Rehn: „Die EU wird in keine Transferunion verwandelt“

24.05.2011 | 19:27 |  Wolfgang Böhm (Die Presse)

Der Währungskommissar spricht über den Vertrauensverlust der Griechen, die Kettenreaktion-Gefahr und die Schuld großer Mitgliedstaaten.

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Die Presse: Es gibt in Österreich die große Angst, die EU könnte sich in eine „Transferunion“ verwandeln, in der Bürger stabiler Länder für die Probleme in instabilen Ländern wie Griechenland, Portugal oder Irland aufkommen müssen. Besteht diese Gefahr?

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Olli Rehn: Ich kann diese Ängste verstehen. Es gibt sie auch in meinem Heimatland, Finnland. In der Währungsunion haben wir aber das Prinzip, dass jedes Land für seine eigenen Probleme Verantwortung tragen muss. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte das auch garantieren. Dazu muss man aber fairerweise sagen, dass in der Vergangenheit der Pakt nicht funktioniert hat. Er wurde von großen Mitgliedstaaten 2003 verwässert.

Sie meinen von Deutschland und Frankreich?

Ja, Deutschland und Frankreich. Das hat dazu geführt, dass wir bereits vor der Krise in Europa zu hohe Defizite gehabt haben. Die Schulden wurden nicht ausreichend abgebaut. Deshalb benötigen wir jetzt eine Reform. Der wichtigste Eckpunkt muss eine strengere Überwachung der Haushaltspolitik sein.

Zurück zu meiner Frage: Kann es passieren, dass wir in Zukunft tatsächlich für die Schulden von Griechenland oder Portugal aufkommen müssen?

Die EU wird in keine solche Transferunion verwandelt, wie sie derzeit in Österreich oder Deutschland diskutiert wird. Um die Stabilität des Finanzsystems sicherzustellen und einen Zusammenbruch wie nach Lehman zu vermeiden, haben die Mitgliedstaaten entschieden, einen Zusammenbruch der Liquidität einzelner Länder durch Maßnahmen wie die Errichtung des EFSF (Europäische Finanzstabilitätsfazilität, Anmerkung) abzusichern. Das muss immer mit rigorosen Auflagen für die betroffenen Länder verbunden werden.

Bisher speist sich der EFSF durch Garantien der Mitgliedstaaten, damit er Kredite vergeben kann. Ab 2013 soll es eine Art Europäischen Währungsfonds, den ESM geben, in den jedes Land eine Kapitaleinlage einzahlen muss. Österreich wird 2,2 Milliarden Euro einzahlen. Werden wir dieses Geld je wiedersehen?

Wenn der neue Stabiliätsmechanismus einmal errichtet ist, werden die Euroländer eine Kapitaleinlage von 80 Milliarden Euro leisten, sodass der ESM insgesamt 700 Milliarden Euro an gezeichnetem Kapital zur Verfügung hat. Er soll wirtschaftliche Stabilität in extremen Situationen gewährleisten.

Wie wahrscheinlich ist es, dass wir eine Inflationierung der hohen Staatsschulden erleben?

Das ist keine Option. Und ich will diese Option auch nicht. Die Europäische Zentralbank war erfolgreich mit ihrem hohen Stabilitätsziel. Sie hat zuletzt eine Inflation von 1,79Prozent ausgewiesen. Es gibt keinen Hinweis, dass sie von diesem Stabilitätskurs abgeht.

Die EZB hat Staatsanleihen der angeschlagenen Länder gekauft. Künftig soll auch der ESM solche Anleihen ankaufen können. Ist das keine gefährliche Entwicklung, die letztlich auch zu einer Geldentwertung führen kann?

Das war in einer schwierigen Situation eine Entscheidung der EZB, die unabhängig ist, und was ich nicht kommentieren will. Was den künftigen Stabilitätsmechanismus betrifft, so werden die endgültigen Entscheidungen über das Instrumentarium in Kürze getroffen.

Griechenland braucht immer neues Geld. Ist es überhaupt möglich, dass Athen das Schuldenproblem ohne sogenannten „Haircut“ – den Verzicht der Schuldner auf einen Teil der Rückzahlung – in den Griff bekommt?

