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Warum Griechenland (noch) nicht aus dem Euro aussteigt

04.01.2012 | 18:16 |  NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Zu oft hat Angela Merkel betont, „alles“ für die Euro-Rettung tun zu wollen. Jetzt nutzt Athen die Eurokrise, um Berlin quasi zu erpressen. Das Land wird von seinen Schulden erdrückt.

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Wien. Die Ankündigung des griechischen Regierungssprechers Pantelis Kapsis klingt wie eine ernste Drohung: „Die Vereinbarung über Rettungshilfen muss unterzeichnet werden, andernfalls sind wir von den Märkten abgeschnitten und raus aus dem Euro“, sagte er am Dienstag im Fernsehen. „Die Lage wird sich dann sehr verschlechtern“, so Kapsis.

Noch nie zuvor hat die griechische Regierung einen Euro-Ausstieg offiziell in Erwägung gezogen. Aber Kapsis weiß: Allein die Möglichkeit in den Raum zu stellen, bringt die solventen Staaten der Eurozone unter Druck. Angela Merkel, die führende Politikerin in Europa, hat mehrmals klargestellt, dass der Euro in seiner Maximalvariante zu erhalten sei. Koste es, was es wolle. Aber immer mehr Menschen und Experten stellen sich die Frage: Wird das klappen? Und wenn nicht, wie funktioniert ein Euro-Ausstieg?

Dass die Regierung in Athen diese Möglichkeit in Erwägung zieht, ist kein Wunder. Das Land wird von seinen Schulden erdrückt – mit eigener Währung könnte man selbst für Inflation sorgen und die Schuldenlast senken. Der Weg dorthin wäre allerdings beschwerlich. Ähnlich wie Argentinien im Jahr 2001 müsste Griechenland die Währungsreform unauffällig vorbereiten und überraschend durchziehen – zum Beispiel an einem langen Wochenende.

Die Grenzen müsste man schließen und Kapitalverkehrskontrollen einführen – sonst würden die Griechen ihr Euro-Bargeld schnellstmöglich außer Landes schaffen. Denn eine Währungsreform wäre auch ein Haircut für die Griechen – die Sparguthaben würden nach der Wiedereinführung der Drachme für ein, zwei Wochen gesperrt bleiben – und an Wert verlieren, weil die neue Drachme schnell abwerten würde.

Die Ausstiegserpressung

Deswegen ist der Euro in Griechenland noch populär. Solange Deutschland beteuert, „alles“ für die Rettung des Euro tun zu wollen, kann Athen einen Wunsch nach dem anderen an Berlin richten. Immer mit der Drohung versehen: Sonst steigen wir aus. Nach fast zwei Jahren Euro-Rettungspolitik wäre das fatal. Die Märkte würden Portugal und Italien sofort als weitere Ausstiegskandidaten identifizieren. Alles Kapital würde flüchten, der Euro wäre angezählt.

Es gibt Gerüchte, dass Deutschland (und sogar Österreich) selbst einen Euro-Ausstieg vorbereiten. Diese werden aber von der deutschen und der österreichischen Nationalbank auf „Presse“-Anfrage heftig dementiert. Weder würde man neue D-Mark- oder Schilling-Scheine drucken, noch sei eine Notfallswährung bereits eingelagert. Die Bundesbank hatte in der Zeit des Kalten Krieges eine zweite DM-Serie vorrätig, falls die Russen den Westen mit gefälschten DM-Noten fluten sollten.

