am Freitagabend mit. Auch aus dem Außenministerium hieß es, man sei von Klaus nicht konsultiert worden.

(Die Presse, Printausgabe, 10. 10. 2009)

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46 Kommentare
 
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Gast: karlheinz
13.10.2009 15:10
1 0

beneschdekrete

vaclav klaus schämt sich nicht die benesch-dekrete als faustpfand zu benutzen.
er ist eine genau so miese figur wie ex-erweiterungskommisar verheugen. verheugen sagte im april 2002 zum damaligen premier zeman in prag:
"über die benesch-dekrete macht euch keine sorgen. sie haben mit dem beitritt nichts zu tun."
also was nun?

toranaga
13.10.2009 11:28
2 0

großes europa


eine europäische union, die sich einerseits als friedensprojekt definiert und gleichzeitig eine nationale, verfassungsmäßige einzementierung von mord-und totschlag-dekreten nicht nur nicht verhindert, sondern vielleicht auch noch in ihren eigenen verträgen ausdrücklich (als protokollzusatz) schützt wäre die tinte nicht wert mit der die sog "grundrechtscharta" geschrieben ist.

wie es politisch gerade passt wird bei den einen seit fast 70 jahren keine gelegenheit ausgelassen, um das große unrecht, das sehr viele auf deutscher seite begangen haben, in eine sog. "kollektive schuld" umzudeuten und sogar die nach dem wk II geborenen bis in alle ewigkeit (?) zu brandmarken.

werden die zahlreichen verbrechen auf der anderen seite auch nur thematisiert, werden auf scheinheiligste weise parolen verlautbart wie "wir müssen nach vorne schauen", oder gar "wer in der vergangenheit lebt kann die zukunft nicht gestalten...".

solange wir eu-bürger uns von bürokraten be-herrschen lassen, die eth(n)ische anliegen auf geradezu zynische weise nach opportunität verbiegen, wird einem ehrlichen europäischen gedanken jegliche grundlage entzogen.

NeroRosso
13.10.2009 09:44
1 0

Eigentlich sollte jetzt der "FaymannBrief"

an die Krone reaktiviert werden.

Änderung des Vertrags daher Volksabstimmung ;-)

Gast: Cicero
12.10.2009 14:46
0 2

Die Beneschdekrete sind unverzichtbar!

Klaus hat Recht. Den Sudetendeutschen ist es jederzeit zuzutrauen, dass sie die Beneschdekrete durch das EU-Gericht aushebeln lassen. Wenn man sich aber vor Augen hält, wie sich die Sudetendeutschen während der Nazizeit in Tschechien aufgeführt haben, und wie die heute dort lebenden Tschechen das blanke Entsetzen packt, wenn sie an eine Rückkehr der Nazi denken, dann kann es nur eine einzige Forderung geben: Nie wieder! Und das muss auch die EU garantieren!

Antworten Gast: Grummelbart
13.10.2009 10:20
3 0

Re: Die Beneschdekrete sind unverzichtbar!

Arhem, hallo?

Unrecht + Unrecht = Recht?

Weil vielleicht einige Sudetendeutsche sich "aufgeführt" haben (was auch immer das heißen mag), war die Enteignung und Vertreibung der ganzen Volksgruppe okay und rechtens?

Na, den Aufschrei von ihrer Seite würd ich gern sehen, wenn mit der gleichen Logik gegen die türkischstämmige Bevölkerung Ös vorgegangen würde...

Auch die pauschale Gleichsetzung Sudetendeutscher mit "Nazis" erfreut mein Herz - da gibt es jemanden, bei dem die politische Bildung so gründlich versagt hat.

mfg
Grummel

Antworten Antworten Gast: Huasnoa(n)toutara
14.10.2009 22:59
1 0

Re: Re: Die Beneschdekrete sind unverzichtbar!

Ich bin ganz Deiner Meinung Grummelbart, möchte Dich aber bitten nicht nur die Vertriebenen, sondern auch die Ermordeten miteinzubeziehn. Immerhin ist ist nicht nur die Enteignung, sonder an auch der Mord an "Deutschen, Ungarn und anderem Gesindel" durch die Benes-Dekrete straffrei gestellt.

0 0

Re: Die Beneschdekrete sind unverzichtbar!

Klar das ihr Linken fremdgesteuert seid und vom Hass gegen das eigene Volk getrieben. Du beweist es mit jedem Wort das du schreibst.
Aber nun möcht ich mal von dir wissen
"wie sich die Sudetendeutschen 'in Tschechien' aufgeführt haben" ?

Gast: Brüssel und Co
11.10.2009 23:29
0 0

Vaclav Klaus hat die Benes-Dekret selbst aufgerührt.

Niemand hätte die Benes-Dekrete aufgewühlt. Doch Vaclav Klaus tut es und das wird Tschechien noch auf den Kopf fallen.
Denn auch die Franzosen, historisch Freunde der Tschechen gewesen, haben nun die Nase von Vaclav Klaus und Tschechien die Nase voll.
Aber das ist gut so. Die Tschechen werden also bezahlen müssen für die Vergangenheit durch eigene Dummheit.

