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EU sperrt Ungarn Förderung von 500 Millionen Euro

22.02.2012 | 17:14 |   (DiePresse.com)

Die Kommission straft Ungarn wegen seines hohen Budgetdefizits. Ein "beispielloser" Schritt in der Geschichte des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Ungarn kritisiert die Entscheidung scharf.

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Die EU-Kommission macht ihre Drohung gegen Ungarn wahr: Sie friert rund 495 Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Kohäsionsfonds ein. Der Grund: Die nicht zufriedenstellende Korrektur des ungarischen Budgetdefizits. Das teilten EU-Währungskommissar Olli Rehn und Regionalkommissar Johannes Hahn am Mittwoch mit.

Es ist das erste Mal seit dem Bestehen des Stabilitäts- und Wachstumspakts, dass die EU eine solche Sanktion verhängt. Die Kommission sprach von einem "beispiellosen" Schritt. Ungarn habe trotz wiederholter Warnungen das Haushaltsbudget nicht gesenkt. Bereits im Jänner hatte die Kommission beanstandet, dass das Land sein Defizit 2012 nur mit Einmalmaßnahmen unter die Grenze von drei Prozent des BIP senke und die Konsolidierung damit nicht von Dauer sei.

"Kräftiger Anreiz" für Regierung

Die Suspendierung des Geldes solle Ungarn als "kräftiger Anreiz" dienen, erklärte Rehn. Die Regierung müsse nun eine "vernünftige Finanzpolitik" einführen. Sollte die national-konservative Regierung von Viktor Orban das Defizit bis zum 1. Jänner 2013 nicht zufriedenstellend senken können, droht dem Land ein dauerhafter Verlust von insgesamt 495.184.000 Euro.

"Unbegründet und rechtlich angreifbar"

Die ungarische Regierung kritisierte die Entscheidung als "unbegründet, ungerecht, unter rechtlichen Aspekten angreifbar und wider dem Geist der Grundverträge". Immerhin wolle die Kommission "wegen eines zukünftig angenommenen Ereignisses Sanktionen verhängen", hieß es am Mittwoch. Zugleich rechne die ungarische Regierung nicht mit einem tatsächlichen Einfrieren der Gelder, erklärte Zoltan Csefalvay, Staatssekretär im ungarischen Wirtschaftsministerium.

Die EU-Finanzminister müssen noch ihre Zustimmung für das Einfrieren der Gelder geben. Sollte dies passieren, würde Ungarn aber trotzdem weiter alles unternehmen, um das Defizit unter 3,0 Prozent zu drücken.

Die suspendierten Millionen Euro entsprechen rund 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukte (BIP) Ungarns und 29 Prozent des gesamten Anteil Ungarns am EU-Kohäsionsfonds. 2010 hatte Ungarn rund zwei Milliarden Euro aus dem Fonds bekommen. Derzeit nehmen 15 Ländern Zahlungen aus dem Kohäsionsfonds in Anspruch. Die Gelder kommen besonders rückständigen Regionen zugute, deren Bruttonationaleinkommen weniger als 90 Prozent des EU-Durchschnitts beträgt. Größter Nutznießer des EU-Kohäsionsfonds in der derzeitigen Finanzierungsperiode von 2007 bis 2013 ist Polen.

(Ag.)

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162 Kommentare
 
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Der Schärdinger

Die EU sperrt gar nichts. Androhung und was ist dann?
Ein wenig wichtig hier, ein wenig bla bla da und schon fließt wieder das Geld.
Wetten!!?
Überprüfung das ganze Jahr und dann wird bezahlt.
Alle haben wieder über die wichtige EU gesprochen, geschehen ist gar nichts.
Aber bis dahin wird sowieso wieder Grichenland das Thema Nr. 1 sein.

Antworten Gast: mysterium
23.02.2012 18:51
2 0

vor allem erlaubt man Spanien die Defizitgrenze ordentlich zu sprengen.

Das passt alles zusammen.

Gast: Alles ist ungewiss
23.02.2012 13:05
3 0

Feigheit,

Hinterfotzigkeit, Zynismus, alles zusammen nennen wir 'Mainstream' und alles zusammen ergibt den Untergang Europas im Namen der sozialistischen 'Gerechtigkeit', wie sie natürlich auch Österreich kennt.

Feigheit, Duckmausertum, Scheinheiligkeit, es ist für mich zum Kotzen, mit welchen öffentlichen, schwer bezahlten 'Persönlichkeiten' man es da zu tun bekommt. Alles inzwischen eine Diktatur geworden, und sogar die, die das sehen und wissen, was da gespielt wird, machen da mit. Für mich enttäuschend dieser nach Brüssel abgeschobene Herr Dr. Hahn. Rein formal, zynisch, selbstverleugnend, wenn er überhaupt was denkt dabei. Was wohl seine Mitarbeiter denken ?

