26.05.2012 09:35 | Meine Presse Merkliste 0

Der Euroraum gerät ins Wanken

26.01.2010 | 12:39 |  KARL GAULHOFER (Die Presse)

In einem internen Papier wird erstmals der Zusammenhalt der Währungsunion infrage gestellt. Die Krise deckt auf, wie sehr Süd- und Nordeuropa wirtschaftlich auseinandergedriftet sind.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien.Jetzt ist es schwarz auf weiß in einem EU-Papier zu lesen: Brüssel sieht die Währungsunion in Gefahr. In einer internen Vorlage für die Finanzminister tut die Kommission ihre „ernste Besorgnis“ um die Eurozone kund. Es ist ein düsteres Bild, das das Team um den künftigen Währungskommissar Oli Rehn da zeichnet: Die Staaten driften wirtschaftlich immer weiter auseinander, was „das Vertrauen in den Euro schwächt und den Zusammenhalt der Währungsunion gefährdet“.

Alles nur Theaterdonner, um das schwarze Schaf Griechenland zur Budgeträson zu bringen? Die Währungsbrücke über sechzehn EU-Länder wurde schon bei ihrer Einführung als Fehlkonstruktion kritisiert und hat sich doch als höchst tragfähig erwiesen. Mehr noch: Der Euro wurde so stark, dass die Exporteure stöhnen. Sie könnten sich freuen, wenn das hoch verschuldete Griechenland die Einheitswährung schwächt.

Es geht aber um viel mehr als um das Auf und Ab von Wechselkursen. Die US-Skeptiker könnten noch recht behalten – wenn im Euroraum tatsächlich etwas zusammengewachsen ist, was nicht zusammengehört. Im Fokus stehen vier Mitglieder, die in der Finanzwelt verächtlich als „Pigs“ abgekürzt werden: Portugal, Italien, Griechenland und Spanien.

Vor dem Beitritt zum Euro waren dies Staaten mit schwachen Währungen und hoher Inflation. Exportschwäche und Defizite in der Zahlungsbilanz glichen sie immer wieder durch Abwertungen aus. Mit dem Euro ging das nicht mehr. Aber statt die Staaten Südeuropas zu disziplinieren, war er eine Einladung zum Übermut.

Denn auch das automatische Disziplinierungsmittel, schmerzlich hohe Zinsen auf Staatsanleihen, fiel weg. Von den günstigen Euroanleihen machte besonders Griechenland Gebrauch, das sich den Zutritt zum exklusiven Klub mit gefälschten Statistiken erschummelt hatte – so lange, bis die Schulden 125Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichten. Die Anleihekäufer waren sich sicher: Die starken Brüder im Norden würden es niemals zulassen, dass einer der Ihren bankrottgeht. Und sie vertrauen bis heute darauf: Zwar sind die Risikoaufschläge deutlich gestiegen, aber dafür lockt der Mittelmeerstaat Schnäppchenjäger an – die erste Anleihe dieses Jahres war dreifach überzeichnet.

In Spanien hingegen wiegte sich vor allem der private Sektor in trügerischer Sicherheit. Im Boom des letzten Jahrzehnts, der von einer Immobilienblase befeuert wurde, fielen die Lohnsteigerungen viel höher aus als die Produktivitätszuwächse. Ähnliches passierte bei den anderen „Pigs“. Die Folge: Die Lohnstückkosten stiegen seit 2000 um 30Prozent. Ganz anders in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, wo sich die Arbeitnehmer bei den Lohnverhandlungen nobel zurückhielten und so ihre Wirtschaft im internationalen Wettbewerb stärkten.

 

Ungleichgewichte offengelegt

Die Krise hat diese Ungleichgewichte brutal offengelegt. Den Schwachen droht ein mediterraner Teufelskreis: Die Staaten müssen die Steuern erhöhen, um ihre Schulden weiter bedienen zu können. Das schwächt die Wirtschaft, und viele Junge wandern aus. Vor einem Dilemma aber stehen die versammelten Ritter der Eurorunde. Die sauberste und härteste Lösung wäre, Griechenland auszuschließen. Noch will niemand offiziell daran denken: „Ich kommentiere solche absurden Hypothesen nicht“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor einer Woche.

