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Van Rompuy: "Türkei wird nie Teil Europas sein"

19.11.2009 | 13:06 |   (DiePresse.com)

Kurz vor der Entscheidung über die EU-Topjobs hat der "EUobserver" eine fünf Jahre alte Türkei-Rede von Hermann Van Rompuy ausgegraben. Der Belgier gilt als Favorit für das Amt des EU-Ratspräsidenten.

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Dem belgischen Ministerpräsidenten Herman Van Rompuy - einem Favoriten für den Posten des ersten EU-Ratspräsidenten - werden kurz vor dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs vergangene Aussagen zur Türkei vorgehalten. So berichtete der Online-Dienst "EUobserver" am Donnerstag, Van Rompuy habe sich im Dezember 2004 - damals noch als Oppositionspolitiker - im belgischen Parlament gegen einen EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen.

Rompuy kritisierte Türkei

"Die Türkei ist nicht ein Teil von Europa und wird niemals ein Teil von Europa sein", sagte Van Rompuy den Angaben zufolge damals bei einem Treffen mit dem Europarat. In seiner Rede habe der flämische Christdemokrat die christlichen Werte Europas betont, die von der Türkei untergraben werden könnten.

"Eine Erweiterung der EU zur Aufnahme der Türkei kann nicht wie jede andere Erweiterung betrachtet werden. Die universellen Werte, die in Europa gelten, die auch fundamentale Werte des Christentums sind, werden an Stärke verlieren mit dem Beitritt eines großen islamischen Landes wie der Türkei", zitierte ihn der Online-Dienst. Belgische Diplomaten hätten dem "EUobserver" bestätigt, dass Van Rompuy die Rede gehalten habe, hätten aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass der heutige Ministerpräsident damals in der Opposition war.

Merkels Wunschkandidat

Van Rompuy gilt als Wunschkandidat der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy für den Posten des ersten EU-Ratspräsidenten. Offen ist allerdings, ob ihn auch der britische Premier Gordon Brown unterstützen würde. Bisher favorisiert Brown seinen Amtsvorgänger Tony Blair für den Posten. Großbritannien gilt in der EU als starker Verfechter für einen EU-Beitritt der Türkei, während Sarkozy und Merkel vor den Wahlen zum EU-Parlament im Juni ihren Widerstand gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU betont hatten.

Briten gegen den Belgier

Ein Teil der britischen Presse macht seit Tagen gegen den "Euro-Föderalisten" Van Rompuy Stimmung. So titelte am Mittwoch der "Daily Express": "Großbritannien von einem Belgier regiert? Das muss wohl ein Witz sein."

Merkel und Sarkozy stellen sich am heutigen Donnerstagabend vor Beginn des Gipfels in Brüssel der Presse. Gemeinsam mit dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Lokke Rasmussen haben sie eine Pressekonferenz einberufen, offiziell geht es darin um die Vorbereitung des Weltklimagipfels im Dezember in Kopenhagen. Beobachter erwarten allerdings, dass Sarkozy und Merkel auch ihre Haltung für einen gemeinsamen Kandidaten für den EU-Ratspräsidenten bekräftigen werden.

Offenes Rennen um EU-Außenkommissar

Der Sondergipfel entscheidet auch über die Besetzung des Postens des "Hohen Repräsentanten" für die EU-Außenpolitik (EU-"Außenminister"). Die europäischen Sozialdemokraten haben sich auf den früheren italienischen Ministerpräsidenten Massimo D'Alema als ihren Kandidaten festgelegt, doch zuletzt waren auch noch der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos und die britische Handelskommissarin Catherine Ashton im Gespräch. Der britische Außenminister David Miliband hat mehrfach abgesagt, er wurde aber bis zuletzt noch als möglicher Kandidat gehandelt. Auch Tony Blair könnte für den Posten des EU-"Außenministers" infrage kommen, "sollte seine Bewerbung für die Ratspräsidentschaft nicht mehrheitsfähig sein", schrieb am Donnerstag die Zeitung "Das Luxemburger Wort".

(Ag.)

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25 Kommentare
 
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Gast: Türkei-Fan
21.11.2009 10:23
0 0

Prognose

Die Türkei kommt in die EU - so sicher wie das Amen in der Kirche.

Gast: Gesichtschirurg
19.11.2009 21:15
1 0

Warum wird der Türkeibeitritt so sehr thematisiert ?

Das Thema Türkeibeitritt ist ein Dauerthema welches die Gemüter erregt:

- Da soll ein EU-Ratspräsidet gewählt werden und er wird daran geurteilt ob er für oder gegen den EU Beitritt der Türkei ist.

- Ein türkischer Investor will in Österreich Supermärkte eröffnen und es wird so getan als ob das ob die Türken vor Wien stünden.