Die Gerüchte vom Ableben des Euro sind also falsch. Aber hartnäckig. Selbst das „Wall Street Journal“ berichtete im Dezember, dass die irische Notenbank bereits überlege, ausrangierte Druckerpressen wieder in Betrieb zu nehmen: um die Wiedereinführung des Pfund vorzubereiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2012)

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153 Kommentare
 
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Gast: gouruni
07.01.2012 16:13
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traurig

...ist, das meinungsbildende Medien es vorziehen populistische Arbeit zu leisten(s.o. die Ausstiegserpressung)
...das am Bodenliegende verhoehnt und stigmatisiert werden
...ist, das Verlgleiche mit Nachkriegszeiten angestellt werden, und sich niemand fragt, welchen Krieg die Griechen denn verloren haben
...ist, dass ich taeglich Menschen sterben sehe, und meine Landsleute voller Schadenfreude meinen, es gehe doch noch ein wenig mehr
ja, das macht mich traurig, vor allem, wenn ich daran denke, dass in nicht so ferner Zukunft, diese Leute dann meinen....ach so, das haben wir nicht gewusst

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Das Friedensprojekt mit dem Rettungsschirm

Fürchte, dass die Griechen mit ihrer Masche noch jahrelang erfolgreich sein werden.
Die deutschen Oppositionsparteien wären noch viel weiter gegangen als Merkel.

Vielleicht zeigt sich Griechenland ja demnächst mit Wahlkampfspenden für die eine oder andere Gruppe dankbar. :-)

Gast: TOM22
06.01.2012 11:32
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30 Jahre Betrug

Griechenland betrügt Europa seit 30 Jahren! Ich meine jetzt reichts endlich! Für eine gemeinsame Währung unterschiedlichster Staaten gibt es gar keinen Grund - Europa hat davor auch funktioniert. Es soll nur das zusammenwachsen was zusammen gehört. Der ganze Balkan hat in der EU überhaupt nichts verloren!

Re: 30 Jahre Betrug

Der "Betrug" kann keiner gewesen sein, jeder Wirtschaftsforscher kann beurteilen, ob gelieferte Zahlen plausibel sind oder nicht. Es muss schon so gewesen sein, dass die EU-Politiker das Offensichtliche nicht sehen wollten, weil sie in ihrem Größenwahn möglichst viele Staaten mit dem Euro beglücken wollten!
Unter diesen Umständen wäre der Tatbestand des Betruges nicht erfüllt!

Re: 30 Jahre Betrug

im prinzip ja, slowenien und kroatien ausgenommen!

Antworten Antworten Gast: freund?
06.01.2012 12:55
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Re: Re: 30 Jahre Betrug



NICHTS ausgenommen !!

Gast: guesto
06.01.2012 10:18
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wieso eigentlich das andauernde märchen von der unmöglichkeit eines EURO-Austritts?

slowakei und tschechien schafften es problemlos, eine währung auf zwei auseinanderzudividieren.

und selbst eine währungsspaltung in grösserem ausmass hat einen präzedenzfall:
1861 spaltete sich der dollar in einen Nord- und einen Süddollar.
also, wieso soll es keinen nordeuro unter der Ägide Deutschlands und einen Südeuro unter Frankreich geben?

mich deucht, weil es von seiten Frankreichs nicht gewünscht ist. denn die haben die katastrophale lateinische münzunion noch nicht vergessen. also brauchen sie den norden wie die butter unterm fromage.
das ist aber auch der einzige grund, warum man uns erzählt, die welt wie wir sie kannten würde zusammenbrechen.

das wird sie aber definitiv, wenn wir den wahnsinn fortsetzen. sollen wir denn jetzt jedes jahr 150 mrd. nach griechenland zahlen? (POR, IRL etc. mal ganz unberücksichtigt...)

in finnland, NL etc. werden das die Bürger an der Wahlurne zu verhindern wissen. bei unseren landsleuten bin ich mir da nicht so sicher. aber irgendein nordstaat wird definitiv den hut schmeissen.

der knackpunkt ist ja: 2012 ist ja das jahr, wo hunderte milliarden an 10-jährigen bonds reifen, die der süden per EURO-einführung erstmals und in gigantischem aussmass zu deutschem zinsniveau aufgenommen hat.

wie Italien da im ersten halbjahr eine halbe billion zu 7++% refinanzieren will, ist rätselhaft.
mit ein bissel sparen wird das nicht gehen.
vor allem nicht in einem land, in dem jeder angestellte pragmatisiert ist...

