26.05.2012 09:30 | Meine Presse Merkliste 0

Zwei Unbekannte an der Spitze Europas

19.11.2009 | 22:04 |  VON AXEL REISERER UND HELMUT HETZEL (DiePresse.com)

Europa ist verblüfft: Die Britin Catherine Ashton wird "EU-Außenministerin", der Belgier Herman van Rompuy Ratspräsident.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Europa ist verblüfft: Zwei bislang in der Öffentlichkeit unbekannte Politiker werden die ersten Amtsinhaber der neuen EU-Topjobs. Am Donnerstagabend bestellten die Staats- und Regierungschefs in Brüssel die britische EU-Handelskommissarin Catherine Ashton von den Sozialdemokraten zur ersten „EU-Außenministerin". Der erste gestärkte Ratspräsident ist Belgiens Premier Herman Van Rompuy als Vertreter der Konservativen. Wochenlang hatten die Länder um eine Entscheidung gerungen, am Donnerstag gab es Lob, aber auch viel Kritik an der Besetzung. „Wer ist das", fragte als einer der Ersten der Ex-EU-Kommissionspräsident Romano Prodi nach der Wahl von Ashton. Als „Außenministerin" wird Ashton auch Vizechefin der Kommission sein. Auch van Rompuy kämpft als Vertreter eines kleinen EU-Landes dagegen, ein „Leichtgewicht" zu sein.

Reaktionen: Prodi ist schockiert: ''Wer ist Catherine Ashton''

Alle 14 Bilder der Galerie »

„EU-AUSSENMINISTERIN"
Catherine Ashton, Großbritannien

Sogar im eigenen Land erntete Ashton Staunen. Erst seit Oktober 2008 ist sie in der Kommission, immer noch ist ihr europapolitisches Profil unscharf. Dennoch - oder deswegen? - soll die 53-jährige Ökonomin die EU nach außen vertreten. Zwar wird ihr in Brüssel von Diplomaten konzediert, „einen guten Job gemacht zu haben". Mehr als eine zweite Amtszeit in der Kommission hätte ihr vor wenigen Tagen in London aber kaum jemand zugebilligt. Denn etwa in der traditionell heftig geführten Europa-Debatte in Großbritannien war sie zuletzt nie präsent. Bemerkenswerte Stellungnahmen von ihr zu EU-Themen sind nicht in Erinnerung.

Die zweifache Mutter begann ihre politische Karriere ganz links außen, um schließlich als Baroness Catherine Ashton of Upholland, ihrem Geburtsort, ins britische Oberhaus einzuziehen. Ashton ist mit dem Meinungsforscher Peter Kelner verheiratet, der drei Kinder mit in die Ehe brachte.

Porträt: Dichter Rompuy und Baronin Ashton

Alle 8 Bilder der Galerie »

RATSPRÄSIDENT
Herman van Rompuy, Belgien

Der neue Ratspräsident heißt Herman van Rompuy. Der belgische Ministerpräsident ist in seiner Heimat ein Monument, weil er in beiden Landesteilen, im frankofonen Wallonien und im niederländisch-sprachigen Flandern, respektiert wird. Van Rompuy gilt als bescheiden, er agiert gern hinter den Kulissen und erfüllt das Anforderungsprofil für den ersten EU-Ratspräsidenten. Er ist polyglott, spricht fließend Niederländisch, Französisch und Deutsch. Der frühere Parlamentspräsident hat Erfahrung, ist aber kein charismatischer Politiker, der als EU-Präsident anderen europäischen Regierungschefs mit spektakulären Auftritten die Show stehlen würde - sicherlich ein Grund für die Entscheidung von Donnerstagabend. Und van Rompuy ist geduldig und solide, ein Sanierer und Brückenbauer, der Kompromisse schmieden kann. Fähigkeiten, die in der EU notwendig sind.

Der 62-jährige Christdemokrat ist Ökonom, der auch Philosophie studierte, hat bereits eine lange politische Karriere hinter sich. Nach seinen Studien begann er bei der belgischen Zentralbank (1972-1975). 1993 wurde er Vizepremier und Budgetminister im Kabinett von Jean-Luc Dehaene. Das Team Dehaene/van Rompuy sanierte den belgischen Staatshaushalt, reduzierte die hohe Schuldenlast und machte das Land somit fit für den Euro. Von 1972 bis 1975 war van Rompuy Vizechef der flämischen Christdemokraten.

Der bisherige belgische Regierungschef ist ein Intellektueller. Van Rompuy ist Autor zahlreicher Bücher. Darunter sind Werke über das Christentum, ein Buch über die Hoffnung und das Tagebuch eines Fünfzigjährigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2009)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

165 Kommentare
 
1 2 3 4
0 0

Die vergebene Chance auf einen Hahn auf dem 'Misthaufen'!!

