Androsch spricht sich für EU-Finanzminister aus

07.09.2011 | 10:59 |   (DiePresse.com)

Ex-Finanzminister Hannes Androsch glaubt, dass ein EU-Finanzminister die "notwendige finanzielle Disziplin sicherstellen" kann.

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Für einen EU-Finanzminister mit Rechten, die "notwendige finanzielle Disziplin sicherzustellen", sowie mit Sanktionsmöglichkeiten spricht sich der Industrielle und Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch in Zeiten der Schulden-Krise in Europa und einem abnehmenden Vertrauen in die Finanzmärkte aus. Es brauche das Verständnis, dass nur alle EU-Länder "miteinander eine Kraft" darstellen, sagte Androsch.

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Am Dienstag brachte etwa auch die US-Tageszeitung "The Washington Post" die Verunsicherung der europäischen Börsen über den Finanzsektor in Europa auf der Titelseite ("Markets stumble as financial angst unsettles Europe"), der Skeptizismus über politische Lösungen wachse. Die Krise sei eher eine psychologische und emotionale, denn das Vertrauen in das Geld sei verloren gegangen, so Androsch bei einem Vortrag im National Press Club in der US-Hauptstadt. Vor allem das Fehlen von politischer Führungskraft sei für die Krise verantwortlich. Es brauche dringend eine bessere Fiskaldisziplin, doch die politischen Systeme seien lahmgelegt.

Auch Trichet für Finanzminister

Zudem betonte Androsch, dass eine funktionierende Eurozone auch im Interesse der US-Amerikaner sein müsse. Einen Wertverlust des Euro herbeizusehnen - zu Gunsten eines stärkeren Dollar und einer Monopolstellung - sei kurzsichtig. Vielmehr würden die transatlantischen Beziehungen nur profitieren, wenn die Brücke "nicht nur auf der einen, sondern auch auf der anderen Seite gut fixiert ist". Es brauche funktionierende Bankensysteme. Grundsätzlich müsse man die Wirtschaft stimulieren, da ohne Wachstum und Expansion schwerwiegende Folgen für die Arbeitsmärkte zu erwarten seien, so Androsch.

Mit der Forderung nach einem EU-Finanzminister und einer stärkeren wirtschaftlicheren Kooperation folgte Androsch der Forderung vom französischen Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. Zudem setzen sich Frankreich und Deutschland für eine gemeinsame Wirtschaftsregierung für die Eurozone ein. Ein "vereintes Europa" sei als "notwendiges Ziel" bereits erkannt worden, so Androsch.

(APA)

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12 Kommentare
Gast: der wiener
09.09.2011 09:37
0 0

Was wollen wir?

Ich bin zwar kein "Kommunist" aber:

- geimensamer Wirtschaftsraum
- gemeinsame Währung
- viele verschiedene Mentalitäten

= des geht nur in einem starren System

national Eigenverantwortlich?: siehe die bereits aufgegebenen Währungsunionen (Bretton Woods)

es kann nur ein : entweder - oder geben!
is eigentlich logisch

Gast: Wiener
07.09.2011 17:59
0 0

Die Sozi Exknastis und ihre Ratschläge..

Danke lieber nicht.

Gast: BGE
07.09.2011 17:38
0 0

@guesto

Es gibt Nordamerikaner und Südamerikaner!??

Und weil die USA eine Teilmenge (nebst Kanada) von Nordamerika ist, können sie nicht die "Amerikaner" sein.

Sondern, ... USA'ler oder US-Amerikaner oder ...??

Gast: Das Langzeitgedächtnis
07.09.2011 16:34
0 0

Schon wieder ein ...

(in diesem Fall sogar rechtskräftig) Verurteilter, der uns sagt wie´s läuft ...

Gast: malino
07.09.2011 16:24
1 0

Besetzungsvorschlag

Der Hochegger Peter wäre nicht schlecht ...!

1 0

das Rad dreht sich weiter

Heute ESM und Deutschland, morgen ein EU Finanzminister und übermorgen "UnitedStates ofEUrope"

Sie steueren geradewegs dahin, keinen oder nur wenige scheint es zu interessieren!

Wo meine Damen und Herren Politiker sehen sie die einzelnen Statten in 10 JAHREN?

kraxn

Gast: dagobert besenginster
07.09.2011 15:39
1 0

Gottseidank: Wenn Androsch es fordert wird es nicht kommen

Noch nie ist etwas gekommen was Androsch forderte! Es wird also auch kein EU-Finanzminister kommen. Danke Herr Androsch!

Der Finanzminister ist dann so

durchschlagsfähig wie die Außenpolitikbeauftragte Ashton. Den Namen habe ich jetzt gegoogelt. Auf der zehnten Ergebnisseite von Google musste ich aufgeben. Nicht zu finden! Nur Ashton Kutcher....

Gast: [amok]
07.09.2011 13:57
1 0

wen interessiert's?

und gleich der nächste ex-minister, der heute ungefragt seine privatmeinung zum besten gibt. den lieben medien fällt offenbar auch nichts besseres ein, als jeder derartigen meinungsäußerung ein forum zu bieten. quasi leserbriefe in gestalt redaktioneller beiträge. peinlich...

Und was soll der einheitliche Finanzminister, bewirken wenn man nicht einmal den Budgets der Staaten vertrauen kann

Was hilft es denn wenn man zwar ein einheitliches Steuerrecht hat, aber in Griechenland es vollkommen anders vollzogen wird als bei uns.

Das bedeutet ja nur dass wieder die Anständigen die Dummen sind und genau das sprengt die Union, zerstört das Wohlwollen und den Frieden zwischen den Völker (wie dieser unglückseelige Rettungsschirm).

Ganz abgeehen davon dass Demokratie nun mal wichtiger ist als Euro und so ein Finanzminister ein Quais-Diktator durch die Hintertür wäre.

Einen Androsch und anderen gut verntzten mag das gefallen ein Zukunftskonzept ist es nicht.

Gast: guesto
07.09.2011 12:02
2 0

bitte Presse....

könntet ihr die ersten sein, die das Unwort "US-Amerikaner" auf die Müllhalde entsorgen?

es gibt nämlich nur Amerikaner.
Oder Kanadier. Oder Mexikaner.
Und nur erstere bezeichnen sich als solche. Daher ist diese pseudo-Unterscheidung peinlich. und wird von den Betroffenen i.d.R. auch nicht verstanden.

Denn die CS-Amerikaner gibt es seit 1865 ja nicht mehr, nicht wahr?

Antworten Gast: zwickerbussi
07.09.2011 14:54
0 0

Re: bitte Presse....


Nun, der "US_Amerikaner" ist eben unter den Schimmeln der Weiße.

;-)

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