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Strasser und Scheinlobbyisten: Pröll fordert Klärung

15.03.2011 | 16:04 |   (DiePresse.com)

EU-Parlamentarier Ernst Strasser (ÖVP) ist kürzlich auf Reporter hereingefallen die sich als Lobbyisten tarnten. ÖVP-Chef Josef Pröll verlangt eine Klärung dieser "merkwürdige Geschichte".

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ÖVP-Parteichef Josef Pröll verlangt Aufklärung über die Tätigkeit der Europa-Abgeordneten Ernst Strasser und Othmar Karas (beide ÖVP) im Zusammenhang mit als "Scheinlobbyisten" getarnten Reportern. Zuletzt hatte der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Strasser, bestätigt, seinem Fraktionskollegen Karas wissentlich einen Gesetzesänderungs-Vorschlag einer "Scheinfirma" zur Überprüfung geschickt zu haben. Für Pröll ist dies "insgesamt eine sehr dubiose, komische Geschichte".

Pröll: "Hier muss eine Klärung sein"

"Ich glaube, dass innerhalb der Delegation Ernst Strasser und Othmar Karas diese Dinge aufklären werden. Das ist überhaupt keine Frage", sagte der Finanzminister und Vizekanzler. "Das passiert ja auch schon in den Stellungnahmen", fügte er hinzu. Es sei für ihn klar, "dass hier Klärung da sein muss. Die sind auf dem Weg, das auch zu klären". Pröll verwies darauf, dass Strasser bereits dazu Stellung genommen habe. "Ich habe keinen Anlass, das nicht zu glauben, das gilt auch für Othmar Karas."

Hinter der angeblichen Lobby-Firma steckten laut einem "profil"-Bericht vom Wochenende zwei Reporter der britischen Zeitung "The Sunday Times". Karas warf Strasser über seinen Sprecher zuletzt vor, ihn zum Einbringen des Änderungsvorschlages gedrängt zu haben. Strasser bekräftige am Dienstag , dass es gängige Praxis sei, einen Vorschlag an denjenigen zu übermitteln, der dafür zuständig sei. Sein Verhältnis zu Karas bezeichnete Strasser als "sehr korrekt, zumindest von meiner Seite".


Lunacek: "Streit eskaliert"
Für die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek eskaliert der Streit innerhalb der ÖVP-Europaparlamentsfraktion zwischen Delegationsleiter Ernst Strasser und dessen Vorgänger in dieser Funktion Othmar Karas. "Das ist auf jeden Fall aufklärungsbedürftig." Das Verhalten von Strasser sei "zumindest sehr unkollegial" gegenüber Karas, meinte sie am Dienstag.

Lunacek sagte, insgesamt schade dieses Beispiel dem Europaparlament. Denn den Ruf von Lobbyisten, die mit unlauteren Mitteln aktiv seien, gebe es schon länger. Daher seien die Grünen dafür, bei Gesetzesanträgen, die ins EU-Parlament gebracht werden, einen "legislativen Fußabdruck" zu machen. Das bedeute, dass die Berichterstatter angeben müssen, wer mit ihnen zu welchem Thema ein Anliegen hat. "Das würde mithelfen, so was offen zu legen". Jedenfalls lasse das Verhalten von Strasser den Verdacht aufkommen, dass "er den Karas auflaufen lassen wollte".

Martin: "Strasser profitiert vom Atomdesaster"

Der fraktionslose EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin meinte ebenfalls gegenüber - in Deutschland hätte Strasser "längst zurücktreten müssen". Martin sagte, während Karas ein "engagierter pflichtbewusster Politiker" sei, stehe Strasser für "den Typus des Politikers, der nimmt, was er kriegen kann". Jedenfalls seien "die Art und Weise, wie Strasser Politik mit seinen persönlichen geschäftlichen Interessen verbindet, absolut unvereinbar".

Darüber hinaus gehörte Strasser zu den "Profiteuren des Japan-Atomdesasters. Der größte Profiteur ist (Libyens Machthaber Muammar) Gaddafi, der im Windschatten der AKW-Katastrophe die Rebellen in seinem Land niedermetzeln kann. Auf der Richterskala ist Strasser ein kleiner Profiteur, denn unter normalen Umständen hätte das auch in Österreich einen Politskandal auslösen müssen." Martin warf Strasser vor, als "unfleißigster EU-Abgeordneter sein Mandat als Visitenkarte zu nützen, um Geschäfte zu machen". Insgesamt sei dies "eine Schande für die ÖVP".

(APA)

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95 Kommentare
 
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Gast: Augen Auf!
18.03.2011 17:58
0 0

"Oberaufdecker"

Jetzt drängt sich aber ein Aspekt auf - was mischt denn "der Oberaufdecker" mit (die letzten beiden Absätze dieses Artikels)? Das wüßte man gerne? Und welche Zusammenhänge der herstellt? Will er wieder in den Zeilen der Zeitung sein?
Ich dachte, es würd in dieser Sache um Strasser gehen.

ulysses007
18.03.2011 08:46
3 0

Abgang

aber sofort !