Antworten Gast: US-Bürger in Österreich
12.10.2009 12:49
1 2

Alle, selbst die USA, haben die Nase voll von diesem Vaclav-Klaus-Tschechien

Alle haben im Moment die Nase voll von den Tschechen, selbst die Amerikaner, wenn sie nicht rechtsradikale Republikaner sind.
Doch die Gründe sind verschieden. Jedenfalls hat Vaclav Klaus Tschechien voll ins Smuddeleck und ins Fettnäpfchen manövriert.
Und dort werden sie so lange bleiben, bis dieser Egomane als tschechischer Präsident verschwunden ist. Egal, was er jetzt macht.
Das, was dieser Typ in den vergangenen Jahren aufgeführt hat, sogar mit rassistischen Sagern über Obama, der ihm die Radaranlagen nicht liefern will, wird nicht vergessen werden.
Er kann Kim Jong Il in Nordkorea und Ahamad Nadinejad sein Hand reichen. Auf dieser Stufe steht er jetzt.

Antworten Antworten diogenes
13.10.2009 11:59
0 0

Re: Hallo....wer hat meinen Kommentar verschmissen ?

Bitte unverzüglich nachreichen, das ist eine bindende Zusage für jene die sich einloggen!

Antworten Antworten diogenes
13.10.2009 11:45
0 0

Re: Alle, selbst die USA, haben die Nase voll von diesem Vaclav-Klaus-Tschechien

Wer die Nase voll hat, soll sich schneuzen!

Vaclav Klaus bewegt sich offensichtlich im Rahmen der Tschechischen Verfassung.

Verunglimpfungen durch USA-Bürgern brauchen wir hier in Europa nicht. Wems nicht passt, kann nach Hause fahren.

Wenn ein Kommunistenblattl von Erpressung spricht, so sollte es lieber davon sprechen dass Klaus von den EU-Bonzen und Mitläufern erpresst und gemobbt wird,
So wie es auch seinerzeit gegen Österreich gehandhabt wurde.

Gast: Gerechtigkeit
11.10.2009 23:25
1 1

Tschechien an Russland !!!

Ich wünsche alle ehemaligen Ostblockländern die Freiheit. Nur in Tschechien hätten die Russen bleiben sollen. Die Tschechen hätten sich dies verdient.
Daher Tschechien hinaus aus der EU und als Enklave wie Kaliningrad an Russland !!!

Gast: EU-Bürger
11.10.2009 23:20
1 1

Vaclav I

Tschechien raus aus der EU. Das wäre das beste. Dann könnte sich ja Vaclav Klaus zum Kaiser von Tschechien ausrufen lassen.
Vaclav der Erste ......

Gast: sid
11.10.2009 22:58
1 0

klarstellung zur vertreibung

am 3. juni 1946 hielt benesch in tabor folgende rede:

was wir im jahre 1918 (!!!) vorhatten, wird heute durchgeführt. damals wollten wir alle deutschen abschieben.... kein deutscher darf nur einen quadratmeter unter seinen füßen haben, sein geschäft weiterführen. wir wollten dies alles auf feinere art durchführen, das jahr 1938 kam uns jedoch dazwischen.

damit ist bestätigt, daß die vertreibung nichts mit dem 2. weltkrieg zu tun hatte.

Antworten Gast: Huasnoa(n)toutara
12.10.2009 10:52
0 0

Re: klarstellung zur vertreibung

Ganz meine Meinung.

Wobei ich verwundert bin, dass ausgerechnet ein Herr KLAUS und seine Sekretär Herr JAKL gegen den Herrn FISCHER arbeiten. Sind doch alle drei eindeutig Nachfahren verbliebener Sudetendeutscher.

0 0

Re: Re: klarstellung zur vertreibung

Nur zu sehr geringen Teil. Wie auch der Schwarzenberg nur noch dem Namen nach, aber geistig-seelisch völlig tschechisiert.

Antworten Antworten Antworten Gast: Huasnoa(n)toutara
14.10.2009 22:55
0 0

Re: Re: Re: klarstellung zur vertreibung

Also sind die Jungen einer Katze, die in einem Fischgeschäft zur Welt gekommen dann automatisch Fische?

Sudetendeutsche Abstammung ist sudetendeutsche Abstammung. Dass die Nachkommen sich nicht gerade so benehmen ist eine andere Sache.

0 0

Re: Re: Re: Re: klarstellung zur vertreibung

Der hat höchstens einen Ururgroßvater der ihm leider den deutschen Namen hinterlassen hat, inmitten einer sonst völlig tschechischen Familie.
Da kann man nich das Minimum hervorherben.

Ganz brutal gesagt:

Bis jetzt wurde dieser "Herr" als "Säulenheiliger der EU-kritischen Bürger" angesehen und gefeiert, jetzt allerdings zeigt sich, worum es diesem Gangsterboss in Wirklichkeit geht: "nur nicht der landeseigenen Geschichte stellen!" Das dafür aber von allen anderen einfordern und "maulen", wenn die es nicht sofort tun. Widerlich!

