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EU-Gipfel: Tauziehen um die Topjobs

29.10.2009 | 23:24 |  Aus Brüssel berichtet REGINA PÖLL (Die Presse)

Balkenende und Miliband als Favoriten – Außenseiterchance für Schüssel.

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BRÜSSEL. Europas Spitzenpolitiker standen am Donnerstagabend knapp vor einer Einigung auf ihr künftiges Führungsteam: Der neue, aufgewertete „EU-Präsident“ könnte Jan Balkenende heißen, der neue „EU-Außenminister“ David Miliband. So hieß es am Donnerstag auf den Fluren des Ratsgebäudes im EU-Viertel, offiziell einigen wollen sich die Regierungschefs aber erst, sobald als Letzter in der EU auch Tschechiens Präsident Václav Klaus Ja zum EU-Vertrag von Lissabon gesagt hat. Denn das macht erst den Weg zu den neuen EU-Topjobs frei. Und das Rennen um die Posten ist noch nicht vorbei: Wie in Brüssel zu erfahren war, sind ausgerechnet drei österreichische Anwärter „Rückfallkandidaten“.

Scheitert der konservative niederländische Premier Balkenende bei der Wahl zum ersten, aufgewerteten Ratspräsidenten, könnte stattdessen Exkanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) zum Zug kommen. Immerhin gilt er unter den Konservativen als erfahrener Regierungschef und verlässlicher Ratsvorsitzender des Jahres 2006. Doch ausgerechnet SPÖ-Kanzler Werner Faymann dürfte sich nicht für Schüssel stark machen (siehe Interview). Zwar sagte der Kanzler, er wolle sich für jeden Österreicher einsetzen, der für einen EU-Job gehandelt wird – aber nur, wenn dieser auch „Chancen“ habe. Selbst will Faymann Schüssel derzeit nicht zur Diskussion stellen.

Hingegen in der einflussreichen deutschen Kanzlerin Angela Merkel hat Schüssel offenbar eine Fürsprecherin, sie soll sich erneut bei den EU-Partnern für ihn stark gemacht haben. Favorit unter den 27 Regierungschefs, die den Amtsinhaber wählen, ist aber weiter Balkenende. Nur dass er aus einem sehr integrationsfreundlichen Land kommt, könnte noch gegen ihn wirken.

Der „EU-Präsident“ ist den Konservativen, der stärksten Fraktion in Europa, fast sicher, er soll gemäß dem Lissabon-Vertrag die EU-Gipfel mindestens über zweieinhalb Jahre führen und der EU-Politik mehr Kontinuität geben. Im Gegenzug sollen die Sozialdemokraten den „EU-Außenminister“ stellen, so der inoffizielle Konsens. Dieser soll der EU in der Welt mehr Gewicht geben, nach Lissabon wäre er auch Vizechef der EU-Kommission, der obersten Verwaltungsbehörde Europas.

Gute Chancen hat der britische Außenminister David Miliband – auch, weil sein Land beim „EU-Präsidenten“ offenbar nicht zum Zug kommt. Lange galt Expremier Tony Blair als Favorit für das Präsidentenamt, doch zuletzt bremsten Länder wie Frankreich, weil Blair einst die Irakpolitik der USA unterstützte.

Außenseiterchancen auf den „Außenminister“ hat Exkanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) – und von den Konservativen Ex-Außenministerin Ursula Plassnik. Eine offizielle Entscheidung der Länder wird für Mitte November bei einem Sondergipfel erwartet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2009)

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43 Kommentare
1 2
falcon
30.10.2009 18:51
0 1

Einer der Favoriten für den EU-Präsidenten,


Jan Peter Balkenende, der jetzt sehr stark als Favorit gehandelt wird, hat in Bezug auf die EU einen großen Nachteil:

Er ist als damaliger (und auch jetziger) Ministerpräsident der Niederlande für die Niederlage der Regierung beim Referendum am 1. Juni 2005 zum "Vertrag über eine Europäische Verfassung" hauptverantwortlich!

