Der europäische Auswärtige Dienst (EAD) kann am 1. Dezember seine Arbeit aufnehmen. Die Außenminister der 27 EU-Staaten billigten am Montag in Brüssel den im Juni ausgehandelten Kompromiss mit dem Europaparlament und der EU-Kommission zur Einrichtung des Dienstes. Der 1. Dezember ist der erste Jahrestag des Inkraftttretens des Lissabon-Vertrages.
Der EU-Ratsvorsitzende und belgische Außenminister Steven Vanackere sprach von einer "historischen" Entscheidung. Die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton müsse nun noch Personal für den EAD anwerben. Nach Angaben von Vanackere will Ashton die entsprechenden Job-Interviews bis September abschließen.
In mehr als 130 Ländern tätig
Die EU-Delegationen sollen in mehr als 130 Ländern weltweit diplomatisch tätig werden. Für die Besetzung von mehr als 30 Delegationsleitungen laufen bereits seit Monaten Ausschreibungen. Der Vertreter Österreichs bei der EU, Hans Dietmar Schweisgut, gilt als Anwärter für einen Posten in Japan oder China. Schweisgut war früher Botschafter in Tokio und Peking.
Von den ungefähr 1.100 Diplomaten soll etwa ein Drittel aus den 27 EU-Staaten kommen, davon auch eine Handvoll aus Österreich. Der Rest rekrutiert sich aus Beamten der EU-Kommission - vor allem aus den Generaldirektionen Außenbeziehungen und Entwicklung - sowie aus dem EU-Ratssekretariat in Brüssel.
Das Europaparlament muss dem Personalstatut und der Finanzierung des EAD noch zustimmen, voraussichtlich erfolgt dies im September. "Europa muss seine Interessen und Werte in einer immer komplexeren Welt mit grundlegenden Machtverschiebungen" besser verteidigen, erklärte Ashton.