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Ostöffnung: Hallo Nachbar! Die späte Versöhnung

19.02.2012 | 18:20 |  von Wolfgang Böhm (Die Presse)

Eine Generation hat es gebraucht, bis die Österreicher die Ostöffnung verkraftet haben. In den letzten zehn Jahren hat sich die Stimmung radikal verbessert, belegt eine neue Studie.

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Wien. Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel hatte sich um die „soziale Stabilität“ des Landes gesorgt. Der damalige FPÖ-Wirtschaftssprecher Thomas Prinzhorn bezeichnete 1998 die Osterweiterung als „vollkommen entbehrlich“. Es würde zu keiner Belebung der Wirtschaft kommen, sondern zu einem Druck auf den Arbeitsmarkt. FPÖ-Parteichef Jörg Haider warnte vor 300.000 Zuwanderern.

14 Jahre später hat sich das Bild völlig gewandelt. Die Horrorszenarien sind nicht eingetreten. Auch die Stimmung in der Bevölkerung hat sich laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) radikal verbessert. Die ÖGfE hat die Einwohner in Regionen diesseits und jenseits der gemeinsamen Grenze mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn schon vor zehn Jahren befragt. Damals dominierte Skepsis, heute hingegen eine positive Stimmung. Niederösterreicher etwa, die nahe an der Slowakei wohnen, bewerten mittlerweile mit klarer Mehrheit (58 Prozent) die Auswirkungen der Öffnung der Grenze nach dem Fall des Eisernen Vorhangs als „positiv“. Das sind um 19 Prozentpunkte mehr als 2001. In den restlichen Grenzregionen hat sich das Bild ähnlich verändert. „Dieser Stimmungswandel hat damit zu tun, dass es immer mehr persönliche Kontakte gibt“, so Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE. Tatsächlich haben sich laut der Umfrage die persönlichen Kontakte in gleichem Maß erhöht wie die positive Stimmung.

Die Österreicher fahren heute öfter zu Kurzaufenthalten in die Nachbarregionen als vor zehn Jahren. Während sie vor allem touristische Ziele besuchen, kommen die Bewohner der Grenzregionen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn vorwiegend zum Einkaufen nach Österreich. Das bringt neue Kaufkraft in die einst wirtschaftlich schwachen Gebiete Ostösterreichs. So verwundert es nicht, dass die heimische Bevölkerung mittlerweile eine positive Bilanz für den Arbeitsmarkt zieht. 48 Prozent der Befragten in Oberösterreich, 40 Prozent im Burgenland, 36Prozent in der niederösterreichischen Region nahe der Slowakei und 34 Prozent in der Region an der tschechischen Grenze orten eine „positive Entwicklung“ auf dem Arbeitsmarkt. Nur eine Minderheit sieht dies negativ.

Jenseits der Grenze wird die Lage noch positiver eingeschätzt, mit Ausnahme von Ungarn. So geben 69 Prozent der Slowaken, die in der Nähe der österreichischen Grenze leben, an, es gebe heute deutlich mehr Arbeitsmöglichkeiten. „Die Grenzregionen besitzen ein hohes wirtschaftliches und touristisches Potenzial. Es ist eine Win-win-Situation für beide Seiten“, so Schmidt.

„Da warten über eine Million Menschen – die verzweifelt sind, die arbeitslos sind“, warnte FPÖ-Chef Heinz Christian Strache vor der Arbeitsmarktöffnung am 1. Mai des vergangenen Jahres. Die Umfrage der Gesellschaft für Europapolitik belegt allerdings, dass solche Aussagen mittlerweile keine Ängste mehr auslösen. 56 Prozent der Bewohner an der slowakischen Grenze und 63 Prozent der Bewohner an der tschechischen Grenze rechnen mit „wenigen“ beziehungsweise „fast keinen“ Arbeitskräften, die einpendeln. Laut einer jüngsten Statistik des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger arbeiten seit 1. Mai tatsächlich nur 1644 Ungarn zusätzlich im Burgenland. 1018 Slowaken haben eine Arbeit im benachbarten Niederösterreich angenommen.

 

Angst vor Kriminalität bleibt

Ein Wermutstropfen bleibt die Einschätzung der Kriminalität. Mehrheitlich ortet die österreichische Bevölkerung an der Grenze eine negative Entwicklung nach der Ostöffnung. Schmidt sieht hier allerdings auch eine „Diskrepanz zwischen gefühlter Wahrnehmung und den tatsächlichen Fakten“. Der ÖGfE-Chef belegt dies mit der Anzahl der angezeigten Straftaten in den Grenzregionen. Demnach hat sich die Zahl der Anzeigen in den niederösterreichischen und burgenländischen Grenzbezirken zwischen 2004 und 2011 wieder deutlich reduziert. Die Vorbehalte in der Bevölkerung aber blieben.

