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Swoboda: "Die heutige Türkei passt nicht zu uns"

26.11.2010 | 22:23 |  Wolfgang Böhm (Die Presse)

Der SPÖ-Europa-Abgeordnete Hannes Swoboda sieht Ankara gesellschaftspolitisch nicht auf dem Weg in die EU und fordert einen "Zwischenschritt".

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Strassburg. „Der Türkei hätten wir längst Alternativen anbieten müssen. Ein Vollbeitritt ist illusorisch.“ Der SPÖ-Europaabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Hannes Swoboda, fordert im Gespräch mit der „Presse“ einen „Zwischenschritt“ in den türkischen Beitrittsverhandlungen. Dieser sollte eine erste konkrete wirtschaftliche und politische Anbindung des Landes an die EU bringen. Ob dies in zwanzig Jahren noch zum Beitritt führe, sollte offengelassen werden.

Swoboda sieht in einer solchen Vorgangsweise auch Vorteile für die Türkei. „Sie wäre unabhängiger und nicht mehr gesellschaftspolitisch an die EU gebunden.“ Die heutige Türkei passe mit ihrem starken Nationalismus „nicht zu uns“. Dies wurde, so der SPÖ-Politiker, auch durch die Äußerungen des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan deutlich, der in der „Presse“ seinen Unmut über Österreich geäußert hatte. Tezcan hatte dabei auch die SPÖ attackiert, die sich seiner Ansicht nach nicht ausreichend für die Rechte der Menschen einsetze.

Swoboda äußert auch seine Skepsis, ob die EU überhaupt ein weiteres großes Land verkraften könne. Deshalb gebe es die Notwendigkeit, neben der Türkei auch eine Lösung für die Ukraine zu erarbeiten. Beide Länder seien für die Union wichtig. In beiden Ländern besteht die Gefahr, dass sie sich Richtung Osten orientieren. „Eine Vollmitgliedschaft sehe ich aber auch für die Ukraine nicht.“

 

Verzögerung für Kroatien?

Bei der Aufnahme Kroatiens fürchtet Swoboda eine Verzögerung und Probleme durch die Einbeziehung von Vertragsänderungen in das Beitrittsabkommen des Landes. „Ich war immer dafür, diese beiden Fragen zu trennen.“ Mit dem Beitrittsvertrag Kroatiens soll nach Ansicht mehrerer EU-Regierungen formell die Möglichkeit festgeschrieben werden, dass EU-Partner ein Krisenland der Eurozone finanziell stützen dürfen (Änderung der No-Bail-out-Klausel). Außerdem fordert Deutschland einen Passus zum Insolvenzverfahren für Euroländer. Da der kroatische Beitrittsvertrag in allen EU-Ländern ratifiziert werden muss, sollen diese Vertragsteile gleich mitabgesegnet werden.

Swoboda, der im Europaparlament für die Bewertung der kroatischen Beitrittsreife zuständig ist, rechnet damit, dass die Verhandlungen der EU mit Zagreb Mitte 2011 abgeschlossen werden. Durch den Beschluss des EU-Parlaments und die Ratifizierung in allen Mitgliedstaaten könnte sich der Beitritt auf Mitte 2012 verschieben. Bisher war von Jänner 2012 ausgegangen worden. Gibt es Probleme bei der Ratifizierung, wäre auch eine längere Verzögerung möglich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27. November 2010)

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287 Kommentare
 
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bitte

Bitte lieber Faynachtsmann spendier dem Swobi nach 20 Jahren doch endlich eine neue Brille.

Gast: gast
23.12.2010 14:27
0 0

wendehälse

zur türkei haben die rote spö vor ein paar jahren das haargenaue gegenteil von sich gegeben

da sieht man, was herausgekommen wäre, wenn wir wie brave lampln gemacht hätten, was die roten damals wollten, die wären jetzt selbst gegen das, was sie vorher vehement befürwortet haben!

man darf also sehr gespannt sein, ob sie bei dieser jetzigen momentanen ansicht bleiben!

glaubwürdigkeit schaut anders aus!

Gast: Gebetsmühle
10.12.2010 15:03
1 0

Wiederholungen

Und wenn Sie es noch 100 mal schaffen Ihren Artikel in die Internetseiten zu lancieren:
Die Aussagen des Herrn Swoboda werden nicht
wahrer , da sie an politische Qualität darben

Na ned na na

Man muss Herrn Tezcan dankbar sein für seine offenen Worte. Die einen nennen es vielleicht Überheblichkeit, die anderen Zivilcourage. Auf jeden Fall hat er mit seiner Meinung und seiner Kritik nicht hinter dem Berg gehalten, so wie z.B. amerikanische Diplomaten, deren wirkliche Einstellungen die Welt jetzt auf wikileaks nachlesen kann.

Die Türkei kann durchaus ein "Bollwerk" der westlichen Welt gegen den heranbrausenden Islamismus darstellen, aber nur, wenn sich die Türkei auch eindeutig als "westlich" definiert und erkennt und nicht als "trojanisches Pferd" versucht, Europa zu "bekehren".

Gast: Türkische EU-Contra Inisiative
29.11.2010 16:55
0 0

Das ist lieb von euch, dass ihr und von ihren tollen Bündnis schont. Macht so weiter. Ja nicht nachgeben :)


3 0

Re: Das ist lieb von euch, dass ihr und von ihren tollen Bündnis schont. Macht so weiter. Ja nicht nachgeben :)

Deutsche Sprache, schwere Sprache!