Ein Haircut, also eine Schulden-Restrukturierung, wird immer sehr einfach dargestellt. Sie ist es aber nicht, und sie ist derzeit auch nicht notwendig. Griechenland muss das Vertrauen seiner europäischen Partner durch konkrete Schritte wiedererlangen. Es muss seine Haushaltsziele für 2011 einhalten und das Privatisierungsprogramm von 50 Milliarden Euro dringenst umsetzen. Wenn das geschafft ist, können wir die nächsten Schritte angehen. All das benötigt aber einen breiten politischen Konsens aller Parteien in Griechenland, wie wir ihn in Portugal und Irland schon haben. Ich erwarte, dass das griechische Parlament diesen Schritt rasch setzt.

 

Sehen Sie die Gefahr einer Kettenreaktion in der Eurozone, falls Athen seine Schulden nicht in den Griff bekommt?

Bisher haben wir es geschafft, dass die Wirtschaft der meisten Euroländer nicht von der Schuldenkrise einzelner Länder betroffen ist. Die Buschfeuer in Griechenland haben noch nicht zu einem europaweiten Waldbrand geführt. Deshalb ist es aber wichtig, dass die Reformen in allen Mitgliedsländern fortgesetzt werden, um Wachstum und Beschäftigung abzusichern. Wichtig ist auch, dass die Mitgliedstaaten verantwortlicher mit ihrem Haushalt umgehen. Spanien ist hier ein positives Beispiel. Es hat sehr mutige Schritte in seiner Haushaltspolitik und auch Strukturreformen eingeleitet. Damit ist es ihm vorerst gelungen, sich aus der Gefahrenzone herauszuretten.

Wie lange wird die Schuldenkrise in Ländern wie Griechenland andauern?

Griechenland ist sicher die schwierigste Geschichte. Eine Staatsverschuldung von rund 160Prozent kann nicht rasch abgebaut werden. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass Griechenland in einem Jahr bereits eine Haushaltsanpassung von sieben Prozent des BIPs geschafft hat. Es hat nach wie vor Probleme, seine Haushaltsziele einzuhalten. Aber wir dürfen nicht nur auf die Schulden sehen, sondern auch auf wirtschaftliche Reformen, damit Griechenland wieder auf den richtigen Weg findet.

 

Rechte Parteien wie die „Wahren Finnen“ oder die FPÖ, aber auch Wirtschaftsexperten wie Hans-Werner Sinn sprechen sich dafür aus, dass Länder wie Griechenland den Euro verlassen sollen. Ist das eine Alternative?

Ich schätze Hans-Werner Sinn als hervorragenden Wissenschaftler. Das heißt aber nicht, dass ich all seine Schlüsse teile. Der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro ist keine seriöse Option. Er wäre sehr teuer für Griechenland, aber auch sehr teuer – politisch wie wirtschaftlich – für die gesamte Europäische Union. Es ist sicher der bessere Weg, Griechenland zu helfen, seine Haushaltsprobleme wieder in den Griff zu bekommen.

Zur Person

Währungskommissar Olli Rehn (49) ist seit 2004 EU-Kommissar. Der finnische Politiker war vorerst für Erweiterung und ist nun für die Währungsunion zuständig. Rehn ist Mitglied der finnischen Zentrumspartei, einer liberalen Gruppierung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25. Mai 2011)

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90 Kommentare
 
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Gast: Reflector
26.05.2011 23:38
0

Oli du reitest ein totes Pferd und wir sind nicht dumm, klar?


Faszinierend nur wie sich die zu lügen trauen, es kann doch niemand behaupten, dass er wirklich glaubt, dass GR jemals alle seine Schulden tilgen kann.

Ist dies ja schon auch in den USA, D, A etc. nicht möglich.

Übrigens werden die bereits durch die EZB und damit den nationalen Notenbanken gekauften GR Papiere Abschreibungen bescheren. So, nun Oli wer bezahlt denn dafür? Du? oder die Abgeordneten zur EU-Burg oder Herr Barrosso oder einer seiner glorreichen unbekannten Ritter der Tafelsilberrunde?

Oder doch eher die Steuerzahler in den Geberländern?

Na also, das war es dann auch schon, das nennt man dann behübschend einen Finanzausgleich, soll heissen, man schiebt die Kröten nach Süden und die Schulden nach Norden. So, da ist er auch schon der berühmte Transfer!

