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Mehr Rassismus und Diskriminierung durch Schuldenkrise

03.05.2012 | 18:26 |  Von Wolfgang Böhm (Die Presse)

Die Schuldenkrise in vielen EU-Staaten hat einen problematischen Nebeneffekt: Eine Studie ortet eine verstärkt fremdenfeindliche Rhetorik in der Politik, die sich gegen Zuwanderer und ethnische Gruppen richtet.

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Wien/Strassburg. Die anhaltende Schuldenkrise in zahlreichen EU-Staaten hat einen weiteren problematischen Nebeneffekt: Sie verstärkt rassistische und diskriminierende Tendenzen, die sich gegen Zuwanderer und ethnische Gruppen richten. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI), einer Teilorganisation des Europarats, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

Die Krise habe nicht nur die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Zuwanderern und unterprivilegierten Minderheiten eingeschränkt. Durch Kürzungen von Sozialleistungen würden diese Gruppen nun auch vermehrt in die Armut abgedrängt. Und diese soziale Kluft „führt zu verstärkten Aggressionen auf beiden Seiten“, so der Bericht. „Das multikulturelle Modell wird hinterfragt.“

Dieser Trend werde durch politische Parteien geschürt, die den „fremdenfeindlichen Mainstream“ in der Krise bedienen. Es gebe in Europa eine wachsende Zahl wahlwerbender Gruppen, die versuchten, mit derselben Rhetorik zu punkten: Sie behaupten, Zuwanderung sei mit Unsicherheit gleichzusetzen, illegale Einwanderer, Asylwerber „stehlen Jobs“. Die Öffnung von Grenzen werde aus denselben Gründen infrage gestellt, heißt es im ECRI-Bericht.

Grenzkontrollen, Arbeitslager

Tatsächlich ist beispielsweise im französischen Wahlkampf das Thema Schengen präsent. Der um seine Wiederwahl bangende französische Präsident Nicolas Sarkozy versucht mit der angekündigten temporären Wiedereinführung von Grenzkontrollen und mit Anti-Zuwanderungs-Parolen auch bei Le-Pen-Wählern zu punkten. In Griechenland steht die rechtsradikale Partei „Chrysi Avgi“ vor dem Einzug ins Parlament. Sie wirbt mit Forderungen nach Arbeitslagern für straffällige Ausländer und will Landminen gegen illegale Einwanderer an der griechisch-türkischen Grenze zum Einsatz bringen.

Besorgt stellt der ECRI-Bericht fest, dass fremdenfeindliche Parteien derzeit bei fast jeder europäischen Wahl zulegten. Einige von ihnen zogen erstmals in nationale Parlamente ein. „Sie haben einen Anteil an politischer Macht erreicht – direkt und indirekt.“ Ein Beispiel dafür ist die rechtspopulistische PVV von Geert Wilders in den Niederlanden, die bis vor Kurzem die Minderheitsregierung gestützt hat. Sie hat eine Website eingerichtet, auf der Beschwerden gegen osteuropäische Zuwanderer eingebracht werden können.

Besonders betroffen von der neuen Welle an Diskriminierungen sind Roma. Für sie habe sich die Situation während der Krise spürbar verschlechtert. Im ECRI-Länderbericht zu Italien heißt es beispielsweise, es gebe „eine verstärkte Diskriminierung der Roma im täglichen Leben“.

Die Krise hat laut der Europaratsorganisation aber auch alte, rassistische Mythen wiederbelebt. Das betrifft etwa den angeblichen jüdischen Einfluss auf die Finanzwelt. Geschürt wird dies freilich auch von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas. Einer ihrer Sprecher hatte bereits zu Beginn der Finanzkrise erklärt, die „jüdische Lobby“ sei für die schwierige weltweite Wirtschaftslage hauptverantwortlich.

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19 Kommentare

hoch interessant

es ist schon bezeichnend für welche höchst interessanten, wichtigen studien geld in zeiten der sparpakete vorhanden ist. man kann vermuten dass da wieder eine freunderlstudienagentur zum zuge kam, ein schelm der böses denkt.

Gast: logisch
04.05.2012 11:03
8 1

logisches Verhalten

"Durch Kürzungen von Sozialleistungen würden diese Gruppen nun auch vermehrt in die Armut abgedrängt"
Dieser Satz umschreibt die Sachlage, Kern ist das die Mehrheit der Zuwanderer Sozialleistungen verstärkt in Anspruch nimmt.
Wenn durch Sparpakete beinahe jeder Steuerzahler spürbar betroffen ist wird die Einsicht andere finanziell unterstützen zu müssen schlagartig weniger.
Ein altes Sprichwort besagt "Hemd ist näher als Rock"

Re: logisches Verhalten

schuld ist die Sozialdemokratisierung der Gesellschaft mit ihrem ausufernden Sozialstaat und einer enormen Staatsverschuldung, dies fürht dazu, dass die breiten Massen verarmen und Wohlstand einbüssen, dies wiederum führt zu Rassisums und Diskriminierung!
logisch!

