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Gusenbauer: "Wählen wir einen EU-Präsidenten"

02.04.2010 | 18:46 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Österreichs Exkanzler Alfred Gusenbauer plädiert in einem Interview mit der "Presse" dafür, das US-System auf die EU zu übertragen. Und er verteidigt seinen umstrittenen Brief an die "Krone".

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Die Presse: Sie haben am Rande eines EU-Gipfels einmal sinngemäß gesagt: Auf EU-Ebene könne viel bewegt werden. Die Innenpolitik sei vergleichsweise etwas tief. Zerreißt es einen Politiker nicht zwischen den erkannten Möglichkeiten auf EU-Ebene und der breiten Ablehnung in Österreich gegenüber allem, was gemeinsam in Brüssel entschieden wird?

Alfred Gusenbauer: Das ist ein schwieriges Spannungsfeld. Kehrum besteht die Aufgabe eines Politikers nicht nur darin, Entscheidungen zu treffen. Er muss den eigenen Leuten auch erklären, wieso etwas gemacht wird und wieso es sinnvoll ist. Das mag da und dort frustrierend sein, weil man mit Vorurteilen konfrontiert ist. Aber man darf sich dieser Mühe nicht entziehen. Dazu kommt ein allgemeines Problem der Nabelschau in Österreich: Es ist immer noch dreimal wichtiger, was in einem Ort, einer Stadt, einem Bundesland passiert, als was in Europa passiert. Themen, die in Österreich sexy sind, sind meist innenpolitische.

Europa funktioniert ja auch anders.

Gusenbauer: Ja, innenpolitisch gibt es immer ein Match zwischen Regierung und Opposition. Während in der EU ein viel differenzierteres Match abläuft. Für den normalen Politikkonsumenten ist es viel schwieriger, nachzuvollziehen, wo in Europa die Auseinandersetzungslinien verlaufen. Deshalb wird meist die einfachste, weil greifbarste Auseinandersetzungslinie in den Vordergrund gestellt: Also Österreich gegen die EU.

Und wie soll sich das ändern?

Gusenbauer: Warum machen wir es nicht so wie bei US-Wahlen: Wir wählen einen Präsidenten der EU. Der Präsident sollte dann auch das Recht haben, zum Beispiel die EU-Kommission selbst zusammenzustellen.

Sie bringen damit das Match zwar auf europäische Ebene. Aber ist nicht genau das Faszinierende an der EU, dass es hier Einigungen quer durch Ideologien und Parteien, dass es eben nie Regierung und Opposition gibt?

Gusenbauer: Das ist ein richtiger Einwand. Derzeit werden deshalb auch viele sachgerechte Entscheidungen auf EU-Ebene getroffen. Im Falle des EU-Parlamentes fallen ähnlich dem amerikanischen System Entscheidungen oft über Parteigrenzen hinweg.

Das US-Modell kann aber auch nur übertragen werden, wenn die EU als etwas Staatsähnliches anerkannt wird.

Gusenbauer: Das Problem ist, dass dazu keine Bereitschaft besteht. Gleichzeitig erkennen wir Defizite dieser Kompromisskonstruktion. Die Diskussionen um den Euro und Griechenland zeigen: Es gibt Unterschiede zwischen dem Dollar- und dem Euro-Raum. In den USA gibt es eine Regierung, die für den gesamten Währungsraum wirtschaftspolitische Instrumente zur Verfügung hat. In Europa haben wir gerade einmal die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik. Die hat während der letzten Jahre zwar zu positiven Entwicklungen in einigen Teilen Europas geführt, in anderen aber zu Fehlentwicklungen. Schauen wir uns nur die spanische Immobilienblase an: Dort wurde Geld zu einem Zinssatz zur Verfügung gestellt, der nicht der Wettbewerbsfähigkeit und den Produktivitätsfortschritten entsprach.

Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten: Dass die EU etwas Staatsähnliches wird. Die zweite Möglichkeit ist eine noch stärkere Renationalisierung um den Preis, dass Errungenschaften wieder verloren gehen. Und die dritte Möglichkeit ist, dass die EU zur Kenntnis nimmt, dass sie sich selbst kastriert und international nicht handlungsfähig bleibt.

Die ehrgeizigere dieser Optionen ist aber in Österreich nicht mehrheitsfähig.

Gusenbauer: Das kommt darauf an, in welcher Lage wir uns befinden. Am Höhepunkt der Krise, als alle bemerkt haben, jetzt geht's aber hinten sehr nass rein, da wäre vielleicht Bereitschaft für ein Umdenken da gewesen. Vor allem, wenn das von den Sozialpartnern und den Parteien mitgetragen worden wäre.

