25.05.2013 05:49 Merkliste 0

EU-Gipfel: Hollande reizt Merkel mit Eurobonds

21.05.2012 | 18:12 |   (Die Presse)

Frankreichs Präsident will beim Sondergipfel am Mittwoch verschiedene Vorschläge zur Lösung der Eurokrise machen. Berlin ist wenig erfreut. Hollande hat ein wichtiges Druckmittel für Umsetzung seiner Forderungen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Berlin/Paris/ag./red. Die Zeichen stehen auf Sturm. Der neue französische Staatspräsident François Hollande lässt an Vorschlägen zur Lösung der Schuldenkrise derzeit nichts vermissen, was Angela Merkel seit jeher strikt ablehnt. Nun will Hollande beim Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs Mitte dieser Woche die Einführung von Eurobonds anregen. Mit dem Vorschlag werde er nicht „der Einzige sein“, versicherte der Sozialist zum Ende des G8-Gipfels am Wochenende. Damit dürfte er recht behalten: Denn auch andere wichtige Euroländer wie Italien und Spanien plädieren für gemeinsame Staatsanleihen der Euroländer.

Die deutsche Bundesregierung aber stellt sich weiter quer: Eurobonds seien kein Mittel zur Bewältigung der aktuellen Krise, sagte ein Regierungssprecher am Montag. FDP-Generalsekretär Patrick Döring legte nach. „Eine gemeinsame Verschuldung und ein gemeinsames Zinsniveau wären schädlich“, warnte er. Deutschland werde daher seine bisherige Position durchhalten und auch durchsetzen.

Merkel will über gemeinsame Staatsanleihen der Euroländer erst diskutieren, wenn es in Europa eine gemeinsame Fiskalpolitik gibt – doch auch der Fiskalpakt für mehr Budgetdisziplin steht derzeit auf wackligen Beinen: Hollande will das Vertragswerk neu verhandeln und um eine Wachstumskomponente ergänzen. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen winkt ab – der Pakt dürfe „nicht neu verhandelt oder aufgeweicht werden“, warnte er am Montag.

Druckmittel Eurogruppen-Chef?

Hollande aber hat ein wichtiges Druckmittel für die Umsetzung seiner Forderungen: Wie der „Spiegel“ berichtet, will der französische Staatschef das (eigentlich bereits beschlossene) Aufrücken des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) zum einflussreichen Chef der Eurogruppe verhindern – so Merkel keine Zugeständnisse an Frankreich macht.
Doch der Kanzlerin droht auch an ganz anderer Front Ungemach: Im von der Krise schwer gebeutelten Griechenland herrscht derzeit Rätselraten und Empörung über Merkels angeblichen Vorschlag, das Land solle gemeinsam mit den Neuwahlen am 17. Juni ein Referendum über einen Euro-Austritt abhalten.

Zudem reist derzeit Alexis Tsipras, Führer der radikalen linken Syriza und erklärter Gegner des von den internationalen Geldgebern verordneten Sparprogramms, quer durch Europa, um für neue Verhandlungen über den Reformkurs des taumelnden Landes zu werben. Seit Hollandes Wahlsieg fehle der deutschen Kanzlerin ein wichtiger Partner bei der Umsetzung des Sparkurses, so Tsipras. „Zum ersten Mal ist Merkel extrem isoliert“, betonte er. Seine Partei hat bei der Neuwahl gute Chancen, stärkste Kraft im griechischen Parlament zu werden. Am gestrigen Montag traf sich Tsipras in Paris mit dem linken ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Melenchon, heute reist er weiter nach Berlin.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

33 Kommentare
 
12
Gast: Kuurier
27.05.2012 12:00
0 0

Die Piratenpartei kommt an die Macht sicher.

Merkel ist mit solchem Verkehrsminister nicht wieder mit seiner Partai wählbar. Ständige Systembildende initiativen v. Verkehrsministerium macht Binnenmarkt Auto Industry Versand Industry u.s.w. KAPUTT. Merkel ist mit solche Verkehrsminister nicht wieder wählbar.

Gast: Lukas
23.05.2012 23:06
0 0

Rote leben auf Pump

im Wohlfahrtsstaat und leisten sich Dinge, die sie nicht brauchen. Sie vergattern ihre Kinder dazu die angehäuften Schulden dann zurückzuzahlen...

eurobonds..

.. gibt es bereits, nur wird das ganze aktuell nich efsf genannt. übrigens gab es selten eine dreistere vertragsverletzung als dieses konstrukt.

0 0

Könnten wir morgen haben,jedes Land

Freiwillig, dann werden sie schnell vergessen...
Letzte Hoffung.....Alles seit zwei Jahren schon geschrieben
Wir haben alle gewußt das es schief
geht nur unsere Politiker nicht.
Die Banken, Ackermann haben
alle gut beraten....

Höchste Zeit,

daß jemand der OST-Tante die Flügel stutzt. Die selbsternannte EU-Chefin und Oligarchen Kanzlerin hat anscheinend vergessen daß die EU, man sagt es zumindest immer wieder, eine Demokratie und keine Diktatur ist.

