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EU-Parlament und Rat streiten wegen Ashton

23.11.2009 | 15:01 |   (DiePresse.com)

Zankapfel der EU-Institutionen ist der Amtsbeginn der hohen Repräsentantin für Außenpolitik, Catherine Ashton. Das EU-Parlament will die künftige Kommissions-Vizepräsidentin gegebenenfalls verhindern.

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Zwischen dem Europäischen Rat und dem Europaparlament gibt es nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Montag-Ausgabe) Streit darüber, ab wann die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik ihr Spitzenamt antreten darf. Werner Langen, Chef der Unionsgruppe im EU-Parlament, sagte dem Blatt, die vom Rat bereits gewählte Britin Catherine Ashton werde "genau und vorbehaltlos" geprüft werden.

Anhörung und Abstimmung

"Sie muss sich der Anhörung und Abstimmung stellen", erklärte auch der Fraktionschef der Sozialisten, Martin Schulz. Da Ashton als "Außenministerin" gleichzeitig Vizepräsidentin der Kommission ist, muss sie dem Parlament schriftlich und mündlich ihre Kompetenzen nachweisen.

"Gewaltige Anforderungen"

Ashton müsse nachweisen, "dass sie als Außenministerin einen diplomatischen Dienst mit mehreren tausend Beamten aufbauen kann", sagte der CDU-Politiker Langen. Das Amt als Außenministerin stelle "gewaltige Anforderungen" an die bisherige EU-Handelskommissarin.

Genaue Prüfung

Der liberale Europa-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff rechnet damit, dass die Parlamentarier nach einer Anhörung Ashtons im auswärtigen Ausschuss bis Mitte Dezember eine Vorentscheidung über die fachliche und persönliche Eignung treffen werden. "Wenn wir dabei feststellen, dass sie als Vizepräsidentin nicht geeignet ist, darf sie auch nicht Außenministerin sein", sagte Lambsdorff der "SZ". Dann müsse der Rat eine neue Kandidatin vorschlagen.

Der Rat besteht bisher darauf, dass die Britin bereits ab 1. Dezember als Hohe Repräsentantin für Außenpolitik amtiert. An diesem Tag tritt der EU-Vertrag von Lissabon in Kraft. An dem Tag nimmt auch der neue ständige Ratspräsident Herman Van Rompuy seine Arbeit auf. Das Parlament stimmt jedoch erst Ende Jänner ab. Die Staats- und Regierungschefs hatten auf ihrem Sondergipfel Ashton zur "Außenministerin" und den belgischen Regierungschef Van Rompuy zum Ratspräsidenten gewählt.

EU-Kommission: Ashton bald "EU-Außenministerin"

Neben der EU-Kommission sind auch die EU-Regierungen der Ansicht, dass Ashton mit 1. Dezember ihre Arbeit aufnimmt. Dies hatte Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt Mitte November vor dem Europaparlament verdeutlicht. Der Lissabon-Vertrag regle dies klar, hatte er betont.

EU-Parlament muss zustimmen
Die gesamte nächste EU-Kommission - einschließlich ihrer Vizepräsidentin Catherine Ashton - muss sich dann noch einem Zustimmungsvotum der Europa-Abgeordneten stellen. Die Kommission muss vom Europa-Parlament mit einer absoluten Mehrheit von mehr als der Hälfte der 736 Abgeordneten bestätigt werden, ehe sie ihr Amt antreten kann.

Handelskommissarin Ferrero-Waldner

Aus der EU-Kommission hatte es zuletzt geheißen, Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner könnte mit Amtsantritt von Ashton als "EU-Außenministerin" bis zum Ende der Amtszeit der derzeit geschäftsführenden Kommission auf den bisherigen Posten der britischen Handelskommissarin Wechseln. Eine diesbezügliche Entscheidung sei von Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso allerdings noch nicht getroffen worden, hieß es.

Unterdessen haben fast alle 27 EU-Staaten ihren Vertreter für die nächste EU-Kommission nominiert. Nur drei Länder seien bei der Ernennung ihrer designierten Kommissare noch säumig, sagte eine Kommissionssprecherin am Montag.

(Ag.)

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21 Kommentare
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Es hätte alles umgekehrt laufen MÜSSEN!

Daß man jemanden mit einem verantwortungsvollen Posten bekleidet und erst HINTERHER in einem Hearing prüft, ob es sich hiebei wirklich um den besten Kandidaten handelt, ist nur einer der EU-üblichen schlechten Scherze mehr. Gerade weil man Frau Ashton außerhalb ihres unmittelbaren Tätigkeitsbereiches kaum kannte, wäre es doch eigentlich naheliegend gewesen, schon vorher mehr über sie zu erfahren: Sowohl über ihre bildungs- und erfahrungsmäßige Qualifikation, wie auch über ihre speziellen Vorstellungen das EU-Außenministerium betreffend.