 

Das glauben Sie aber nicht wirklich, dass eine Bereitschaft da gewesen wäre, der EU noch mehr Macht und Kompetenz zu übertragen?

Gusenbauer: Als ich ein junger Abgeordneter war, hatten wir die Volksabstimmung über den EU-Beitritt. Viele meiner Freunde in Niederösterreich sagten mir damals, ich setze aufs falsche Pferd, denn diese Volksabstimmungen können wir nie gewinnen. Damals gab es Umfragen, die uns gezeigt haben, dass wir zwei Drittel Ablehnung haben. Trotzdem ist es in weniger als einem Jahr gelungen, diese Verhältnisse umzudrehen. Das hat gezeigt, das sehr viel möglich ist.

Ich habe den Eindruck, Politiker fühlen sich in Österreich eher gezwungen, das breite Feld an Skeptikern zu bedienen. Haben Sie das mit Ihrem Brief an die „Krone“ nicht auch getan?

Gusenbauer: Ich wollte die Skeptiker damit nicht bedienen, sondern ihnen ein Angebot machen. Mir war klar, bei einem neuerlichen EU-Vertrag wird das keine österreichische Bundesregierung ohne Volksabstimmung über die Bühne bekommen. Ich habe mich für eine Volksabstimmung ausgesprochen, nicht um einen solchen Vertrag zu verhindern, sondern im Gegenteil. Es ging darum, dass sich jene, die einen solchen Vertrag unterzeichnet haben, auch für eine Mehrheit in der Bevölkerung stark machen müssen. In Österreich muss man die politische Klasse hie und da mit Mitteln der Demokratie zur Aktivität zwingen.

Warum gehen Sie mit so einem Anliegen aber gerade zu einem Medium, das für seine eindeutig EU-skeptisch Haltung bekannt ist?

Gusenbauer: Natürlich wollte ich die Skeptiker dort abholen, wo sie sind. Wir haben ihnen gesagt: Wir haben keine Scheu. Ihr entscheidet künftig mit.

Die europäische Debatte in Österreich läuft wenig inspirierend. Wie kann man das ändern?

Gusenbauer: Man sollte ganz bewusst europäische Debatten in Österreich führen. Etwa zu Themen wie der Kontrolle der Finanzmärkte oder zum Umgang mit der Wirtschaftskrise. Damit würden wir von der eindimensionalen Frontstellung „Wir gegen Brüssel“ wegkommen. Die Leute können nur mit einer kontroversiellen, demokratischen Diskussion erreicht werden.

ZUR PERSON

Alfred Gusenbauer war von Jänner 2007 bis Dezember 2008 Österreichs Bundeskanzler, bisher die kürzeste Amtszeit eines Kanzlers in der Zweiten Republik. Von 2000 bis 2008 war der promovierte Politikwissenschaftler zudem SPÖ-Vorsitzender.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2010)

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39 Kommentare
 
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Gast: Auslandsösterreicher
15.04.2010 14:53
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sehr gute Idee!

Das Wahlsystem mit Wahlmännern und bundesstaatlicher Abstimmung wäre perfekt.

Kandidatin gäbe es auch schon: Benita Ferrero-Waldner - Sie spricht: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch.

Diese Frau wäre genial!!

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träumen sie weiter Herr Gusenbauer!

Es bestätigt sich die Meinung, Herr Gusenbauer ist ein hoffnungsloser Träumer, der die Realität nicht versteht.

Hochgezogen von Parteieinrichtungen, hochgedienter Parteisoldat in der SPÖ, glänzender Theoretiker in Parteidiskussionsgruppen, so hat Herr Gusenbauer die echte Wirklichkeit niemals kennen gelernt.

Als er durch einen Zufall plötzlich in die Realität, in die Verantwortung als österreichischer Bundeskanzler geworfen wurde, war sein Versagen vorprogrammiert.

In der Folge wurde er, von dem im Hintergrund agierenden Herrn Schüssel schmerzlich über den Tisch gezogen, und seine Parteifreunde mussten ihn, um noch einen größeren Schaden für die Klientel der SPÖ abzuwenden, demontieren.

Wenn er nun von einem amerikanischen Modell für die EU spricht, so ist das wieder ein Beweis, dass er die Realität nicht versteht und damit aus dem erlebten Fiasko nichts gelernt hat. Die Geschichte und Entstehung der USA und der EU, sind so verschieden, und damit können auch die Probleme und ihre Lösungen nicht mit seinem Patenrezept gelöst werden.