Springen aber die reichen Länder mit einem Rettungsfonds ein, hätte das – wie schon bei den Banken-Bailouts – eine fatale Vorbildwirkung auf andere Wackelkandidaten. Sie könnten endlich sicher sein, dass ihnen, Brüssel und Frankfurt sei Dank, nichts Schlimmes passieren kann. Umso mehr steht für ihre Retter auf dem Spiel: die Bonität erstklassiger Schuldner und das Vertrauen in unbeirrbare Währungshüter. Euroland steht vor der ersten großen Identitätskrise seiner jungen Geschichte.

 

AUF EINEN BLICK

Nicht nur Griechenland macht Brüssel und Frankfurt Sorgen. Auch Spanien, Portugal und Italien sind durch hohe Schulden und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit wirtschaftlich abgedriftet. Müssten die reichen Euroländer Griechenland vor dem Staatsbankrott retten, wäre das Vertrauen in die Währungsunion geschwächt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

188 Kommentare
 
1 2 3 4 5
Gast: Skanse
10.05.2010 10:59
0 0

Die richtige Krise hat noch gar nicht angefangen!

Was momentan an den Finanzmärkten passiert, ist nichts, als das Vorgeplänkel zum finalen Schlag. Die EU-Staaten versuchen mit aller Verzweiflung, den Euro am Leben zu halten. Und hier ist das Problem - nicht vorstellbare Summen werden bereitgestellt. Woher eigentlich? Geld wird gedruckt, die vermeintlich starken Euroländer halten den Kopf für die Defizitländer hin. Alles läuft auf eine gigantische Inflation hinaus - bis hin zur Währungsreform. War ja alles schon mal da und ist scheinbar schon in Vergessenheit geraten. Wohl dem, der abbezahlte, selbstgenutzte Immobilien besitzt und dem, der sich zur rechten Zeit einen Handbestand an Gold- und Silbermünzen in den Keller gelegt hat. Denn wenn die Inflation erst einmal zum Laufen kommt, dann werden die Kurse in die Höhe schiessen - vor allem, es gibt dann kein Material mehr am Markt! Auch Aktien werden am Beginn der "richtigen" Krise eine Option sein, denn auch hier handelt es sich um Sachwerte! Schulden? Auch gut - aber nur dann, wenn man zu jeder Zeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.
Eigentlich schade! Die Geschichte widerholt sich - nur keiner will es sehen!

Gast: fishman
01.02.2010 10:23
0 0

Mehr Schein als sein

Womit sollen denn die "reichen" Länder helfen. Sie helfen durch eigene neue Schuldenaufnahme oder Garantien und dieses können sie nur, solange ihre Bonität noch nicht infrage gestellt ist. Sie selbst haben ja auch noch nicht bewiesen, daß es bei ihnen ohne die Aufnahme neuer Schulden funktioniert. Insgesamt wird diese zu erwartende Hilfe den gesamten Euroraum schwächen. Weiterhin werden die Defizitländer so weitermachen wie bisher. Vielleicht in abgeschwächter Form. Außerdem bietet eine solche Vorgehensweise sozialen Sprengstoff. Durch Verzicht in unseren Ländern, durch niedrige Löhne , Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, Kaufkraftverlust usw. ermöglichen wir die Verschwendung der anderen. Produktionsstätten werden z.B- von D nach Portug. verlagert. Die Vorteile die die Konzerne von diesen Ländern erhalten können diese garnicht aus eigner Kraft leisten wie wir jetzt sehen. Das ist Planwirtschaft die in die Grütze geht.

Gast: Piefke
27.01.2010 19:02
0 0

jetzt fängst erst an! DAS ENDE DER KRISE IST NICHT IN SICHT

Herr Professor Hankel, derzeit ist die BRD mit etwa 1,7 Billionen Euro verschuldet. Wird die Luft langsam dünn?

Hankel:
Sie wird bald noch dünner werden. Laut EU wird die dt Staatsverschuldung bis 2014 weiter kräftig steigen. M.E. sogar noch stärker als die EU befürchtet. Es könnten bis zu 100% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden.

