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EU-Parlament: Hans-Peter Martin ist nicht mehr immun

11.07.2011 | 18:27 |   (DiePresse.com)

Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments gibt Grünes Licht für das Betrugsverfahren gegen Hans-Peter Martin in Österreich. Eine endgültige Entscheidung im Parlamentsplenum folgt im September.

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Die Europaabgeordneten haben die Weichen für ein Justizverfahren in Österreich gegen den mit Betrugsvorwürfen konfrontierten EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin gestellt. Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments stimmte am Montag in Brüssel einstimmig für eine von der Staatsanwaltschaft Wien geforderte Aufhebung von Martins parlamentarischer Immunität, bestätigte eine Sprecherin des EU-Parlaments. Endgültig entscheiden soll darüber das Plenum im September.

Schwere Vorwürfe gegen Martin

Ins Rollen gebracht hatte die Causa der mittlerweile von Martin in Unfrieden geschiedene frühere Kollege Martin Ehrenhauser. Der frühere Büroleiter Martins hatte seinen Ex-Chef bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf "schweren Betrug", "Untreue" und "Förderungsmissbrauch" angezeigt. Ehrenhauser wirft Martin vor, aus der Wahlkampfkostenrückerstattung "eine Million Euro Steuergeld abgezweigt" zu haben. Martin bestreitet diese Vorwürfe. Er warf im Gegenzug Ehrenhauser vor, Daten aus seinem Computer entwendet zu haben. Martin war am Montag vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Martins Saubermann-Image befleckt

Bereits im Jahr 2008 hatte das Europaparlament die Immunität von Martin aufgehoben. Mit dem Beschluss machte das EU-Parlament damals den Weg für eine Privatklage von Martins früherer Steuerberatungskanzlei Merkur Treuhand frei. Die Kanzlei hatte den EU-Abgeordneten in Zusammenhang mit der Verwendung der Sekretariatszulage für Mitarbeiter auf Kreditschädigung geklagt. Das Strafverfahren, das die frühere Steuerberatungskanzlei des damaligen Finanzstaatssekretärs Christoph Matznetter (SPÖ) wegen Kreditschädigung gegen den EU-Abgeordneten angestrengt hatte, wurde kurz darauf vom Straflandesgericht Wien eingestellt, die Anklage der Merkur-Treuhand zurückgewiesen.

Vergangenen Dezember bestätigte der Europäische Gerichtshof allerdings, dass Martin 163.381 Euro an das EU-Parlament zurückerstatten muss. Das Europaparlament hatte die Gelder im Jahr 2007 von ihm wegen regelwidriger Verwendung der Sekretariatszulage im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Mitarbeitern zurückgefordert. Das EU-Parlament stützte sich dabei auf eine Untersuchung des EU-Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF). In Österreich war ein Strafverfahren gegen Martin auf Basis der OLAF-Erhebungen im November 2007 mangels Beweisen eingestellt worden.

Martin: "Stimme für Immunitätsaufhebung"

"Selbstverständlich setze ich diese parlamentarische Arbeit auch intensiv fort, wenn im September 2011 nunmehr schon - wie bereits Anfang 2008 - zum zweiten Mal meine Immunität aufgehoben werden wird", betonte Hans Peter Martin in einer Montag Abend verbreiteten Aussendung. "Dabei werde auch ich für die Aufhebung stimmen, da sie die formale Voraussetzung dafür ist, dass sich die Staatsanwaltschaft in Wien mit den haltlosen Betrugsvorwürfen beschäftigen kann."

(Ag.)

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16 Kommentare
Gast: Dein Onkologe
24.11.2011 17:44
0 0

Spannende Geschichte: Auf die Causa Martin folgt die Causa Ehrenhauser

In der News wird Ehrenhauser vorgeworfen seinen Magister abgeschrieben zu haben:

http://www.news.at/articles/1146/510/312357/martin-ehrenhauser-plagiatsvorwuerfe

Gast: jkjdkjfkd
13.07.2011 16:01
0 1

...

Wer auch Kritik äußert, ist nicht erwünscht in der EU und wird im Gegensatz zu unkritischen Politikern ins lächerliche gezogen und wenn das nicht funktioniert kriminalisiert.