Es kann ja ganz gut ankommen über die eigenen Geistesblitze mit einem Journalisten zu plaudern, aber wenn es dann um die Realität, die Umsetzung geht, schauen dann die Geistesergüsse des Plauderers plötzlich anders aus.

Für eine positive Weiterentwicklung der EU, sind diese, seine Wortmeldungen entbehrlich, geradezu schädlich, weil sie nichts mit der Realität zu tun haben und keine Probleme Lösen

Gast: 123
07.04.2010 11:29
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Es ist schon verblüffend...

...wie ähnlich sich die Völker Europas, zwischen Atlantikküste und Uralgebirge, doch sind. Das reicht von der kulturellen Wurzel bei den Philosophen des alten Griechenlands, das gleiche Aussehen, gleiche Rechtssysteme die auf dem römischen Recht basieren, Aberglauben und die monotheistische Religionsvorstellung, aber auch die Alphabete sind nahezu ident, obwohl sich die Sprachfamilien ein wenig unterscheiden (was keineswegs selbstverständlich ist, da die Mehrheit der Menschheit nicht unsere Schriftzeichen verwendet). Aber auch bei weniger schönen Dingen sind sich die Europäer unabhängig von ihrer Nationalität sehr ähnlich. In ihrer Furcht vor dem Fremden, in den Vorurteilen gegenüber dem was sich jenseits der Landesgrenze befindet oder dem tiefen Glauben an den Nationalstaat, der ja eine europäische Erfinung ist. Wir unterscheiden uns aber sehr grundlegend in vielen Pukten von den Einwohnern anderer Kontinente. Warum soll also bei all diesen europäischen Gemeinsamkeiten keine einheitliche politische Vertretung der Europäer geben? Brauchen wir wirklich unsere unfähigen Nationalstaats- Politiker um uns mit der Herkunft zu identifizieren?

Antworten Gast: glaubnix
03.05.2010 07:19
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Re: Es ist schon verblüffend...

wie sehr wir, als Nörglerstaat, an unserm
Händeschüttleramt hängen.
Wenn Gusenbauer meint, wir könnten in jedem Mitgliedstaat der EU, mit einem europäischen Präsidenten, die vielen unnötigen Präsidialämter der einzelnen
Staaten los werden, warum nicht ein gesamteuropäischer Präsident.
Oder wollen wir den Dauerpensionisten in der Hofburg mit mehrmaligen Urlaubsreisen auf Staatskosten, auf ewig behalten, dann war der Gusenbauer- Vorschleg nix wert!

Gast: jowmosc
06.04.2010 17:49
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ein Präsident für Europa

Die zweifel und kritiken an dem "demokratischen" parteien und landesvertretersystem der EU sind gewiss berechtigt,jedoch ist die intensität an ablehnung nur aufgrund des mangels an volksnaher politgewalt,vorallem wo wir doch erst in der anfangsphase sind,unberechtigt,da dieses nichts sonst ist,als die zusammenschliessung der bisher doch offenbar nur geringfügig abgelehnten staatssysteme selbst,so eben auch das österreichische.Direkte demokratie ist ein stichwort,mit welchem eigentlich mehr gelockt wird als es in wirklichkeit effiziente staatsführung bedeute..jedoch auch die verneinung dieser wäre falsch und in der praxis stellt sich soeine frage auch gar nicht,und es bleibt uns volk nur die hoffnung auf das Wohl des volkes bedachter politiker-und gusenbauer hat sich oftmals und mit vielen charakter und reaktionszügen bestätigt dieser qualität gerecht zu werden und eröffnet uns mit dieser Forderung um einen präsidenten der EU die fortschrittlichste praxisgerechte Entwicklung und form der erwirkung direkter verantwortung um Politische entscheidungen zugunsten unser aller-und wie viele bemerkten,unser los das los vieler ist und das los vieler unseres ebenso ,was uns verbrüdert zur europäischen gemeinschaft,der EU.Ein präsident hiesse,die in der bisherigen phase der bindung erschlossenen strukturen und machtpole mit einem deutlichen zeichen auch übertrumpfen und hinterfragen zu dürfen und gewisse komplex und verschlossenstrukturen nicht ihrer diktatur zu überlassen.

Gast: ohr
06.04.2010 13:13
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Sehr gutes Interwiev

Dr. Gusenbauer ist ein hervorragender Politiker. Schade das er nicht EU- Außenminister geworden ist. Woran das gescheitert ist würde mich interessieren.