- Die Türkei baut Pipelines die Europa von Russland unabhängig machen sollen und man befürchtet eine Abhängigkeit von der Türkei.

Man könnte meinen die EU habe keine anderen Probleme als den Beitritt der Türkei. Offensichtlich sind Ablenkungen von der aktuellen Problematik sehr willkommen. Die Türkei ist nicht der Fußabtreter von der EU Politik und ihrer kleinen Provinzwahlkämpfe.

AustroProf
19.11.2009 19:44
1 0

Die Türken wollen ja längst nicht mehr in die EU!

Unsere Politiker (auch die EU) diskutieren ganz heftig über den Beitritt der EU.

Doch die EU ist längst nicht mehr attraktiv für die Türken. Sie warten jetzt schon seit über 40 Jahren über eine Aufnahme.

Zappeln lassen sollten wir dieses Land nicht, sonst könnte es sein dass wir dafür in ferner Zukunft teuer bezahlen....

jopc
19.11.2009 18:22
0 0

...großbritannien von einem belgier regiert...

sie können ihre großmannssucht mal wieder nicht verleugnen.

sind wir EU oder sind wir nicht. wenn sie es nicht haben können dass auch andere länder da sind und diese eben auch mitreden dann sollen sie sich als 51 bundesstaat zu den amis schleichen.
mit denen finden sie sowieso öfters "übereinstimmung" als mit den restlichen europäern.

tut mir leid, aber wenn ich auch nur ansatzweise erpressungsversuche wahrnehme "springt mir der feitel im sack auf".

Gast: Philip Morris
19.11.2009 17:14
0 0

EU-Kanditat oder nicht

In Wirklichkeit eintscheiden nicht die Politiker über den EU-Beitritt eines Landes, sondern die Wirtschaftslobby: Erst wenn in ein Land des alten Ostens vom alten Westen genug investiert worden ist, dann wird es in die EU aufgenommen um den EU-Neuling auch den EU-Gesetzen zu unterwerfen und damit die Investitionen zu sichern. Beispiele sind Rumänien, Slowenien oder Kroatien.

Gast: Alter Kämpfer
19.11.2009 17:05
0 0

Packelei

Warum wählen die Staats- und Regierungschefs nicht einfach offen mit den ihnen zustehenden Stimmgewichten gemäß Lissabon-Vertrag?

Gast: Gastmann
19.11.2009 16:26
1 0

Denkt ihr wirklich...

...dass die EU so leicht locker lassen wird von der Türkei?! Ich will euch nur an das Nabucco-Projekt erinnern, wovon die EU doch soooo lange träumt. Die Türkei investiert, und das sind Milliarden! Warum will ein Franzose, dass ein Belgier z.B EU-Ratspräsident wird? Sprechen Belgier kein französisch? Eine Merkel, die die Beziehungen mit Frankreich "verbessern" will und eigentlich nur Unterstützung braucht. Ein Rassmussen, der noch vor ein paar Jahren die Mohammed Karikatur rausgebracht hat. In Dänemark ist der Sender "Roj-TV". Das ist der Sender, welche der PKK gehört (seit 1990 sind schon 40 000 Menschen bei Gefechten gestorben). Wer braucht die EU?. Die EU ist alt und aufgebraucht. Türkei weiß es auch. Noch 2004 waren überall EU-Flaggen; jeder wollte in die EU dort. Nach einer Studie (ich weiß nicht mehr die genau Zahl) waren ca. 60% der Türken gegen einen Beitritt oder waren davon überzeugt, dass man in die EU nicht kommen würde. Das ist halt so. Naja

Gast: nomen nescio
19.11.2009 16:03
1 1

Geografiekenntnisse

Ok, jetzt wissen wir also alle, dass Herr Rompuy im Geo-Unterricht aufgepasst hat! Was man ja von Verheugen und Konsorten nicht behaupten kann.

BASKALDIR
19.11.2009 15:14
1 3

Gesprächsthema Nummer 1

Wow das ist SUPER das die Türkei Gesprächsthema Nummer 1 ist. Die Schweinegrippe ist vergessen, Arbeitslosen Zahlen steigen, Studenten protestieren, Gewalt nimmt heftig zu, jetzt wird auch schon in Spitälern herumgeschossen hey gehts noch !! Diskutiert lieber wie Ihr aus dem ganzen EU schlamassel wieder rauskommt. Was habt ihr bis jetzt von der EU bekommen. Ja einen Schnuller zum ruhig stellen. Mama ich will auch ein Schnuller. Witz mit euch. Sollen die Türken doch in die EU kommen. Werden Sie dann auch merken was das für ein Kindergarten ist.

