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Schuldenkrise: Euro verliert weiter an Wert

04.02.2010 | 18:54 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Der Euro wertet ab, der Internationale Währungsfonds klopft an Athens Tür, und im Hintergrund warten die Chinesen: Griechenlands Krise stellt die Währungsunion vor schwere Probleme.

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BRÜSSEL. „Europas umkämpftes Währungssystem wurde heute erneut erschüttert“, begann die „New York Times“ ihren Bericht über die Probleme von Portugal und Spanien. „In Zeiten einer sich vertiefenden europäischen Rezession“ würden die iberischen Nöte „neue Zweifel an den Plänen der Europäischen Gemeinschaft, engere wirtschaftliche Bande zu schmieden“, wecken.

An diesem Befund kann man nichts bemängeln – auch nicht knapp 17 Jahre nach seinem Erscheinen am 14.Mai 1993. Die Gründe, welche damals Zweifel am Entstehen der Währungsunion genährt haben, sind genau dieselben, die heute ihr Zerbrechen befürchten lassen. Verschleppte Strukturreformen, aufgeblähte Beamtenapparate, zu hohe Verschuldung von Staat und Bürgern, Verlust der Konkurrenzfähigkeit mit den niedrigen Löhnen der „Tigerstaaten“ Südostasiens beschrieben damals die Lage des „Club Med“, in dem sich Spanien, Portugal und Griechenland fanden.

Einziger Unterschied: Damals konnte man sich durch eine Abwertung von Escudo, Peseta oder Drachme wieder konkurrenzfähig machen. Allein zwischen September 1992 und Mai 1993 hatte Portugal zweimal abgewertet und Spanien dreimal.

 

Märkte wittern Geheimplan

Das spielt es in der Währungsunion nicht mehr. Und darum steht jetzt nicht nur Griechenland mit dem Rücken zur Wand, sondern die ganze Eurozone. Trotz der Ankündigung der Europäischen Kommission vom Mittwoch, Athens Staatshaushalt gleichsam unter Kuratel zu nehmen und parallel dazu erstmals die verschleppten Strukturreformen penibel zu kontrollieren, verlor der Euro am Donnerstag weiter an Wert. Zudem war es noch nie so teuer, sich gegen den Ausfall portugiesischer und griechischer Staatsanleihen zu versichern. Denn die Finanzmärkte haben wenig Vertrauen in das Athener Stabilitätsprogramm.

Zudem wittert man an den Märkten, dass die Kommission ein geheimes Rettungsprogramm für Griechenland vorbereitet, zum Beispiel durch die erstmalige Begebung gemeinsamer Euro-Anleihen. Das hieße, dass Länder mit stabileren Staatsfinanzen wie Deutschland und Österreich für die Unvernunft vergangener griechischer Regierungen haften würden. An dieses politische Pulverfass will derzeit noch niemand eine glimmende Lunte legen.

 

Dreifacher Nutzen des EU-Plans

Doch obwohl die markigen Ankündigungen der Kommission die Märkte nicht beruhigen, haben sie einen dreifachen Sinn. Erstens machen sie den anderen säumigen Mitgliedern des „Club Med“ den Ernst der Lage bewusst. Es ist kein Zufall, dass der portugiesische Finanzminister just am Tag nach der Ankündigung der Kommission versprach, die Sanierung seines Landes werde „nicht weniger ehrgeizig sein als die Griechenlands“.

Zweitens wäre das koordinierte Überwachen der Athener Reformen, das die Kommission den EU-Finanzministern nahelegt, ein Zeichen der Selbstbehauptung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und jenen Stimmen vor allem in den USA, die dem Euro von Anfang an keine Chance gegeben haben. „Wir sind da, um zu helfen“, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Donnerstag. Diese Schmach möchte man sich in Brüssel, Berlin und Paris ersparen.

Drittens dient ein gleichsam von der EU verordnetes Reformprogramm als innenpolitischer Blitzableiter für die griechische Regierung. Denn die steht mächtig unter Druck der Gewerkschaften. Schon am Donnerstag verließen Dutzende Beamte das Finanzministerium in Athen, am 24.Februardroht ein Generalstreik.