Ausser natürlich du gehst zu all deinen noblen Haberern und machst eine Kollekte und zahlst es wieder zurück, dann erst glauben wir, dass es keine Transferunion gibt.

Nimm dir schon mal deinen größten Hut und mach Dich auf die Reise, aber verschwende nicht unsere Zeit mit diesem Geschwätz!

Gast: Lingus
26.05.2011 09:22
1

Wach auf Oli

Leiche können nicht wiederbelebt werden.

Der Griechenstaat ist am Ende, da hilft nur Insolvenz. Die Geldgeber müssen Federn lassen und fertig!

Jeder Cent der nach Griechenland überwiesen wurde oder noch wird ist ein vernichtetet Cent. Es wird rein garnichts bringen!

Gast: goodmorning
26.05.2011 08:49
0

die eu wird nicht, nein, sie ist ein steuergeldumverteilungsverein. die arbeitnehmer und steuerzahler spüren das jeden tag. ein abgehobener politischer eu umverteilungsfunktionär kann das ja auch nicht wissen.

diese griechische tragödie ist ein lehrbeispiel für ein versagen der gesamten politischen elite eines landes. die sozialistische eu politikerin schwört nun die griechischen bürger auf brutale opfer ein! unglaublich, was sich nun auf eu ebene abspielt, das volkvermögen soll jetzt den spekulanten u.kapitalmärkten um billiges geld geschenkt werden. Faymann,SPÖ, hat in den medien immer gesagt, die verursacher der finanzkrise- die spekulanten und banken sollen für die schäden aufkommen. aber das hat er selbst nicht einmal geglaubt. den arbeitnehmern, den steuerzahlern und familien, den asvgpensionen und bei der bildung werden massive eingesparungen verordnet. nur beim volk soll brutal eingespart werden(so die sozialistische Politikern). den bürgern europas wurde mit der eu und dem euro ein besseres leben versprochen. man hat nun jahrzehnte eines extremen wirtschaftswachstums und kapitalwachstums hinter sich.(alles umsonst, wie man sieht) dieses wachstum haben die menschen überall mit ihrer arbeitskraft und ihrem bemühen geschaffen. nun soll dieser soziale wohlstand für die allgemeinheit brutal abgeschafft werden und damit der reichtum einer kleinen vermögenden minderheit gesichert werden. auch bei uns zog eine SPÖ Managerin ederer vor der volksabstimmung durch das land, und versprach den österreichern sogar die monatliche erspranis von1000 ATS und nun werden auch bei uns massive sparpakete geschnürt. aber nur beim volk, bei den asvg pensionen, bildung, familien, u. arbeitnehmern

Olli, der Liberale ...

und wie alle Liberalen auf Kriegsfuß mit der Wirklichkeit und ein Politiker für Schönes Wetter.

Komiker-Solo

Lieber Stan und Olli als Olli Rehn... Des Letzeren unverschämte Lügen sind bodenlos. Ich fürchte das Erwachen kommt schneller und wird heftiger, als man sich das vorstellen kann.

Gast: BGE
25.05.2011 17:44
0

Wenn alle Menschen gleichzeitig zur Bank gehen ist jede, auch die beste Bank pleite und Geschichte!!


Die Folge des derzeitigen medialen Bombardements sind Herabstufungen der Kreditwürdigkeit und infolge exorbitant gestiegene "unbezahlbare!!" Zinsen für die "schwächsten" Schuldnerländer.

Daher, Solidarität mit diesen, damit die Zinsen sinken, Einforderung eines Solidarbeitrags der Gewinner des Zinsanstiegs z.B. durch eine eu-weite Börsenumsatzsteuer, nebst Solidarhaftung derselben, ..

Und verpflichtende Maßnahmen in allen EU-Ländern ihre Budgets gefälligst in Ordnung zu bringen und .... nach vorne zu schauen (Bildung, ...!!).

Wie? Durch Reformen (Verwaltung, Krankenwesen, Förderungen, Steuern, ...) und z.B. Umwandlung staatlicher Pensionen in "Grundeinkommen" weil der Anspruch auf 80 % der Letztgehälter eigentlich unfinanzierbar geworden (Lebenserwartung) ist.

Jegliche Unterstützung im Krankheits- bzw. Pflegefall, aber ansonsten wir das Geld eher wo anders gebraucht (Schuldenreduktion, um wieder Handlungsfreiheit zu bekommen).