Daß ist jedoch bei ihr ebenso wenig geschehen wie beim neuen Ratspräsidenten Pommeroy. Und daß bei Frau Ashton das "richtige" Geschlecht, die "richtige" Partei und das "richtige" Herkunftsland als dominierendes Kriterium genannt wurden, trägt ebenfalls kaum dazu bei, gesteigertes Vertrauen und positive Erwartungen in sie und ihre künftige Amtsführung zu erwecken. Aber so läuft es eben in der EU immer: Hinterzimmerentscheidungen statt Transparenz...

Gast: ohdumeinekrankewelt
23.11.2009 17:00
1 2

Es sollen sich alle schämen...

...die Frau Catherine Ashton an ihrem Äusseren beurteilen und verurteilen ! Manchmal wundere ich mich dass wir auf dieser Welt den Strom schon erfunden haben ! Was da in verschiedenen Medien zu lesen war, zeigt auf in welcher Gesellschaft wir leben - HIRNLOS UND NUR AUF DAS ÄUSSERE BEDACHT - Die Welt könnte danieder liegen aber Hauptsache die Führungselite besteht aus Blondgefärbten Harren und aufgespritzten Busen ! Schämt Euch !

Gast: Marquis
23.11.2009 16:06
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Erstaunlich...

das ein(e) Brite(in) zum Amte kommt. Wer sich die tagtaegliche Anti-Europe-Propaganda in GB anhoert weiss das "Europe" fern und unbeliebt ist. Andrerseits verkuendete Brown lauthals das nun die Stimme Britanniens gehoert wird. Aha ! Wir sollen also auf die Krieger-nation hoeren .
Umgekehrt ... give a sh.... on it!
Wenn Bruessel etwas fuer Europa tun moechte dann unbedingt keine Englaender in hoeheren Aemtern.

Gast: paulo
23.11.2009 15:56
1 1

Was muten uns diese EU-Politiker zu?

Könnten die nicht eine attraktivere und hübschere Dame nehmen, auf das Fachliche kommt es bei der EU ja wohl ohnehin nicht an. Aber Jahre so eine Frau zu sehen ist für einen Mann schon eine Zumutung!

Antworten Gast: Franz
23.11.2009 18:27
0 0

Re: Was muten uns diese EU-Politiker zu?

Die passt mit ihrem fünffachen Doppelkinn perfekt zu Günter Verheugen.

Und zu allem, was aus der EU kommt.

Antworten Gast: hans2
23.11.2009 16:32
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Re: Was muten uns diese EU-Politiker zu?

Wenn ich mir dann die Männer in Rat und Kommission anschau: Arme Frauen!

Qualtinger
23.11.2009 15:51
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Typisch! Die Schwaeche der EU ist Ihre Uneinigkeit

USA ist nicht staerker sondern einiger!

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Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Niemand fragt die Österreicher bzgl. Ashton!
Das EU-Parlament wird wohl zustimmen müssen! Die Abgeordneten im EU-Parlament spielen das Parlamentleben aber sie sind keine richtigen Parlamentarier. Sie sind eher Politiker zweitten oder dritten Ranges und sollten daher den Mund halten. Parteivorsitzender stellen sie sonst demnaechst nicht mehr auf!

Antworten Gast: Slartibartfas
23.11.2009 22:35
0 0

Re: Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Bundeskanzler Faymann war maßgeblich an deren Wahl beteiligt. Der Kompromiss wurde sogar in der österreichischen EU Botschaft fixiert. Frau Ashton muss sich weiters noch dem EU Parlament stellen, mindestens in Ihrer Funktion als Vizekommissarin. Das sagt jetzt noch nichts über die Qualität der Entscheidung aus, aber das ist ja auf nationaler Ebene auch kaum anders.

Der Einfluss des Wählers ist natürlich kein direkter sondern ein indirekter aber wieviel direkten Einfluss hatten Sie denn als Herr Spindelegger zum Außenminister ernannt wurde?

Ich habe das Gefühl viele Leute messen hier mit zweierlei Maß.

Antworten Gast: politischinkorrekt
23.11.2009 16:55
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Re: Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Ein Punkt in Sachen Teufelselbst!

Niemand fragt Sie und schon gar niemand die Türken!

Alles klar?

Antworten Gast: hans2
23.11.2009 16:28
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Re: Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Wo ist der Unterschied zum österreichischen Parlament? Auch hier darf nur mit Wiederaufnahme in die Wahlliste rechnen, wer sich an den Clubzwang hält und brav kuscht.