Diese Referendumsniederlage gemeinsam mit dem neg. Referendum in Frankreich hatte die EU für ca. 2 Jahre in eine schwere Krise gestürzt.

Aufgabe von Balkenende im Jahr 2005 in seinem Land wäre es gewesen, die Bevölkerung regierungsseitig von den Vorteilen des damaligen Vertrags zu überzeugen. Leider hat die NL-Regierung das Feld den Kritikern das Feld übelassen die das Land mit Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Ängsten, Übertreibunen und glatten Lügen über den Vertrag überzogen und so am 1. Juni 2005 die Mehrheit der Niederländer auf ihre Seite zogen.

Das war damals kein Ruhmesblatt für Balkenende und es war eine Blamage für die EU-Gründernation Niederlande!

0 0

Re: Einer der Favoriten für den EU-Präsidenten,

sie sind auch einer von den Europa-Zerstörern

0 0

Selbst die kaputte Uhren zeigen am Tag zwei mal richtig!

Faymann hat diesmal richtige Aussagen gemacht. Ausser östrr. Presse liest man den Namen Schüssel nirgends!
Schüssel kann zwar Bundeskanzler in Österreich sein aber niemals die EU vertreten...
Dafür ist keinen Staatsmann. Blair ist aber ein Staatsmann!
Wir haben Schüssel in der Regel auf dem Schoss von Merkel gesehen!

Gast: Niki
29.10.2009 22:41
2 2

Faymann Devise: Österreich zuletzt!

das ist die Fratze der Faymann-SPÖ: Das Ansehen Österreichs ist egal, wenn es um vermeintliche parteipolitische Vorteile geht. Da wird ein Molterer als EU-Kommisar verhindert weil er es gewagt hat die "großartige" Koalition zu beenden. Ein Schüssel hat es gar gewagt mit den Blauen zu koalieren - ein Verbrechen! Da mußte sich die SPÖ schon mit einer Besudelungskampagne in ganz Europa wehren. Es ist eine Schande, welche miesen Typen dieses Land regieren und trotzdem legt sich die ÖVP mit denen in ein Koalitionsbett!

Che G
30.10.2009 07:55
0 2

Re: Faymann Devise: Österreich zuletzt!

haben sie heute noch nicht ihre Tabletten genommen?

Gast: Gast
29.10.2009 22:06
6 1

Stoppt diesen Faymann

Dieser Mensch ist nur an seinen Privatfehden und Eigeninteressen interessiert. Das Interesse des Volkes ist ihm sch...egal. Kein Tag vergeht an dem er nicht feixend gegen das Volk agiert.

Holt Schüssel zurück! Er muss wieder ran. Es ist wieder Zeit für profilierte Staatsmänner und echte Staatspolitik.

Gast: revanchist
29.10.2009 21:42
4 0

Faymann und Schüssel

Mich wundert's nicht, dass er den Namen Schüssel nur im Inland gehört hat. Bei so einem Desinteresse wie dieser Faymann an allem, was mit Auslandspolitik zu tun hat, an den Tag legt, wundert mich eher, dass er überhaupt weiß, dass es sowas wie einen EU-Ratspräsidenten gibt.

raeter
29.10.2009 21:36
5 2

Der Typ wird immer unerträglicher!

Obwohl ich kein Schüsselfan bin, empfinde ich Schüssel geradezu als eine Lichtgestalt gegen den Dauergrinser Faymann. Für mich ist Faymann der erbärmlichste Kanzler den die 2. Republik bisher hatte.

Luzius
29.10.2009 20:15
4 1

ohne Worte, allein die laue Luft

eines "Kanzlers" zeugt von Unfähigkeit n Inkompetenz, samt erforderlicher Voraussicht pur. !

Gast: Auslandsösterreicher
29.10.2009 20:00
4 0

Faymann: „Habe Schüssel nur zu Hause gehört“

Wahrscheinlich habens dort auch nur English gred.. ;D

Gast: gepoppter
29.10.2009 17:19
1 0

Die EU ist ohnedies von Renegaten durchseucht.

