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Nominierung: Heftige Kritik an „EU-Unkenntnis“ Hahns

06.11.2009 | 18:12 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Grünen-Chefin Eva Glawischnig ärgert sich über eine frühere Ankündigung Hahns, er werde auch als Kommissar Chef der ÖVP Wien bleiben. Doch das ist EU-rechtlich nicht möglich.

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WIEN. Sie hätten seine Nominierung gern verhindert, doch Rot-Schwarz überstimmte sie im EU-Hauptausschuss des Nationalrates: Grün, Blau und Orange votierten am Donnerstagabend gegen Wissenschaftsminister Johannes Hahn als nächsten österreichischen EU-Kommissar in Brüssel. SPÖ und ÖVP peitschten den schwarzen Minister durch – trotz Widerstands sogar in den eigenen Klubs.

Die Kritik der Opposition tags darauf war heftig: Hahn habe sich durch besondere „EU-Unkenntnis“ ausgezeichnet, bemängelten die Grünen. „Hahns EU-Kompetenz war in keiner Weise erkennbar“, sagte Ex-Parteichef Alexander Van der Bellen der „Presse“. Er flehe den Minister geradezu an, „beim Hearing in Brüssel mehr europapolitische Verve oder zumindest Interesse an europapolitischen Fragen erkennen zu lassen“.

Nach dem Hauptausschuss muss sich Hahn erst dem Hearing im EU-Parlament stellen, ehe seine Bestellung zum Kommissar fix ist. Das EU-Parlament kann die Kommission, die Präsident José Barroso vorschlägt, als Ganzes ablehnen.

Besonders sauer stieß den Grünen am Donnerstag auf, dass Hahn angab, er wolle in Brüssel „Drehscheibe zu meinem Heimatland“ sein. Das sei grundfalsch, bemängelte Van der Bellen. Immerhin hat ein EU-Kommissar gemäß EU-Recht die Pflicht, europäische und nicht nationale Anliegen zu verfolgen. Hahn dürfe gar nicht der Interessenvertreter Österreichs sein, das müsse er offenbar erst lernen.

 

Kein österreichisches Interesse

Grünen-Chefin Eva Glawischnig ärgert sich über eine frühere Ankündigung Hahns, er werde auch als Kommissar Chef der ÖVP Wien bleiben. Doch das ist EU-rechtlich nicht möglich. Für Glawischnig war die Ansage ein schlechter Einstieg Hahns in Brüssel – auch wenn er inzwischen betont hat, doch nicht Parteichef bleiben zu wollen. Die Sache werde Hahn beim Hearing Ende November oder Anfang Dezember im EU-Parlament nicht zu Fall bringen, aber sicher noch vorgehalten werden, sagte ein Insider.

Rauer Wind wehte dem Minister auch vom FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer entgegen. Er sprach gegenüber der „Presse“ von „völliger Substanzlosigkeit“ Hahns in seinem wahrscheinlichen EU-Ressort, dem Bildungskommissariat, das ohnehin ein „Pimperldossier“ sei. Hahn habe keinen Plan erkennen lassen. Auch das BZÖ vermisste eine klare Ansage.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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15 Kommentare
anna89
09.11.2009 09:18
0 0

Faymann bitte abtreten - aber rasch!

Er weigert sich qualifizierte Politiker für die EU zu unterstützen. Lieber ist ihm ein schwacher Hahn, als ein kompetenter Molterer, weil ihn der nämlich beleidigt hat !!!!! Gusenbauer, einer mit europ. Netzwerken, blitzgescheit, mehrsprachig - nein, den unterstützt er auch nicht - warum? das ist vermutl. wieder was Persönliches!

Kann den Bundeskanzler, von Krone Gnaden, irgendwer begreiflich machen, dass es da nicht um Grabenkämpfe in der Wr. Gemeindepolitik geht, sondern um den Stellenwert Österreichs in Europa? Justizmäßig haben wir bereits laut und deutlich als Bananenrepublik auf uns aufmerksam gemacht, jetzt stempeln wir uns wirtschaftl. auch noch zum Trottel.

Auch wenn er über Null internat. Netzwerke verfügt und in dem Job notwendiger Fremdsprachen nicht mächtig ist, könnte man sich seitens der SPÖ ein bisserl in Unkosten stürzen und ihm entsprechende Berater zur Seite stellen.

Ich schäme mich für unser Land!

Kreis6
07.11.2009 20:01
0 1

Naja, die Grünen

haben ja auch nicht gerade eine Helle entsandt. Es gibt halt nur noch Pfeifen.

heul fpö

Pimperldossier=bildung

lurch
07.11.2009 18:32
0 1

warum

Warum haut sich nicht der Hahn samt der Glawischnig über die Häuser.
Für unser Land wäre das auf alle Fälle eine Wohltat.

analogo
07.11.2009 16:45
0 2

Hick-Hack...

Herrlich diese Zwangsneurosen der GrünInnen !

