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Personal: London blockiert EU-Postenvergabe

10.11.2009 | 18:21 |   (Die Presse)

Die Briten bestehen auf umstrittenen Ex-Premierminister Tony Blair als neuen EU-Ratspräsidenten und bringt die EU-Granden in die Bredouille. Die Karten müssen neu gemischt werden.

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Berlin/Brüssel. Die Briten haben das EU-Postenkarussell ins Stocken gebracht. Eigentlich hätten sich die Konservativen schon über die Ernennung des belgischen Premiers Herman Van Rompuy zum EU-Ratspräsidenten geeinigt, heißt es in Diplomatenkreisen.

Die Briten stellten aber die gesamte, EU-intern vereinbarte, Proporz-Lösung in Frage: Ausgemacht war; dass der EU-Ratspräsident ein Konservativer, der "EU-Außenminister" ein Sozialdemokrat werden würde. London beharrt weiterhin auf Tony Blair, den Ex-Premier und Labour-Chef.

Blair ist wieder da

Eigentlich schien Blair schon abgeschrieben. Mehrere Länder – darunter Deutschland – hatten aus ihrem Widerstand keinen Hehl gemacht. Umstritten ist Blair nicht nur wegen seiner Pro-Irak-Krieg-Haltung. Die Europäischen Sozialdemokraten (SPE) kritisieren dessen liberalen Wirtschaftskurs: Blair wird für die Wirtschaftskrise mitverantwortlich gemacht.

Europas kriselnde Sozialdemokratie will sich wieder weiter links platzieren, ein Blair auf dem EU-Chefsessel passt da nicht ins Bild. Blair persönlich scheint aber nichts von einer Absage wissen zu wollen. Laut britischer Medienberichte hat er zuletzt intensives Telefonlobbying in eigener Sache betrieben: So soll er Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy wie auch EU-Kommissionspräsidenten José Barroso angerufen haben.

Interner Deal mit Gordon Brown?

Auch daheim hat er offensichtlich ordentlichen Druck ausgeübt: "Tony Blair ist unser einziger Kandidat", verkündigte am Dienstag Premier Gordon Brown überraschend. Außenminister David Miliband werde nicht versuchen, erster „EU-Außenminister“ zu werden. Der smarte Miliband galt als Favorit für diesen Posten. Hintergrund für die Wende könnte ein interner Deal zwischen Blair und Brown sein: Gerüchten zufolge hatte Blair den Premierssessel nur unter der Bedingung frei gemacht, dass sich Brown für ihn in Brüssel einsetzen werde.

Die britische Blockade bringt die EU-Granden in die Bredouille. So müssen die Karten neu gemischt werden: Inoffiziell ausgemacht war eigentlich, dass der EU-Ratspräsident aus einem kleinen EU-Staat kommen und Christdemokrat sein sollte - der EU-Außenminister dafür ein Sozialdemokrat aus einem großen EU-Land.

Geringe Gusenbauer-Chancen

Auf Platz zwei nach Miliband wurde bisher der italienische Oppositionspolitiker Massimo D'Alema gehandelt. Seine Nachteile: die KP-Vergangenheit, seinerzeit soll er Israel als "Terrorstaat" bezeichnet haben.

Alfred Gusenbauer werden nur geringe Chancen nachgesagt. Von der ÖVP wird er dennoch unterstützt: Sollte Gusenbauer nominiert werden, werde man auf den Kommissarsposten für Johannes Hahn verzichten, so VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger. Das EU-Treffen zur Personalentscheidung wurde vertagt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11. November 2009)

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15 Kommentare
Gast: sid
11.11.2009 10:40
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england

die außenpolitik der engländer in den letzten 100 jahren zeigte die unfähigkeit für einen höheren posten in der eu.

Gast: Tax Blecher
11.11.2009 10:03
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One Way Paraquay

Den eigentlich mächtigsten Job in der EU will ausgerechnet ein Trojaner, der sich seinen überseeischen Partner mehr verpflichtet hat als Europa. Einem Land, das sich gerade wegen seiner Politiker und nicht deren Menschen noch immer mehr als Insel als als EU Staat fühlt. Blair gehört zu seinem Busenfreund dem Doppel W. nach Paraquay zur Latifundienverwaltung.