War der nicht ein Russenbodenküsser?

Dabei hat er sich den Mund verbrannt, an roter Erde?

Bin nicht sicher, müßte googln woher ich den Namen kennen sollt.

Antworten Gast: TT1
10.04.2010 12:21
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Re: War der nicht ein Russenbodenküsser?

Nun, wenn Sie nicht sicher sind, warum dann Ihr sinnloses Posting?

Gast: Osterhase
05.04.2010 15:15
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Wählen wir einen EU-Präsidenten

Zuerst sollte man sich überlegen, wie man unseren derzeitigen zwecks Kostenreduzierung kündigen könnte.

Gast: Otto F. Krammer
05.04.2010 09:58
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Der Sandkastenbundeskanzler wollte gerne als Präsident regieren..

aber da gabs den Schattenkanzler Schüssel.
In dem seinen Schatten veblasste das Charisma des Gusi..
Dem Kanzler Gusenbauer sein großes Verdienst war die Abschaffung des "Ewigen Lichtes", das der hl.Hubertus vorher im vorauseilenden Gehörsam Brüssels implementiert hatte.
Da kann man noch heute sagen : bravo!
Der Hubert Gorbach, ein typischer Vertreter der Haider-Dynastie, ist halt aus seinem Dorf-Miliö nie hinausgekommen obwohl er sich in perfektem English so sehr bemüht hat.

Jetzt gehts halt um die noch vorhandenen Sesselkleber und um etwa 3000 grün-rote Konservative, weil die Schwarzen sind in sich zerstritten und die Religiösen sind im eigenen Sumpf mit der Trockenlegung beschäftigt.

Werden wir sehen ob es so dekatent und anachronistisch weitergeht?

Europa als Präsidialdemokratie?

Mit einem gewählten Präsidenten, der sich die Kommissionsmitglieder selbst aussucht, wird die EU zu einer Präsidialdemokratie mit einem fast allmächtigen Präsidenten. Das funktioniert in den homogenen USA gut, für Europa mit seinen höchst unterschiedlichen Völkern wäre das sicher nicht das Richtige!
Was Europa braucht, ist kein (fast) Alleinherrscher, sonder mehr Mitsprache der Bevölkerung, die heute ja praktisch ausgeschlossen ist. Die wichtigsten Beschlüsse fassen die "Räte", die aus Regierungsmitgliedern der Mitgliedsstaaten bestehen. Die sind zwar gewählt, aber nicht für die EU-Politik. Ihre Legitimation ist nicht besser, als die von irgendwelchen auch gewählten Vereins-Obmännern!
Was wir wirklich brauchen, sind Varianten der Europapolitik, über die das Volk bei EU-Wahlen entscheiden kann. Heute steht bei EU-Wahlen nie die EU-Politik zur Wahl, sondern nur die nationalen Parteien. Das ist das wesentliche Demokratiedefizit der EU, und solange es nicht wirkliche Mitbestimmung der EU-Bürger gibt, werden sich in diesem Staatenbund, der nötig ist, weil die Einzelstaaten zu schwach sind, um sich im globalen Konzert bemerkbar zu machen, nur sehr wenige Europäer zuhause fühlen.
Europa den Europäern, aber demokratisch!

Antworten Gast: Gast2
06.04.2010 17:09
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Zwischenweg

Man könnte einen Präsidenten wählen ohne das US-System 1:1 zu kopieren.

Eine wesentliches Manko der EU ist dass die EU-Kommission (die "Regierung") in den Augen der Bevölkerung als nicht ausreichend demokratisch legitimiert angesehen wird. Also warum nicht den Kommissionspräsidenten direkt wählen (ohne dessen Kompetenzen auszuweiten)? Dies müsste nicht zwangsläufig zu einem Bundesstaat a la USA führen. Man könnte sich genauso gut selbstbewusst als Staatenbund positionieren (mit teilweiser Renationalisierung).

Die Kommission wäre aber dann dazu gezwungen eine Spur populistischer zu handeln als jetzt. National ist Populismus kritisch zu sehen, weil es davon schon zu viel gibt. Aber auf EU-Ebene dürfte es ruhig etwas mehr sein.

Ein Kandidat könnte sich beim Wahlkampf dann auch kaum nationaler Themen bedienen. Selbst die 80 Millionen Deutschen sind nicht so wichtig wie die 500 Millionen Europäer. Damit würde erstmals eine wirkliche europäische Diskussion (über Handel, Bürokratie, Regulierung...) entstehen. Davon würde umgekehrt auch das Parlament profitieren.