Geldfux
10.10.2009 23:12
1 0

Die Vertreibung der Sudetendeutschen

war und ist nicht zu entschuldigen. Daher hätte man die Tschechen besser außerhalb der EU lassen sollen. Denn das schlechte Gewissen der Tschechen braucht noch ein Jahrhundert, bis es endgültig begraben ist.

Antworten Gast: Kind von einem ermordeten Sudentendeutschen
11.10.2009 08:13
0 0

Re: Die Vertreibung der Sudetendeutschen

Man könnte sie Tschechen auch aus der EU rauswerfen, nie auf diese Idee gekommen.
Tschechen raus aus der EU und ins Exil.
1945 haben die Tschechen meine halbe Familie ermordet.
Üm Tschechien herum gehört eine Mauer.

Antworten Antworten Tscheche
11.10.2009 14:07
0 2

Re: Re: Die Vertreibung der Sudetendeutschen

Wer sich nicht verhalten kann wird rausgeschmissen. Zwischen 1938-1945 waren es die Sudetendeutschen, und deshalb hat man sie zurück nach Reich geholt. Sie wollten zurück ins Reich so wie so.

1 0

Re: Re: Re: Die Vertreibung der Sudetendeutschen

Mit deinen schmutzigen Lügen entlarvst du dich als der Benesist, der du bist.

Die Vorgeschichte der Vertreibung reicht nachweislich mind. bis ins 19. Jh. zurück als die geschichlich zu kurz gekommenen und deshalb verständlicherweise mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten Tschechen erklärten, sie allein seien die "wahren Böhmen", die Sudetendeutschen aber "Emigranten und Kolonisten" (in Wirklichkeit sind die Sudetendeutschen Nachfahren der germanischen Urbewohner und die Vorfahren der Tschechen erst im 9. Jahrhundert von Osten eingewandert).
Dieses Feindbildes bedienten sie sich um eine tschechische Nation herauszubilden und schürten eine feindselige Haltung gegen die Sudetendeutschen.

Als Schlußfolgerung daraus entstanden tschechische Verdrängungstendenzen gegenüber den Sudetendeutschen als geistige Ursache des Landraubes und der Vertreibung die 1945 blutig vollzogen wurde wobei der Krieg und die Potsdamer Konferenz als Vorwand verwendet wurde.

Antworten Antworten Antworten Geldfux
11.10.2009 17:28
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Re: Tscheche

Die Tschechen haben durch Verrat und Abspaltung von der alten Monarchie den 1.Weltkrieg gewonnen!! Dann aber gab es kein Selbstbestimmungsrecht mehr für die Sudetendeutschen. Denn eine 1921/ 1922 ? durchgeführte Abstimmung wurde einfach nicht anerkannt und nicht zur Kenntnis genommen. Die Aggression und Feindschaft der Tschechen kam zuerst! Hätte es eine Volksabstimmung in Österreich über den Beitritt der Tschechoslowakei gegeben, ich hätte mit Nein gestimmt. Das wäre aber ungerecht gewesen, gegenüber der Slowakei, die sich als europäischer Partner gut entwickelt hat und sich vom Joch der Tschechen befreit hat!

Antworten Antworten Antworten Antworten Tscheche
11.10.2009 19:50
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Re: Re: Tscheche

Wir hatten schon genug von diesen Völkerkerker. Wir wurden nur benachteiligt und verachtet. Das wort Gesindel wurde damans nur für Tschechen benutzt.
Die alte Monarchie hatte keine Zukunft. Wenn ich jetzt im Jahre 1918 wäre, hätte ich mich eindeutig wieder für die Gründung der Tschechoslowakei und die Zerschlagung von Österreich-Ungarn entschieden.

Das Österreicher mehrheitlich gegen den EU Eintrit Tschechiens abgestimmt hätten ist für mich keine Überraschung. Man hat sich schon daran gewohnt das von Österreich gegenüber Tschechien nur wenig positives kommt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Rübezahl
18.10.2009 21:43
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Re: Re: Re: Tscheche

Die Umstände, unter denen 1918 der tschechoslowakische Staat gegründet, die Altösterreicher aus dem Sudetenland gegen ihren Willen mit Waffengewalt hineingezwungen, dann aber 1945 bis aufs Hemd ausgeplündert und aus diesem feinen Staat vertrieben wurden, sind wohl Rechtfertigung genug für die Bezeichnung der Tschechen in der Monarchie...

Aber die Tatsache, daß die Tschechen den Jahrhundertraub, die Vertreibung sowie die Straffreiheit für Mörder und Folterer bis heute mit Zähnen und Klauen verteidigen, spricht eigentlich dafür, daß die Bezeichnung auch heute noch angebracht ist.

Verheugen wollte dieses Land als profitablen Absatzmarkt 2004 unbedingt in der EU haben. Seither ist es Milliarden-Nettoempfänger und ständiges Ärgernis. Es wird in Europa immer Außenseiter bleiben!

 
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