Re: wieso eigentlich das andauernde märchen von der unmöglichkeit eines EURO-Austritts?

Die "Unmöglichkeit" ist: wie bringt man die Griechen dazu, ihre (noch) wertvollen Euro gegen Drachmen zu tauschen, von denen alle wissen, dass sie ein paar Tage später fast wertlos sein werden!

Mit allem Übrigen, was Sie sagen, bin ich sehr einverstanden!

Antworten Antworten Gast: guesto
07.01.2012 07:40
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Re: Re: wieso eigentlich das andauernde märchen von der unmöglichkeit eines EURO-Austritts?

das ist ja das schöne - da es nicht nur kein Problem ist, sondern sogar ein Bonus für Staat UND Bürger.

denn, die meisten Griechen hocken ja schon auf ihrem Sparstrumpf. die Banken sind leergefegt.

das verbleibende Geld auf den Banken würde konvertiert. soweit, so gut.
aber die Euros, die die Griechen auf der Kante haben, können sie dann mit Gewinn in Drachmen eintauschen. sie haben dann erstmal ganz gut geld für den Privatkonsum - und, der Staat bekommt sofort relativ günstig an die neue Devise Euro. und das ganze mit ablaufdatum in ermangelung neuer euros.

friktionsfrei? nein!
aber: sofort können die Griechen wieder der für sie idealen Geldschaffungsform frönen: Drucken, bis die Schwarte kracht.

das es einen 100% schuldenschnitt geben wird, ist auch klar. schon jetzt redet man von 80%, damit ist die Richtung vorgegeben.

damit entfällt aber auch das problem, EURO-schulden in Drachme zu tilgen.
was uns ja jetzt als einer der hauptgründe für die nicht-machbarkeit hinterbracht wird.

wenn wir hingegen die unendliche alimentierung durchziehen, sehe ich für Europa schwarz. neben dem wirtschaftlichen bereich gibt es ja noch die politik - und da dräuen neue nationalistische tendenzen herauf. kurz: wenn Nordeuropa nicht mittelfristig zum Faschismus zurückkehren soll, müssen wir uns vom Süden trennen. der Euro würde nämlich blendend funktionieren, wären die Mitglieder ungefähr auf Augenhöhe.

Gast: Klassik
06.01.2012 08:55
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Verbrecher !!!

Alles Verbrecher da unten !!!
Politiker korrubt bis zum geht nicht mehr !!
Traurig Traurig !!

Re: Verbrecher !!!

Verbrecher sind die, die den armen Ländern mit der Euro-Einführung die Möglichkeit geschaffen haben, jahrelang auf Pump besser zu leben als es ihrem Einkommen entspricht, obwohl alle wissen mussten, dass die ihre Schulden niemals abzahlen können!

raus mit denen ....

.... auf was warten sie denn?

17000 Brüsseler Bürokraten waren nicht fähig

die Förderungs- u. Geldvernichtungsmaschine Griechenland samt der dahinterstehenden kriminellen Energie zu zähmen !!

Seit Jahren schon war der Missbrauch der Gelder aus dem Kohäsionsfond bekannt.

Somit bleibt nur der Schluss dass auch in Brüssel kriminelle Energien am Werk sein müssen.

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Re: 17000 Brüsseler Bürokraten waren nicht fähig

140.000 österreichische Beamte waren auch nicht in der Lage die österreichische Förderungs- und Geldvernichtungsmaschine (z. B. ÖBB) samt der dahinterstehenden angeblichen kriminellen Energie zu zähmen !!

Der Kohäsionsfonds zielt auf die Bereiche Verkehrs- und Umweltinfrastruktur, Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger in Mitgliedstaaten ab und hat mit den griechischen Budgetproblemen nichts zu tun!

Mit dem Euro kommen die Griechen nie wieder auf die Beine!

Für überschuldete Staaten ist kein anderer Ausweg bekannt als Währungsabwertung und ev. auch Inflation. So lange man das den Griechen verwehrt, werden sie immer künstlich am Leben erhalten werden müssen, was auf die Dauer nicht leistbar ist.