Antworten Gast: bruesseler
13.07.2011 17:07
0 0

Re: ...

na da kennen sie die causa martin nicht

Hans-Peter Martin ist nicht mehr immun

ob er nun verschnupft ist?

Gast: Kibietz
12.07.2011 11:06
0 0

Tja, wenn man den Bonzen unbequem wird......

dann drängen die einen sofort ab vom Futtertrog.
Denn das kennen wir aus der Schweinemast: Am Futtertrog dulden sich nur die ganz gierigen!

Antworten Gast: toro
12.07.2011 11:31
0 0

Re: Tja, wenn man den Bonzen unbequem wird......

Wenn nur ein Bruchteil der Vorwürfe stimmt, ist Martin vielleicht nicht der Gierigste aber der Dummdreisteste...

Gast: wml
12.07.2011 08:55
1 0

Kein Wunder ...

... dass der Mann endlich weg muss.
Man erinnere sich nur an seine frühen Veröffentlichungen zum hemmungslosen Lobbyismus von EU-Parlamentariern, zB. Elmar Brok, der ungeniert Bertelsmann-Interessen vertritt.

Antworten Gast: hans2
12.07.2011 11:05
0 0

Re: Kein Wunder ...

Er hat es gleich zweimal geschafft, seine Weggefährten bei EU-Wahlen bis weit vor Ende der jeweiligen Legislaturperiode loszuwerden. Keiner davon kam aus dem "System EU", und keiner lässt mehr ein gutes Haar an ihm, weder menschlich noch was sein politisches und finanzielles Gebahren angeht. Ganz so heilig kann der selbsternannte St. Martin demnach wohl nicht sein.

Na klar ist er immun

gegenüber jeder Kritik an ihm. Kein Teflon-Abgeordneter, ein diamantener Abgeordneter.

2 1

warum bejammerts alle den eitlen narzißtischen schnösel martin?

dessen motto heißt:

1. martin
2. martin
3. martin
4. martin
5. martin
6. bis 20. martin

Gast: conscientia
11.07.2011 21:42
0 6

DIO MIO - DANN GLEICHES FÜR ALLE

Ich weiß zwar nicht , ob und was der einizge ehrlich kritische EUParlamentarier angestellt haben soll, doch das schlägt ja dem Fass den Boden aus - vielleicht sollte Kardinal Schönborn gleich mit angeklagt werden, da das erste Beschmutzungsverfahren der wirklichen Verbrecher nicht so ganz von Erfolg gekrönt war.

QUO USQUE TANDEM ABUTERE NOSTRAM PATIENTIAM - IMPERATORI REGIONI

Antworten Gast: Der mit dem Wolf tanzt
12.07.2011 10:51
1 0

Re: DIO MIO - DANN GLEICHES FÜR ALLE

"...einzige ehrliche kritische EUParlementarier...."
Auf sowas muss man mal erst kommen!!!
Kann nur einem Krone-Leser (leicht erkennbar an mangelnden Rechtschreibkenntnissen) einfallen.

die Krone

hat wieder einmal aufs falsche Pferd gesetzt.
Weg mit diesen unerträglichen Schnösel.

Gast: hydra
11.07.2011 18:27
3 5

Wieder ein Hofnungsschimmer weniger in der immer trister werdenden, dusteren Politlandschaft. Bald wird's zappperduster sein und alle Kassen geplündert, der Euro ein Fetzen Papier.


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Re: Wieder ein Hofnungsschimmer weniger in der immer trister werdenden, dusteren Politlandschaft. Bald wird's zappperduster sein und alle Kassen geplündert, der Euro ein Fetzen Papier.

Wenn die vorwürfe stimmen, kann er kein so großer Hoffnungsschimmer sein. Dann reiht er sich würdig in die Phalanx der Nehmer ein.

Re: Re: Wieder ein Hofnungsschimmer weniger in der immer trister werdenden, dusteren Politlandschaft. Bald wird's zappperduster sein und alle Kassen geplündert, der Euro ein Fetzen Papier.

bin ich ihrer meinung.
zuerst das urteil abwarten und dann jammern