Es hilft leider nicht,

mit auch noch so guten Argumenten auf ein totes Pferd einzureden.

Re: Es hilft leider nicht,

gut gesagt!

Gast: hanseee
25.05.2011 15:59
4

meine Sorge ist das diese EU noch zu lange existiert

hoffentlich löst sie sich bald auf, das wäre eine wirklich gute Nachricht und ein Neubeginn

Tee trinken...

;-)

Gast: Na und?
25.05.2011 15:42
5

Die EU ist schon lange eine Transferunion!!!

Deshalb möge Rehn uns keine Märchen erzählen: Von Industrie bis Agrar reichen die Förderungen, von gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schweigen. Bevorzugt werden die Großen, die Kleinen haben zu schweigen und zu zahlen!

Meldet der Ösi sein Auto in Ungarn an, ist er kriminell.

Lagert die Firma den Fuhrpark nach Ungarn aus, ist das legal.

Gerade die Österreicher sind hinten und vorne belogen worden: Transit, Sparbuch, Arbeitsmarkt, Neutralität,... Was die EU unserem Land gegenüber begangen hat, kann man nur als offenen Vertragsbruch bezeichnen!

Der Höhepunkt waren die Sanktionen anno 2000!

Abgesehen davon sollten die Griechen dagegen protestieren, daß ihr Land nur aufgrund massiver Lügen in den EUR hineingekommen sind!

Das Geld hat man schmunzelnd genommen, mit gerunzelter Stirn wird übers Zahlen geredet.

Wo sind die Milliarden denn hingeflossen?!?

Solidarität ist keine Einbahnstrasse!


Gast: Essen
25.05.2011 15:32
0

Information

Kann Herr Rehn nicht der Bevölkerung der EU die Unterschiede der einzelnen Staaten auflisten und erklären? Mir würde die Erläuterung des Rentensystems und des Steuersystems in der Schuldendebatte weiterhelfen. Manche Politiker bringen das durcheinander.

Gast: Bonn
25.05.2011 15:26
0

Stabilitäts- und Wachstumspakt

Wenn Frankreich und Deutschland die Bedingungen verletzen müssen andere die Dinge doch nicht nachmachen. Wenn andere ein Hochhaus runterspringen tue ich das nicht auch. Warum zählt

Gast: tc_t
25.05.2011 14:41
1

wortspenden im wissen

dass es kaum jemand liest, und wenn, dann bald vergisst, da die realität schneller ist!

Gast: Walthi
25.05.2011 13:26
5

Wo er recht hat...

„Die EU wird in keine Transferunion verwandelt“, genau. Die EU IST SCHON eine Transferunion durch Bruch des Lissabonner Vertrags.

Gast: Marximiliane
25.05.2011 13:22
4

Symbole der Angst vor dem Systemkollaps

Auf den Euro-Banknoten sind symbolisch Brücken abgebildet, aber die Euro-Länder driften auseinander.

Der Systemkollaps ist allgegenwärtig. Nur mit Milliarden und (dank Zinseszins) Abermilliarden
von Haftungen wird der Systemkollaps noch etwas hinausgezögert. AAA-Schuldner werden auf Gedeih und Verderb in den Schuldenstrudel mit hineingezogen - so lange, bis auch deren Kreditwürdigkeit verspielt ist. Dann drohen höhere Zinsen und der Schuldenstrudel wird sich noch schneller drehen.

Die Brücken auf den Euro-Banknoten sind so zu einem neuen Symbol geworden: dem Symbol der Angst vor dem Systemkollaps!
Kollabiert ein Land, drohen alle Brücken einzubrechen. Einer für alle, alle für einen!

Ich will SOFORT meinen Schilling zurück und nicht erst wenn es zu spät ist!


Ha, ha, ha........

........dreimal kurz gelacht dafür, dass eine derartige Aussage vom schlimmsten Totengräber der europäischen Idee kommt. Herr Rehn hat doch alles längst verspielt und zerstört......warum lässt man den noch Interviews geben? Die EU wird dank ihm und anderen Konsorten noch maximal 3 jahre existieren; danach ist Schluss mit lustig.......

Antworten Gast: BGE
25.05.2011 14:02
0

Man kann etwas (die Wirtschaft, die EU, eine Ehe, ..) auch zu Tode reden!