Der Ausstieg aus einer gemeinsamen Währung ist allerdings extrem schwierig, darauf haben hier schon mehrere Leute hingewiesen.

Meine Meinung ist, dass es nur so geht, dass der Euro über Nacht für ungültig erklärt wird. Die Hartwährungsländer müssten auf einen "Nordeuro" umsteigen, für noch rettbare Südländer könnte es einen "Südeuro" geben, die hoffnungslos verschuldeten Länder - wie Griechenland - brauchen unbedingt eine Währung für sich allein.

Einen anderen Ausweg, um den fatalen Fehler der Ausdehnung des Euroraumes auf ungeeignete Länder zu korrigieren, sehe ich nicht!


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Re: Mit dem Euro kommen die Griechen nie wieder auf die Beine!

"..Meine Meinung ist, dass es nur so geht, dass der Euro über Nacht für ungültig erklärt wird.."

zum glück ist es nur ihre meinung.

Gast: Gast783
05.01.2012 15:24
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Griechenland nicht europareif

Griechenland ist seit 1981 in der EU und hat es durch Misswirtschaft und Korruption geschafft EUSubventionen in astronomischer Höhe zu verbrauchen und ist jetzt im Zustand eines Dritte Welt Landes. Man sollte daher dieses Land aus der EU entfernen. Jede weitere Hilfszahlung kommt einer Konkursverschleppung gleich und venichtet nur noch mehr Geld

*********

Noch verbreiten unsere Politiker Durchhalteparolen, während deutsche Politiker längst schon das Horror- Szenario an ihren Kartentischen durchspielen.

Noch versuchen die verantwortlichen Politiker ihre Missgeburt, namens Euro, zu verharmlosen, aber spätestens wenn Spanien und Italien ähnlich wie Griechenland ins trudeln kommt, wird das ganze Desaster in ihrer ganzen Dimension sichtbar … Dann werden wir wieder Sondermeldungen aus Berlin (und diesmal auch aus Brüssel) hören …
Achtung, Achtung, hier spricht das Oberkommando des Euro …
Nur mit einem Unterschied: diesmal sind es die Deutschen, die Europa vor dem Zusammenbruch retten werden und müssen …


Drachme das Beste für Griechenland

Die Greichen hatten lange genug Zeit, ihre Euros ins Ausland zu bringen oder zumindest zu Hause zu verstecken. So blöd kann doch kein Grieche sein, sein Geld noch auf der Bank liegen zu haben!

Wenn also die Drachme eingeführt wird, entschuldet sich der griechische Staat, und die Griechen mit Geld bleiben reich. Die Blöden sind wir, denn die wertlosen Griechenanleihen hält die EZB - also der europäische Steuerzahler.

Zusätzlich sind die Grichen mit der schwächeren Drachme auch wieder wettbewerbsfähig. Für uns ist der einzige Vorteil, dass dann der Urlaub bei den Griechen wieder billiger wird.

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Re: Drachme das Beste für Griechenland

"Wenn also die Drachme eingeführt wird, entschuldet sich der griechische Staat,...."

Wie kommen Sie auf die Idee, dass die Schulden dann in Drachmen abgerechnet werden?

Fragen Sie einmal einen der schlauen Franken-Fremdwährungsdarlehensnehmer, ob sie ihre Schulden in Franken, oder in EURO zurückzahlen müssen.
Genau so ist es mit den Staatsschulden.
Selbstverständlich bleiben auch die Griechenlandanleihen in der gleichen Währung, das ist der EURO!

Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

Das problem @Fritz ist, dass die Masse keine Ahnung hat, was sie meinen. Strache und Bzö verseuchtes Denken haben die Oberhand...und sie schreiben vom Völkerbund, und den Schulden Österreichs...hier hat es schon Postings gegeben, wo einer gemeint hat, um die Schulden Griechenlands könnte er jetzt dorthin auf gratis Urlaub sich begeben, und sich 24 h Massieren lassen. Dass ist die Kategorie, mit welcher sie zu tun haben. Leider....