Re: logisches Verhalten

Es ist nicht nur eine rein emotionelle Sache und es betrifft nicht nur Europa. Weltweit.

Aus sachlicher Sicht in es in Zahlen zum Ausdruck zu bringen.

Die arbeitende Bevölkerung, oder die bereits ihren Anteil am Wirtschafts- und Sozialsystem gebracht hat, soll die Sparmaßnahmen und das gesamte Gemeinwesen tragen.

Die Sozialleistungen für den nicht arbeitenden Bevölkerungsteil werden immer größer, gleichfalls das Missverhältnis in der Familie wo nur mehr oft ein Arbeitstätiger wenn überhaupt seinen Anteil leistet jedoch aber 2-5 Personen oft nicht beschäftigt sind.


Des einen "Rassismus und Diskriminierung" ...

... ist des anderen Notwehr.

Re: Des einen "Rassismus und Diskriminierung" ...

des einen idiotie ist des anderen unterhaltung

Die 30'er Jahre waren schön...

Wir erwarten von Österreichern eine neue Führung!

Gast: helmut44
04.05.2012 09:17
9 1

Da will wohl die Europäische Heuchler Kommission

von den wahren Ursachen ablenken!


normaler Effekt

der durch die Sozialdemokratisierung der Gesellschaft ensteht. Die Sozialdemokratie ist eine typische Ideologie die mit Feindbildern agiert (wie wir am 1. Mai gesehen haben) - kombiniert mit einer ausuferenden Staatsverschuldung und Korruption.

Gast: Bärenfalle...
04.05.2012 07:00
12 1

Tja.

Gut, dass seit 1 Mai anstatt der öst. Bautrupps nun die Ungarn der Schwesterfirma auf unseren Baustellen in Österreich arbeiten, für wesentlich weniger versteht sich ....

Das bilde ich mir laut ECRI nur ein.

Das, wenn im Urlaub, in meiner Heimatstadt am helllichten Tag eh nur mehr Menschen beiderlei Geschlechts herumlaufen die kein Deutsch sprechen, die wohl alle ebenfalls im Urlaub oder hart arbeitende Schichtarbeiter sind ...

Muss ein Sehfehler sein.

Das die Hauptbeschäftigung der importierten männlichen Fachkräfte zu sein scheint ihre Kinderschar morgens um 8 zur Schulbushaltestelle zu begleiten um diese vor rassistischen Angriffen zu schützen.

Wahrscheinlich Einbildung, die arbeiten sicher alle Nachtschicht.

Und Goldman, Lehman, Blankfein, Strauss-Kahn, Trichet, Kohn, Madoff, Bernanke, Geithner, Greenspan, Ackermann ..

Reiner Zufall.


Antworten Gast: ICI
04.05.2012 09:13
1 9

Re: Tja.

Ich glaube, Österreich hat ja für die EU gestimmt. Das bedeutet jetzt: Freizügigkeit der Arbeitskräfte und Niederlassungsfreiheit für alle EU-Bürger.

Mit einer weiteren Intergration kommen dann mehr Rechte für EU-Bürger und - wenn es Richtung vereinigtes Europa geht - eine gemeinsame Staatsbürgerschaft.

Wir wollen dann EU-Staaten die Migration verhindern bzw. kontrollieren? Auf einer Seite ist man pro Europa und auf der anderen glaubt man alles verhindern zu könnnen.


Pro Europa?

Sie vielleicht.

5 0

Mit was für Offensichtlichkeiten sich die EU schon selbst beschäftigen muss.


Gast: Ergänzer
04.05.2012 00:00
16 0

weitere problematische Nebeneffekte könnten sein,

dass die Leute nicht mehr wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren sollen, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben oder sich Auto, Wohnung, Nahrungsmittel, Alters- und Gesundheitsvorsorge noch leisten können. Wer sorgt sich eigentlich um diese Menschen?

Binsenweisheit?

Dazu hätte es nur wirklich keiner Studie bedurft.

Gast: Kiesl Trietz
03.05.2012 20:01
26 2

Logische Folge

Oder denken sie, dass jemand dem ein Sparpaket aufgebrummt wird, mit einem Absahner teilen will???

Gast: b754
03.05.2012 19:54
4 23

schwarzblau ist der lebende beweis dafür


Antworten Gast: L.W.
04.05.2012 09:10
6 2

Re: schwarzblau ist der lebende beweis dafür

Für was Sie der lebende Beweis sind, darf ich hier leider nicht schreiben...

Antworten Gast: Gastname
03.05.2012 21:05
21 2

Re: schwarzblau ist der lebende beweis dafür

Panik?
Gut.