Andere westl. Industrieländer, wie Japan oder in der EU, England, Irland, Belgien Griechenland, Italien, Portugal
und die meisten osteuropäischen Länder
liegen weit darüber.
Auch der neue dt Finanzminister lehnt es ab,
„in die Krise hinein zu sparen“.
Und die ins Grundgesetz geschriebene Schuldengrenze greift ohnehin nicht vor Ablauf von 10 Jahren. Wir werden uns also noch an weit höhere Schuldenberge und Schuldenbelastungen gewöhnen müssen.

Mich erschreckt auch, daß wir in der Ökonomie heute mit Zahlen rechnen, die früher der Astronomie vorbehalten waren. Noch mehr erschreckt mich aber, welch Schindluder mit dem Schuldenbegriff hierzulande getrieben wird.

http://www.zuerst.de/archives/146

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Hankel

Iason
27.01.2010 12:18
1 0

In USA haben die den Arnie und sein marodes Kalifornien,

in der EU haben wird eben Griechenland.

Griechenland sollte man der Regierung in Brüssel unterstellen.

Gast: andreas
27.01.2010 09:33
0 0

defezitsündern und schummlern sollte ein finanzrat zur seite gestellt werden

etwa griechenland und italien, die ungeniert schummeln und weder fähigkeit und interesse an stabiler haushaltssanierung haben, sollte ein rat zur seite gestellt werden, der handlungskompetenz hat - ansonsten auschluß!

Gast: Gast
26.01.2010 23:32
2 0

Möglichkeit

Griechenland wird geschluckt. Europa kauft Griechenland quasi entlässt deren Regierung den Finanzapparat etc. Wird zwangsverwaltet von der Regierung Brüssels und der EZB nur die Justiz und die benötigten Verwaltungsbehörden sollen vorhanden bleiben (plus die Gemeinden falls es sowas gibt um den erhalt auf kleiner Ebene zu sichern).
Wenn eine Regierung und ein Wahlvolk es nicht selbst schafft wird sie die Folgen spüren müssen ohne ein allzu großes Risiko darzustellen.
Nebenbei ist vllt eine annäherung des Euros an den Dollar gar nicht so schlecht um die Wirtschaft durch einen höheren Export zu unterstützen.
Was aber auch klar sein sollte für die EU: Alle Erweiterungen einstellen und auf eine angleichung aller bisher bestehenden Länder.

0 0

Warum in die Ferne schweifen,..

..wenn das - ja leider - Schlechte liegt so nah? Da wird auf PIGS, insbes. auf GR geschimpft und was ist mit Kärnten, mit gewissen Gemeinden (in NÖ, Stmk,...)? Unter Kuratell stellen? Nur wer (und wo) ist der Kurator? Es kann nur mit Enteignung der Verantwortlichen funktionieren. Das sind Gemeinderäte, Landtagsabgeordnete, Parlamentarier und die Regierenden. Wenn die Karamanlis und alle anderen Unverantwortlichen enteignet sind oder deren Enteignung droht, werden die Verschuldungen rasch abnehmen. Aber wie soll das passieren, wenn Elsner's Frau noch immer das Loft im I. Bezirk bewohnt, wenn unfähige GM-Manager mit dem Privat-Jet zum Präsidenten um Subventionen fliegen, wenn den "Spielern" der Wall-Street schon wieder atemberaubende Prämien bezahlt werden? Andererseits: Wie weit ist der Weg von einem zahlungsunfähigen Griechenland bis Somalia?

Gast: Oskar
26.01.2010 19:30
0 1

WEnn der Euro abschmiert, wird die ganze EU in Frage gestellt

Wieviel EU ist sinnvoll wird man fragen und den Laden zusammenstreichen. Vielleicht gehen wir auch zurück zu völliger Souveränität.

Auf jeden Fall werden wir nach dem Euro-Zusammenbruch weniger Zinsen zahlen. Das kann bei einer Hypothek mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.

1 0

Träumens ruhig weiter, aber nicht mit mir!

Die Rückkehr zu den voll souveränen Staaten führt dazu, daß jeder Staat versucht, seine Probleme zu Lasten seiner Nachbarn zu lösen. Und die Nachbarn werden dasselbe tun. Wohin das führt, wissen wir aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Menschen, die aus der Geschichte nichts gelernt haben sind gefährlich. Eine Wählerqualifikationsprüfung erscheint dringend vonnöten.