Dem abgehalfterten Lakai der US-Mischpoche an die Spitze der EU zu hieven wäre wohl der Gipfel. Mehr braucht es dann wohl nicht mehr um die künftige globale Bedeutungslosigkeit zu dokumentieren. Noch ist Zeit zur Einkehr. Sonst verkommt die EU dank der Brüsseler Mischpoche noch zur Pfründenjagdgesellschaft. Auf halbem Weg ist sie schon.

Gast: Reformer
29.10.2009 15:49
5 3

Forza Schüssel!!!


Carretto
29.10.2009 15:47
8 2

Schluss mit der Diskussion um Gaugermanderln

Blair als europäischer Präsident wär eine ähnliche Provokation wie wenn Mugabe oder Kim Jong Il Vorsitzende eines Demokratieausschusses der UNO würden.

Wobei ihm gar nicht so sehr sein brüderliches Abenteuer mit dem kriegsgeilen Bush und zahlreichen, auch zivilen, Toten anzulasten wäre. Da hängen auch andere hochrangige europäische Politiker voll mit drin.

Die Kernfrage ist: Welche positiven Leistungen für die europäische Idee und besonders Einheit kann Blair vorweisen? Da hätte er erheblichen Erklärungsbedarf. Ob Gemeinschaftsprojekte wie Euro oder europäische Grundrechte. Sein Name steht auf ewig für einen diametralen Kurs der Insel zur europäischen Idee. Blair unternahm nichts um sein Land vom Kurs der einstigen reinen Wirtschafts- zur notwendigen politischen Union auch nur einen Schritt weiterzubringen. Und Großbritannien ist kein Zwerg wie Luxemburg oder Estland in der EU. Als Big-Player hätte es Vorbildwirkung an der Umsetzung der Idee.

Auch Schüssel wäre ein ebenso fatales Signal. An jene die ihrer Arbeit mit Anstand nachgehen. Seine Kabinette I und II standen für einen pseudo-neoliberalen Kurs der von Laisser-Faire und Schamlosigkeit auf allen Ebenen der staatlichen Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung geprägt war. Sumper- und Strizzitum fanden ideale Bedingungen vor sich unbehelligt höchstrangig vernetzen zu können.

Es reicht schon ein Land politisch und sozial devastiert zu haben. Das Projekt Europa wäre zu schade für gefährliche Experimente

0 0

Re: Schluss mit der Diskussion um Gaugermanderln

"vom Kurs der einstigen reinen Wirtschafts- zur notwendigen politischen Union "

so notwendig wie ein Kropf

12 6

Schüssel ist der einzige österreichische Politiker der überhaupt für ein solches Amt DENKBAR ist


Es wäre ein Segen für GANZ Österreich wenn Schüssel zum EU-Präsidenten gewählt würde.

Aber es ist bezeichnend dass in Österreich selbst die größten Nestbeschmutzer sitzen und ihr unwürdiges Spiel treiben. (Waldheim, EU-Sanktionen usw.)

Da kann man nur mehr von Staatsschädlingen sprechen. Und ja, das richtet sich an die geistig wie charakterlich minderbemittelten Geiferer hier im Presse-Forum.

3 2

Es wäre ein Segen für GANZ Österreich wenn Schüssel zum EU-Präsidenten gewählt würde.

warum ist es so schwer zu begreifen:
ein job in brüssel soll genutzt werden, um die belange der union voranzubringen. und nicht jene des herkunftlandes.

ein segen für ö könnte somit nur bedeuten, dass schüssel seinen job nicht korrekt ausüben würde.

dieser denkfehler passiert eben, wenn man die partei-brille nicht abnimmt und einen auf geistig und charakterlich minderbemittelten geiferer macht....

Antworten Antworten Gast: Gast
29.10.2009 21:42
2 0

Re: Es wäre ein Segen für GANZ Österreich wenn Schüssel zum EU-Präsidenten gewählt würde.

Sie haben recht. Hochverrat ist eine zutiefst sozialistische Tugend.

Wie ihr Sozis mich anwidert ist kaum in Worte zu fassen.