Die Europaeer sind schon so daran gewoehnt bei der Konstruktion der endgueltigen EU nicht mitreden zu duerfen, dass sie sich nichts sehnlicher wuenschen als einen starken Mann an deren Spitze, der ihnen dann sagt, wohin und wie es weiter gehen soll.

0 0

Danke, Werner

.. du hast wieder einmal gezeigt, dass du ein großer Kosmopolitiker bist!


0 0

Ende gut, (bisher) alles gut!

Wenn ein Daniel Cohn-Bendit gegen etwas ist, kann es fuer Europa nur gut sein.
Uebrigens, was hatte man sich erwartet? Auch der erste Habsburger-Kaiser war ein sog. 'Schwaechling', weil die deutschen Fuersten kein Jota ihrer Macht abgeben wollten.
Fuer alle jene, die gegen den Lissabner-Vertrag waren, ist der Ausgang der Wahl die beste Loesung:
Die EU bleibt deutsch-franzoesisch foederal, wurde (noch) nicht an die USA verkauft und und wird (noch) nicht durch einen uneuropaeischen Englaender verdorben.

Gast: kein Aufreger
21.11.2009 23:36
0 0

keine aussenpolitiketrIn

"...Nicht zuletzt kam Ashton zugute, dass ohne ihre Bestellung keine Frau in einem EU-Tobjob zu finden wäre...", schade, dass nicht die Qualifizierung sondern das Geschlecht entschieden hat. Asthon selbst erwähnt oft genug, sie habe keine aussenpolitische Erfahrung.

Gast: alibaba
21.11.2009 23:28
0 0

Alle macht den Provinzaristokraten....

ich lach mir einen ab...

Alleine die Vorstellung die beiden bei verhandlungen mit China , Russland, Nahen Osten

Viel Glück uns allen ... Wir werden von 2 Provinzakrobaten geführt die über eine halbe Millarde Menschen vertreten...

wo soll das hinführen , ma ganz im ernst ?


Gast: Burkhard Unterennser
21.11.2009 19:50
0 0

"... fließend ... und auch Deutsch spricht"

No na! Erstens ist Deutsch (nicht Englisch oder Französisch) die meistgesprochene Sprache
in der EU. Zweitens ist Deutsch (neben Niederländisch und Französisch) eine der drei Landessprachen Belgiens. In Ostbelgien gibt es eine Deutschssprachige Gemeinschaft, auch wenn das leider nicht alle Bundesdeutschen und Österreicher wissen.

Gast: Quit
21.11.2009 14:40
0 0

schwach und unbekannt!

Man kennt sie nicht aber man urteilt negativ natürlich! Ich finde das ist der Weg einer echten demokratischen Presse! Was hat so ein Amt wirklich erfreuliches zu bieten, nicht aber schon gar nichts,

3 0

Man sollte hier wirklich nicht nach dem Äußeren urteilen


Lassen wir sie doch erst mal arbeiten, bevor wir urteilen.

"Diktatur" würden die EU-Gegner schreien, wenn starke Persönlichkeiten mit Alleingängen regieren würden.

Aber: dass sich ausgerechnet "unser" Faymann für diese Dame so ins Zeug gelegt hat lässt (ohne sie zu kennen) das Schlimmste befürchten.

Gast: Tough enough
21.11.2009 13:59
0 3

Für die gesamte EU gilt

nur gemeinsam sind wir schwach!

2 1

NUN ABER IM ERNST:

Ich stelle mir ungern das Gelächter im Kreml, im Weissen Haus und im chinesischem Politbüro über dieses Duo vor.

LG
l.h.

0 0

FREI NACH SERGIO LEONE:

"Mein Name ist Nobody" - und meine Freundin heisst Lucy ...

LG
l.h.

ger49
21.11.2009 12:51
1 2

Lächerlich

Mit dieser Besetzung ist es einfach, über Europa zu lachen. Wer kann diese Besetzung schon ernst nehmen. Aber ich finde die allgemeinen Besetzungen innerhalb von Europa auch äusserst schwach, nicht nur in Österreich. Warum sollte die EU bemüht sein, wirklich stark nach Aussen aufzutreten? Ist es doch ein Anliegen einer gewissen Gruppierung (man kann auch Weltherrscher sagen), dass Europa ja nicht zu stark wird. Und die regierenden Europäer handeln brav nach deren Auftrag! Deren Einmischungen und Manipulationen in Europa lassen mich nichts anderes vermuten!