Antworten Gast: ROTFRONT
23.05.2012 06:32
0 0

Re: Höchste Zeit,

Ja klar das Diktat der Schulden ist bilungsfernen Typen wie Ihnen natürlich lieber.

Fakt ist, dass D den Mist der Südländer und Frankreich zaheln soll. D hat aber selbst einen ordentlichen Berg Schulden.
Als D Steuerzahler und Wähler würde ich mir das nicht bieten lassen und als Österreicher (auch wir sind Nettozahler und wären daher folglich Bürge) ist dieser größte Schwachsinn aller Zeiten strikt abzulehen!

1 1

Eventuell...

...sollten Deutschland und ein paar anderer wirtschaftlich potenter Länder aus dem Euro austreten.
Merkel solte sich das einmal überlegen.

Antworten Gast: ROTFRONT
23.05.2012 06:34
0 0

Re: Eventuell...

Warum sollten die Erfolgreichen von Bord gehen?

Denken Sie mal nach, wie lange es dauerte und welche Kosten angelaufen sind, als der Euro eingeführt wurde!

Die Südschuldner sollen ihre Suppe gefälligst selbst auslöffeln!

Gast: Reflector
22.05.2012 13:49
3 0

Eurobonds = supranationale Umverteilung


Zumindest passt dieser Wunsch Hollandes einwandfrei in das utopische Umverteilungsweltbild nach dem man mittels staatlicher Wohlfahrt zum Wohlstand (der Anderen) kommt. Man dehnt es mit diesen Bonds nur noch weiter aus als es derzeit ohnehin schon der Fall ist.

Blöderweise aber lässt sich diese planwirtschaftliche Umverteilung meistens nur mittels inflationärer Kreditaufnahme finanzieren, die Preissteigerungen und damit einen stetigen Kaufkraftverlust nach sich zieht. Dieser trifft eher wieder die Lohnempfänger und die sparende Mittelschicht mehr als Grossverdiener und Konzerne, da diese meistens an der Quelle der Geldausgabe, also zeitnäher der Geldschaffung dran sind und sich dadurch eher rechtzeitig positionieren können.

Mittels Umverteilung von den breiten, produktiven Bevölkerungsschichten einerseits zu Wohlhabenden und andererseits zu Unproduktiven, verarmt aber die Basis dieses Wohlstands. Soweit bis sich dann die Mehrheit mit den Scheinchen mit den vielen Nullen nichts mehr kaufen kann.

Und das alles unter dem vielleicht sogar wirklich geglaubten Credo der Wohlfahrt um Allen Wohlstand zu bringen.

Wenn es nicht so tragische Auswirkungen hätte, könnte man über dieses Paradoxon lachen, dass nämlich immer dann diesem Utopia Schmäh und deren Priestern besonders Glauben geschenkt wird, wenn es höchst an der Zeit wäre von dieser Spirale nach unten los zu kommen um den am Anfang vielleicht beschwerlicher scheinenden Weg der Leistungserbringung einzuschlagen.

4 0

Fiskalpakt

Die Herren Hollande und Tsipras übersehen, dass es sehr schwierig werden könnte, jemanden zu "isolieren" und in die Enge zu treiben, der die ganze Chose mehrheitlich bezahlen sollte.

Gast: Vogel Strauss
22.05.2012 13:23
3 0

Wichtige Euroländer wie Italien und Spanien ...

Eine Minderheit wird von einer Mehrheit ausgesackelt und tyrannisiert - nennt man das dann Sozialismus? Nur weil viele was behaupten, muss es noch nicht richtig sein ...

Hollande liebt Bond

Ich liebe auch Bond, den 007 aus England. Da hat doch eine ältere Dame (Maggie mit Namen) aus demselben Land bemerkt:

«Das Problem mit dem Sozialismus besteht darin, dass dir irgendwann das Geld der anderen Leute ausgeht.»

Ob Europa mit zusätzlichen Schmarotzern wohl gesunden kann?

Gast: Jons
22.05.2012 11:46
3 0

Kein Sinn

Jedermann kann verstehen, dass "Eurobonds" finanziell keinen Sinn machen.

Gast: KindergärtnerIn
22.05.2012 08:12
3 0

Was man dem einen Kind erlaubt, das wollen auch die anderen haben

Wenn man den Forderungen von Tsipras nachgibt, dann werden das die anderen Wackelkandidaten auch fordern.

8 0

Der Fluch von Wahlversprechen.

Was soll Hollande denn (vorerst) anders machen? Seine vollmundigen Wahlversprechen (sofortiger Abzug aus Afghanistan einhergehend mit Vertragsbruch; Abgehen vom Sparkurs; Investitionsprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft, wobei die Finanzierung offen blieb etc.) muss er eine Zeit lang auf Flamme halten. Nach 1-2 Jahren hat das Wählervolk die Details zu seiner Machtübernahme sowieso schon vergessen. So etwas ist ja auch hierzulande bekannt - vielleicht erinnern wir uns noch an das unsägliche "5-Punkte-Programm" von Werner F. im Wahlkampf 2008, an dem wir noch lange, lange zahlen werden.

