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Österreichs Bankgeheimnis wieder im Fokus

11.05.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Brüssel möchte mit der Schweiz und anderen Steueroasen über die Besteuerung von Zinsen verhandeln dürfen. Doch Luxemburg und vor allem Österreich widersetzen sich einem neuen EU-Schweiz-Abkommen.

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Brüssel/Go. Der Streit um das österreichische Bankgeheimnis wird am Dienstag erneut die EU-Finanzminister beschäftigen. Die EU-Kommission wird die Minister darum bitten, ihr ein Mandat dafür zu geben, neue Verhandlungen mit der Schweiz und anderen Steueroasen über die Behandlung von steuerpflichtigen Zinseinkünften aufzunehmen. Die Kommission möchte vor allem mit der Schweizer Regierung ein Abkommen über den verstärkten Austausch von Informationen über Steuerhinterzieher aus EU-Mitgliedstaaten haben, die ihre Vermögen auf eidgenössischen Bankkonten geparkt haben.

Doch Luxemburg und vor allem Österreich widersetzen sich einem neuen EU-Schweiz-Abkommen über die Erfassung von Zinseinkünften. Der Grund dafür ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, denn schließlich müsste es auch im Interesse von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) liegen, möglichst viele Steuerflüchtlinge zu erwischen. Fragt man Fekters Kabinett nach dem Grund für den Widerstand, erhält man seit Jahr und Tag dieselbe Antwort: „Wir haben nichts dagegen, das bestehende Abkommen neu zu verhandeln. Aber dafür muss die Kommission im Gegenzug die Debatte über den automatischen Informationsaustausch der nationalen Steuerbehörden der EU-Staaten beenden.“

 

Verknüpfung mit Datenaustausch

Es ist nämlich so: In dem Moment, in dem die Kommission mit der Schweiz, den USA und anderen in dieser Frage relevanten Drittstaaten entsprechende Abkommen geschlossen hat, steht genau dieser automatische Informationsaustausch vor der Tür. So steht es in einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003. Derzeit heben Österreichs Banken auf die Zinserträge ihrer ausländischen Kunden einen Pauschalsatz von 35 Prozent ein. Aber eben anonym. Solange das Wiener Finanzministerium also die Aufnahme von Verhandlungen der Kommission mit der Schweiz und anderen blockieren kann, muss sie sich nicht der unangenehmen Debatte über das Ende des österreichischen Bankgeheimnisses stellen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)

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3 Kommentare
Gast: Unversteuerte Parteiprovision
12.05.2012 14:23
0 0

Angeblich lukriert die ÖVP

dadurch erheblich mehr an Parteispenden.

Warum kein Datenaustauch ?

Die EU wird hoffentlich keine Ruhe geben bis es zu einem allgemeinen Datenaustausch und damit zu einem Ende des österreichischen Bankgeheimnisses kommt.
Frau Fekter weiß warum sie sich vehement dagegen wehrt. Der kleine Mann, der im wesentlichen für das Steueraufkommen sorgen muss (das Steueraufkommen liegt beim kleinen Mann) durchschaut diesen Widerstand vorläufig (Gott sei Dank für Frau Fekter) noch nicht, sonst gäbe es mehr als nur Proteste gegen das Spiel der Frau Finanzministerin.

Antworten Gast: gast45
14.05.2012 19:02
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Re: Warum kein Datenaustauch ?

.. weil das bankgeheimnis eine vorbedingung für den eu-beitrtt österreichs (immerhin einer der wenigen nettozahler) war....

es ist doch klar, dass die eu seit jahren versucht die souverenität der nationalstaaten aufzuheben und regeln aufzustellen, die die nettozahler auf kosten der habenichtsstaaten, die stimmenmässig ja in der mehrheit sind, benachteiligen ....

... also wird es zeit der brüsseler bürokratie zu zeigen, dass europa noch immer von nationalstaaten und nicht von brüsseler bürokraten regiert wird.