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Fiskalpakt: Barroso warnt vor Spaltung der EU

12.01.2012 | 15:10 |   (DiePresse.com)

Die Zustimmung für strengere Haushaltskontrollen der EU-Länder bröckelt. Der Kommissionschef warnt deshalb vor einer Spaltung.

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Am Anfang wollte nur Großbritannien nicht mitziehen, nun sträuben sich auch weitere EU-Länder und das EU-Parlament gegen strengere Kontrollen ihrer Haushalte durch den geplanten "Fiskalpakt". Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso warnte am Donnerstag vor einer Spaltung der Europäischen Union durch den neuen Vertrag in Eurozone und EU. "Wir bedauern jede Entwicklung, die zu einer Spaltung Europas führen könnte. Das wäre sehr schädlich für unser gemeinsames Ziel", sagte Barroso in Kopenhagen.

In Brüssel setzten am Donnerstag Vertreter der 27 EU-Regierungen die Beratungen über den Vertrag fort. Der sogenannte "Fiskalpakt" soll im März unterzeichnet werden und für Vertrauen der Finanzmärkte sorgen. Kern des Pakts sind nationale Schuldenbremsen, also Regeln darüber, dass die Staatsausgaben langfristig einen Höchstwert von 9,5 Prozent des BIP nicht überschreiten dürfen. Diese Regeln müssen dem neuen Entwurf zufolge von den nationalen Parlamenten  aber doch nicht im Verfassungsrang beschlossen werden. Es reichen einfache Gesetze.

"Ein Rückfall"

Der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU) sagte dem Deutschlandfunk, der aktuelle Vertragsentwurf sei "ein Rückfall" gegenüber der in der Vorwoche diskutierten Version. Klare Zusagen für eine Beteiligung des Europaparlaments und der nationalen Parlamente seien nicht mehr vorhanden. Die Nutzung der EU-Institutionen Parlament und Kommission sei "nicht in wirklich guter Weise geregelt", sagte Brok. "Hier können nicht neue Institutionen geschaffen werden. Wir dürfen nicht dazu kommen, dass die Europäische Union geteilt wird."

Großbritannien nimmt an den Verhandlungen teil, wird den Vertrag aber nicht unterzeichnen. Auch in Tschechien regt sich Widerstand. Präsident Vaclav Klaus will einen Vertrag auf keinen Fall unterzeichnen; Außenminister Karl Schwarzenberg drohte deshalb mit seinem Rücktritt, sollte Tschechien nicht mitziehen.

Der "Fiskalpakt" soll wegen des britischen Vetos außerhalb der EU geschlossen werden. Er soll von allen Euro-Staaten und den allermeisten Nicht-Euro-Staaten unterschrieben werden. "Wir unterstützen diesen Vertrag, vorausgesetzt, er ist mit dem EU-Vertrag, mit den europäischen Institutionen und der Gemeinschaftsmethode vereinbar", sagte Barroso. Die "Gemeinschaftsmethode" bedeutet eine Einbeziehung von Parlament und Kommission.

"Brauchen mehr Koordinierung"

Die Kommission kann einen solchen Vertrag nur dann unterstützen, wenn er zwar die Eurozone stärkt, aber nicht die EU insgesamt schwächt, aufbricht oder bedroht", mahnte Barroso. "Wir brauchen mehr Koordinierung die der Eurozone. Aber wir können das tun, ohne die grundlegenden Prinzipien von Einheit und Solidarität aller Mitgliedstaaten zu untergraben."

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5 Kommentare
Gast: little_brother_is_watching_you_too!
12.01.2012 20:44
0 0

dann spaltet es sich halt.

auch wurscht.
ach ja, herr baroso, was ist denn genau unser gemeinsames ziel?

Gast: michl100
12.01.2012 20:12
0 0

Liebe Presse!

Seit Monaten zeigt ihr immer ein gleiches Bild!

Ein Minarett,in der Mitte die Europäische Fahne und rechts die Türkische Fahne!

Was wollt ihr damit bezwecken?
Verschont uns bitte damit!

Gast: transparency
12.01.2012 19:05
1 0

europa ist ein kontinent der vielfalt und regionen- der teuro einheitsbrei und die banken eu sind daher gescheitert- aber noch gibts billionen für die zockerbankenmärkte,aber dafür gibts sozialabbau für die europäer.

die deregulierten casinofinanzmärkte cashen mehr ab, als je zuvor.aber nur bei den steuerzahlern, familien u.arbeitnehmern soll eine schuldenbremse eingeführt werden. und die sozialistischen Gewerkschafter machen da natürlich, wie immer, mit. faymann-hundstorfer haben die spö in diese teurosozialabbau-sackgasse geführt -daher die massiven wahlniederlagen. dass die internationalen finanzmärkte u.banken keine positive gesamtgesellschaftliche veantwortung übernehmen, müsste die politik längst wissen. diese casinobanken haben unvorstellbare summen von volksvermögen in die deregulierten finanzmärkte umverteilt,u.das können sie ja auch perfekt. für die gewinner u.finanzeliten gibts daher keine finanzkrise- dies ist nur eine krise der arbeitnehmer u.steuerzahler- denn die wurden von der politik den casinobanken ausgeliefert. genauso bei den staatlichen asvg pensionen- die sind nicht und waren niemals schuld an diesem teuro und finanzmarktdesaster. auch die aussagen von medien, finanzexperten u.politikern dass die arbeitenden menschen jahrzehnte über ihre verhältnisse gelebt haben, ist ein skandal. die ganze sache rund um die eu, den teuro u.die finanzmärkte ist in wirklichkeit eine riesige demokratiepolitische krise. viele politiker wissen leider nicht mehr von wem sie in ihre positionen gewählt wurden- nicht von den casinobanken u.spekulanten, sondern von den steuerzahlern, arbeitnehmern u.pensionisten. aber lobbying für die finanzkonzerne zahlt sich eben aus -in jeder hinsicht.

Gast: gast1984
12.01.2012 17:05
2 0

Der Kommissionschef warnt deshalb vor einer Spaltung.

Ja sicher! Weil dann verliert der Sesselkleber seinen Job!

Gast: Bonn
12.01.2012 16:46
0 0

Welche..

Staaten wollen den Fiskalpakt nicht? Ich möchte die Namen der Staaten hören. Mir ist der Artikel zu gemein.