Und was, wenn Griechenland vom Reformpfad abweicht? Diese Frage stellt sich eigentlich nicht. Denn diesfalls wird Athen keine Käufer mehr für seine Anleihen finden – oder nur einen: China. Gerüchte, Athen habe die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, Anleihen im Wert von 25Mrd. Euro an Peking zu verkaufen, kursieren seit Tagen. Unter Kuratel der Union oder Schuldner von Chinas Staatsfonds zu sein – diese Entscheidung dürfte Athen leichtfallen.

(c) Die Presse / HR

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2010)

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182 Kommentare
 
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Gast: Nancy
18.03.2010 17:38
0 0

?!

ich kappier nicht so ganz in wiefern der iwf griechenland helfen kann ?! Durch Kredite??

" KRISEN "

" Krisen sind wie Karnevalskinder
Ihre Mütter sind bekannt
Aber die Väter nicht "

der graf
09.02.2010 01:54
0 0

jetzt handeln bevor es zu spaet ist

wer ist bereit zu einem marsch auf das parlament wo wir klar ausdruecken das die oest. steuerzahler nicht willens sind anderen laendern (wie eben griechenland) mit unseren steuergeldern ein bailout zu ermoeglichen. nicht lachen, auf das wirds hinauskommen. deutschland wird die griechen nicht untergehen lassen, trotz jahrelange luegen, und wir sollen die zeche zahlen. ich sage, jetzt reichts! ist hier wer der weis wie man eine demorichtig aufzieht?

Gast: erkii
08.02.2010 19:50
0 0

was ist mit schulden

habe eine Hausfinanzierung am laufen ! - was bedeutet denn dann für mich ein schwache erro ?

Gast: erkii
08.02.2010 19:46
0 0

was ist mit schulden

habe eine haus finanzierung am laufen ! - wie macht sich denn bei mir der schwache euro bemerkbar ??

Gast: christian
08.02.2010 14:28
1 0

ist doch kein problem

wird griechenland halt zerteilt. kriegen wir ne nette insel. kreta waere ganz gut.
für deutschland bietet sich mallorca an.
die franzosen kriegen madeira.
schaut so aus als obs irland alleine schafft. die sind wenigstens reformfaehig.

mfg christian

Herman
07.02.2010 06:22
0 0

gestern warnte ein Wetterfrosch aus Brüssel, wenn der Euro weiter steigt, haben wir Probleme

. . . heute ein anderer: wenn der Euro weiter fällt, können wir baden geh'n.
Das sind doch Scharlachtane wie im Orakel zu Delphi und bringt nichts, während Brüssel zum Abstellgleis und 'pork barell' ausgedienter Politiker wird.
Wo sind die Wissenschaften, die Koryphäen unserer sauteuren Hochschulen?
"Ich bin der Meinung" immer wieder funkt nicht.
Wir brauchten Lösungen und eine moderne Demokratie.
'Not to revolutionize, but to improve would be the way to go!' Und weg mit dem Parteienfilz!
Die Parteien stellen den Kanzler zur Wahl; ebenso schlagen sie die Minister der verschiedensten Ressorts vor. Damit wäre die Demokratie wieder in der Hand des Bürgers.

Fornax A
06.02.2010 17:00
0 0

was soll das Gezeter

und der Radau?

Die EZB soll ein paar Euro "Fiat Money" für den Kauf von Hellas-Anleihen zur Verfügung stellen.

Die Privatbank FED macht es der EZB vor wie es geht.

http://astrologieklassisch.wordpress.com/2010/02/06/wegen-schwundgeld-euro-flucht-in-us-staatsanleihen-die-fed-kaufte-2009-etwa-80-der-us-staatsanleihen/

Wichtig ist, dass der Euro gegenüber dem Dollar nicht zu starkt wird und das allein ist der die Ursache des ganzen Zirkus!

