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EU-Umfrage: Österreicher fühlen sich diskriminiert

10.11.2009 | 18:21 |  SUSANNA BASTAROLI (Die Presse)

Diskriminierung ist in Österreich besonders weit verbreitet - zumindest empfinden das viele Einwohner so. In der neuesten Eurobarometer-Umfrage liegt Österreich mit Italien ganz vorne.

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Brüssel/Wien. Diskriminierung ist in Österreich besonders weit verbreitet – zumindest empfinden das viele Einwohner der Alpenrepublik so. In kaum einem anderen EU-Land ist das Gefühl so stark ausgeprägt, dass man aufgrund von ethnischer Herkunft, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Orientierung schlechter behandelt wird. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der EU-Kommission hervor: 22Prozent der befragten Österreicher gaben darin an, im vergangenen Jahr diskriminiert worden zu. Zum Vergleich: Im EU-Schnitt waren es 16Prozent. Nur in Italien sagten ebenso viele Befragte, dass sie 2009 benachteiligt wurden (ebenfalls 22Prozent).

Die schlechtesten Karten haben laut der meisten befragten Österreicher – 63Prozent – Menschen aus anderen Kulturkreisen. Darin stimmen die Österreicher mehr oder weniger mit den anderen EU-Bürgern überein: „Ethnische Herkunft“ wird im EU-Schnitt als die häufigste Ursache für Diskriminierung angegeben – und das ist seit mehreren Jahren so.

 

Zu jung oder zu alt

Neu ist hingegen ein ganz anderer Trend: Immer mehr Europäer haben das Gefühl, wegen ihres Alters ausgegrenzt zu werden. EU-weit sehen das inzwischen 58Prozent der Befragten so, im Jahr 2008 waren es noch 42Prozent. Grund für diese Entwicklung sei die Wirtschaftskrise, so die Autoren der Umfrage. Steigende Jugendarbeitslosigkeit auf der einen Seite und das Gefühl älterer Menschen, für den Arbeitsmarkt „unbrauchbar“ geworden zu sein, auf der anderen Seite, sorgen für wachsende Verunsicherung. Tatsächlich äußerten 64Prozent der Befragten die Befürchtung, dass „die Rezession zu einer größeren Benachteiligung aufgrund des Alters auf dem Arbeitsmarkt führen wird“.

In Österreich gibt man sich im Vergleich zu anderen Europäern (noch) relativ gelassen: „Nur“ 46 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass der Geburtsjahrgang eine Ursache für Ausgrenzung ist. Aber immerhin wird Alter als dritthäufigster Grund für Benachteiligung angegeben – nach ethnischer Herkunft und Religion.

Etwas mehr Toleranz als im EU-Schnitt herrscht nach Ansicht der Befragten in der Alpenrepublik gegenüber Behinderten. Während 39 Prozent glauben, dass dies eine Ursache für Ausgrenzung ist, sind im EU-Schnitt 53Prozent dieser Ansicht. Ebenso sind weniger Österreicher der Meinung, dass Frauen schlechtere Chancen als Männer haben. Nur 26Prozent der Österreicher meinen, dass Geschlecht ein Hindernis ist – weitaus weniger als im EU-Schnitt (40 Prozent).

Eigentlich ist die Diskriminierung wegen Herkunft, Rasse, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung und Alter in der gesamten EU verboten. Das wissen aber die wenigsten Europäer: Nur jeder Dritte gab an, seine Rechte zu kennen – deshalb schweigen auch die meisten, wenn sie Opfer von Ausgrenzungen werden. Wehren sich EU-Bürger doch gegen die Benachteiligung, wenden sich die meisten (55Prozent) an die Polizei. Nicht so in Österreich: Hier würde die Mehrheit einen Anwalt aufsuchen (53Prozent).

Last, but not least: Über die tatsächliche Diskriminierung in den einzelnen Staaten gebe die Studie keine Auskunft, betonen die Autoren. „In Schweden beispielweise ist das Niveau empfundener Diskriminierung sehr hoch. Das liegt wohl daran, dass die Leute dort über die Probleme informiert sind. In anderen Ländern ist das nicht einmal ein Thema.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2009)

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10 Kommentare
Gast: Aldan
17.11.2009 10:13
0 0

Je dümmer, desto Strache

Aufallend:

Es sind gerade die Dümmsten und Primitivsten, die sich mit derben Vorurteilen hervortun und von den goben Ansagen des "Amphetamin HC's" begeistert sind.

