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Nüchterne Reaktionen auf Ashton-Hearing

11.01.2010 | 17:10 |   (DiePresse.com)

Von "nicht konkret" über "klug reagiert" bis hin zu "eine Arbeitsgrundlage": Die Reaktionen der EU-Abgeordneten auf das Hearing der Außenbeauftragten Catherine Ashton fielen eher nüchtern aus.

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Nüchtern bis positiv fielen die Reaktionen von Europaabgeordneten auf die Anhörung der designierten EU-"Außenministerin" Catherine Ashton am Montag vor dem Europaparlament aus. ÖVP-Delegationsleiter Ernst Strasser attestierte der britischen Labour-Politikerin, "vorsichtig, ruhig, klar und überzeugend" aufgetreten zu sein. Der sozialdemokratische Vizefraktionschef Hannes Swoboda sprach von einem "guten Mix von pragmatischen Ansätzen", die grüne Europasprecherin Ulrike Lunacek zeigte sich dagegen enttäuscht: "Leadership hat mir gefehlt".

Lunacek: "Nichts Konkreteres"

Mehrere Abgeordnete begrüßten, dass sich Ashton zu den Budget- und Kontrollrechten des EU-Parlaments zum künftigen Europäischen Diplomatischen Dienst (EAD) bekannt habe. Swoboda und Lunacek hoben außerdem als positiv hervor, dass die designierte erste EU-"Außenministerin" den Dialog mit Menschenrechtsvertretern pflegen wolle. Ashton habe aber nichts Konkreteres über ihre Visionen für die EU-Außenpolitik der nächsten fünf Jahre erkennen lassen, so Lunacek. "Ich wünsche mir sie als europäische Außenministerin, nicht als Botschafterin der 27 Mitgliedstaaten." Außerdem sei es enttäuschend, dass sie den Irak-Krieg nicht als Fehler bezeichnet habe.

Strasser: "Klug reagiert"

Dagegen betonte Strasser, Ashton habe klug auf Provokationen reagiert und "nicht ins rhetorische Pulverfass gegriffen", wenn es um EU-Positionen gehe, die im Detail mit dem Europaparlament geschärft werden sollten. So hatte die Britin auf Fragen nach ihrem früheren Engagement in der britischen Abrüstungsbewegung gesagt: "Was in den 70er-Jahren bedeutsam war, ist es nicht mehr 2010."

Lambsdorff: "Eine Arbeitsgrundlage"

"Der Auftritt von Catherine Ashton bietet keinen Enthusiasmus, ist aber eine Arbeitsgrundlage", urteilte der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok. Ashton habe ihre "Hausaufgaben gemacht", meinte der deutsche Liberale Alexander Graf Lambsdorff, "aber mehr Ehrgeiz täte ihr gut, gerade weil sie als erste europäische 'Außenministerin' dieses Amt wesentlich prägen wird."

Mölzer: "Fehlende Qualifikation"

Der freiheitliche Europaabgeordnete Andreas Mölzer attestierte Ashton bereits vor dem Hearing in einer Aussendung "offenkundig fehlende fachliche Qualifikation". Es sei daher zu befürchten, dass die Europäische Union außenpolitisch weiterhin mit einer schwachen Stimme sprechen werde. Wegen der engen Bindung Großbritanniens an die USA bestehe die Gefahr, dass die EU durch die Britin Ashton als Vertreterin für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik noch mehr als bisher zu einem Vollzugsorgan der Außenpolitik Washingtons werde.

Ashton führt in der mit dem Lissabon-Vertrag geschaffenen Position in Personalunion die Ämter des bisherigen EU-Außenpolitikbeauftragten Javier Solana und der EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Sie leitet als "Hohe Vertreterin" des Rates die EU-Außenministertreffen und ist außerdem Vizepräsidentin der EU-Kommission. Damit die nächste EU-Kommission planmäßig im Februar ihr Amt antreten kann, muss sie vom Europaparlament bestätigt werden.

(APA)

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5 Kommentare
Druven
12.01.2010 12:38
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Neuer Job

Solange für die Mitgliedsstaaten EU-Politik Außenpolitik ist, ist der Job der EU-Außenbeauftragten, wohl eher Innenpolitik.
Wie soll Frau Ashton da eine Außenpolitische Vision gegenüber Russland entwickeln?
Seien wir ehrlich, was hätte ein rhetorischer Weltmeister wie Barak Obama auf die Fragen geantwortet, am Anbeginn eines Postens, dessen Aufgaben noch nicht einmal definiert sind.
Die vornehmliche Aufgabe muss die 27 EU-Außenpolitiker, wenn schon nicht an die Kandare nehmen, so doch zu dirigieren.
Und die Medienlandschaft müsste ihr auch denselben Stellenwert einräumen, wie sie es beispielsweise einem Obama gibt. Denn wer sind wir denn, immerhin die größte Wirtschaftskraft der Welt mit annähernd einer halben Milliarde Einwohnern.
Die Meinung der Frau Ashton wäre allemal interessanter zu erfahren, als die vom Herrn BK Faymann, auch wenn der scheinbar fünf zu jedem Thema hat.

Druven
12.01.2010 12:17
0 0

Es hätt ja was gefehlt

wenn der große Geostratege Mölzer nicht seinen Geisteshorizont seiner Mickey-Maus-Welt unter Beweis stellen hätte können.

Gast: Schülling
11.01.2010 22:37
0 0

who the f**** is Catherine Ashton?

über Catherine Ashton:
http://www.youtube.com/watch?v=0vBqyG6qYXE

Wenn die letzten Mitglieder der EU Kommission solche Gangster waren, wieso sollten die neuen besser sein?
http://www.youtube.com/watch?v=YWSYMpuCFaQ

Nigel Farage, ein kleiner Lichtblick für die Demokratie.

Gast: Wien
11.01.2010 21:06
0 0

na na

Na, die Gute wird schon dafür Sorge tragen, dass Tel Aviv in Europa gehört wird ...

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Normalerweise kommt das "Hearing" vor der Nominierung...

Daß man einen so wichtigen Posten jenen der Leitung des EU-Außenministeriums ausschließlich nach nationalen, parteipolitischen und geschlechtsorientierten Vorgaben besetzt, war von vornherein grotesk. Das Hearing hinterher allerdings noch mehr.

Normalerweise (aber was ist an der EU noch "normal") läuft ja die Sache eher zeitlich umgekehrt: ZUERST werden potentielle Kandidaten "gecastet", DANN sucht man sich den besten aus. In Brüssel schnapst man sich im stillen Hinterzimmer die quasi EU-Außenministerin (die ja so, auf Wunsch der Briten gar nicht so heißen darf) aus und hofft, daß, daß die EU-Parlamentarier sie nicht allzusehr inkompetent finden.

Anderseits: Auch jede(r) andere in dieser Funktion wäre in ihren/seinen Möglichkeiten eingeschränkt gewesen: 27 verschiedene Meinungen und Interessen außenpolitisch so unter einen Hut zu bringen, daß sich ALLE von ihr vertreten fühlen, schafft ohnenhin keine(r).

Fazit: Auch Lady Ashton wird es nicht gelingen, daß die EU gehört wird!