26.05.2012 09:46 | Meine Presse Merkliste 0

Strasser drohen bis zu zehn Jahre Haft

22.03.2011 | 14:49 |   (DiePresse.com)

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft steht in der Lobbyisten-Affäre vor Ermittlungen gegen den zurückgetretenen EU-Parlamentarier. Strasser verlässt unterdessen zwei Aufsichtsräte.

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Ernst Strasser könnte wegen der Lobbying-Affäre eine lange Haftstrafe bevorstehen. Die Korruptionsstaasanwalschaft (KStA) erwägt die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Zuvor muss aber noch geklärt werden, ob Strasser trotz angekündigtem Rückritt noch die Immunität eines EU-Parlamentariers genießt.

Sollte das nicht der Fall sein, will die KStA prüfen, ob Strasser den Tatbestand der Bestechlichkeit im Sinn des § 304 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB) erfüllt hat. Das erklärte KStA-Sprecher Martin Ulrich am Montag.

Bis zu zehn Jahre Haft?

Gemäß dieser Bestimmung macht sich strafbar, wer als Amtsträger für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung eines Amtsgeschäfts einen Vorteil für sich fordert, annimmt oder sich versprechen lässt. Das StGB sieht dafür grundsätzlich einen Strafrahmen von bis zu drei Jahren Haft vor. Wer allerdings "die Tat in Bezug auf einen 50.000 Euro übersteigenden Wert des Vorteils begeht", wie es im Gesetz heißt, ist mit bis zu zehn Jahren Haft zu bestrafen.

--> "Ich bin ein Lobbyist": Strasser im Wortlaut

Auch das Europaparlament hat mittlerweile eine Untersuchung gegen den bisherigen ÖVP-Delegationsleiter und zwei weitere EU-Abgeordnete aufgenommen, die ebenfalls auf die Times-Journalisten hereingefallen waren. "Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", erklärte eine Sprecherin in Brüssel.

Strassers Berufswelt gerät ins Wanken

Die Lobbyisten-Affäre bringt zudem die Berufswelt des Ernst Strasser nach und nach ins Wanken: Nach seiner Rücktritts-Erklärung als EU-Parlamentarier legte der von britischen Enthüllungsjournalisten schwer belastete Ex-Innenminister am Montag auch zwei Aufsichtsratsmandate zurück.

Strasser verlässt demnach den Aufsichtrat des Sicherheitsunternehmens G4S Security (früher: Group 4) und des von Hans Peter Haselsteiner geführten "Westbahn"-Konzern. Wie "G4S Security"-Geschäftsführer Harald Neumann mitteilte, will Strasser mit seinem Rücktritt Schaden von dem Unternehmen abwenden. In der Zentrale des künftigen ÖBB-Konkurrenten Westbahn legte man unterdessen "Wert auf die Feststellung, dass Herr Dr. Strasser neben der Aufsichtsratsvergütung von 10.000 Euro pro Jahr keine weiteren Zahlungen erhalten hat".

Strasser ist seit Mai 1998 auch Präsident des NÖ Hilfswerks. Ob er diese Funktion behalten wird, steht vorerst nicht fest. "Wir haben dazu noch keine Stellungnahme", hieß es am Montag aus Niederösterreichs größter Sozialorganisation. "Wir werden aber auf jeden Fall informieren, wenn es etwas Neues gibt."

Der Innenminister war "Times"-Journalisten auf den Leim gegangen, die sich als Lobbyisten ausgegeben und Bares für die Einbringung von Gesetzesanträgen angeboten hatten. Strasser zeigte sich in den mitgefilmten Gesprächen bereit, seinen Einfluss geltend zu machen. Fünf Klienten würden ihm jährlich 100.000 Euro für Lobby-Dienste zahlen, verriet Strasser den verdeckten Journalisten und erklärte: "Ich bin ein Lobbyist."

Unterdessen erklärte ein Sprecher der ÖVP-Delegation, "in den  nächsten Tagen" würden die Europaabgeordneten einen neuen Delegationsleiter wählen. Von der Bundespartei sei Othmar Karas für diese Funktion vorgeschlagen worden.

EU-Abgeordnete der ÖVP "sehr betroffen"

Die sechs ÖVP-Abgeordneten zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung am Montag "sehr betroffen" von den Videoaufzeichnungen der "Sunday Times". "Der Eindruck, der in diesen Videos erweckt wird, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die engagiert und konstruktiv Politik für Österreich und Europa machen wollen. Wir erwarten eine umfassende Aufklärung der Vorgänge."