(c) Die Presse / GK

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2012)

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107 Kommentare
 
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Gast: zaungucker
23.02.2012 11:32
12 0

...noch viel besser

würde die Situation schlagartig werden, würden sich die Tschechen von den völkerrechtswidrigen und menschenrechtsverachtenden Benesdekreten verabschieden!

Antworten Gast: rumicek
23.02.2012 15:03
0 17

Re: aber dass

würde voraussetzen, dass die Sudetendeutschen ihre völkerechtswidrigen Forderungen zurück ziehen. Und das ist nicht zu erwarten, da der Status Quo ist bei denen zu einer Art Ersatzreligion verkommen ist

Antworten Antworten Gast: tatinek
01.03.2012 07:16
8 0

Re: Re: aber dass

Hallo, wenn man sich gegen ethnische Säuberung und Raub wehrt, so soll das völkerrechtswidrig sein? Sind Sie noch zu retten?

Antworten Antworten Gast: zaungucker
24.02.2012 08:41
16 0

Re: Re: aber dass

Sie haben eine sonderbare Rechtsauffassung! Was ist für Sie völkerrechtswidrig? Wenn jemand das zurückhaben will, was ihm gestohlen wurde? Als völkerrechtswidrig würde ich eher ethnische Säuberung, Raub und Mord bezeichnen, so wie es in der Tschechoslowakei passiert ist!

Antworten Antworten Antworten Gast: rumicek
24.02.2012 13:02
0 18

Re: Re: Re: aber dass

Völkerrechtswidrig sind die Forderungen der Landsmannschaft, dies geht eindeutig aus dem kürzlich gefällten Urteil des internationalen Gerichtshofes hervor. Da ging es um Entschädigungen von Italienern aus dem 2.WK. Danach sind Forderungen von Einzelpersonen, und das ist die Landsmannschaft als juristische Person auch, einem suveränen Staat gegenüber nicht zulässig ! Solche Fordeungen wurden als völkerrechtswidrig eingestuft. So ist es nun mal!!
Übrigens, wer hat die ermordeten und bestohlenen Tschechen entschädigt ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast heute
28.02.2012 07:29
9 0

Re: Re: Re: Re: aber dass

Bitte WER hat den Tschechen WANN und WO und vor allem WAS gestohlen??? Ersuche um genaue Angaben!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: rumicek
28.02.2012 10:00
0 12

Re: Re: Re: Re: Re: aber dass

Also wenn Sie das nicht wissen, ist Ihnen wirklich nicht zu helfen! Oder wollen Sie uns etwa einreden, dass die Zeit der deutschen Okkupation für die Tschechen vorteihaft war ? Der ganze Staat wurde ausgeplündert, für den Krieg gleichgeschaltet uns unter dem Vorwand der sog. Arisierung bestohlen ! Davon hat die deutsche Wirtschaft und der Staat auch nach dem Krieg profitiert, ohne jemals einen Pfennig Entschädigung zu zahlen ! Und jetzt kommen Sie als "Völkerrechtsbomber" !!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: söckl
29.02.2012 10:48
10 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: aber dass

So ein Schwachsinn, Tschechien ist während des 2. WK noch gut dagestanden, trotz der unrechtmäßigen Okkopation. Erst nach der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung hat der wirtschaftliche Verfall begonnen. Das hat sogar Vaclav Havel persönlich festgestellt!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast heute
29.02.2012 09:31
10 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: aber dass

Den Tschechen gings im 2. Wk den Verhältnissen entsprechend so ziemlich am Besten von allen (siehe auch Zitat von Churchil). Nochmals konkret :WAS wurde WO gestohlen? Daß die Industrie für dei deutsche Besatzung arbeitete, ist klar, aber Tschechen wollten sogar in den Brünner Waffenfabriken usw. eine Stelle bekommen, weil dort gut bezahlt wurde! Ich will natürlich nicht die Okkupation durch Hitler verteidigen, das war sicherlich Unrecht! Aber ebenso Unrecht war die Diskriminierung der Sudetendeutschen nach dem 1. WK und an-schließend die brutale Vertreibung, die mit der Ermordung abertausender und der Berau-bung aller einherging! Tak to je, kamerade!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast 29
24.02.2012 16:36
15 0

Re: Re: Re: Re: aber dass

ihr seid wirklich die einzige spezies in europa, welche ihre verbrechen mit allen mittel verteidigt!

