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Cap: „Klaus hat keine Bedingung zu stellen“

13.10.2009 | 18:41 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

SPÖ-Klubchef Josef Cap erwartet die Unterschrift des tschechischen Präsidenten Klaus unter den EU-Vertrag. Für die Türkei will er keinen Vollbeitritt zur EU.

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„Die Presse“: Václav Klaus bremst beim EU-Vertrag. Wird der Lissabon-Vertrag jemals in Kraft treten?

Josef Cap: Klaus hat keine Bedingungen zu stellen. Es geht nicht, dass er seine Unterschrift mit einer Fußnote oder Vertragsänderung verbindet, die letztlich für alle irrelevant ist. Klaus würde seinem Land und der EU einen guten Dienst erweisen, würde er endlich diese letzte Unterschrift tätigen. Es wäre wichtig, dass der Lissabon-Vertrag rasch in Kraft tritt.


Zögert Klaus noch länger, könnten die Briten unter einer neuen Tory-Regierung das Paket aufmachen. Für wie groß halten Sie die Gefahr?


Cap: Mal sehen, wie die Wahl überhaupt ausgeht. Im Übrigen gibt es Rechtstheorien, die sich darauf stützen, dass die Unterschrift von Klaus gar nicht notwendig sei.


Was wäre die Alternative zum Lissabon-Vertrag? Ein Kerneuropa?


Cap: Das wäre eine mögliche Konsequenz. Dabei sollten wir lieber geeint stärker gegen die Krise und in der Welt auftreten – mit dem Lissabon-Vertrag.


Kanzler Faymann hat wieder eine Volksabstimmung über neue EU-Verträge in Österreich gefordert. Wie beurteilen Sie das?


Cap: Ich fände das sogar sehr sinnvoll, wenn bei allfälligen neuen EU-Verträgen grundlegende Interessen Österreichs berührt werden. Es brächte mehr Bürgernähe und mehr Demokratie.


Als Faymann das letzte Mal die Forderung gestellt hat, hat das zu Neuwahlen geführt. Erwarten Sie einen neuen Konflikt mit der ÖVP?


Cap: Gar nicht. Im Moment steht ja auch kein Referendum an.


Am Donnerstag verhandelt der Kanzler mit EU-Kommissionschef José Barroso um einen ÖVP-Kommissar. Wie geht es Ihnen damit?


Cap: Entscheidend ist: Welchen Bereich schlägt Barroso vor? Welchen Nutzen hat Österreich davon? Und welche Person ist geeignet, den Bereich zu füllen?


Welches Dossier sollte es sein?


Cap: Für Österreich kann alles wichtig sein. Etwa Bildung und Forschung wären sicher interessant, Landwirtschaft haben wir schon einmal besetzt. Wichtig ist mir, dass sich die Kommission insgesamt für ein sozialeres Europa einsetzt, gerade in der Krise. Und wir müssen dafür sorgen, dass die Beschäftigung wieder steigt. Ich hoffe auf eine Trendumkehr 2010.


Wie beurteilen Sie die Arbeit von Außenkommissarin Ferrero-Waldner?


Cap: Sie hat sehr konstruktive Arbeit geleistet.


Tut es Ihnen leid, dass man einen Kandidaten der SPÖ ausschließt? Könnte es doch noch ein SPÖ-Naher oder Unabhängiger werden?


Cap: Egal, ob der Kommissar Mitglied einer Partei oder keiner Partei ist, die Qualifikation zählt. Selbstverständlich hätten diese auch viele von der SPÖ.


Die Kommission präsentiert am Mittwoch den Fortschrittsbericht zur Türkei. Was ist Ihre Meinung?


Cap: Der Bericht wird keinen wirklichen Fortschritt darstellen. Die zentralen Verhandlungskapitel sollten geschlossen bleiben. Statt eines Beitritts sollte sich die EU künftig an einer privilegierten Partnerschaft mit der Türkei orientieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2009)

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12 Kommentare
Max B.
15.10.2009 01:19
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"Klaus hat keine Bedingungen zu stellen."

aja.
sagt wer?
für was braucht man dann seine unterschrift?
und halt: angeblich braucht man die gar nicht.
alles klar.
"Klaus hat keine Bedingungen zu stellen."

es hat überhaupt niemand bedingungen zu stellen sondern gefälligst zu kuschen, außer...

ja, außer wem eigentlich?


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Wenn das einen Sozialdemokrat ist....

Josef Cap: "Klaus hat keine Bedingungen zu stellen. Es geht nicht, dass er seine Unterschrift mit einer Fußnote oder Vertragsänderung verbindet, die letztlich für alle irrelevant ist."

Solche Sprüche gegenüber Tschechien kenne ich vom 3. Reich! Ein Österreicher hat niemals zu bestimmen, was ein tschechischer Präsidenten zu tun hat!