Gast: KHS
16.03.2011 22:53
1 0

absurde Rechtfertigung!

Da reiht sich der Delegationsleider, wenn auch nicht so eloquent und attraktiv... in die Reihe der Österreichveräppler ein, die alles für supersauber, transparent und völlig korrekt darzustellen versuchen und sei es noch so unglaubwürdig.... ER wurde ja gar nicht gewählt, man hätte den Karas seinen mehr als verdienten Posten antreten lassen sollen, es war nur eine Frage der Zeit, bis dieser Lobbyist auffallen würde....aber nicht durch seine Tätitgkeit für Europa, nein für diverse Gschaftln und Gcheftln!shame on him!

Gast: Robin1
16.03.2011 15:07
1 0

Strasser eine Schande für die ÖVP?

Nein, sondern TYPISCH für die ÖVP!!!

Man muss schon ein richtiger Pröllet sein, um bei dieser Bande dabeisein zu wollen...

geronimo
16.03.2011 11:20
1 0

Warum?

- verfolgt man die Anliegen von jemandem, der einem ein offensichtlich illegales Angebot macht?

Es würde passen, die Herren vor die Tür zu setzen. Vielleicht noch vorher fotografieren und mit den Fotos Kollegen warnen.

Strasser soll zurücktreten. Er gilt nicht einmal mehr innerhalb seiner Partei als vertrauenswürdig.

1 0

Herr Vizekanzler!

Jetzt wäre es hoch an der Zeit den Ernst Strasser aus der ÖVP auszuschließen.

Gast: OnkelErwin
15.03.2011 23:26
1 0

ÖVP-Chef Josef Pröll verlangt eine Klärung dieser "merkwürdige Geschichte".

EU-Parlamentarier Ernst Strasser (ÖVP) ist ein gutes Parteimitglied unserer Ehrenwerten Gesellschaft. Durch eure Wahl und mit unserer Entscheidung vertritt er jetzt uns für euch.

Gast: Gasti
15.03.2011 21:04
0 0

Ein bekannter Choleriker in seinem Element

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Gast: Korrupti
15.03.2011 19:40
3 0

is das net da

Is des net da Strasser, der a paar hunderttausend Euro für die EU Bulgarien Dokumente von Maischberger erhalten hat? fordert man da auch Aufklärung Herr Pröll?
Is das net da Strasser der um ein paar Millionen ein NICHT funktionierendes Blaulicht-Funk-System installieren ließ?
Fordert man da auch Aufklärung Herr Pröll?
Is das net da -.. sorry des war ja da Innenminister von dem die Mitarbeiter mit der BMI Creditkarten ins Puff gangan sind.



Antworten reburg
16.03.2011 08:23
0 0

Re: is das net da

...Strasser ,der unsere bewährte Gendarmerie abgeschafft,die Polizei ruiniert und die Bevölkerung schutzlos der Ostmafia ausgeliefert hat?

Gast: Parteifrei
15.03.2011 19:37
1 0

Volksbegehren gegen Betrug & Korruption

Es wird Zeit, ein Volksbegehren gegen Betrug & Korruption zu initiieren.

Es reicht. Jeden Tag aufs Neue werden die Bürger verarscht. Das fängt bei der "irrtümlichen" Verwendung einer Behindertenplakette an und hört bei Lobbyisten/Gaunern auf, die sich am Ende des Tages zu Recht fragen "Wo woar mei Leistung?".

Die "Eliten" züchten sich gerade eine Heerschar Wutbürger heran.


Gast: Bürger1
15.03.2011 18:54
2 0

Schaden für die Demokratie

Ein Politiker (egal von welcher Partei), der auf Wunsch von Lobbyisten einen Gesetzestext ändern will, schadet der Demokratie und ist nicht mehr tragbar.

Hokii
15.03.2011 18:25
2 0

Erlöse uns, oh Herr

"... Ich habe keinen Anlass, das nicht zu glauben, das gilt auch für Othmar Karas."

Wer zeifelt bei solchem Gstuss noch warum immer mehr Kabarettisten aufgeben Politiker zu parodieren. Die Realität übertrifft jede Persiflage.


2 0

wer's glaubt!!!

Baron von Strasshausen

herrlich selten so gelacht und geweint!

Gast: korrupti
15.03.2011 17:08
4 0

Strasser bis Grasser sind der Spiegel einer Partei, die schon viel zu lange an Macht ist!

