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Der Fiskalpakt beginnt zu wackeln

11.05.2012 | 18:27 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Der Wahlerfolg von Hollande in Frankreich hat die Gegner der Sparpolitik beflügelt. In Österreich mobilisieren die Grünen gegen Schuldenbremse und Haushaltskontrolle.

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Wien. Er wurde als Bekenntnis zum Sparen, als Signal an die Märkte gefeiert. 25 EU-Staats- und Regierungschefs haben sich am 9.Dezember vergangenen Jahres zur Einführung einer Schuldenbremse und strengeren Kontrolle von Defizitsündern verpflichtet. Bisher galt lediglich Irland als Wackelkandidat, wo am 31.Mai ein Referendum über den europäischen Fiskalpakt abgehalten wird. Nach dem Wahlsieg von François Hollande in Frankreich fühlen sich aber die Gegner der von Deutschlands Regierung forcierten strengen Sparpolitik beflügelt. In zahlreichen Ländern, darunter auch Österreich, wächst der Widerstand gegen allzu viel Sparen.

„Es gibt eine erfrischende Bewegung“, sagte der grüne Abgeordnete Alexander Van der Bellen am Freitag. Er kündigte gemeinsam mit dem stellvertretenden Bundessprecher der Grünen, Werner Kogler, nun auch im Nationalrat Widerstand an. Die Grünen müssten den Fiskalpakt ablehnen, weil er lediglich die „Austeritätspolitik stärkt“ und die „parlamentarische Mitsprache untergräbt“. Außerdem werde versucht, gemeinsam mit FPÖ und einigen SPÖ-Abgeordneten eine Überprüfung des Gesetzes beim Verfassungsgerichtshof zu erreichen. Van der Bellen kritisiert, dass eine so wichtige Regelung lediglich mit einer einfachen Mehrheit im Nationalrat abgestimmt werden soll. Außerdem fordert der ehemalige Grünen-Chef: „Wir sollten die Beschlussfassung verschieben, bis klar ist, welche Änderungen Hollande durchgesetzt hat.“

Der künftige französische Präsident hat im Wahlkampf versprochen, den von seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel entworfenen Fiskalpakt neu zu verhandeln. Er kritisiert die im Pakt vorgesehene Einflussnahme auf nationale Budgets. Laut Artikel 5 des Pakts muss ein Land, gegen das wegen Bruchs des Euro-Stabilitätspakts ein EU-Verfahren eingeleitet wurde, ein Konsolidierungsprogramm vorlegen. Dieses Programm wird von EU-Rat und EU-Kommission beschlossen und bei der Umsetzung überwacht. Außerdem fordert Hollande das Hinzufügen von Maßnahmen zur Konjunkturbelebung.

 

Deutsche Abstimmung verschoben

Merkel hat eine Neuverhandlung des Pakts ausgeschlossen. Mittlerweile zeichnet sich aber auch im deutschen Bundestag Widerstand ab. SPD und Grüne fordern im Gegenzug für ihre Zustimmung zum Pakt eine Erweiterung um Wachstumsmaßnahmen. Im Bundestag ist im Gegensatz zum heimischen Nationalrat eine Zweidrittelmehrheit notwendig, um den Pakt zu ratifizieren. Die für 25.Mai geplante Abstimmung im Plenum wurde vorerst verschoben. „Angela Merkel muss sich auf die Grünen zubewegen, oder sie fährt ihr Projekt an die Wand“, warnt der grüne Fraktionschef Jürgen Trittin.

Bisher wurde der Fiskalpakt lediglich in Griechenland, Portugal und Slowenien ratifiziert. In Irland machen die europaskeptische Sinn Féin, Gewerkschaften und Bauernvertreter gegen den Pakt mobil. Ob das Referendum positiv ausgehen wird, ist fraglich. In den Niederlanden spricht sich der Rechtspopulist Geert Wilders gegen den Pakt aus. In Italien wird die Partei von Ex-Premier Silvio Berlusconi zum Wackelkandidaten einer Ratifizierung im Parlament. „Wir dürfen uns nicht von der falschen Politik von Merkel überrollen lassen“, wettert Fraktionsvorsitzender Maurizio Gasparri. In Belgien zeigt der sozialdemokratische Ministerpräsident Elio Di Rupo Sympathien für die Forderungen Hollands nach neuen Wachstumsimpulsen als Ergänzung des Pakts.