(APA)

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1752 Kommentare
 
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Gast: Frustierter Österreicher
30.03.2011 12:58
0 0

Politiker sind sich selbst das Maß aller Dinge

Wir brauchen nicht mehr über Korruption im Ausland diskutieren. Wir sind diesbezüglich selbst eine Großmacht. Unsere Politiker sind ausschließlich selbstgefällig!! Spesenhamsterer und eröffnungsgeil, um Ihre Präsenz in der Wirtschaft als Werbemittel via Median zu verwenden und damit erneut Spesenanspruch zu haben. Kleiderl ,tascherl, Schucherl um well dressed aufzutreten. Angemietete Fotografen rücken dann die Honoren ins Licht.
Ich sehe unsere Politiker nur mehr als Geschäfterlschieber und Bürgerverarscher, mit Angst vor den Pensionisten als größtes Wählerpotential das die Jugend umbringt und Perspektiven schafft die Endzeitstimmung verbreitet. Aufruf: Jugend geht auf die Straße!!!

Gast: h
26.03.2011 15:38
1 0

Um

die ganze ÖVP gehört dringends ein Cordon sanitaire gezogen. Einfach aus hygienischen Gründen.

kaisiw
26.03.2011 09:48
0 0

schlechte optik

das würde in demokratien und rechtsstaaten ausreichen - die gesamte partie müsste zurücktreten.

Gast: Bla
25.03.2011 20:17
7 0

Das System Pröll mit Vetternwirtschaft, Mediengleichschaltung und Selbstbereicherung greift leider seit Jahren in die Bundespolitik über

Siehe Hypo NÖ Vertuschung
Siehe Entsendungen zu Skylink des Flughafen Wien
usw. usf.

Der Typ ist moralisch einfach grauslich und zwar in einer anderen Kategorie als die anderen Landeskaiser unseres Landes.

Antworten Gast: h
26.03.2011 15:36
1 0

Re: Das System Pröll mit Vetternwirtschaft, Mediengleichschaltung und Selbstbereicherung greift leider seit Jahren in die Bundespolitik über

Dr gehört auch weg. Am besten den Flug über Skylink buchen.

Gast: krawuzzi
25.03.2011 14:16
4 3

Schüssel

Was ist eigentlich aus den ganzen Fanatikern aus der Schüssel-Zeit geworden? Sind die konvertiert, geläutert, verschwunden...??? Oder gar durch den neoliberalen Turbokapitalismus wegrationalisiert?
Als das schwarz-blaue Gruselkabinett angelobt wurde, haben alle noch laut Beifall geklatscht!!

Gast: ErwinniwrE
25.03.2011 13:29
2 1

Keine Sorge

die niederösterreichischen Bauerndolme werden den Erwin bei der nächsten Wahl genauso wählen wie bisher.

naehich
25.03.2011 13:28
5 1

Die Damenherren der OEVP, die sich so fuer ein Transferkonto einsetzen ...

ob die sich wohl auch fuer ein Transferkonto bei den Parteispenden und den privaten Einkuenften ihrer Politiker einsetzen?

Antworten Gast: Kaisermühlen
25.03.2011 13:44
2 1

Re: Die Damenherren der OEVP, die sich so fuer ein Transferkonto einsetzen ...

ÖVP: immer fest auf die Kleinen drauf, und ordentlich schröpfen und sekkieren!!

Gast: DerMitDenGummistieferlnTanzt
25.03.2011 12:52
5 1

Prölls Behauptung, als einziges Buch Karl Mays Der Schatz im Silbersee fertig gelesen zu haben

prägte nachweislich seinen Verstand und Verantwortungsgefühl.


Gast: Rindvieh
25.03.2011 11:55
9 0

Pröll maßlos enttäuscht..

Von der ÖVP sind die Menschen schon längst maßlos enttäuscht.

3 0

Re: Pröll maßlos enttäuscht..

richtig! absolut unwählbar (geworden)!

Gast: Rindvieh
25.03.2011 11:55
5 0

Pröll maßlos enttäuscht..

Von der ÖVP sind die Menschen schon längst maßlos enttäuscht.

Gast: NÖ Card
25.03.2011 11:22
4 0

hat ÖVP keine jungen guten Leute?

Pröll registriert eine seit 20 Jahren stattfindende Strasser. Trotzdem macht er ihn vor wenigen Jahren zum EU Delegationsleiter. Warum? ich kann mir nicht vorstelllen, dass es in der VP NÖ keine jungen, guten, integren Leute gibt. Aber im Reich des Kaisers darf anscheinendein ein junger, guter nicht hochkommen.

Antworten Gast: mafiajäger
25.03.2011 13:20
0 0

Re: hat ÖVP keine jungen guten Leute?

hat sie schon, aber diese müssen ihren paten erst durch eigene längere gaunerei und bürgerbetrug ihre glaubwürdigkeit und kompetenz beweisen.
so ist das nun mal in der ehrenwerten gesellschaft.