1 0

die Türkei ist nicht Teil von Europa

gerade während die Türkei angeblich nicht mehr allzu sehr an einem Beitritt interessiert ist -> siehe Presse-Artikel der letzten Zeit, wäre es klug, die Beitrittsverhandlungen jetzt zu beenden, um weitere Kosten zu sparen. Alle Beteiligten inklusive der Türkei wären wohl zufrieden und ob dann Leute wie Günter Verheugen oder Joschka Fischer traurig sind, kratzt wohl niemanden.

0 0

Naja...

wenn man sich ein Satellitenphoto von Europa / Asien / Afrika bei Nacht betrachtet, sieht man die Lichter der Städte und muss erkennen, was zusammenhängt und was nicht.

Aber wenn die Briten gegen diesen Mann sind, kann er nur ein großartiger Europapolitiker, der Sachen weiterbringt, sein.

5 1

Die Frage ist nur...

Selbt bei der Wahl des EU-Prasidenten bestimmen indirekt die Türken die Kandidaten!
Ist die Position der Türkei so wichtig für Europa?

Antworten Gast: Nemesis
19.11.2009 15:29
1 0

Re: Die Frage ist nur...

Größenwahn kommt bekanntlich kurz vor dem Untergang....

0 2

Österreicher sollten für diesen Van Rompuy stimmen!

Er denkt genauso wie die Österreicher!
Mehr Gemeinsamkeiten braucht man nicht!
Keine Türkei in der EU!

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Keine Türkei in der EU!

Träumer, die sind schon längst da und brauche nur Däumchen drehen und weiter Kinder kriegen, wir kriegen keine und damit erledigt sich unser Problem da wir schlicht und einfach aussterben.

ujvar
19.11.2009 13:44
1 1

Wer muss eine so elbstverständliche Aussage, dass die Türkei nicht Teil Europas ist, erst "ausgraben",


Entropix
19.11.2009 11:03
1 0

wenn ich

mir den Ablauf in Österreich anschau, kann ich keine grundlegend andere Art der Packelei erkennen. Warum beschweren wir uns also, wenn es auf EU-Ebene genau so läuft?

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Drei, die wissen was die Menschen wollen!

Österreich hatte vor kurzem gewählt. Dabei war es schwierig von über 8 Millionen Einwohnern, den besten zu finden, der auch in der Lage ist, Österreich erfolgreich und kompetent zu führen.

Schlußendlich, hat man sich auf einen einzigen Mann geeinigt. Wir kennen ihn. Sie kennen ihn.

Es ist niemand geringerer, als ihr lieblingsvolkskanzler Werner Faymann.

Weil die Leute sagen, er ist einer von den Eliten, der sozial, kompetent und fair ist. Deswegen möchten wir nur Werner Faymann als den Lieblingsvolkskanzler haben.

Die EU bietet nun den Vorteil, dass aufgrund der größe auch die Auswahl größer ist, wo die besten, der besten zu finden sind. Von aber Millionen von Menschen, waren es eben nur drei, die es würdig sind, als Elite sich zu zeigen.

Antworten Gast: T-Rex
19.11.2009 14:30
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Re: Drei, die wissen was die Menschen wollen!

und er scheint nicht sehr viel klüger zu sein, als Sie.

Wissen Sie eigentlich, daß sie ihm damit überhaupt keinen Gefallen tun?

Antworten fireone
19.11.2009 11:33
2 0

Re: Drei, die wissen was die Menschen wollen!

rofl

1 3

Das ist eben die EU!

England, Frankreich, Deutschland und eventuell Spanien und Italien sonst nicht!
Die restlichen Mitglieder sind Füllmasse.
Daher sitzen die Österreicher meistens auf dem Schoss der Deutschen um vom Kuchen etwas abzubekommen!

Gast: Gast
19.11.2009 09:32
1 0

Wer kann bei solchen...

...Packeleien noch an die EU oder die Demokratie in der EU glauben.

Die kleinen Staaten werden nach und nach "inhaliert"!


fireone
19.11.2009 06:33
0 0

Genauso

stell ich mir eine demokratische EU vor. Drei schaffen an und 24 machen, was die Anschaffer ausgeschnapst haben.

Antworten Gast: miehe
19.11.2009 10:14
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Re: Genauso

Das kommt daher dass die EU letzten Endes doch nur eine internationale Organisation ist. Auch in der UNO z.B. ist es völlig Wurscht was Dschibuti oder Suriname denken.

Wirkliche demokratische Prozesse bis hin zur Direktwahl der Personen (was ich beführworten würde) bedeutet aber einen Souverenitätsverlust der Staaten, weil sie sich einer Struktur unterordnen müssen.

 
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