Aber es ist so schön auf die EU einzuprügeln, da brauchen wir nicht bekennen, dass es in Österreich genau gleich zugeht.

Antworten Antworten Gast: markus trullus
23.11.2009 18:09
0 0

Re: Re: Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Richtig. Und deshalb wären die Direktwahlen etwa des Kommissionspräsidenten und damit der Kommission direkt vom EU Bürger so wichtig. Das wäre dann ein echtes Gegengewicht. Nur- auch in österreich wähl ich ja eigentlich die Partei. Nur der Bundespräsident... Aber der hat ja wieder nichts zu plaudern. Ich meine, die Leute da in der kalten Winternacht 1776 die US Verfassung ausbaldowert haben, waren so unklug nicht! Da steht Macht mit Kontrolle. Und es funktioniert, wie man sieht. Man kommt damit auch über die Zeiten eines W Bush :-)))

Antworten Antworten Antworten Gast: Slartibartfas
23.11.2009 22:36
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Re: Re: Re: Zwei Punkte in Sachen Ashton!

Sind sie auch für eine Direktwahl des österreichischen Bundeskanzlers? Und was passiert wenn der Kanzler einem feindlichen Parlament gegenüberstehen sollte?

Das sind Dinge die man sich vorher überlegen muss auch wenn die Forderung natürlich eine interessante ist.

Vergil
23.11.2009 13:28
1 0

Ashton fraglich ?

Das EU - Parlament hat es also in der Hand, Frau Ashton zu verhindern, wenn die Parlamentarier der Ansicht sein sollten, sie wäre nicht geeignet. Eine Chance.
Diese scheinbar negative Beurteilung hat nichts mit der Person Ashton zu tun. Ich kenne sie und ihre Tätigkeit nicht und kann sie daher nicht beurteilen.
Ich war und bin aber auch dagegen, dass Schweden eine temporäre Präsidentschaft einnehmen konnte.
GB und S sind Länder, die nicht alle wesentlichen Grundsätze der EU mittragen. Dazu gehört natürlich die gemeinsame Währung. Ich kann nicht verstehen, weshalb es nicht selbstverständlich ist, solche Länder von Vorsitzfunktionen, Präsidentschaften und der Stellung von Kommissaren auszuschließen.


Gast: rover
23.11.2009 13:17
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Es reicht!

"dass sie als Außenministerin einen diplomatischen Dienst mit mehreren tausend Beamten aufbauen kann"
Sind die jetzt völlig abgehoben. Wer will und kann sich denn sowas noch leisten. Brüssel ist ja jetzt schon ein Wasserkopf, wo nur mehr ein paar Insider einen Überblick haben. Und jetzt, in Zeiten der Krise - ein paar tausend Beamte mehr!

Antworten Gast: markus trullus
23.11.2009 18:10
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Re: Es reicht!

Kann sie beruhigen: Die Genmeinde Wien beschäftigt mehr Beamte als die EU... nur so nebenbei....

Antworten Gast: Observer
23.11.2009 13:32
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Re: Es reicht!

Dafür wird sicherlich in den Ländern die entsprechende Zahl an Beamten im Außenministerium eingespart......

( die ja nur noch zum Beherbergen und Bewirten von Politiker(gattInnen) dienen)

Wie sagte Prof. Riedl :
" ein fehlerhaftes System wird durch Aufblähung noch schlechter und fehlerhafter."

Antworten Antworten Peregrin
23.11.2009 15:20
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Re: Re: Es reicht!

Ich nehme an, das ist ironisch gemeint; aber es wuerde sowieso nichts nuetzen, EU-Beamte ja doppelt soviel verdienen und ausserdem noch eine teure private Pensionsversicherung haben. Man muesste also in den Staaten dreimal soviel Beamte einsparen, damit das ungefaehr hinkommt.

Gast: Ein echter Mordwiner
23.11.2009 13:16
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Unsere Uschi,

die Große und nicht die aus dem ersten Bezirk
ist für den Job geeignet.
Auf alle Fälle ist sie hübscher als die Ashton.

ujvar
23.11.2009 13:14
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es durfte niemand mit eigenem Profil und starkem Rückrat sein; wer soll daher was prüfen. Wissen darf sie haben doch keine Überzeugungen ..


Antworten Gast: ayran
23.11.2009 15:58
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Re: es durfte niemand mit eigenem Profil und starkem Rückrat sein; wer soll daher was prüfen. Wissen darf sie haben doch keine Überzeugungen ..

war niemand anderer im VorRAT, um nun eine Dame ohne RückRAT zu erwählen?unser Wolfi wär ja paRAT gstandn, als gstandener DespeRAT und BürokRAT, aber letzten Endes ist alles doch besser als gar kaRAT? hauptsache, kein VerRAT oder BoRAT!