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Dämme brechen für Vereinigte Staaten Europas

08.06.2012 | 21:27 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Von der Fiskal- bis zur Wirtschaftsunion: Wo sollen die Staaten Kompetenzen abgeben, und was bekommen sie dafür?

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Wien. In der EU braut sich eine politische Konstellation zusammen, die, von Spannungen, Angst und Reformbedarf motiviert, die Vereinigten Staaten Europas vorantreibt. Da ist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die eine Fiskalunion fordert und darauf hinweist, dass sich die Mitgliedstaaten darauf einstellen müssten, Schritt für Schritt Kompetenzen an gemeinsame Institutionen abzugeben. Da ist der neue französische Präsident, der auf eine Wachstumsunion drängt und eine gemeinsame Finanzierung über Eurobonds forciert. Da ist ein Durchbruch für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in einem Teil der Mitgliedstaaten. Und da ist die EU-Kommission, die ein erstes Modell für den Aufbau einer Bankenunion entwickelt hat.

Alle Elemente einer politischen Union bestehen aus Kontrollen und finanziellen Absicherungen:

• Fiskalunion. Der Vorstoß von Merkel geht weiter als der bereits beschlossene Fiskalpakt. In Berlin kursieren Modelle einer ständigen gemeinsamen Kontrolle der Haushaltspolitik der Mitgliedstaaten – also nicht nur in Zeiten, in denen ein Land wegen überhöhten Defizits besonders überprüft wird. Es geht, wie dies die deutsche Regierung schon einmal gefordert hat, um Einflussnahme auf die Pensionssysteme, auf Gehälter im öffentlichen Dienst und vieles mehr.

Nachträglich soll der Euro ein politisches Kontrollinstrument erhalten, das rechtzeitig Fehlentwicklungen in Teilnehmerstaaten entgegenwirkt. Das geht aber nur über Einschnitte in die nationale Haushaltssouveränität. Im Gegenzug werden neue Formen gegenseitiger Stützung überlegt. So etwa ein Schuldentilgungsfonds für alle Haushaltsschulden, die über 60 Prozent des BIPs liegen. Er könnte über die gemeinsamen Goldreserven abgesichert werden. Oder die Ausweitung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM.

Offen ist die heikle Frage, ob dies auch zu einer Steuerunion führt. Bisher galt sie als Tabu. Einen ersten Ansatz gibt es nun bei der Finanztransaktionssteuer, an der aber nicht alle Mitgliedstaaten mitwirken werden. Sie soll ähnlich dem Schengen-System nur in einem Teil der EU Realität werden.

•Bankenunion. Das aktuelle Problemland Spanien zeigt, dass die Währungsunion nur durch eine Sanierung des Bankensystems abgesichert werden kann. Ähnlich wie bei den Staatsfinanzen planen EU-Kommission und einige Mitgliedstaaten deshalb eine Bankenunion. Im Gegenzug zu mehr Kontrollen des Finanzmarkts sollen Banken im Notfall entweder über den Euro-Rettungsschirm oder über einen eigenen europäischen Fonds abgesichert werden. Die EU-Kommission fordert zudem einen gemeinsamen Einlagenschutz. Auch hier sind einige Mitgliedstaaten – allen voran Großbritannien – dagegen.

• Wachstumsunion. Um Fehlentwicklungen wie in Griechenland oder Spanien zu vermeiden, steht nach wie vor eine engere Abstimmung der Wirtschaftspolitik im Raum. Gemeinsam soll verhindert werden, dass einzelne Länder zu viel in einen einzigen Sektor (z.B. Immobilien) investieren oder Forschung und Entwicklung vernachlässigen. Im Gegenzug werden gemeinsame Wachstumsförderungen angedacht. Sie könnten über die von Frankreich forcierten gemeinsamen Anleihen – Eurobonds – erfolgen oder durch eine Ausweitung der EU-Projektbonds.

Problematisch an der Entwicklung ist, dass zwar neue Elemente einer solchen politischen Union entwickelt werden, diese aber in ihrem bisherigen Entwicklungsstadium (etwa Fiskalpakt, gemeinsame Wirtschaftspolitik) nicht in die vorgesehenen demokratischen Instrumente der EU eingebunden wurden. Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2012)

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138 Kommentare
 
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Gast: Bonn
19.06.2012 13:44
1 0

Glaube an Europa

Dann wird in den Ausschüssen gegen die reichen Länder gestimmt. Die reichen Länder werden so enteignet. Das kann nicht die Zukunft sein.

Gast: Reflector
11.06.2012 00:41
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Lieb naiv dieser Artikel


Lässt er doch so viel Raum für Pluralismus; da ist ein Hollande, da ist eine Merkel, dort ist eine EU Komission ... und alle wollens die Union (welche auch immer, Union ist immer gut)

Aber es gibt diesen Pluralismus längst nicht mehr.

