Italiens Außenminister Franco Frattini reagiert scharf auf den Chef der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Martin Schulz. Dieser hatte die italienische Regierung und Premierminister Silvio Berlusconi beschuldigt, die Kandidatur von Ex-Premierminister Massimo D'Alema für den Posten des Hohen EU-Außenpolitik-Beauftragten nicht unterstützt zu haben. "Die Regierung Berlusconi hat niemals offiziell den Namen D'Alemas als Kandidat genannt. Das ist eine Tatsache", sagt Schulz im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.
"D'Alema hatte keine Regierung hinter sich. Ich weiß sogar, dass Berlusconi einige konservative EU-Regierungschefs aufgefordert hat, D'Alema nicht zu unterstützen", so Schulz. Den Posten des Hohen EU-Außenpolitik-Beauftragten erhielt die britische EU-Außenhandelskommissarin Catherine Ashton.
Frattini: "Schulz sagt nur Lügen"
Frattini wies die Worte des deutschen Sozialdemokraten empört zurück. "Schulz ist der wahre Verantwortliche der eklatanten Niederlage D'Alemas. Es sagt nur Lügen und ganz Europa weiß das", reagierte Frattini am Montag.
Ähnlicher Ansicht erklärte auch der Sprecher der Regierung Berlusconi, Paolo Bonaiuti. "Jeder weiß, dass die Sozialdemokraten den Namen des EU-Außenministers bestimmt haben", sagte Bonaiuti. "Schulz ist skandalös. Die Fehden innerhalb seiner Partei waren der Grund, warum D'Alema nicht den Posten erhalten hat", sagte der Fraktionschef in der Mitte-Rechts-Allianz, Maurizio Gasparr
(Ag.)
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