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Re: Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

Danke, ich kenne die Meinung der "Fachleute" hier.
Einer hatte die Idee, dass Österreich aus der EU austreten sollte, weil man dann wieder Zölle kassieren könnte und damit das Budget leicht zu sanieren wäre!
Für diesen blanken Unsinn, bekam dieser Witzbold auch noch 11 grüne Stricherln von diesen FPÖ-Claqueuren!

Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

schon mal was von "Default" gehört. Die Griechen werden nichts mehr zahlen, weil sie nichts haben. Wer nichts hat, der kann auch nichts zahlen...
Anders ist es mit dem CHF Kredit - da steht normal ein Haus als Sicherheit da, und das holt sich dann die Bank.

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Re: Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

Als "Economist" werden Sie ja auch Kenntnisse in Wirtschaftsgeschichte haben und wissen, dass Österreich und auch Deutschland 1918 oder 1945 wesentlich weniger hatten, als Griechenland heute. Österreich hatte 2 "Rettungsschirme" 1922 und 1932 erhalten und die letzten Verbindlichkeiten -nach Laufzeiterstreckungen- erst 1980 bezahlt. Nach 1945 war die Situation -DURCH HILFE DER SIEGER- wesentlich besser und bereits 10 Jahre später gab es ein "Wirtschaftswunder". Warum sollte das nicht auch in Griechenland möglich sein?

Mit meinem Vergleich zu den Fremdwährungskrediten wollte ich nur zeigen, dass die Schulden immer in der Schuld-Währung (oder zumindest im gleichen Wert) zurückgezahlt werden müssen und daher eine neue Währung keinerlei Vorteile erbringt.

Als "Economist" müssten Sie aber auch wissen, dass die Problematik der Fremdwährungskrdite nicht so einfach ist, wie Sie das hier darstellen. Da steht kein Haus als Sicherheit da, weil die Franken-Schuldsalden jetzt schon höher sind, als die gefallenen Liegenschaftswerte. Das dicke Ende wird erst mit der Tilgung kommen, weil diese Kredite mit 30 jähriger Laufzeit endfällig sind und die Tilgungsträger, die mit Wertpapieren in EURO unterlegt sind, diese Endsalden nicht erreichen werden. Die Franken-Schuldsalden werden wesentlich höher sein, als die angesparten Tilgungsträger und die Liegenschaften möglicherweise weniger wert.
Also die Bank wird sich "die Häuser holen", wie Sie das so schön nennen und die Schuldner werden weiter zahlen müssen!


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Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

... und geldaufnehmen mit drachme wird nur mit hohen zinsaufschlägen über die bühne gehen.

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Re: Re: Re: Drachme das Beste für Griechenland

"....geldaufnehmen mit drachme wird nur mit hohen zinsaufschlägen über die bühne gehen. "

So ist es !!!
Nur Naive glauben, dass man Schulden durch irgendwelche Tricks oder durch eine Währungsreform -in welcher Dimension auch immer- wegbringt und alle sind zufrieden.
Staatsschulden müssen immer rückgezahlt werden. Entweder durch den Schuldner selbst, durch den Gläubiger bei einem Haircut, oder durch einen eventuellen Bürgen.
Auch Österreich war 1922 bankrott und bekam 2 Völkerbundanleihen -heute Rettungsschirme genannt: 1922 880 Millionen Goldkronen und 1932 300 Millionen Schilling! mit einer Laufzeit von 20 Jahren.
Gebürgt haben 1932 England Frankreich, Italien und Belgien.
Von 1923 bis 1938 wurden alle Tilgungen und Zinsen gezahlt. 1938 wurden die Zahlungen eingestellt.Nach dem Krieg wurden die offenen Zahlungen eingefordert.
1980 wurde die letzte Rate bezahlt !!!

Die Rettungsschirm-Geber und auch wir als Rettungsschirm-Nehmer haben davon profitiert!

 
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