Wäre es also somit nicht einfacher zu schreiben, dass alle Bilderberger in der EU Komission, in D, in FR, in den USA und wo sonst noch, dies und das wollen und sich um sonst eigentlich nichts scheren.

Wäre jedenfalls ehrlicher.

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ich fand

dazu auch die meinung von fleischhacker der meinen sehr ähnlich.

der zug der EU fährt leider schon zu lange ohne die bürger. doch nicht nur das: nicht mal das europäische parlament, das ja immerhin gewählt wird (wenn auch nicht von vielen ;D), wird bei wichtigen themata eingebunden. das mauschelt sich diese geschmierte eu-rats kaste aus, die über unsere köpfe alles bestimmen und uns niemals irgendwo einbinden


Antworten Gast: Messalina-X
10.06.2012 17:12
2 0

Re: Wagenknecht hat die besseren Argumente und den Durchblick

Wagenknecht ist nicht dumm, im Gegenteil, aber aus ihr spricht die Kommunistin, das ist aus jedem Satz heraus zu hören

Antworten Antworten Gast: Schweinehund
10.06.2012 17:29
1 0

Re: Re: Wagenknecht hat die besseren Argumente und den Durchblick

Eigentlich zählt doch nur der Inhalt. Und der stimmt. Egal ob sie nun eine Kommunistin ist oder keine.

Antworten Antworten Antworten Gast: Messalina-X
14.06.2012 09:46
1 0

Re: Re: Re: Wagenknecht hat die besseren Argumente und den Durchblick

sorry, aber bei einem Kommunsiten fährt die Karre schlußendlich in eine andere Richtung als bei einem Lieralen / Konservativen / Rechten etc.....

Kommunismus / Faschismus sind nur 2 Seiten von einer Medaille

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Am Weg

Zur EUSSR da bleibt von der Demokratie nur mehr ein Tarnmantel über.
Die EU und deren Staatenlenker haben bis jetzt doch ausreichend ihre Unfähigkeit bewiesen.
Wir brauchen das nicht nochmal.
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise

TRAUT KEINEN POLITIKERN!

http://twitpic.com/9ld0ag

Gast: rabe111
10.06.2012 12:21
7 0

Genau dieses Szenario

wurde von der Finanzelite vor Jahren entworfen: Eine schwere Finanzkrise, die es ermöglicht die Nationalstaaten zu überwinden und in übernationalen Gebilden zusammenzudfassen, in denen die Entscheidungen getroffen werden. Rockefeller sprach dabei in seinen Memoires von "einer Regierung der Bankiers und Intelektuellen" und meinte, er sei stolz ein Internationalist zu sein. Alles läuft scheinbar nach Plan....

Antworten Gast: Karl Huber
10.06.2012 14:59
3 0

Re: Genau dieses Szenario

Auf den Punkt!
Der nächste Schritt zu einer "Weltregierung" wird gemacht. MM wird es auf Dauer nur damit klappen. Wie anders soll der Wildwuchs an Vermehrung unter Kontrolle gebracht werden?
Wir sind jetzt nichts anderes als Arbeitsbienen die je nach Bedarf ausgetauscht oder ersetzt werden und das wird noch viiiel Lustiger werden....
Endergebnis?
Reduzierung der Weltbevölkerung auf 2 Milliarden, oder darunter, ist das Ziel. Wir, in den so genannten zivilisierten Ländern, haben, denke ich, hier die besseren Chancen auf Grund vorhandener Infrastruktur.
Lassen Sie sich überraschen... "Schaun sie sich das an!" ;)

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Vor 2007 (Beitritt Rumäniens und Bulgariens) Jahren war ich noch ein begeister Befürworter dieser Idee. xxx, um die Zensur zufrieden zu stellen.

Erst da wurde mir klar, wie weit die Verantwortungsträger der Union vom gesunden Menschenverstand entfernt sind.
Dazu noch Beitrittsverhandlungen mit der xxxxx und der Beitritt eines nicht im Frieden befindlichen Landes, nämlich Zypern (2004).

Die Vertiefung hätte ein Teil der EU 15 (vor 2004) machen müssen. Danach ware eine Zeit der Ruhe und Festigung notwendig gewesen. 9 osteuropäische Länder plus Kroatien hätten trotzdem mit einem europäischen Kraftakt in 2 oder 3 Etappen an die Union herangeführt werden können. Pragmatisch Schritt für Schritt.

Mein Vertrauen erschüttert haben (auszugsweise):
1. die Ignoranz bei der Erweiterung. So war z.B. die Bettel- und Sozialproblematik der xxx vorhersehbar. Lösungen dafür gab und gibt es keine.
2. die totlitäre Gleichmacherei mit Antidiskriminierungsgesetzen und politischer Korrektheit. Links interpretierte Menschenrechte werden zur Ersatzreligion (Beispiel Freilassung von gefährlichen xxxlstraftätern in Deutschland, die zudem hohe Entschädigungsansprüche stellen können).
3. wie verlogen mit der xxx Veränderung Europas umgegangen wird
4. die Verlogenheit gegenüber den Völkern Europas und die Missachtung demokratischer Grundregeln.