Gast: UKW
05.02.2010 20:14
2 0

Wenn das die Sozialisten (inkl. Pröll), ist die nächste Kurzschlusshandlung vorprogrammiert

Dann werden wahrscheinlich noch mehr Steuergeldmilliarden in sinnlose AMS Kurse verpulvert, weil irgendein Dodl glaubt dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen. Der nächste verlangt eine Aufstockung der Grundsicherung damit der Konsum "angekurbelt" wird und der Faymann wird wieder nach einer Umsatzsteuersenkung rufen, Pröll wird den Beamten eine fette Zusatzgehaltserhöhung zugestehen. Konjunkturpakete Made in Absurdistan, aufgebaut auf riesigen Schuldenbergen.

Gast: anonym
05.02.2010 19:26
0 1

eigentlich ist es ja so,

die Welt ist Pleite,

www.wiweb.at

Antworten Gast: Genau
08.02.2010 12:11
0 0

Re: eigentlich ist es ja so,

Ich bin ganz Ihrer Meinung.

Wir haben uns bei den Typen vom Andromeda-Nebel hoffnungslos verschuldet. Vielleicht helfen uns doch die Bewohner von Alpha-Centauri, sind zwar hässlich aber hilfsbereit.

Gast: ag
05.02.2010 19:05
0 1

seltsam...

...dass niemand über das Defizit von GB oder der USA so besorgt ist. Schön langsam glaube ich, dass Krugman da etwas einseitige Sichtweisen hat (zuerst Ö mit CEE, jetzt die südeurop. Länder)...

Gast: gast
05.02.2010 18:42
1 0

unsere Politiker/Innen

werden die menschenverachtenden (ökonomischen) Probleme einfach weggendern und ausdiversifizieren. Wenn dies alles nicht hilft dann erlöst uns die multikulturelle Vielfalt - (so) oder so - man hat ja zumindest vorgesorgt.

R@iner
05.02.2010 18:00
2 0

Schwächerer Euro - No problem

Ein schwacher Euro erleichtert das Exportieren.
Sollte nicht unsere große Sorge sein.
Und dass Schuldenmachen einzelnen Staaten teurer kommt, auch nicht.
Was beunruhigen sollte ist der Umstand, dass Staaten unaufhörlich Schulden hinzufügen. Denn unsere laufenden Steuern müssen zur Zinszahlung herhalten. Das stiftet aber keinen Nutzen.
Was, wenn unsere Steuern ("demnächst") zur Gänze in Zinszahlungen aufgehen?
Der Ausweg heißt Inflation: Preise steigen, mit ihnen die Löhne und damit das nominale Steueraufkommen. Während Erspartes wertlos wird, werden Kredite und Zinsen einfach bezahlbar. Und wer wird letztendlich zur Kasse gebeten? Du und ich.

Antworten Gast: Paul
07.02.2010 12:38
0 0

Re: Schwächerer Euro - No problem

Lieber Rainer,

ich glaube nicht dass das Ersparte wertlos wird, den die Banken werden
auch die Habenzinsen mit der Inflation
erhöhen.

Antworten Antworten R@iner
07.02.2010 15:30
0 0

Re: Re: Schwächerer Euro - No problem

Die Zinsen werden vielleicht angehoben, bloß nützt das wenig.
Rechenbeispiel:
Wenn ich 1000,-- gespart habe und die Preise haben sich verdoppelt, hat sich mein Besitz quasi halbiert.
Und die Bank bezahlt mir statt 1% (10,-- p.a.) meinetwegen 5% (50,-- p.a.). Damit werden wir beide nicht weit hüpfen.

1 1

Jetzt gehts los!


Österreich ist dann in der "zweiten Welle" dabei.

2012. Wenn die neuen Steuern die Wirtschaft abwürgen und die erhöhten Zinsen der Staatsschulden nicht mehr getilgt werden können.

Antworten Gast: Hochwürden
05.02.2010 17:45
0 0

Re: Jetzt gehts los!