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Re: Europa als Präsidialdemokratie?

Was an dieser Stelle allen "Brüsslern" ins Stammbuch geschrieben gehört:

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupery

Gast: pont9
04.04.2010 11:12
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Medien lassen aus.

Gusenbauer analysiert nicht unrichtig. Den Hebel freilich, an dem man ansetzen müsste, um die Dinge, Debatten, Diskurse zu entnationalisieren, den hat er freilich auch nicht gefunden. Ich sehen ihn als eine Mischung aus selbstbewussten Akteuren in Brüssel (haben wir) und deren Kommunikation mit dem Bürgern (haben wir nicht). Was tatsächlich komplett auslässt als wesentliches Element, sind die Medien. Solange sie Politik eigentlich nur im nationalen Kontext Bühne bieten, werden wir auch nur national bedient.

Gast: markus trullus
03.04.2010 19:12
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bin mit Kollegen/Postern nicht einverstanden

Irgendwo hab ich das Gefühl, dass die meisten Poster den Artikel nicht wirklich gelesen haben. Denn Gusi (ich hab Sp nie gewählt) hat so Unrecht nicht. Das Problem der EU: ein arroganter Verein OHNE MANDAT DER EU BÜRGER, heißt, ausser dem EU Parlament ist niemand gewählt, sondern von den "Eliten" der Nationen bestimmt. Ein gewählter Kommissionspräsident als Exekutive, eine "hoher Rat" nur noch als Nationalvertretung agiert (und keine "Geheimbeschlüsse" auskocht) sowie das EU Parlament als Legislative. Und alle im Subsidiaritätsprinzip auf ganz bestimmte Schwerpunkte (lt einer Verfassung): Innere / Äußere Sicherheit und äußere Politik, Finanz nur, soweit es die EU betrifft, Wirtschaft wie heute- Eu Gerichtshof; Schluss!). Alles, aber auch wirklich alles andere zurück in die nationalen Verwaltungen. Soziales so bürgernah wie möglich. So falsch wäre das nicht im Dienst von unser aller Eu Bürger. Denn dann muss eine Person auch wirklich Verantwortung übernehmen- derzeit tut das... alle oder keiner, zumindest fällt mir für die Stusse, die die EU baut, niemand ein, der Verantwortung übernimmt!

Gusenbauer hat einen Sprung in der Schüssel

Letzten Sommer hat Karlsruhe eindeutig klargestellt, dass es für einen Bundesstaat auch in Deutschland eine Volksabstimmung bräuchte. Zudem bin ich der Auffassung, dass in Österreich eine Volksabstimmung negativ ausgehen würde. Auch mit der doppelten Portion an der damaligen Propaganda. Oder war das Ergebnis von 1994 mit 66.6 Prozent getürkt?

Antworten Gast: speibender regenbogen
03.04.2010 19:36
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Re: Gusenbauer hat einen Sprung in der Schüssel

natürlich war das getürkt! ich kenn bis heute niemanden, der damals ja gesagt hat!

Re: Re: Gusenbauer hat einen Sprung in der Schüssel

ICH habe damals "JA" gesagt!

Heute gäbe es auch nur noch "NEIN"!!!

Unseren Schweizer Freunden raten wir bei jedem Gespräch d r i n g e n d ab, zu der jetzigen EU, diesem undemokratischen Ungetüm, beizutreten!

Hat es den Schweizern Vorteile gebracht dem Schengenvertrag beizutreten?
Nein, EU-Europa ließ sie in der Geiselaffäre gegen Gadafi(Libyen) schmählich im Stich! Wirtschaftliche Beziehungen wichtiger als Anständigkeit, Solidarität, Brüderlichkeit - Europäische WERTE!

Sie sollen bei ihrer direkten Demokratie, die schon so lange Zeit ausgezeichnet funktioniert und die hypertrophen Ideen hypertropher "Eliten" auf vernünftiges Bürgermaß zurechtstutzt, bleiben.

WIR BÜRGER haben schon lange nichts mehr mitzureden!!