Es ist schade um mein Europa. Ich habe mich in der ersten Hälfte der Nullerjahre schon mehr als Europäer als als Österreicher gefühlt. Was mir bleibt ist Enttäuschung und der Wunsch, daß die Verantwortlichen irgendwann gerichtlich belangt werden.

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die sonntägliche Zensur wenn man auf ein Wandervölklein hinweist


Antworten Gast: Jaklin F
10.06.2012 12:30
7 1

Re: die sonntägliche Zensur wenn man auf ein Wandervölklein hinweist

Ja, vor einer gewissen Religion haben alle die Hosen gestrichen voll. Politik sowie Medien.

Warum?

Antworten Antworten Gast: rabe111
10.06.2012 12:47
1 1

Re: Re: die sonntägliche Zensur wenn man auf ein Wandervölklein hinweist

weil man nicht die Hand dessen beisst, der den füttert, der einen selber füttert oder ihm Kredit gibt.

Gast: Ratzfatzspatzbatz
10.06.2012 11:13
1 0

Welcome

to the future!

Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

der bürger hat es in der hand:
er muss nur bei der nächsten eu-parlamentswahl mitmachen und nicht durch abwesenheit glänzen (40 % wahlbeteiligung sind ein witz und signalisieren: "mia is des eh ollas wuascht!")

das eu-parlament ist um vieles demokratischer als das parlament am ring bzw in den meisten anderen nationalstaaten. dort gilt tatsächlich noch das freie mandat, clubzwang und ähnliches ist kaum existent, immer wieder bilden sich neue mehrheiten.

doch solange der wähler seine vertretung ignoriert, darf er sich nicht wundern, wenn die staats- und regierungschefs so agieren.

der bürger hat es in der hand: entweder wählen und mitbestimmen, oder zu hause hocken, sudern und nicht mitbestimmen!

Antworten Gast: netter gast
10.06.2012 12:22
6 1

Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

Das EU Parlament ist ein
Alibiparlament .

Die Entscheidungen trifft die Kommission
und die Kommission ist nicht wählbar

Und wenn nun auch noch der ESM durchgeht ,
haben wir eine Finanzdiktatur wie aus dem Bilderbuch -- allmächtig und unangreifbar

Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

geh bitte mit diesem antiwissen sind sie echt peinlich: lesen sie mal im lissabonvertrag nach. mein tipp: lesen sie mal artikel 17 abs 8 EUV. das ep kann die kommission sogar einfach absetzen. sie sind ein kasperl der nix weiß, aber mitreden will. hier im forum geht das, aber seien sie vorsichtig, wenn sie mal wo was von sich geben, wo sie netter gast sind. es könnte sein, dass man sie sonst nicht mehr einlädt.

Antworten Antworten Antworten Gast: netter gast
11.06.2012 07:44
1 0

Re: Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

"geh bitte mit diesem antiwissen sind sie echt peinlich"

Außer Unterstellungen noch was ?Sie haben offensichtlich mein posting nicht gelesen oder verstanden .

Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

im realen leben wirst du mit diesem nichtwissen nicht wirklich weit kommen, ohne ausgelacht oder bestenfalls ignoriert zu werden!

Re: Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

wau, sie sind ein grosses kaliber!


wau, wau..

wau sie sind ja gott!

1 0

Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

wohnst du auf einem anderen planeten? wo und wie kann der buerger bei eu-entscheidungen mitbestimmen? das eu-parlament ist eine schaufenster attrappe, entscheidungen werden in hunderten von komittees vorbereitet und de facto beschlossen. entscheidungen wie der beitritt griechenlands trotz betrugswarnug oder engere beziehung zu dubiosen amerikanischen geldmaerkten wie jetzt werden ueberhaupt in nicht nachvollziehbaren zusammenkuenften ausgemauschelt. und selbt wenn europa-abgeordnete die buergermeinung nach bruessel tragen wuerden - wer von ihnen ist gegen die schon lange angestrebte ausweitug der eu-macht auf staatliche finanz- und budgetpolitik?

Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

naja, man hat die wahl:

man kann sich über die eu, ihre institutionen und deren funktionieren erkundigen.

oder man kann die bierdunstigen schauermärchen vom stammtisch nacherzählen.

warum probierst du es nicht mal mit varinate 1 ?

Re: Re: Re: Sie werden ohne parlamentarische Kontrolle von den Staats- und Regierungschefs umgesetzt.

na servas, wieder inhaltslos, wollen sie nicht mal wieder mit ihren lieblingsworrtern "popo" et al argumentieren??

 
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