Antworten Antworten Gast: mexx
26.01.2010 23:13
0 0

Re: Träumens ruhig weiter, aber nicht mit mir!

Auf jeden Fall haben die Verantwortlichen nichts aus den 30ern gelernt. Vielleicht sollten die eine Qualifikationsprüfung machen.

0 0

Von welchen "Verantwortlichen" sprechen Sie?

Bitte Namen nennen!

Gast: MS Deutschland
26.01.2010 16:46
3 0

Gemessen am Dollar steht der Euro glänzend da

Man muss schon sagen, dass der Euro gemessen am Dollar glänzend dasteht. Griechenland ist ein wirtschaftlicher Zwerg, wenn der in Schieflage ist, so kratzt dies selbst bein einer TOTALPLEITE von Griechenland wo man für ganz Griechenland keinen einzigen Euro mehr bekommt und keine einzige griechische Anleieh mehr bedient wird, den Euro mit SICHERHEIT nicht.

Der Euro ist Basel II geschöpft und damit ist jeder ausgegebene Euro MINDESTENS doppelt besichert. Für ein Pfand z. B. Goldbarren um 100.000 gibt es bei einer Bank eben nur 50.000 als Kredit. Das Pfand geht weiter zur EZB und die gibt dafür eben nur 50.000.

Im Dollarraum schaut es nach wie vor viel schlechter aus. Dort werden NACH WIE VOR für 100.000 Pfand 100.000 Dollar Kredit gegeben und das führt natürlich zur Blasenbildung, da für die Kreditsumme wieder 100.000 Pfand am Markt gekauft werden können, was den Preis des Pfands treibt und zu Blasenbildung führt.

Der Dollar ist also im Gegensatz zum Euro NICHT doppelt besichert. Weil hinter jedem Euro MINDESTENS der DOPPELTE WERT steht, ist der Euro ja gerade in Krisenzeiten so begehrt. Die USA bräuchten dringend Euros und daher wird der momentan am Markt via US-ferngesteuert Medien VÖLLIG zu UNRECHT gegenüber dem Dollar heruntergeredet.

So ganz nebenbei ist Kalifornien viel mehr pleite als Griechenland und kann nicht einmal seine Staatsangestellten mehr bezahlen. Kalifornien ist aber für den Dollarraum so wichtig wie Deutschland für den Euroraum!

Antworten Michael R.
27.01.2010 09:11
0 0

Re: Gemessen am Dollar steht der Euro glänzend da

Danke für den guten Beitrag!

0 0

Re: Gemessen am Dollar steht der Euro glänzend da

ENDLICH MAL EIN INTELLIGENTER BEITRAG!

Bitte sagen Sie das auch all den "nützlichen Idioten" die sich bewußt oder unbewußt zu den Handlangern aussereuropäischer Interessen machen. Es gibt leider viel zu viele davon.

Antworten Antworten Gast: Hubertus
27.01.2010 12:43
0 0

Re: Re: Gemessen am Dollar steht der Euro glänzend da

Ich glaube der nützliche Idiot sind Sie. Selbstverständlich wäre der Euro eine gute sache, aber nur dann,wenn zB die PIGS nicht dabei wären. Der fehler des Euro ist nicht die Idee eines größeren Währungsraumes, sondern die teilnahme von Staaten, denen ,wie die Historie zeigt, jegliches Interesse an einer längerfristigen haushaltsdisziplin fehlt. Hier ist der unheilvolle Einfluß inkompetenter politiker, die Wirtschaft mit Politik vermengen, zu sehen. Das gilt übrigens auch für die bereits stattgefundene osterweiterung der EU,wo Bulgarien und Rumänien besonders drastische beispiele sind.

R@iner
26.01.2010 15:25
0 0

Zuhören und nachdenken:

"Die Evolution des Geldbildes (Nicolas Hofer - AZK Sept 2008)"
http://is.gd/5XjfV
90 kurze Minuten, die das Weltbild/Geldbild verändern!