Antworten Antworten Gast: razochil
24.02.2012 07:45
8 0

Re: Re: aber dass

Sie haben eine sonderbare Rechtsauffassung! Was ist für Sie völkerrechtswidrig? Wenn jemand das zurückhaben will, was ihm gestohlen wurde? Als völkerrechtswidrig würde ich eher ethnische Säuberung, Raub und Mord bezeichnen, so wie es in der Tschechoslowakei passiert ist!

Gast: zaungucker
23.02.2012 08:07
4 0

...noch viel besser

würde die Situation schlagartig werden, würden sich die Tschechen von den völkerrechtswidrigen und menschenrechtsverachtenden Benesdekreten verabschieden!

Gast: dass
21.02.2012 21:20
0 0

wetten

schwier zu verkraften wenn sich die ehem. ostländer zu gleichwertigen partner aufarbeiten.
geschweige wenn schon einige andere an bedeutung velieren.

Gast: --Europäer--
21.02.2012 11:04
3 3

Lauter Schluchtendenker

Es gibt keinen Weg zurück. Gut so!

Antworten Gast: Free
21.02.2012 17:02
4 1

Re: Lauter Schluchtendenker

Irrtum Linker und du wirst es noch merken.

Antworten Antworten Gast: --Europäer--
21.02.2012 21:13
0 5

Re: Re: Lauter Schluchtendenker

Ja, einen Weg für Schluchtendenker: Zurück in die Schlucht. Husch, husch...

Gast: total crash
20.02.2012 21:06
3 0

Traue keiner Studie,

keiner Statistik die du nicht selbst ver/gefälscht hast. [°µ°]

Gast: Wiener
20.02.2012 19:04
4 17

Die Österreicher hätten den gerne den Eisernen Vorhang wieder aber diesmal doppelt so breit und hoch.

So schauts aus.

Antworten Gast: rumicek
21.02.2012 13:30
1 18

Re: Die Österreicher hätten den gerne den Eisernen Vorhang wieder aber diesmal doppelt so breit und hoch.

Ja, das möchten wir auch, aber diesmal um Österreich rum !

Antworten Antworten Gast: der biedere
27.02.2012 07:22
11 0

Re: Re: Die Österreicher hätten den gerne den Eisernen Vorhang wieder aber diesmal doppelt so breit und hoch.

Auch wenn´s in Österreich (wie in allen Ländern) viel Deppen gibt, aber so blöd, sich selbst einzusperren, sind die Österreicher nicht!

Antworten Antworten Gast: ganz richtig
24.02.2012 09:38
16 0

Re: Re: Die Österreicher hätten den gerne den Eisernen Vorhang wieder aber diesmal doppelt so breit und hoch.

na freilich, ist doch klar. wenn mehr als ein drittel des landes unrechtmässig angeeinet wurde, so muß man das "ehrlich erworbene" schon schützen, gell?

Antworten Gast: Ösi 1955
21.02.2012 09:19
0 10

Re: Die Österreicher hätten den gerne den Eisernen Vorhang wieder aber diesmal doppelt so breit und hoch.

Wahrscheinlich ein bisschen verklemmte Nabelgucker, die Österreicher in deinen Augen. Ich zähle nicht dazu!

Vorteil?

Die Ostöffnung hat unserem Land auch viele Nachteile gebracht - Stichwort Ostbanden!

Re: Vorteil?

Wie können Sie nur etwas so Hässliches schreiben? Können Sie nicht wie alle guten Menschen warten, bis sie selbst zum Opfer geworden sind? Dann können sie ihre Meinung doch mit viel mehr Berechtigung darlegen. (Achtung: Satire)

Gast: edi
20.02.2012 17:37
3 5

hoppala

Warscheinlich wird sich der rest der welt in luft auflösen weill es ösi danach ist.

Solche Studien und Umfragen sind nichts als ein weiteres Beiwerk von und für die Multikulti Proponenten und Beschwichtiger.

Realistischer wäre: Kluge Politik, Bürgernähe und adäquates sinnvolles Handeln ist eine Überlebensfrage für den Staat/Volk (mehr Realpolitik wäre angesagt).

 
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