Luzius
29.10.2009 15:07
2 5

Re: Schüssel ist der einzige österreichische Politiker der überhaupt für ein solches Amt DENKBAR ist

Und WAS genau kann/will/darf der gute Wolfi dort genau tun ?

Er hat dem Land in seiner Regierungszeit keinerlei Dienste erwiesen, um nun dafür belohnt zu werden ?

Beinspiele wie sinnentleerte Einsparungen welche heute korrigiert werden müssen, teure Flieger, welche nachtblind den Himmel fernbleiben müssen, dafür aber wie schon weiter unten jemand schrieb die Eu beiträge beinmahe verdoppelt, einen Finanzminister der tun und liess was ihm beliebte in eine normalerweise verantwortungsvollere Position gehoben .... wird in einem solchen Amt
WAS genau tun ?!?!?!

Irgendwie erinnert das alles an die schon vergessene Freimaurerei, welche aber wie man gut erkennen kann, öffentlich und munter existiert.

Antworten Gast: Thom
29.10.2009 15:07
0 3

Re: Schüssel ist der einzige österreichische Politiker der überhaupt für ein solches Amt DENKBAR ist

ist schon recht Wolfgang , aber der Wolf heisst nicht CanisLumpus sondern Canislupos - lern ein bisschen Naturgeschichte !
mfg

Carretto
29.10.2009 16:12
2 1

Re: Re: Schüssel ist der einzige österreichische Politiker der überhaupt für ein solches Amt DENKBAR ist

G'scheiterl!! Wennst dich schon zum Oberlehrer befähigt fühlst dann korrigiere richtig auf "Canis Lupus". Ein Lupo bist vielleicht selber.

Gast: Schreiber
29.10.2009 14:41
0 0

Brüssel muss ein Friedhof für suspekte Politiker sein.....

..ansonsten kann man sich so etwas nicht erklären !
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20020516_OTS0031

Carretto
29.10.2009 17:50
1 0

Re: Brüssel muss ein Friedhof für suspekte Politiker sein.....

Suspekt scheint mir untertrieben. Zumeist landen jene Kaliber im Zentrum europäischer Macht die in ihren Heimatländern keiner mehr hören, sehen und riechen kann.

Warum sonst wohl wollen die Briten Blair und die Schwarzen scheinbar Schüssel auf den Schild heben?

Carretto
29.10.2009 17:31
0 0

Re: Brüssel muss ein Friedhof für suspekte Politiker sein.....

Suspekt scheint mir untertrieben. Zumeist landen jene Kaliber im Zentrum europäischer Macht die in ihren Heimatländern keiner mehr hören, sehen und riechen kann.

Warum sonst wohl wollen die Briten Blair und die Schwarzen scheinbar Schüssel auf den Schild heben?

Luzius
29.10.2009 15:16
1 0

Kein Friedhof,

sondern der Garant etlichen ihrer samt eigener Generation ein gesichertes LEben ermöglichen zu können.


Ratio
29.10.2009 14:31
1 4

Warum sollte Schüssel den österr. EU-Beitrag wohl verdoppelt haben?

Um der EU zu helfen?
Lächerlich.
Schon eher als persönliche Eintrittskarte für Ämter und Würden- auf Kosten der österr. Steuerzahler.
Wenn er aber in Brüssel auch die Kosten verdoppelt, dann gute Nacht Europa.

Luzius
29.10.2009 14:59
1 1

Postenschacher

der übelsten Sorte.
Angeblich verdoppelte Schüssel mit seinen Sparpaketen die Beiträge, um den dafür kämpfenden lobbyierenden Konzernen mehr Förderungen zulassen zu können.

In Brüssel verdoppelt jeder Einzelne die Kosten allein für seine ab- oder anwesenheit, weshalb auch viele nach solch lukrativen Posten hecheln.

All den dort tätigen ist das eigene Herkunftsland egal, da es allein um ihre alleinigen Interessen geht, wofür man eigentlich diese Union nicht wirklich brauchte, aber auch nicht mehr so einfach loswird. Stattdessen wird weitergelogen das man ohne Beitritt lebensunfähig sei ....#


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