Gast: Wanderer
17.11.2009 10:06
0 0

Ergebnis der ultrarechten FP-Strategie

Klar, das ist das Ergebnis fortgesetzter Hasspredigten Marke Jörg Haider und H.C. Strache!

enzo
11.11.2009 18:22
0 0

ebenfalls

Meine Frau ist aus dem asiatischen Kulturkreis aber selbst sie sagt es ist hier in den letzten 25 Jahren nichts besser geworden .Es gibt nur eine Volksgruppe für die Integration ein Fremdwort ist und die auch noch von der Politik in ihrer Paralellwelt unterstützt wird.

Gast: Beamter
11.11.2009 13:14
2 0

Outing

Ich fühle mich zunehmend doppelt diskriminiert:
1) Meine Frau stammt aus Spanien, spricht inzwischen sehr gut deutsch und offenbar vergisst unsere Umgebung sie zu diskriminieren. Das ist ungerecht - wir wollen auch Ute-Bock-Gratiswohnungen, Unterstützungen diverser Vereine, etc. Überlege schon eventuell türkisch zu lernen...
2) Ich bin IT-Organisator (vulgo EDV-Spezialist) aber noch immer pragmatisiert. Wenigst hier kann ich mich dieser Tage richtig verfolgt fühlen. Wenn man das Gezeter diverser Ahnungsloser so überfliegt.

Gast: Wenger Rupert
11.11.2009 10:16
2 0

Diskriminierung von Menschen anderer Kulturkreise

"Die schlechtesten Karten haben laut der meisten befragten Österreicher Menschen aus anderen Kulturkreisen". Wenn dieser Satz aus der angeführten Studie stammt, zeigt er, wie hier manipuliert wird: Es geht nämlich nicht um alle fremden Kulturkreise sondern nur um einen oder maximal zwei. Meine Frau stammt aus einem anderen Kulturkreis. Sie und ihre Landseute fühlen sich in Österreich zu Recht r nicht diskriminiert Offensichtlich hängt also die Diskriminierung auch mit dem Verhalten der Mitglieder der betroffenen Kulturkreise im Gastland ab und nicht primär von der Borniertheit der "Ureinwohner".

Gast: Gast
11.11.2009 08:04
3 0

Oida...

...ich bin Österreicher seit 100 Gernerationen und fühle mich mehr als diskriminiert:
Von der Parkraumüberwachung
Von den gefühlten 95% nicht Deutschsprechenden
Von den Wiener Linien (fahren mir immer davon)
Vom Magistrat (die gehen mir alle am Keks)
usw. etc.

1 2

Diskriminierung ist leider in Österreich ein Faktum...

Ich bin wirklich glücklich dass ich ein waschechter Österreicher bin!

Stellt euch einmal vor, wie es wäre auch nur einen einzigen Tag eine schwarze bzw dunkle Hautfarbe zu haben (sich aber Charaktereigenschaften, Bildungsgrad und Beruf nicht ändern würden)

Denkt ihr, würde sich das Verhalten eurer Mitmenschen (bspw. im Büro oder in der U-Bahn) ändern?

Antworten Gast: Nemesis
11.11.2009 08:55
4 0

Re: Diskriminierung ist leider in Österreich ein Faktum...

Wärest du schwarz würdens dich in den Wiener Linien dauernt um Stoff fragen und dir Geld hinhalten.....

2 1

Aha

Das bedeutet, es ist islamischen Migranten verboten (von der EU her und unter Strafe) ihre Töchter und Söhne zwangszuverheiraten. warum geschieht dann so wenig dagegen?
Es ist unseren isl. Mitbürgern verboten gegen uns zu diskriminieren. Das werde ich mir merken und nächstes Mal die Polizei holen. Ist ja pipifein, wie das Wissen um meine Rechte mich jetzt empowert... Es ist Männern verboten mehr zu verdienen, bei gleicher Arbeit - warum ist es eigentlich nicht verboten, dass Gymnasiumlehrer und hauptschullehrer in der NMS unterschiedlich verdienen bei gleicher 'Arbeit?

Gast: Oskar
10.11.2009 21:16
4 0

Da werden sich all die Heulsusenvereine bestätigt fühlen

daß ihre Arbeit bereichtigt ist und weiter auf Steuergelder pochen.

Die am meisten diskriminierte Gruppe ist übrigens die Mittelschicht. Und sie wird nicht nur diskriminiert, sondern ganz legal bestohlen.