Die erbärmliche Feigheit dieser Regierung, irgendetwas an diesem Zustand zu ändern und vielleicht auch etwas auf die Reihe zu bringen, schreit zum Himmel. Einfach grauenhaft..........

Herman
05.02.2010 17:19
2 3

Multikultur ist 'nonsense' und wird die Wirtschaftsgemeinschaft im Keim ersticken

. . . Politiker müssten die Wissenschaften bedingen, um die Fundamente zur Harmonisierung, Integration, Normierung. etc. des Binnenmarktes zu erkunden und erforschen, damit Europa wirtschaftlich homogen wird und die einzelnen Länder kulturell souverän bleiben.
Damit hätte Brüssel innerhalb der jeweiligen kulturellen Grenze nichts verloren und zu suchen und müsste wie die Landesregierungen die Finger von jeglicher Immigration, dem modernen Sklavenhandel lassen.

Papst Johannes meinte, Europa sollte wieder die dominante Kultur des Abendlandes werden und nicht ein 'stooge' Amerikas - wie die Engländer.
So brachte die Säkularisation die gottlosen Kapitalisten, welche in ihrer Expansionssucht den Trick der Multikultur erfanden.
Und damit geht auch Brüssel auf Expansionskurs. Politiker im christlichen Europa dissimilieren sich vom Volkswillen und streben mit Brüssel nach dem kulturlosen Superstaat.

Multikultur bedeutet Anarchie, welche die Dominanz des Kapitals vergöttert und die Demokratie, den Volkswillen für soziale Gerechtigkeit ersticket.

Dass die Globalisierung bereits allen auf den Kopf fällt, merkt kein Mensch - nicht einmal, dass die Dritten Welt mehr und mehr hungert.

Antworten Gast: aa
05.02.2010 21:12
0 0

Re: Multikultur ist 'nonsense' und wird die Wirtschaftsgemeinschaft im Keim ersticken

JA adi.

lurch
05.02.2010 16:18
1 0

Gehirnwäsche

Auf Grund vieler Regierungskonformen Postings muß man mit Schrecken feststellen, wie weit sich die verallgemeinerte Meinung, die uns jeden Tag bis zum Erbrechen von den Medien serviert wird, in den Gehirnen festgefressen hat.

Offensichtlich gesellt sich da auch noch die Scham dazu, sich eingestehen zu müssen, jahrzehntelang diesen Bauernfängern in unserer Politik nach dem Mund geredet zu haben.

Es wird endlich Zeit, daß die Menschen ihr eigenes Hirn benutzen und sich nicht immer diesen Bldösinn aus den Medien einreden lassen!

0 0

Wie viele Menschen gibt's denn .............

............ die ein eigenes Hirn haben, das sie benutzen können? Fahrn sie mal mit der U-Bahn und sehen sie sich dort an, wie viele sich das Denken von der Kronen Zeitung abnehmen lassen.

Antworten Gast: aua
05.02.2010 18:14
0 0

Re: Gehirnwäsche

ah..hahahaa? is nich dein ernst, oder? o0

Antworten Antworten Gast: Idefix
05.02.2010 19:33
0 1

Re: Re: Gehirnwäsche

Den von den EU-hörigen Medien seit vielen Jahren verbreiteten Blödsinn, die EU wäre ein Friedensprojekt, oder auch dass Österreich nach dem EU-Austritt wirtschaftlich untergehen wird, diesen Blödsinn glauben eh immer weniger Leute.

Antworten Antworten enzo
05.02.2010 18:34
0 0

Re: Re: Gehirnwäsche

Bei ihren Kommentar ist es doch 100% ersichtlich das sie doch wirkt die Gehirnwäsche.Oder ist da nichts?

Gast: allkarl
05.02.2010 15:58
1 0

war ja wohl klar

dass spanien in das desaster stürzt.....denn nicht wirtschaftliche problemlösungen waren den spanischen roten anläßlich des eu-vorsitzes wichtig, sondern gender- und migrationsförderung

 
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