Wien/Wb. Das Problem der Türkei sei nicht der Islamismus, sondern der Nationalismus. Diese These vertraten bei einer Türkei-Konferenz in der britischen Botschaft in Wien sowohl Gerald Knaus, Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI), als auch der türkische Menschenrechtsanwalt Orhan Kemal Cengiz. Knaus wies darauf hin, dass es derzeit in fast allen politischen Gruppierungen ausgeprägte nationalistische Tendenzen gebe.
„Ein Fortbestehen dieses Nationalismus wäre als EU-Mitglied nicht mehr vorstellbar“, zeigte sich Cengiz überzeugt. Doch er warnte davor, dass der Nationalismus explodieren könnte, sollte dem Land der Beitritt verwehrt werden. Die EU-Annäherung habe schon bisher die Demokratie und die Opposition im Land gestärkt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2011)
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