Gast: Na und?
22.05.2012 07:07
2 0

Hollande = Rotzbub

Auf der einen Seite lässt er sich von den Griechen, explizit einem 08/15-Linken, sein Verhalten vorschreiben.

Ist ja an sich schon traurig.

Dann markiert Hollande gegenüber den Deutschen den starken Mann. Auf die Achse Paris-Berlin pfeift das neue Staatsoberhaupt.

Sind die Pleitegriechen die potenteren Partner für die Zukunft?!

Die Franzosen mögen aufpassen, daß am Ende nicht sie isoliert dastehen, wie die Briten.

Gast: Der Notar
22.05.2012 06:50
8 0

Sozialismus

funktioniert nur so lange, wie ich das Geld anderer Leute ausgeben kann. Bis jetzt galt dies nur für den Bürger, der durch den sozialistisch geführten Staat ausgebeutet wird. Nun versuchen die Staaten einander auszubeuten. Finde ich originell.

Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

die Zerstörung der Eurozone. Wem spielt er damit in die Hände?

Re: Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

Er scheint eher der Retter zu sein.

Antworten Antworten Gast: ROTFRONT
23.05.2012 06:35
0 0

Re: Re: Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

Es ist nicht zu fassen wie kurzsichtig Sie sind.

4 0

Re: Re: Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

Wenn man einen Euro so weich wie französischen Brie haben möchte, dann ist Hollande zweifelsohne der richtige Mann. Ich denke allerdings, dass dieser weiche Euro den Menschen der ehemaligen Hartwährungsländer (NL, D, FIN, AT) genauso stinken wird, wie französischer Brie.

Re: Re: Re: Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

Na und?
Besagte Staaten haben sowieso keine Wahl. Stellen Sie sich mal vor, die "treten aus" und gründen ihren eigenen "harten" Euro.
Da würde die eigene Exportindustrie aber staunen, wie schnell man abstürzen kann.
Genau darum gibt´s ja (nicht nur linke) Ökonomen, die meinen, man möge in den nächsten 10 Jahren mit den Löhnen hochfahren um durch Inlandsnachfrage die Exportabhängigkeit zu reduzieren.

4 0

Re: Re: Re: Re: Hollande scheint einen großen Plan zu verfolgen!

Dann macht man aus der Exportabhängigkeit höchstens eine Importabhängigkeit, denn viele Dinge werden einfach nicht im eigenen Land hergestellt. Die Griechen hatten z.B. in den letzten Jahren stolze Lohnsteigerungen weit über dem Produktivitätszuwachs. Was war das Resultat? Zwar eine höhere Inlandsnachfrage aber kaum nach inländischen Produkten, da Griechenland vieles nicht herstellt.

Deutschlands Exportindustrie ist übrigens mit der harten DM auch ganz gut zurecht gekommen. Denn mit einer harten Währung kann man auch billiger Rohstoffe und Vorprodukte beziehen. Weiters würde die Schuldentilgung für die austretenden gesunden Staaten billiger. Denn der Weichwährungsresteuro würde dann noch weiter im Vergleich zur Hartwährung abschmieren und so die Tilgung der Alt-Euroschulden erleichtern.

Gast: daswars
21.05.2012 22:57
4 0

Moeglichkeiten

Ich wuerde Herrn Hollande ersuchen, Vorschlaege einzubringen, wie er die ueberfluessigen Gelder Frankreichs zum Nutzen Aller in die EU einbringen will.

Die EU wurde sich sicher freuen, Extrazahlungen aus Frankreich verbuchen zu duerfen.

Es steht ihm aber nicht zu, "grosszuegig" mit dem Geld anderer Laender zu sein.

1 0

ueberfluessigen Gelder Frankreichs

Das ist ja der Grund für dieses ganze Theater! Frankreich hat kein überflüssiges Geld. Es hat nämlich überhaupt keines mehr außer Schulden, denn die sind so gut wie pleite.

Schaut halt nur so aus, daß sich die Medien das noch nicht zu berichten trauen!

Gast: machmuss verschiebnix
21.05.2012 21:13
3 2

Angie - es wird Zeit, auf den Tisch zu hauen.

Deutschland, Tschechien, Polen, Finnland, (vielleicht Dänemark, vielleicht Holland) , Faymannsland darf überrollt werden,
diese Staaten sollten sich möglichst rasch zu einem "Nordic Circle"
zusammen schließen. Und gleich von Anfang weg einen gemeinsamen
Repräsentanten bestimmen (Karl Schwarzenberg ?) und ein
gemeinsames Finanzamt (!)

Wenn jetzt diesem Franzosen-Kasperl nachgegeben wird, dann ist
Deutschland hin - somit hätten diese sozialistischen Hohlköpfe erreicht,
wonach ihnen der Sinn steht (!)


 
12