Ein Sozialdemokrat sollte solche Meinungen nicht mal im Traum haben... Ein östrr. Sozialdemokrat aber sieht es nicht mal nötig sich von Rassisten zu distanzieren. Was ist mit den Österreichern los?

diogenes
14.10.2009 17:21
0 0

Und da wird er gerade das Tschapperl fragen?


Gast: international
14.10.2009 09:49
1 0

österreich ohne europa?

der vertrag von lissabon ist grundsätzlich notwendig, wenn ein europa von 27 oder mehr ländern handlungsfähig bleiben soll.
nur eu-gegner können auf sein scheitern hoffen.
ich möchte aber nicht wissen, wie österreich die wirtschaftskrise ohne eu und euro-währung bewältigt hätte - möglicherweise wären wir jetzt in einer ähnlichen lage wie island.

Antworten Gast: Hubertus
15.10.2009 00:10
0 0

Re: österreich ohne europa?

Also Österreich wäre in keinem Fall in einer lage wie Island. Das ist Unsinn. Ob die Lage schlechter wäre läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Alle europ. Länder hätten Konjunkturprogramme aufgelegt. Nur raiffeisen und die EÖSC hätten uns in eine schiefe Lage bringen können. Aber auch da hätten die Schwarzen mit willfährigen Roten für ihre rettung auf Steuerzahlers Kosten gesorgt.

Antworten Gast: Rudolf
14.10.2009 12:39
1 0

Re: österreich ohne europa?

ihre Behauptung ist unrichtig, die EU als Wirtschaftsunion funktioniert sicher besser als das Trugbild der "Vereinigten Staaten von Europa". Auch die Schweiz lebt noch - und sogar besser als Österreich...

Gast: MAX W. aus Neufeld
14.10.2009 09:23
1 0

Unterschrift? nicht ohne massiven Zuckerln..

klaus wird kritisiert weil er als einer der wenigen in der tschechischen politikbrigade kein freimaurer ist!

der vertrag von lissabon wackelt,

Gott sei Dank

Gast: Niki
13.10.2009 22:37
1 0

Cap ist einer jener Volksverräter, die die Österreicher zu blöd für eine Abstimmung halten

jetzt wünscht er sich nur, daß der Lissabonvertrag schnell über die Bühne geht und von den Bürgern vergessen wird. Die Verlogenheit mancher Politiker ist eine Frechheit!

Antworten Gast: international
14.10.2009 09:34
1 0

Re: Cap ist einer jener Volksverräter, die die Österreicher zu blöd für eine Abstimmung halten

ihnen ist aber sicher klar, dass bei volksabstimmungen in 27 eu-ländern mit ziemlicher sicherheit zumindest 1 land anders entscheidet wie die anderen. sogar im kleinen österreich gehen wahlen in kärnten ganz anders aus als in wien. das bedeutet veto und damit, dass nie wieder eine veränderung am eu-vertrag möglich wäre.
das wiederum ist allen eu-feinden natürlich nur recht, denn mit einem vertrag der in den grundzügen für eine 6er-gemeinschaft entworfen war lässt sich ein europa mit 27 oder mehr mitgliedern nicht auf dauer verwalten. das gemeinsame europa würde früher oder später scheitern.


Antworten Antworten fireone
18.10.2009 09:33
0 0

Re: Re: Cap ist einer jener Volksverräter, die die Österreicher zu blöd für eine Abstimmung halten

So ist das nun einmal in einer großen Staatengemeinschaft. In den USA funktionierts doch auch. Und das sind 50 Bundesstaaten, verteilt auf Nordamerika und Hawaii. Mir ist klar, dass vieles dadurch nicht mehr so einfach über die Bühne gehen könnte, wie beim derzeitigen Zustand. In Europa ist es insofern schwieriger, weil zuviele verschiedene Kulturen aufeinander treffen. Die alle unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach.

Antworten Antworten diogenes
14.10.2009 17:29
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Re: Re: Cap ist einer jener Volksverräter, die die Österreicher zu blöd für eine Abstimmung halten

Wer hat den BRÜSSEL-BONZEN gesagt, dass sie die EU so aufblasen müssen, dass sie nicht mehr regierbar ist?

Zuerst Mist bauen und dann über die Folgen klagen ist unredlich .

Also zuerst so reformieren wenn überhaupt nötig und dann neue Mitglieder aufnehmen. Das ist zwar der richtige Weg, aber die Bonzis sabotieren ihn noch immer.

KEINE WEITEREN AUFNAHMEN MEHR!

Gast: Jö das Capperl
13.10.2009 22:08
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läßt einen ziehen

Da wird der Klaus sich aber warm anziehen müssen wenn solche Kaliber gegen ihn zu Felde ziehen. Es darf gelacht werden, ...es wird ein Brunello sein....