In Österreich wächst seit dem Wahlsieg Hollandes nicht nur bei den Grünen, sondern auch in der SPÖ die Kritik am Pakt. Nach einzelnen Nationalratsabgeordneten hat zuletzt Europaabgeordnete Evelyn Regner eine Änderung des Fiskalpakts gefordert. Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann steht hingegen zur Vereinbarung, die er gemeinsam mit 24 anderen Staats- und Regierungschefs geschlossen hat.

Die Ratifizierung des Fiskalpakts ist mit der Gewährung einer Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm verknüpft. Nur Länder, die sich zur Umsetzung der Schuldenbremse und zu den vorgesehenen Haushaltskontrollen verpflichten, werden im Notfall vom künftigen Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) gestützt.

Lexikon

Der Fiskalpakt sieht die Einführung einer Schuldenbremse und strengere Kontrollen im Fall von Haushaltsproblemen vor. Wenn eine Regierung künftig gegen die Regeln des Euro-Stabilitätspakts verstößt, muss sie sich zu einem Konsolidierungsprogramm verpflichten, das vom EU-Rat und der EU-Kommission genehmigt und überwacht wird. Nur Länder, die den Pakt ratifizieren, erhalten Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)

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79 Kommentare
 
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Gast: Young an good
19.05.2012 09:36
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Hochintelligente Politik heutzutage bedeutet

Auf Kosten künftiger Generationen den derzeitigen Wohlstand finanzieren und halten.
Die Grünen machen da also ganz weit voren mit.
Nicht mehr wählbar!

Gast: Plach2
17.05.2012 18:42
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Es wird höchste Zeit zu einer Trendumkehr!

Nach Griechenland fließen fast 400 Mrd.!!! Aber die Griechen selber sehen davon keinen Cent!

Statt dessen gibt es in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, aber auch in den Geberländern eine Rekordarbeitslosigkeit!

Früher wurden die Mrd. in den eigenen Ländern investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen.

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Ist das eine Aufforderung an die Jugend

Denn dahin siechenden Molch EU zu verlassen ,tüchtige Leute werden immer benötigt warum soll da die Jugend auf einen lahmen Esel setzen.

die grünen waren schon immer gut im ausgeben von fremden geld.


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Re: die grünen waren schon immer gut im ausgeben von fremden geld.

Genau so wie die Sozen.

Re: Re: die grünen waren schon immer gut im ausgeben von fremden geld.

erweitern wirs auf die gesamte politik, wie sie sich in europa etabliert hat.

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Re: Re: Re: die grünen waren schon immer gut im ausgeben von fremden geld.

Ja ein Club der international genauso arbeitet wie die Mafia ,eben ohne offensichtlich Leichen zu hinterlassen.
Außer dem Schuldengrab ,aber das ist ein Problem des Bürgers.

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Was schon lange dahinsiecht

wird doch endlich sterben dürfen.
Oder wird nach dem alten Indianerwitz gehandelt:
"" Wie reitet man ein totes Pferd """

Gast: Bonn
16.05.2012 14:51
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Aufpassen

Frau Merkel sollte das nicht zu lassen. Sonst hat sie die nächste Bundestagswahl jetzt schon verloren. Die Bürger sind jetzt schon sauer. Die Inflation ist zu hoch.

Re: Aufpassen

Nein, die Inflation ist nicht zu hoch; die ist im Hinblick auf die Tatsache, dass in der Eurozone sehr viele "Weichwährungsländer" sind zu niedrig. Es ist einfach nicht möglich, dass Hartwährungsländer wie Deutschland oder Österreich mit "Weichwährungsländern" wie Griechenland, Spanien, Italien, Portugal uam. die gleiche Währung haben. Nur hat das bei der Euroeinführung kein Mensch gesehen, damit schließe ich mich selbst ein (ich war damals COO einer Bank....); alle Experten und Politiker (auch ich) haben - so logisch und einfach das eigentlich ist - einfach nicht daran gedacht. Ein letaler Fehler, der uns nun schwer auf den Kopf fällt, wobei kein Mensch weiß, wie das korrigiert werden könnte. So, wie man es jetzt versucht, geht es jedenfalls nicht, zumindest nicht auf Dauer.