Antworten Gast: mafiajäger
25.03.2011 11:43
4 0

Re: hat ÖVP keine jungen guten Leute?

hat sie schon, aber diese müssen ihren paten erst durch eigene längere gaunerei und bürgerbetrug ihre glaubwürdigkeit und kompetenz beweisen.
so ist das nun mal in der ehrenwerten gesellschaft.

Gast: Montesquieu
25.03.2011 10:13
1 0

"Interessensvertertreter" und Doppelverdiener raus aus Parlamenten!!

Was Politiker und Journalisten jetzt sagen, ist pure Scheinheiligkeit und Hilflosigkeit. Lobbyisten zu verdammen, wenn Dutzende angestellte und bezahlte Interessensvertreter
im Parlament sitzen, ist so lächerlich wie ein Lobbyisten-Register. Das Problem ist doch weder die Registrierung von Lobbyisten noch von Interessensvertertern in Parlamenten, sondern einzig und allein, dass sie Geld für die Bildung ihrer Meinung, das Vertreten irgendwelcher Interessen (was in allen Parlamenten erlaubt ist). Parlamente sollten zwar auch Platform für Vertreter möglichst unterschiedlicher, aber niemals kaufbarer Interessen sein. Konsequenz: Ein Gesetz wäre nötig, das Abgeordneten die Geldannahme für jedwede Leistung oder Nicht-Leistung verbietet; weiters jedwede Berufstätigkeit als Angestellte von Interessensvertretungen. Stattdessen sollten die Abgeordnetengehälter erhöht werden; Und die Vertreter von Verbands- und Institutioneninteressen sollten ihre Interessen und Änderungsvorschläge im formalisierten Begutachtungsverfahren eines Gesetzes einbringen können , - aber bitte ausserhalb des Parlaments, das genügt!!

Gast: BeidlPracker
25.03.2011 09:48
0 2

Zum Nachdenken

Meine absoluten Favoriten sind Christian Konrad und Erwin Pröll. Die wissen wenigstens noch wie man Anstand buchstabiert! So schaut´s aus!

Gast: Der Heuchler
25.03.2011 09:07
1 0

Mein Gott der Erwin

heuchelt wieder dahin: schon mal was von Gabmann gehört? Nicht zu vergessen, der Herr ...., also der mit den Wohnbaugeldern, der verdächtig oft aus dem NordkoreaFernsehen lacht. Oder Erwin P. zum Beispiel dessen strahlender Sohnemann an der Hofer Diskonttankkette beteiligt ist. Zufälligerweise. Und und und und und und. Und nicht zu vergessen, der Lurchdoktor aus Wien mit seiner Familienpartei.... Wie wurden die Ägypter die Meschpoche los?

4 0

Und das von einem Pröll,

dass ich nicht lache!!!

2 0

ÖVP eben!

Seit Dr. "ich bin noch lange nicht voll" Schüssel, müsste diese Partei eigentlich ÖMP "Österreichische Mafia Partei" heißen.

Antworten Gast: Essox3000
25.03.2011 08:45
3 0

Re: ÖVP eben!

Die ÖVP ist schon lang ausschließlich eine Finanz- und Industriemafia, die mit dem Steuergeld aller fröhliche Urstände feiert. Ein paar Brocken fallen halt für die Bauern ab, damit das Stimmvieh bei Laune gehalten wird. Absolut unwählbar.

0 0

ÖVP eben!


DerÄtzer
25.03.2011 08:28
1 0

Als Ziehvater der Lobbyidee, Geld für Gesetz-Beratung zu Gunsten von Firmen zu nehmen, wäre ich von einem Verräter auch enttäuscht!

Wie die Haberei bei Sei Link beweist. Die hochtrabende Verantwortung wird er nie übernehmen.

Daß die ÖVP sich und Barone versorgt ist bekannt - nur die Methoden werden immer grauslicher und korrupter. Liegt warscheinlich an der Kumpanei in der Groko.

Direkte Demokratie wird immer dringlicher - sonst endet es wie in Nordafrika - Politverdrossenheit bis hin zum Erschießen.


Antworten Luzius
25.03.2011 14:49
0 0

Re: Als Ziehvater der Lobbyidee, Geld für Gesetz-Beratung zu Gunsten von Firmen zu nehmen, wäre ich von einem Verräter auch enttäuscht!

nicht zu vergessen die Sozialisten, welche ja beim Skylink zu 50 % mitschuldig sind !

Man kann sich als VOlk nur mittels Abwahl BEIDER Krokodile wehren, traut sich aber nicht da man erfolgreich verblendet wurde/wird, oder selbst Nutzniesser dieser und somit auch Verantwortlicher ist.

 
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