Antworten R@iner
26.01.2010 15:32
0 0

Re: Zuhören und nachdenken:

Dieser Link funktioniert:
http://video.google.com/videoplay?docid=1063258770311179074#

Gast: amf
26.01.2010 15:15
0 2

12:0 für Deutschland

Die Deutschen sind bei der Gründung des Euro vor 10 Jahren mit einer zu hohen DM-Parität hineingegangen. So hatten sie anfangs große Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren EU Partnern, besonders den südlichen.

Durch Lohndumping und hoher Produktivität, haben sie das bald ausgeglichen und so haben sie vor ca. 5 Jahren ihre Nachbarn an Wettbewerbsfähigkeit eingeholt und gleich überholt.

Die Deutschen sind aber nicht die Österreicher, die zB. beim Fußball sich sagen, <wir führen mit 1 od. 2 Toren Vorsprung. Jetzt tragen wir das Spiel gemütlich nach Hause>.
Die Deutschen können beim Toreschießen <nie genug von kriegen>, am Besten 2 stellig, bis zur letzten Minute gekämpft.

So wirtschaften sie auch. Innerhalb der EU sind sie schon so wettbewerbsfähig, dass sie beginnen ihre Gegner (die ja ihre EU Partner) sind, zu vernichten.

Jetzt kann man den Deutschen nicht verbieten, gut zu sein. Aber man sollte den südlichen Ländern die Möglichkeit geben, sich zu wehren, zB. mit einer Abwertung. Das geht aber mit dem Euro nicht.


auge
26.01.2010 14:29
0 0

super

also ich würde meinen das wir uns vor der einführung des schillings eine expertise von KHG erstellen lassen diese ordentlich bezahlen und dann..................

wahrscheinlich wandert khg 15 jahre ins gefängnis wo er längst hingehört in eine anstalt für geistig abnorme rechtsbrecher

Gast: heinz
26.01.2010 12:54
1 1

sagt:

Der Schilling kommt zurück, Der Schilling kommt zurück! Lalalala der Schilling kommt zurück :-D
Naja mal im ernst wie stellen sich die experten in Brüssel das vor?? Die EU-Staaten wie Österreich die wirtschaftlich stark sind und sich an Regeln halten dürfen für Staaten die mit Geld nicht umgehen können den Karren aus dem Dreck ziehen? Wenn das einmal passiert tanzen die uns ewig auf der Nase rum! Wer fehler macht muss mit Konsequenzen rechnen..Das sollte auch für Staaten gelten!

Antworten ggg14
26.01.2010 16:40
0 0

Re: sagt:

Irrtum,
Österreich hat immer für den Süden bezahlt. Wenn Italien abwertet (2. größter Handelspartner Österreichs!) bedeutet das ein großes Minus in den Büchern der österr. Unternehmen, von einem Tag auf den anderen.

Was natürlich nicht heißen soll, dass man nun so mir nix dir nix zahlt. Aber zu glauben, das ginge uns nix an, ist einfach grundfalsch.

Antworten Gast: Zyni
26.01.2010 15:21
0 0

Österreich wirtschaftlich stark?

sagn¿s welche Pulver werfen sie eigentlich täglich ein, damit man SO etwas glauben kann?

1 0

Stark bleiben!

Bei diesem Thema - wie bei vielen - zeigt sich, wie wichtig eine volkswirtschaftlich gebildete Wählerschicht ist/wäre.

Der Euroraum wird eben dann keinen Nachteil nehmen wenn es für die PIGS kein 'Bailout' gibt. Denn nur dadurch behält der Euroraum seine Glaubwürdigkeit und werden die Probleme der PIGS nicht (direkt) auf die anderen Euroländer übertragen.

Was würde denn passieren? Nehmen wir an, G kann seine alten Anleihen nicht bedienen. G müsste - falls sich überhaupt Investoren finden - hohe Zinsen für frisches Kapital bieten (und diese finanzieren können) oder den IWF anrufen. In jedem Fall wäre größtmöglicher externer wirtschaftlicher Druck die Folge, wodurch in G dringend nötige Wirtschafts- und Staatsreformen realisierbar würden. G würde eine harte Zeit durchlaufen und gestärkt daraus hervorgehen.