Gast: Guckst du
15.05.2012 22:47
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Und weiter geht es mit dem Schuldenmachen

Wenn Herr Van der Bellen ein Noch-mehr-Schulden-machen als „eine erfrischende Bewegung“ bezeichnet, dann bleibt einem echt die Luft weg. Die wollen also jetzt wieder so weiter machen wie seit Jahrzehnten, immer auf Pump leben, den nächsten Generationen die Lösung des Versagens aufbürden. So etwas tut man nicht. Das ist fast schon unverschämt.

der fiskalpakt ist tot, der euro ist bald geschichte

jetzt besteht derzeit nochmal die einmalige gelegenheit in der geschichte silber unter 30 euro / unze zu kaufen und auch gold ist noch laecherlich niedrig bewertet

holt euer geld vom konto & kauft gold und silber - ich kanns nicht oft genug wiederholen

gold & silber ist geld, der rest ist kredit.

die eu ist TOAST, der euro ist TOAST und saemtliche ersparnisse, papierwerte, lebensversicherungen, ansprueche, anleihen, kontoguthaben bei der bank, festgeld, sind ebenfalls TOAST

raus aus dem papier, solange es noch geht!!!!

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Wackeln ????

Es brennt im schlecht gebauten EU Haus ja wer sich die schlechtesten Handwerker holt die ein EU Haus bauen, soll sich nicht wundern wenn es nicht lange hält.
Die Krisenfeuerwehr sollten Profis sein aber es sind eben auch dort die Pfuscher welche am Werk sind.
Zu vergleichen mit einem Schwellbrand der ungelöscht sein Werk fortsetzt bis zum Boden.
1929 läßt grüßen.

sozialisten sind der anfang vom ende europas!

zuerst schulden machen ohne ende um der bevölkerung als bestechung für wahlerfolge einen wohlstand auf pump zu finanzieren.
dann, sobald es ans rückzahlen der aufgenommenen schulden geht, werden die "bösen" kreditgeber an den pranger gestellt und für krisen verantwortlich gemacht!

schaffen wir endlich die sozialisten ab!

Re: sozialisten sind der anfang vom ende europas!

und diese sozialisten sind ueberall

einmal im schwarzen mantel, einmal im roten mantel, im blauen, gruenen oder orangen mantel

es gibt keine alternative mehr, weil alle parteien sozialisten sind, alle stehen sie auf der gleichen seite, mehr staat, weniger freiheit, mehr steuern & mehr umverteilung


Antworten Gast: Eisbär 4711
14.05.2012 14:44
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Re: sozialisten sind der anfang vom ende europas!

Nicht nötig............die Konservativen haben sich bereits abgeschafft, und das ist sehr sehr gut ! Wir brauchen weder die einen noch die anderen. Wir brauchen Ideologiefreiheit !

Grateful Death

Es brodelt.
ÖVP:"Naja, das ist uns halt passiert. Aber wir geloben Besserung".
SPÖ: "Egal, wir schalten ein Inserat und erklären dem Pöbel wie gut wir sind"
G: "Das liegt zweifelsfrei daran daß Schwangere am Arbeitsplatz diskriminiert werden und zuwenig Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Umgehend müssen Verbote erlassen werden!"
FPÖ:"Das liegt an der Familie Kelici, wenn wir die erst außer Landes gebracht haben geht es uns allen hier wieder besser"
BZÖ:"Das liegt an den hohen Spritpreisen. Es müssen umgehend Verordnungen erlassen werden!"

Gast: gastritis
12.05.2012 18:37
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haben wir ...

haben wir nicht grad eine schuldenkrise, die durch zu hohe staatsausgaben entstanden ist? und wie wollen wirs lösen? durch noch mehr geld ausgeben?

es wäre als würde man einen hangover auf dauer mit saufen bekämpfen ...