0 2

Ungerechtigkeit hat einen Namen: ÖVP


analogo
07.11.2009 16:37
0 0

Re: Ungerechtigkeit hat einen Namen: ÖVP

Hoppla...schon wieder unser "Problemkind" aus d. Dunstkreis der Caritas . Ja, das Leben ist lustig und doch so widersprüchlich.

Re: Re: Ungerechtigkeit hat einen Namen: ÖVP

wer? M_A?? der is doch ein antitürk ersten ranges. i würd ihn als fpö-pimperldossierer klassifizieren. evtl der schuhpuzzer fom schtrache

Vergil
07.11.2009 14:19
0 0

Re: Ungerechtigkeit hat einen Namen: ÖVP

Es gäbe auch genügend Synonyme für "Michi Austria"

1 0

Es ist schon verwunderlich,

wie Österreichs Politiker die Chancen Österreichs in der Eu eine mehr oder weniger "gewichtige" Rolle zu spielen einfach zunichte gemacht hat. Man bedenke nur, das ein Molterer mit ziemlicher Sicherheit das Agrarressort bekommen hätte. Dort fließen die meisten Gelder nicht nur für die landwirte und Gutshöfe sondern auch für firmen und Infrastrukturentwicklung. Das Agrarressort ist wahrscheinlich das zweitmächtigeste Ressort in der Eu. Und was machen faymann und pröll?????
Anstatt das beste für Österreich herauszuholen, und vielleicht eine Frau oder Herrn molterer nach Brüssel zu schicken, verständigen sie sich auf einen Herrn hahn. Eine Schnapsidee. Man kann nur hoffen für die Eu und Österreich, das das Euparlament diesen herrn hahn ablehnt.
Weiters ist es ja sagenhaft, wie vor allem unser Kanzler faymann eine weitere Chance, nicht nur verspielte, sondern wahrscheinlich aus persönlichen Motiven angetrieben, eine weitere Chance für Österreich regelrecht zunichte machte, das eventuell ein Herr Schüssel oder Herr Gussenbauer für das mächtige Aussenressort in frage kämen. Zwar nur aussenseiterchancen, aber immerhin.
Dies ist für mich der entgültige Beweis, das ein Herr Faymann nicht Kanzler sein darf. Persönliche Motive müssen für einen Kanzler sowie auch für seinen Vizekanzler hintenanstehen. Beide (und ich meine auch damit herrn Pröll) sind unfähig dieses land zu leiten.
Und ein Wunder zum schluss: Es geschieht selten, das ich einer meinung bin mit den Grünen und der Fpö.

Vergil
07.11.2009 11:16
1 0

Re: Es ist schon verwunderlich,

Sie haben völlig recht. Insbesondere Faymann stellt seine Kompetenzlosigkeit tagtäglich unter Beweis.
Erinnern Sie sich an die Kasperlbühne, mit dem populären Petzi, von dem unsere erwachsenen Kinder noch heute Schwärmen. Setzen Sie Herrn Faymann gedanklich eine entsprechende Mütze auf. Die Ähnlichkeit mit dem Kasperl dieser Truppe ist geradezu frappant.

Gast: Blitzky
07.11.2009 09:39
0 0

"Drehscheibe zu seinem Heimatland" ??????

Was hätte man sich darunter vorzustellen????
Bei Wikipedia findet sich kein Begriff, der in diesem Zusammenhang irgend einen Sinn ergeben würde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Drehscheibe_%28Begriffskl%C3%A4rung%29
Ich würde Hahn daher als einen typischen Phrasendrescher bezeichnen, der mit Worthülsen um sich wirft, die er selber gar nicht versteht. Dementsprechend hat er ja auch seine Dissertation seitenweise mit wörtlichen Zitaten aus den Arbeiten anderer gefüllt.......

Antworten Gast: Blitzky
07.11.2009 10:24
1 0

Im klassischen Sinn ist eine Drehscheibe eine Vorrichtung

... mit der man die Fahrtrichtung von Loks umkehrt. STellt Hahn sich also vor, alle Förderungsströme der EU in Richtung Österreich umzulenken??? Wenn er das wirklich vor hat, dann ist das
1) unklug, das schon vor seiner Designierung durch die EU-Gremien anzukündigen. Denn die übrigen EU-Staaten werden das wohl nicht so gern sehen.
2) extrem konfliktträchtig.
3) ohnehin unmöglich. Der Gute Hahn würde dann von Deutschland, Frankreich & Co. einfach unter Kuratell gestellt.

gpollerus
07.11.2009 06:41
1 0

So ungern ich das sage …

Die Grünen haben vollkommen Recht was die EU-Kompetenz von Hahn betrifft. Allerdings sind kompetente Politiker in unserem Lande parteiübergreifend nur sehr selten anzutreffen.
Ich würde es für eine vernünftige Lösung halten einen parteineutralen, unabhängigen Experten für die Position als EU-Kommissar zu entsenden. Leider ist dies mit der ÖVP nicht zu machen, denn die denkt ja es sei ein gottgegebenes Recht, dass ein ehemaliges ÖVP-Regierungsmitglied österreichischer EU-Kommissar wird. Hahn auf diesem Posten wird eine weitere Blamage für unser schönes Land.

0 0

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