Die Verlierer wären nur jene Investoren, die blind G-Staatsanleihen gekauft haben, in der irrigen Meinung, es seien ja "Euroanleihen"...

Antworten Gast: MS Deutschland
26.01.2010 13:51
2 0

Re: Stark bleiben!

Meiner Meinung nach sollte man es mit automatischen rechtzeitigen Sanktionen gar nicht so weit kommen lassen, dass Politiker ein Land derart überschulden, dass es in eine Schieflage wie Griechenland kommt.

Es muss für jeden Punkt z. B. verfehlen der 60 % BIP-Verschuldensgrenze (traf Österreich nur unter der FPÖ-ÖVP-Regierung nicht), 3 % Defizitgrenze (würde Österreich heute ebenfalls treffen) SOFORTIGE Sanktionen geben, die die Bevölkerung des jeweiligen Staates SOFORT treffen.

Diese Sanktionen wären z. B. KEINE Niederlassungsfreiheit mehr innerhalb der EU bis hin zur Visapflicht von Staatsangehörigen des jeweiligen Staates.

Wer kein Geld hat einen teuren Club zu betreten, der kommt eben nur gegen Einladung rein. Wenn man nicht sofort sanktioniert, treffen die Folgeregierungen Sanktionen, die vielleicht gar nicht schlecht wären, dann aber beim Volk unbeliebt sind, das einfach volkswirtschaftlich nicht gebildet ist.

Noch einen Vorteil hätten sofortige Sanktionen. Wird Griechenland unter Aufsicht des IWF gestellt, dann MÜSSEN die Sozialausgaben zusammengestrichen werden. Dies führt - wenn die Grenzen nicht dicht sind - automatisch dazu, dass die Sozialfälle nach Deutschland, England oder gar Österreich abwandern. Entgegen der Vermutung von Journalisten ist gehen nämlich die Fähigen NICHT wenn der IWF Maßnahmen setzt, denn die fördert der IWF ja gezielt. Die Unfähigen gehen und die brauchen wir aber auch nicht, da sie uns wiederum schwächen würden.

Antworten Antworten ggg14
26.01.2010 16:43
0 0

Re: Re: Stark bleiben!

Wäre zwar wahrscheinlich wirksam, aber darauf lässt sich kein Politiker ein, denn wie man gesehen hat, könnte man dann ganz leicht selber in die Falle tappen, wenn man sich bei den Wahlzuckerln ein bissl verspekuliert.

Gast: dieter
26.01.2010 12:38
0 0

Entwicklung altbekannt, Interpretation war falsch

Die Presse hat nicht unlängst über eine Studie der WU-Wien berichtet, die die gleiche Dynamik als großen Erfolg für den Euro und ganz besonders Österreich und die anderen Hartwährungsländer deutete. Tenor: Der Euro senke die realen Lohnstückkosten und erlaube uns ganz viel in die Weichwährungs-Länder zu exportieren.

Übersetzung: Die Weichwährungsländer leben über ihre Verhältnisse und die Hartwährungsländer üben Verzicht durch Druck auf Reallöhne.

Zu solchen Interpretationen kommt man, wenn man den Export als Selbstzweck und einen Handelsbilanzüberschuss als großartige Auszeichnung betrachtet.

Ich halte es für falsch, den PIGS-Regierungen die Schuld zu geben. Die Hauptkritik der amerikanischen und kaum gehörten europäischen Kritiker liegt darin, dass der Euroraum wirtschaftlich einfach nicht zusammenpasst.

In Spanien war es nicht so sehr die Regierung, sondern private Investoren, die das billige Geld nutzten um eine Immobilienblase aufzublähen.
"As long as the music is playing, you've got to get up and dance", heißt es unter Bankern. Wer nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke.

Das Verhalten der griechischen Regierung ist eher ein Symptom und nicht die Ursache der Entwicklung.
Wenn in der Privatwirtschaft die Reallöhne untragbar steigen, steigen auch notwendigerweise die Ausgaben der Regierung.

Das Griechenbashing ist unangebracht und auch gefährlich. Und der Lösungsansatz, die PIGS-Länder als Protektorate zu besachwalten undemokratisch und gefährlich.

 
1 2 3 4 5