AG

Auch Alfred Gusenbauer hätte diesem Profil entsprochen.

0 0

Eine Kanone, die nach Hinten losgegangen ist!

Sarkozy und Merkel wollten eigentlich jemanden zum Prasidenten waehlen, der die Türkei vom Anfang an ablehnen sollte... Das haben sie auch geschaft aber...
Die Türkei wird jetzt jedes mal sagen, dass sie der EU nicht vertraut und die EU immer mit den eigenen Regeln bricht! Denn die Eunterschriften der EU-Landern auf dem Aufnahmevertraegen noch Nass.
Wie soll die EU jetzt erklaeren, dass sie nicht mehr zu ihrem Unterschrift steht?

Gertrud
21.11.2009 10:29
0 0

Zwei Unbekannte an der Spitze Europas

@Blunzenstricker!
Sei froh, dass ich die Anordnung meiner Tastatur soweit intus habe und nicht anstatt "Heidi Klumb" "Heidi Plump" geschrieben habe. So köstlich, genauso wollte ich mich selbstironisch korrigieren. Daher: Vielen herzlichen Dank, sehr geschätzter Blunzenstricker, dass Du mir jetzt somit die Möglichkeit auch hierzu geboten hast. Also: Und Du sieh zu, aufdass auch Du die Maschen bei Deiner Blunzenstrickerei*lach* nicht verwechselst; dann passt ohnehin alles wieder!

Gast: kasperl
21.11.2009 10:22
0 0

wieso nur...

... kommen mir die beiden so bekannt vor...Krawuzikapuzi..

ichmeine
21.11.2009 10:14
0 5

mit dem Vertag von Lissabon wird alles anders

da kann die "EU" endlich einheitlich auftreten.

Schöner als jeder Kritiker zeigen die Funktionäre selbst das Unvermögen der EU auf.

1 2

Das ist die EU, was sich Sarkozy und Merkel vorstellen!

Die Briten denken zwar anders aber sie möchten auch die EU das Bach runtergehen sehen!
Italianer und Spanier finden auch ihre Wege. Was ist aber mit den restlichen 22?
Die Amerikaner werden diese EU-Mitglieder ein nach dem anderen schlucken!

Antworten Gast: markus trullus
21.11.2009 10:50
0 1

Re: Das ist die EU, was sich Sarkozy und Merkel vorstellen!

....werden diese EU-Mitglieder ein nach dem anderen schlucken! und als Kolonie weiterführen. Denn die US sind nicht daran interessiert, etwa GB als xten Bundesstaat in die USA aufzunehmen. Schöne Zeiten kommen auf uns zu, wie weiland bei Lumumba im Kongo....

Gast: fixit
21.11.2009 07:32
2 2

Ausdruck der Ohnmacht

Wenn die EU solche Positionen mit selbstlosen Beamten besetzt , so wird dies schon Gründe haben . Damit wird die EU zur politischen Farce und bleibt ein Wirtschaftsbündnis der grossen 3 mit Anhängsel . Die EU bleibt den Eurokraten - die Spielregeln - Lobbyismus und Machteinfluss - bleiben ident , einzig die Bürger dürfen sich verarscht vorkommen - dieser Verwaltungsspass muss ja auch bezahlt werden !

berndmoron
21.11.2009 06:19
1 2

wer ist bloß auf DIE gekommen

so einmal eine richtige schlagzeile der bildzeitung.

Antworten Gast: Pfaffenfresser
22.11.2009 13:47
0 0

Re: wer ist bloß auf DIE gekommen

Was die Medien wieder einmal verschweigen: Die beiden gehören den Bilderbergern an. Also ein weiterer Schritt zur NWO.

Gast: Modelagentur
21.11.2009 00:02
1 4

Quasimodo

war ein Model gegen die beiden.

Gast: Graf Gudenus
20.11.2009 23:25
0 2

Unzufrieden,

man halte such an die Wähler, id est die Regierungen der EU-Staaten. Unter diesen haben manche etwas zu sagen - andere nicht, unter letztere Ö.

Von Paris nach London, dann Dem Haag, Luxembourg und zurück. Aus diesen Punkten mache mann eine geometrische Figur.

Schon zu Kaiser Maximilian's Zeiten war dies der maffgebende Teil Europas. Nichts hat sich verändert.

Bundesrpublik ist nur eine, die erste Randerscheinung. Das Haus Ö war einst hier zuhause. Dividende floss nach Wien, das Europa zu verteidigen hatte.

Antworten ichmeine
21.11.2009 10:30
0 0

sehr "maffgebend"

das mit dem halten und suchen und den wählern

 
1 2 3 4