Reicht aber um Sozialhilfe zu beantragen und Fihrerschein maken!


Gast: Tacheles
29.11.2010 15:37
10 0

So, so.....

Die gestrige Türkei hat nicht zu uns gepasst und die morgige wird auch nicht zu uns passen.

Jedoch die meisten Politiker, vor allem Vertreter der Wirtschaftslobbyisten, verstehen das nicht.

7 0

Re: So, so.....

AMEN! AMEN! AMEN! Und Bravo!

Wenn ich mich recht erinnere,

vor einem halben Jahr waren Aussagen Swobodas zum Türkeibeitritt andere. Was hat ihm zu diesem Sinneswandel geführt? Ja, manche Menschen brauchen sehr, sehr lange, Erkenntnis zu erlangen.

Re: Wenn ich mich recht erinnere,

Irren ist sozialdemokratisch

Der Swoboda ist mal hier und mal da, aber immer ein Fähnchen im Wind - der Vorzeigenixkönner!

Aber wer dem Swobo da etwas erklärt hat, er hatte recht.

6 0

Recht hat der Herr....

...Swoboda. Nur schade, dass die SPÖ diese Linie nur aus wahltaktischen Gründen fährt. Um den Wähleraustausch mit Blau zu stoppen...

Gast: gast
29.11.2010 09:37
12 0

der islam

paßt nicht zu europa. hat er noch nie und wird er auch nie.

nein zur türkei in der eu. bei einer volksabstimmung wären wahrscheinlich 80% dagegen.


3 0

Re: der islam

87% der Rest sind Türken!

Auch die EU

liegt so wie sie sich bettet! Die häufigen türkischen aggressionen sind auffällig, unzumutbar!

Spät kommt er drauf,

der Herr Abgeordnete, aber besser spät, als nie!
Gratulation zu dieser Einsicht! Viel Geld hätten wir uns erspart!


Re: Fakt

da steht drin, dass flüchtlinge in griechenland von der abschiebung in die türkei bedroht sind ... ist das so gemeint ?

Gast: Gesichtschirurg
28.11.2010 15:57
0 11

Was hat den Herr Swoboda für eine Expertise....

...auf dem Gebiet ? Das ganze Geschwätz über eine wirtschaftlich zu schwache oder undemokratisierbare Türkei hat sich nur als heisse Luft entpuppt. Die Beitrittsverhandlungen laufen und sind Ergebnissoffen. Das ist Fakt und Punkt.

Antworten Gast: schlÄchter
29.11.2010 17:04
0 0

Re: Was hat den Herr Swoboda für eine Expertise....

sg gesichtschrirurg!

vielleicht hat er die auf wikileaks veröffentlichte meinung der mitarbeiter des US-statedepartements gelesen und übernommen:
aus dem heuteigen online-spiegel: die US-einschätzung zusammengefasst:

"Die Türkei? Kommt nicht viel besser weg (amn. zuvor wird die us-außenamtsmeinung zu kenia !! umschrieben): Unter Premierminister Recep Tayyip Erdogan, der mit Hilfe einer Kamarilla inkompetenter Berater regiere, befinde sich das Land auf dem Weg in eine islamistische Zukunft und sei für Europa womöglich schon verloren."

mfg
s.

5 0

Re: Was hat den Herr Swoboda für eine Expertise....

Wir brauchen die türkischen Negativ-Nettozahler nicht und werden sie nicht aufnehmen.

Antworten Gast: gast
28.11.2010 17:27
6 0

Re: Was hat den Herr Swoboda für eine Expertise....


und wenn die politruks dann die aufnahme beschließen, geht europa in die luft, clown !
das ist AUCH FAKT !

Wie schlecht es doch der Schweiz gehen muss!

Sie sind kein EU Mitgliedsland, müssen weder für Griechenland, Irland oder Portugal zahlen, haben keine Euro, der ihnen Wohlstand und Sicherheit bringt, - und dürfen heute auch noch abstimmen ob sie Straftäter des Landes verweisen wollen. Kein EU Land hat diese Priviligien.
Wie dieses Land ohne EU und Euro so lange nur überleben konnte????

Gast: lev david
28.11.2010 15:17
5 0

Die Schule - die dialektische Imperative

Je leichter Information zugänglich wird, je üppiger Schulen ausgestattet werden, desto ungebildeter, stumpfsinniger ist der Endprodukt.

Gast: ....
28.11.2010 14:26
2 0

mal andersrum

Will die TUR wirklich in die EU??? Viele leben ja schon in der EU-Zone, schicken auch Devisen. Fuer GR und Irland blechen erspart man sich lieber und Richtung Syrien, Irak, Iran und der Schwarzmeerregion kann man ohne die Swobodas, Van Rompujis und den anderen Klugscheissern auch sorgenfreier seine eigenen Interessen durchsetzen.
Also will Ankara wirklich??

die heutige türkei und die eu

die heutige türkei hat genausoviel differenzen mit europa wie die aus 1683. sie ist aggressiv - präpotent und unmenschlich ! das hat sich in 330 jahren nicht geändert und wie soll es sich daher bis 2440 ändern ?
daher ist das eigentlich auch kein thema !
ein kleiner beweis:
zypern ist noch immer geteilt seit 1974 und was war 1571? da wurde es von der türkei für dreihundertjahre erobert - also wie wollen die türken in die eu wenn sie noch im krieg mit ihr sind?

 
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