Hollandes Geschoß

Dass Hollande im Zuge seiner Wahlcampagne verantwortungslose Forderungen erhoben hat um Präsident zu werden, ist verständlich, wenn auch nicht anständig. Völlig unverständlich aber ist die Zustimmung, die er jetzt aus anderen Ländern erhält. Nachdem in der EU bekanntlich kein Geld mehr verfügbar ist, weil nahezu alle Länder hoffnungslos verschuldet sind, ruft er auf zur Ausgabe von "Eurobonds". Dies bedeutet, dass finanziell stabile Länder wie Deutschland und Österreich für die weitere Verschuldung Frankreichs Haftung übernehmen und zum eigenen Nachteil höhere Zinsen für ihre Anleihen zahlen sollen. Diese Erweiterung der EU zur absoluten Transferunion ist doch völlig unakzeptabel und widerspricht den EU Verträgen, welche Basis von Österreichs Beitritt waren und sind.

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Eurobonds, die Ausrede um irgend etwas zu machen!

Die Eurobonds helfen Frankreich überhaupt nicht! Denn wenn solche Papiere auf den Markt kommen, dann werden diese nach dem schwächsten Mitglied bewertet. Das heißt dann, daß alle Zinsen wie Griechenland brennen können.

Aber ärgern Sie sich nicht, denn es hat keinen Sinn. Es ist halt nur ein anderer Ahnungsloser französischer Präsident und irgend etwas muß er ja von sich geben. Immerhin ist die Hoffnung, daß ein paar Idioten ihm das abkaufen, ziemlich begründet!

Antworten Antworten Gast: comments
14.05.2012 17:47
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Re: Eurobonds, die Ausrede um irgend etwas zu machen!

"weden bewertet..."? - von Wem?- Die Emittenten sollen einen Preis festsetzen und die Anleihen dann am Markt anbringen - das "werden bewerten" klingt nach einer Bittstellung an die Ratingagenturen. Sollen die den Preis/den Wert von Unseren = europäischen Anleihen festsetzen?

Gast: Reflector
12.05.2012 17:30
4 0

Hochverrat


Der ESM bedeutet Hochverrat.

http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

Dass die Grünen und andere Linken nicht sparen wollen, ist hier fast ein Glück. Aber die werden sich mit irgendwelchen feuchten, planspielerischen Wachstumsversprechungen abspeisen lassen.

Die Marionetten folgen einer nicht öffentlichen Agenda, bzw. bemerken es wohl gar nicht, dass diese Vehikel alle dazu dienen der Finanzindustrie immer mehr Macht zuzuschanzen.

Man wird den Eindruck nicht los, dass der Unterwerfungsvertrag ESM von Bankern aufgesetzt wurde.

Obwohl an sich eine Begrenzung der Staatsverschuldung sehr wohl Sinn machen würde, kann man dieses Unterfangen auch ohne irgendwelche 'Fäkalpakte' angehen.

Gast: libertus
12.05.2012 16:11
7 0

Wenn auf Grund

des finanziellen sowie des wirtschaftlichen Desasters in der EU immer öfter Linkslinke mit unhaltbaren Versprechen Wahlen gewinnen und in Regierungen einziehen, wird die EU den Weg des ehemaligen Ostblocks gehen.

Nur sind dann keine "kapitalistischen, klassenfeindlichen" Staaten mehr vorhanden, welche dann einspringen und helfen den Schaden zu reparieren.

Die Schuld wird am Ende den bösen Finanzmärkten, den Spekulanten und den Reichen zugeschoben, jedoch keinesfalls den Rattenfängern, Raubrittern mit dem Versprechen eines Schlaraffenlandes auf Kosten der Leistungsträger und auf Kosten horrender Staatsschulden.

Jeder Einzelne von uns kann mit seinem Wahlverhalten dazu beitragen, daß diese düstere Zukunftsvision nicht eintritt!


Gast: fugazi
12.05.2012 13:27
0 8

...

van der bellen statt vasi und strache!

Antworten Gast: gafuzi
12.05.2012 21:21
0 1

Re: ...

wahzinn wie leicht ihr zum ärgern sats

Gast: Eusebius
12.05.2012 13:25
12 0

Die Grünen, eine Plage, wie einst im Alten Ägypten

"Es gibt eine erfrischende Bewegung", ja genau,
diese kalte Dusche wird bald einmal sehr erfrischend sein, Gänsehaut und Zähneklappern
inklusive.....

 
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