Die EU hat in der Krise sichtlich richtig reagiert, das Wirtschaftswachstum stimmt, die Inflation hält sich in Grenzen, ... einzig die Staatshaushalte!! (Wie aber auch USA, Japan, u.a.)

Und angesichts der kriegerischen Vergangenheit unseres Kontinents halte ich die EU (trotz Schwächen; wer hat die nicht) für ein Wunder!!

Aber Pessimisten kann man vermutlich auch durch noch so viele Argumente nicht überzeugen, ... weil gegen die Lupe ist kein Kraut gewachsen:-))

Re: Man kann etwas (die Wirtschaft, die EU, eine Ehe, ..) auch zu Tode reden!

Gegen eine Lupe ist kein Kraut gewachsen.
Doch reicht das normale Auge und ein normaler Verstand um mitzubekommen was sich in der so hochgelobten EU tatsächlich abspielt.

Re: Man kann etwas (die Wirtschaft, die EU, eine Ehe, ..) auch zu Tode reden!

"..... einzig die Staatshaushalte!!"
sehr lustig!

Der Patient ist pumperlg'sund, einzig der Krebs im Endstadium.

Gegen so massive Realitätsverweigung ist kein Kraut gewachsen.

Antworten Antworten Antworten Gast: BGE
25.05.2011 17:53
0

Wenn ... "Feinde" Prognosen erstellen :-))


Pardon, ... aber niemand käme auf die Idee, gerade der Prognose eines Feind's von Herrn Sowieso besonderen Glauben zu schenken.

transferunion...

....pfui, wenn es ums überweisen von geld geht.

....aber so richtig hui, wenn man genau deshalb gute geschäfte machen kann.

wer die ausgleichszahlungen zwischen den eu-ländern nicht will, der sollte SOFORT seine bereitschaft zu arbeitslosigkeit oder deutlich geringerem einkommen erklären.

eigentlich unglaublich wie viele volkswirtschaftlich völlig ahnungslose sich nicht scheuen, ihr unwissen öffentlich kund zu tun.

aber solange es anonym und gemeinsam mit anderen unwissenden ist, ist es wohl ok.
im richtigen leben, gegenüber informierten und gebildeten, würdet ihr mächtig ausgelacht werden!

Re: transferunion...

"eigentlich unglaublich wie viele volkswirtschaftlich völlig ahnungslose sich nicht scheuen, ihr unwissen öffentlich kund zu tun."

Dann beglücken Sie uns doch einmal mit Ihrem gewiss verblüffenden Wissen! Einen Teil Ihrer Weisheit haben Sie ja bereits dargelegt:

"wer die ausgleichszahlungen zwischen den eu-ländern nicht will, der sollte SOFORT seine bereitschaft zu arbeitslosigkeit oder deutlich geringerem einkommen erklären."

Ist das Voodoo-Ökonomie 2.0? Wir plündern die Taschen von X aus, um Y zu einem höheren Einkommen zu verhelfen, sodass am Ende beide deutlich hinzugewonnen haben?
Ich fürchte aber eher, Sie haben die Tragweite dessen, was gerade geschieht noch nicht ganz begriffen. Nämlich den ungehemmten Transfer von Ausgeplünderten zu den "Eliten" und ihren Freunden. Wenn Sie sich gegen Arbeitslosigkeit oder geringe Einkommen engagieren wollen, sollten sie für einen Freien Markt, nicht diese zu Tode regulierte Pseudo-Marktwirtschaft auftreten.
Ach ja: Damit nicht wieder der Vorwurf der Anonymität kommt, können Sie hier ein paar Artikel von mir unter meinem realen Namen lesen:
http://pagewizz.com/autoren/rainerinnreiter/seiten/beste/

Sie sind am Zug, mein Bester.

Re: Re: transferunion...

der transfer von ausgeplünderten zu den eliten ist doch kein eu-phänomen! das ist unabdingbare folge unseres wirtschaftssystems. das ist doch auch die regel innerhalb der volkswirtschaft nahezu jedes nationalstaats auf dieser erde.