Ich frage mich immer wieder, was wohl das Ziel dieser Sozialisten und dieser Denkweise sein mag, die Selbstvernichtung, die Selbstaufgabe ?

Die Selbstaufgabe muss ja stattgefunden haben, wenn man zu solchen 'Solidaritätshandlungen' fähig ist, die Selbstvernichtung wird folgen im Namen der 'Gerechtigkeit'.


Gast: nK
23.02.2012 09:21
7 0

Jahrhundert Verbrechen der Griechen

Ich kann nicht begreifen, wieso die Griechen für ein Jahrhundertverbrechen mit hunderten Milliarden € belohnt werden, während die Bürger von Ungarn Sanktionen erhalten.

Was sind das für Menschen die so entscheiden?

Antworten ADAXL
24.02.2012 06:40
0 1

Re: Jahrhundert Verbrechen der Griechen

Die Ungarn haben den denkbar schlechtesten Zeitpunkt gewählt. Nach dem Desaster in Griechenland will niemand mehr ein Risiko eingehen.

Antworten Walter2
23.02.2012 09:56
3 0

Re: Was sind das für Menschen die so entscheiden?

Brüsseler Kommissare.

Etwas, aber nur leicht, überspitzt:
Die selbsternannten Herrscher der vereingten Staaten von Europa in den Grenzen der EU. Und das "Bundesland" Ungarn verhält sich, im Gegensatz zum Bundesland "Griechenland", nicht willfährig gegenüber diesen.

Gast: Na und?
23.02.2012 06:59
3 0

Österreich war der Versuchsballon!

Da ist zum erstenmal eine demokratisch gewählte Partei (FPÖ) europaweit als Pfuigack hingestellt worden.

(Ich bin KEIN Fan der Regierung Schüssel-Haider!)

Viele Staaten haben bei der Aktion gegen die Ösis mitgemacht, im Ausland sind Sportler ebenfalls gleich vorsorglich schlechter behandelt worden.

In Wahrheit aber ist das der Probelauf für Aktionen gegen ganze Staaten gewesen, falls diese aus der Reihe tanzen. Ungarn sollte daher ein Austrittsreferendum abhalten.

Das wäre sicher nicht vertragskonform, aber das sind die Griechenlandhilfen auch nicht.

Antworten Walter2
23.02.2012 10:01
3 0

Re: Österreich war der Versuchsballon!

Bei Österreich ging die Initiative noch von Österreich (SPÖ) aus, denn was zählt das eigene Land, wenn man es nicht mehr regieren (und ausbeuten) darf.

Bei Ungarn dürften wir schon eine Stufe weiter sein. Hier messen offensichtlich die nicht gewählten Kommissare bereits mit deren eigenen, individuellen Maßstäben um alle in die gewünschte Reih- und Gliedformation zu bringen.

6 1

"...Johannes Hahn am Mittwoch..."

Das "Englisch" unseres "Doktors" gleicht eher einem Gegacker als einer Fremdsprache.
Wenn man nicht wüsste, dass er sich im Kreis weiterer kommissarischer Fremdsprachentalente wie etwa Günther Oettinger befindet, müsste man sich Fremdschämen!

Gast: Lukas
22.02.2012 21:56
9 0

Länder mit "falscher Regierung"

müssen mit Sanktionen der EU rechnen. War ja auch unter Schüssel so. Die EU mißt mit zweierlei Maß. Das wird nicht lange gut gehen! Noch dazu wenn Orban, den von den Sozis in den Dreck gezogenen Karren mühsam herausziehen muß.

Gast: Hardliner 1
22.02.2012 21:43
6 0

Ein Lump ist . . .

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die EU-Kommission sich nicht von Fakten, sondern von parteipolitischen Präferenzen leiten lässt. Den gefälligen und unterwürfigen Pleitestaaten wirft man die Milliarden in dreistelliger Höhe nach, beim ungeliebten,weil aufmuckenden Orban-Ungarn dreht man den Hahn für Strukturhilfen zu. Honi soit qui mal y pense!

hombrecito
22.02.2012 21:27
10 3

Seltsam

unter Gyurcsány (Sozialist) 2002-2006 lag das Haushaltsdefizit jedes Jahr über 6% statt jetzt um die 3%. Das war aber für die EU hinnehmbar.

Antworten Gast: zetto
23.02.2012 17:37
0 4

Re: Seltsam

Peinlích dahergelogen.
2003 und 2004 wars bei 5%.

Und momentan steht man bei über 6% mit allen fiskalpolitischen Tricks, die nur einmal greifen und nächstes Jahr spielts Caramba.