Gast: Gast
11.11.2009 09:37
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Das Bush-Blait-B(W)itch...

...Projekt findet seine Fortsetzung.

I reier glei.

Gast: Arnold
11.11.2009 08:53
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Schmeißt endlich die Briten aus der EU!

Ein Land das nicht bei Schengen ist, keinen Euro eingeführt hat und eigentlich überall wo es ihnen nicht direkt Macht oder ihrer Wirtschaft Vorteile bringt nicht mittun, will irgendwelche Ansprüche stellen? Wenn ihnen die USA so gefällt dann sollen sie dort einen Antrag stellen......

toranaga
11.11.2009 08:51
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fast wär ich darauf reingefallen... ;-)


wir verzichten auf einen kommissär und dafür schicken wir gusi nach brüssel...

ach ja, heute ist ja faschingsbeginn...

NeroRosso
11.11.2009 08:45
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PS: Außerdem muss das durchs Parlament abgesegnet werden, ich hoffe da zeigt sich dann die wahre EU!


NeroRosso
11.11.2009 08:42
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Also wenn der Blair (Bush-Pudel)

diesen Posten bekommt, sollte man wie auch in Tschechien an einen Austritt aus der EU nachdenken.


Gast: Wastl
11.11.2009 08:12
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Ach ja, warum wird dieser wichtige Artikel so weit unten versteckt?


Antworten Gast: Wastl
11.11.2009 08:44
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Re: Ach ja, warum wird dieser wichtige Artikel so weit unten versteckt?

Meine Anregung wurde zwischenzeitlich aufgegriffen.

Gast: Wastl
11.11.2009 08:09
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Wäre Völkerkerker eine zu harte Bezeichnung für die EU?


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Teflon Tony

Na, ist das nicht wieder mal typisch? Was für ein erbärmliches Postengescharere.

Wenn es ein europakritisches Mitgliedsland gibt, dann ist es Großbritannien. Und ausgerechnet die wollen alle anderen dazu *zwingen*, ihren Kandidaten anzunehmen. Da fehlen einem die Worte.

Es gibt zwar einige positive Aspekte, die für Blair sprechen - er ist medienwirksam, kann was bewegen, kennt sich auf der obersten Ebene international sehr gut aus, hat sich in letzter Zeit in mittleren Osten engagiert - aber der Irakkrieg und zusätzlich noch die Mitverantwortung für die Strategie der "offenen Tür" in Sachen Immigration in Großbritannien (laut Geheimpapieren *nur* um dem Volk vor Augen zu führen, dass die Tories eigentlich Rassisten sind: großer Skandal in GB, Zuwachs 3 Millionen Immigranten in zehn Jahren) zeigen wes Geistes Kind er ist.

Der Mann ist schlichtweg untragbar und ausserdem haben die Sozialisten die Europawahlen verloren und müssen sich hinten anstellen.

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nix €, nix Schengen, also EU-Mitarbeit verweigern, Dauerrabatt erpresst, dafür

die höchsten Posten erpressen. Typisch britisches "Kooperations-"klima

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Ach,

ist das alles w i d e r l i c h!!!!

Gast: Adrian.E
10.11.2009 21:33
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Tony Blair - der abgehalfterte Politiker soll endlich von der Bildfläche verschwinden

Tony Blair mit seinem übersteigerten Ego und messianischen Sendungsbewusstsein repräsentiert nur sich selbst und weder die Sozialdemokratie noch Grossbritannien noch sonst etwas. Dass es um seine persönliche Integrität nicht zum Besten steht, ist seit seinen offensichtlich falschen Behauptungen zu angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak klar. Tony Blair und seinen Unterstützern in einem engen Macht-Zirkel der britischen Labour-Partei sollte endlich klar werden, dass ihn abgesehen von einer verschwindend kleinen Minderheit niemand mehr will.

nuXbe
10.11.2009 21:29
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Diese EU ist zum Scheitern verurteilt!

Bei der EU geht es nur mehr um Postenschacher und Abkassieren. -die "Politik" der Nationalstaaten wird auf EU-Ebene weitergeführt.