@voodoo-ökonomie 2.0:
vor nicht allzu langer zeit war das burgenland fördergebiet I. viel geld wurde transferiert. war das unterm strich erfolgreich oder war es verschendetes geld?
es konnten dadurch firmen entstehen und weiterexistieren, es gibt dort arbeitsplätze --> steuern + abgaben.
war es für die 'geber' ein schlechtes geschäft? nein, dieses geld wurde doch investiert/konsumiert --> investitions- und konsumgüter konnten dadurch 'an den mann' gebracht werden.

in großem maßstab ist das auch in bezug auf GR und andere zu sehen: ist all das dorthin geflossene geld verbrannt worden? zu einem teil liegt es in den tresoren unserer banken und diese 'arbeiten' damit. zum größeren teil ist es sofort zurückgeflossen in form von vw, ikea, hofer-ware...

ein teil IHRES einkommens resultiert daraus, vielleicht sogar ihr arbeitsplatz!

ps.: ihre präferenz für einen freien markt, möglichst ohne regeln, wird durch die realität ziemlich desavouiert!

Re: Re: Re: transferunion...

Sie begehen einen leider verbreiteten Denkfehler, wenn Sie etwa schreiben:

"vor nicht allzu langer zeit war das burgenland fördergebiet I. viel geld wurde transferiert. war das unterm strich erfolgreich oder war es verschendetes geld?"

Wer hat investiert? Private Investoren, die freiwillig ihr Geld anlegten? Oder war es nicht vielmehr Steuergeld, das aus Zwangsabgaben resultiert?
Was Sie hierbei nicht beachten - und das soll kein Vorwurf sein, weil es praktisch nie hinterfragt wird - ist die Tatsache, dass wir niemals erfahren werden, was mit dem Steuergeld geschehen wäre, hätten es die Bürger persönlich "investiert". Vielleicht hätten sie Unternehmen gegründet? Oder - o Schreck! - freiwillig investiert? Warum nehmen Sie eigentlich an, dass der Bürger zu dämlich oder verantwortungslos ist, um mit seinen Ressourcen persönlich umgehen zu können? Weshalb muss der Staat hierbei "helfend" eingreifen?

"ihre präferenz für einen freien markt, möglichst ohne regeln, wird durch die realität ziemlich desavouiert! "
O bitte, fangen Sie jetzt nicht damit an, unsere Planwirtschaft mit Resten einer Feigenblättchen-Marktwirtschaft als "Freien Markt" zu bezeichnen.
Die Realität ist, dass die "Krise" nicht durch böse Spekulatoren vom Planet X, sondern durch unser System ausgelöst wurde, das darauf basiert, Ressourcen zu vernichten und ganze Generationen wirtschaftlich zu versklaven. Wo soll da der böse Freie Markt sein? Den wir eh nie hatten?

Re: Re: Re: transferunion...

Sie begehen einen leider verbreiteten Denkfehler, wenn Sie etwa schreiben:

"vor nicht allzu langer zeit war das burgenland fördergebiet I. viel geld wurde transferiert. war das unterm strich erfolgreich oder war es verschendetes geld?"

Wer hat investiert? Private Investoren, die freiwillig ihr Geld anlegten? Oder war es nicht vielmehr Steuergeld, das aus Zwangsabgaben resultiert?
Was Sie hierbei nicht beachten - und das soll kein Vorwurf sein, weil es praktisch nie hinterfragt wird - ist die Tatsache, dass wir niemals erfahren werden, was mit dem Steuergeld geschehen wäre, hätten es die Bürger persönlich "investiert". Vielleicht hätten sie Unternehmen gegründet? Oder - o Schreck! - freiwillig investiert? Warum nehmen Sie eigentlich an, dass der Bürger zu dämlich oder verantwortungslos ist, um mit seinen Ressourcen persönlich umgehen zu können? Weshalb muss der Staat hierbei "helfend" eingreifen?

"ihre präferenz für einen freien markt, möglichst ohne regeln, wird durch die realität ziemlich desavouiert! "
O bitte, fangen Sie jetzt nicht damit an, unsere Planwirtschaft mit Resten einer Feigenblättchen-Marktwirtschaft als "Freien Markt" zu bezeichnen.
Die Realität ist, dass die "Krise" nicht durch böse Spekulatoren vom Planet X, sondern durch unser System ausgelöst wurde, das darauf basiert, Ressourcen zu vernichten und ganze Generationen wirtschaftlich zu versklaven. Wo soll da der böse Freie Markt sein? Den wir eh nie hatten?

 
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