Molterer: „Die Schulden sind das Problem“

28.07.2011 | 18:38 |   (Die Presse)

Ex-Vizekanzler Molterer sieht die Eurokrise nicht bewältigt, nur in einer anderen Phase angekommen. Österreichische Firmen wollen derzeit nicht in Griechenland investieren.

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Wien/Berlin/Ag. Wilhelm Molterer war noch Finanzminister und Vizekanzler, als die Wirtschaftskrise ihren Anfang nahm. Nun sitzt er als Vizepräsident in der Europäischen Investitionsbank (EIB) und warnt: „Die Wirtschaftskrise ist noch nicht bewältigt, aber sie ist in eine neue Phase eingetreten. Die Schulden sind jetzt das Problem.“ Der Euro-Krisengipfel habe jedenfalls sehr klare Signale gesetzt. Entscheidend sei, dass Griechenland nun schnell wieder auf den Wachstumspfad gebracht wird. „Dann gibt es sehr, sehr realistische Perspektiven, dass das investierte Geld der EU auch wieder zurückkommt.“

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Großer Enthusiasmus kommt zumindest bei österreichischen Firmen nicht auf, wenn es darum geht, in Griechenland zu investieren oder einzukaufen. Die griechische Regierung will ja bis 2015 mindestens 50 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Staatsbetrieben erlösen. Verbund, OMV, Telekom Austria, ÖBB und Asfinag haben bei einem Rundruf der APA unisono abgewinkt. „Griechenland ist derzeit nicht im Fokus unseres Interesses“, heißt es etwa bei der OMV. Und auch die Telekom Austria will sich nicht um eine Übernahme der griechischen Telekomgesellschaft OTE engagieren. Vor fünf Jahren hat es noch so ausgesehen, als würde die OTE bei der Telekom einsteigen. Ein klares Nein kommt von den ÖBB bei einem Kauf des Eisenbahnnetzes. Der Fokus der ÖBB liege auf der Sanierung des Unternehmens. Und auch die staatliche Autobahngesellschaft Asfinag denkt nicht an Beteiligungen in Griechenland. Beraterleistungen könnte man sich vorstellen.

 

DB berät bei Griechen-Umschuldung

Ausgerechnet die Deutsche Bank, die selbst viel Geld in Griechenland verliehen hat, soll das Land nun bei der Umschuldung beraten. Weitere Berater sind die internationale Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton sowie die US-Investmentbank Lazard. Außerdem sind Experten des Internationalen Bankenverbands IIF eingebunden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2011)

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13 Kommentare

Bitte ich möchte auch einen Beratervertrag haben...




Antworten Gast: homer 3
29.07.2011 12:08
1 0

Re: Bitte ich möchte auch einen Beratervertrag haben...

ich bitte auch - wenn geht rueckwirkend

Gast: Vogel Strauss
29.07.2011 10:30
3 0

Überflüssige Meldung, sehr gute Postings ...


Gast: Supi
29.07.2011 08:29
5 0

Nein Herr Molterer,

nicht die Schulden sind das Problem, sondern die Politiker, die sich die Wählerstimmen kaufen.

die Politiker sind das Problem!

Jahrelanges wegschauen und glauben mit gemeinsamer Währung sind die Budgetprobleme der einzelnen Staaten gelöst wird ein böses erwachen haben.

http://www.querschuesse.de/die-totale-rettung-ein-fake/

Gast: Hellboy
29.07.2011 08:15
2 0

Silly Willi's World...

;-))

Gast: hob
29.07.2011 07:58
4 0

Entsorgt

Wenn ein gescheiterter Innen-Politiker von der NR Hinterbank in eine europäische Institution entsorgt wird so ist das für sich gesehen noch nichts Schlechtes.Er könnte ja von der Gehaltsliste der österreichischen Steuerzahler verschwinden und sein Gehalt aus einem Gemeinschaftstopf beziehen.Gut wäre dabei nur,wenn er auch selbst samt seinen hinlänglich bekannten,völlig unqualifizierten Kommentaren aus der österreichischen Öffentlichkeit verschwindet!

Gast: sepplbauer
29.07.2011 07:24
2 1

Der Molterer .... ist das Problem, wie seine vielen Politikerkollegen auch ...

Versteht der gelernte Bauer und Baunernbund-Sekretär etwas von Geld ... und Volkswirtschaft ...
oder plappert er dasselbe wie seine "bürgerlichen Freunde" ....

Die Schulden zur Sanierung der Banken, werden von den Rating-Agenten (der Banken) jetzt als Belastung empfunden .....

Ein wenig Vermögenssteuer in allen europ. Ländern (die Ami´s haben das schon immer gehabt) und schon ist genug da, ... und die Bankensanierungsschulden bei denb Banken zu begleichen,

und wieder marktregeln und Kontrolle auf den Finanzmärkten der Welt .....

Antworten Gast: Supi
29.07.2011 08:31
1 1

Nun Molterer ist nicht der Einzige

der nchts von Wirtschaft und im speziellen der Finanzwirtschaft versteht. Der sepplbauer steht ihm da sicher in nichts nach, wenn er den linken Mainstream Schei. punkto Vermögensteuer und Marktregeln und Kontrollen nachbetet.

Gast: G 100
29.07.2011 06:51
5 0

die schulden sind das Problem

Diese Meldung erinnert mich an Volker Pispers (Kabarettist) Kommentar zu einer Untersuchung der Fa. L .dl durch die Beraterfirma R.B. Nach Vornahme intensiver Befragungen und Untersuchungen und und Ausstellung einer entsprechenden Honorarnote lautete das Resumee:"es liegt am Preis"! Welche außerordentliche Erkenntnis!
So, so es liegt an den Staatsschulden. Nun gut, wie stellt man des jetzt an mit dem auf den Wachstumspfad bringen? Geht er jetzt selber hin um das defizitäre Strukturproblem zu lösen? Macht er der erlahmten Industrieproduktion jetzt Beine? Überredet er das Volk des Odysseus politisch still zu halten? Hilft er beim geplanten Abbau der leider nicht sehr produktiven Staatsbeamten? Oder geht er gar selbst nun in Griechenland mit den Steuereintreibern mit? Und wenn wieder kein Geld zurückkommt zu den Zahlerstaaten, buttern wir wieder nicht vorhandenes Geld bei gleichzeitigem Abbau unser sozialen Errungenschaften in dieses Land. Besser die treten aus dem Euro aus und erzwingen einen echten haircut! Die letzte Maßnahme beinhaltet, wie es u.a.auch der der deutsche Bundesbankpräsident formuliert hat in Wirklichkeit eine Verbesserungsmöglichkeit für die Wertpapierspekulanten!

molterer

hatte bereits die chance, etwas zu veraendern

aber leider nix zustande gebracht

QUIT SPENDING!!!!!!!

Auf den Wachstumspfad "zurück"?

Waren denn die schon mal drauf, seit dem römischen Reich?

Gast: Godfather
28.07.2011 23:37
6 0

„Die Schulden sind das Problem“

Nicht die Schulden sind ein Problem, sondern das Faktum, das diese Politik zwar über unser Volksvermögen verfügen kann, aber vom Wesen des Geldes nicht die geringste Ahnung hat.

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