Antworten Antworten icoposax
23.02.2012 23:42
1 0

Re: Re: Seltsam

Und wie schauts aus mit den über 9% im Jahr 2006?
Diese "einmaligen Maßnahmen" waren 2011, da wurde aber auch ein Überschuss von 3% erreicht. Die gibt es jetzt nicht mehr. Dennoch ist das Defizit bei unter 3%!

Die EU will aber dennoch ein strukturelles Defizit von 2% errechnet haben. Im Gegensatz dazu: Frankreich, dass ein öffentliches Budgetdefizit von über 5% erreicht, schneidet beim strukturellen Defizit besser ab.

Zur Information: die Berechnung des strukturellen Defizits ist stark umstritten, sogar die Eurostat hat dafür zwei verschiedene Berechnungsmethoden.

Antworten Antworten hombrecito
23.02.2012 20:09
0 0

Re: Re: Seltsam

Soso, bei 5%?
http://efp.hu/?pg=article&id=238
Oder fehlt ein Doppelpunkt hinter "Peinlích dahergelogen"?

Antworten Gast: Farben
22.02.2012 21:44
7 0

Re: Seltsam

wie wahr, wie wahr. Warum Sie dafür rote Wertungen erhalten....naja.. rot = rot;-)

Gast: Gegen globale Ausbeutung
22.02.2012 21:24
4 4

EU-Diktatur in Reinkultur

Was haben Wulff und Orban gemeinsam? Richtig, es sind keine Marionetten der Finanzmafia.

Gast: egon sunsamu
22.02.2012 21:01
8 2

Politisch, nicht wirtschaftlich begründet

Eine halbe Milliarde für Ungarn verweigern, abermals 130 Milliarden in den Rachen der Griechenlandgläubiger versenken.
Schuld ist wohl die konservativ-liberale Regierung Orbáns, der offen ungarische Interessen vertritt.
Die EU-Diktatur duldet kein Aufmucken der Schuldensklaven....

Antworten Gast: E.G. (33)
22.02.2012 21:23
4 10

Re: Politisch, nicht wirtschaftlich begründet

Das halbfaschistische Orbán-Regime verstößt gegen grundsätzliche europäische Werte!

Völlig richtig, dass man diesem Regime kein Geld gibt.

Antworten Antworten Gast: setti54
24.02.2012 10:44
0 0

Re: Re: Politisch, nicht wirtschaftlich begründet

Sie haben keine Ahnung was ist der Faschismus oder Sozialismus.
Leider nebenbei Ungarn Sie wissen eben nicht die politische Lage, oder Sie wollen nicht verstehen!
Bleiben Sie ruhig ins Bett, nehmen Sie das Medikament und warten Sie ab, wielleicht es wird besser sein.

Antworten Antworten Walter2
23.02.2012 09:06
2 0

Re: Re: Orbán-Regime verstößt gegen grundsätzliche europäische Werte!

Dann hat man aber versehentlich die falsche Begründungskarte, nämlich Budgtdefizit, aus der Schublade gezogen.

Es kann schon sein, dass Ihre Begründung stimmt. Dann käme aber zur politisch motivierten Begründung Feigheit noch mit dazu.

2 0

Meinen SIe solche Werte wie...

Die Abschaffung der Demokratie in Portugal und Griechenland?
Auf dieses Bankenbordell in Brüssel kann man nur mehr spucken.

4 0

Re: Re: Politisch, nicht wirtschaftlich begründet

Welche europäischen werte? die moderne Wirtschaftsdiktatur unter der wir schleichend immer mehr leben? Schauen sie sich doch mal an, wie sehr sich die Konsumentenrechte verschoben haben Richtung Wirtschaftsrechte. Wenn das europäische Werte sind, dann bin ich lieber Amerikaner, weil die nennen das was sie tun Kapitalismus und das ist es auch.

Antworten Antworten Gast: egon sunsamu
22.02.2012 21:44
3 1

Re: Re: Politisch, nicht wirtschaftlich begründet

Gast: welche Werte meinen Sie?
"Jeder hat das Recht sich einer Diktatur zu unterwerfen"?
Was wissen Sie aus eigener Erfahrung über Ungarn? Nicht aus den "Qualitätsmedien"?
Sprechen Sie mit ungarischen Bürgern?
Waren Sie schon mal dort in den letzten 10 Jahren?
Begründen Sie bitte "halbfaschistisch"!

Gast: Sauerei!
22.02.2012 20:43
13 1

Was

war damals, als Frankreich als erster den Stabilitätspakt brach?? Nix. Das traut man sich auch nur mit den kleinen Ländern mit den falschen Präsidenten.

Antworten Gast: silesk23
22.02.2012 22:14
4 0

Re: Was

P.S.: Nicht nur Frankreich sondern auch Deutschland hat den Stabilitätspakt gebrochen und wurde nicht gestraft.


 
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