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Präsident

Einen EU Präsidenten zu wählen. halte ich generell für einen guten Vorschlag. Ob dies nun nach dem Amerikanischen System erfolgen sollte, ziehe ich doch stark in Zweifel. Dennoch denke ich das es eines der Hauptziele der EU sein sollte eine echter Staatenbund zu werden, nicht unbedingt die United States of Europe, aber doch ein Staatenbund mit ähnlichem Hintergrund. Außerdem wäre es eine kluge Idee mehr die Regionen hervorzuheben, demnach nicht alles von Brüssel aus pauschal entscheiden zu wollen, sondern nur wirklich jene Punkte die auch Sinn machen auf europ. Ebene.

gez.

ein Europäer

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Sehr geehrter Herr Gusenbauer,

in aller Kürze zusammengefasst, was ich von Ihnen denke: Sie kapieren's einfach nicht. Nicht als Abgeordneter, nicht als gescheiterter Kanzler und jetzt immer noch nicht.

In einer Demokratie geht die Macht vom Volk aus. Angeblich. Tatsache ist: Das Volk hat so gut wie NICHTS zu mitzureden. Das gilt bereits vielfach auf Gemeindeebene und je weiter rauf, um so schlimmer wird's. Freilich, für Sie und ihresgleichen ist die EU ein gefundenes Fressen. Noch mehr Bürokratieamterl die mit geschassten Politikern besetzt werden können. Und mit jeder neuen Regulierung, die Brüssel einfällt, werdens wieder ein paar mehr.

Darüberhinaus dient der ganze Verwaltungsstadel praktisch ausschließlich Großindustriellen und Konzernen, für die zwischenzeitig auch die letzten Schranken gefallen sind. Oder zumindest beinahe, schließlich ist der Beitritt der Türkei noch nicht erfolgt. Ging's nach den Bürgern, so würde das auch nicht geschehen, aber dazu: Siehe oben.

Das, womit man - aber auch nur vielleicht - Menschen begeistern könnte, wird in Brüssel letztlich völlig ignoriert. Völkerverbindendes leistet die EU herzlich wenig, daran kann auch Linz09 nichts ändern.

Und jetzt kommt von Ihnen der völlig verblödete Vorschlag einer EU-Präsidentschaft us-amerikanischen Zuschnitts. Geht's noch? Wie viele EU-Bürger glauben Sie, nehmen sich die USA zum Vorbild?

gez. Skeptiker

PS: Wenn Sie mich bei mir zuhause abholen wollen, wenden Sie sich an den Verlag.

Gast: Liberaler Falke
03.04.2010 13:49
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Gusenbauer?

Gusenbauer? Gusenbauer? War das nicht...? Muss lange her sein..., Dunkel kann ich mich erinnern, da war doch noch ....

Gast: go_gusi_go
03.04.2010 13:23
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ach bitte...

Ich empfehle den netten Leuten hier, erst einmal Deutsch zu lernen, bevor sie einen Kommentar schreiben.

Der österreichische Staat wäre ohne der EU nicht überlebensfähig - wir sind nun einmal nicht die Schweiz!

Am Besten wäre es wohl auszuwandern - bei dieser Stimmung im Land, gibt es sowieso keine Zukunft für diesen Staat.

Gast: Slartbartfas
03.04.2010 13:22
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Clichés

Es ist bezeichnend wie viele Kommentare hier sich mit platten Anti US Clichés begnügen anstatt sich mit den Argumenten Gusenbauers sachlich auseinanderzusetzen und das war einen EU Präsidenten direkt demokratisch zu legitimieren und ihm dafür die Kompetenz zuzugestehen die Kommission zusammenzustellen (die dann womöglich von Rat und Parlament abgesegnet werden muss). Da dann als Argument "Guantanomo" vorzubringen ist wohl äußerst schwach.

gerade das gilt es zu verhindern

die EU darf nie so werden wie die USA, denn das hiesse: aus für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, ständig Kriege führen, Kriminalität explodiert und das soziale Netz zerreist.

Wirtschaftspolitik soll bei den Staaten bleiben, Euro abschaffen.

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nur Blah-blah und dummes Gerede

. . . hier ein 'Insiders':
yeah, north america is getting less and less democratic, and it's happening slow enough that people don't get it.  there was a recent supreme court decision in america, where the supreme court basically said that corporations get the right to free speech.  so that means, that they can spend as much money as they want influencing politics.  it doesnt take a lot of money to influence politics, maybe 30-40k can change the outcome of a congressional race.  to exxon mobile a million dollars is like a penny, because they make 40-50 billion in profit each year.  to me, american democracy, what was left of it, died with this decision.
http://www.nytimes.com/2010/01/22/us/politics/22scotus.html

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oh ja, us system...

wir brauchen unbedingt ein guantanamo, isch schlage mauthausen oder simmering vor.

 
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