Dass eine Partei mit 25% Wähleranteil zu 100% alle Schüsselressort (FINANZ-INNEN u. JUSTIZMINISTERIUM) mit aller Macht besitzt, ist der eigentliche Skandal...........Deshalb können manche Politiker unter dem Schirm von Bandion-Ortner u. Fekter sich alles erlauben.........dafür haben wir jetzt einen sau-teuren unnötigen Tierschützerprozess schon seit über einem Jahr.........Diese Spitze des Rechtsstaates stinkt bis zum Himmel..............

Antworten Gast: auslandsoesterreicher
15.03.2011 18:32
1 2

Re: Strasser bis Grasser sind der Spiegel einer Partei, die schon viel zu lange an Macht ist!

Was bleibt der Volkspartei auch anderes übrig, als die Arbeit zumachen. Wenn die andere Regierungspartei nur Humanmüll als Personal anbietet.

Antworten Gast: gast gast
15.03.2011 17:22
2 0

Re: Strasser bis Grasser sind der Spiegel einer Partei, die schon viel zu lange an Macht ist!

besser gesagt schüssel bis grasser

4 1

Strasser ist vielleicht korrupter als Karas

Karas ist aber wesentlich fanatischer und deshalb gefährlicher für die Menschheit.

Er bezeichnet die Gegner des EU-Apparates öffentlich als Krebsgeschwür. Gerade das er nicht dazusagt, dieses gehöre ausgebrannt.

Strasser kann man verachten, Fanatiker wie Karas muss man fürchten.

Antworten Gast: radius
15.03.2011 21:17
0 0

Kann ich vollauf bestätigen, dass Karas fanatisch wirkt.


Antworten Gast: toro
15.03.2011 17:50
0 3

Re: Strasser ist vielleicht korrupter als Karas

wann und wo?
Belege bitte.

1.035 Euro pro Familie pro Monat | 259 Euro pro

Der volkswirtschaftliche Schaden nur durch Bestechung betrug in Österreich im letzten Jahr (2010) 26 Milliarden Euro. Am 01.01.2010 waren 8.375.290 Bewohner in Österreicher gemeldet.

3.104 Euro betrug der Schaden pro Einwohner im Jahr 2010 oder 259 Euro pro Monat. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern erlitten einen Verlust von 1.035 Euro pro Monat.

In der zuständigen Korruptionsstaatsanwaltschaft (KStA) sind insgesamt sieben (sic!) Leute beschäftigt! Das heißt ein “Beschäftigter” hat 3.714 Millionen Euro zu bearbeiten.

http://goo.gl/NWa4B

http://www.statistik.at/web_de/presse/045362

Blitzky
15.03.2011 16:24
2 0

Im Vergleich zu Strasser, ist James Bond ein Dorfpolizist!

Strasser hat - seinen eigenen Angaben zufolge - in Eigenregie und ganz alleine (!!!!!) versucht, einen vermuteten internationalen Agentenring aufzudecken, indem er ein Jahr lang (!!!!) mit ihm in Kontakt stand und auf dessen Lobbying-Ansinnen einging - zum Schein natürlich, wie er jetzt sagt, und nicht zwecks Abcashens.

Die Märchen aus 1001 Nacht müssen nun endgültig neu geschrieben werden, mit Strasser als obersten Märchenhelden!!!!!!!!!

Antworten Gast: poirot
16.03.2011 22:56
1 0

Re: Im Vergleich zu Strasser, ist James Bond ein Dorfpolizist!

was für ein mutiger und selbstloser Mann... und den hat man nach Brüssel geschickt, wo er jetzt tapfer gegen das Böse und Korrupte kämpft....statt in Östereich endlich aufzuräumen mit den Gschaftlhubern und Provisionsverteilern!

Blitzky
15.03.2011 16:23
1 0

Im Vergleich zu Grasser, ist James Bond ein Dorfpolizist!

Grasser hat - seinen eigenen Angaben zufolge - in Eigenregie und ganz alleine (!!!!!) versucht, einen vermuteten internationalen Agentenring aufzudecken, indem er ein Jahr lang (!!!!) mit ihm in Kontakt stand und auf dessen Lobbying-Ansinnen einging - zum Schein natürlich, wie er jetzt sagt, und nicht zwecks Abcashens.

Die Märchen aus 1001 Nacht müssen nun endgültig neu geschrieben werden, mit Grasser als obersten Märchenhelden!!!!!!!!!

Gast: Wähler
15.03.2011 16:19
2 0

Kein Rückgrad!

Wer kein Rückgrad hat, tut sich halt leichter beim Bücken!
Wurde schon eine Anzeige gegen diesen Herrn gemacht???

Antworten Gast: ich bin der meinung
15.03.2011 19:02
2 0

Re: Kein Rückgrad!

falls JA - dann können sie sicher davon ausgehen, dass die zuständige behörde den akt "übersehen" soll.....

es lebe die verjährung in Ö

 
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