Wien/London/Aga. Die Lust am Austritt aus der Europäischen Union ist wohl in keinem anderen Mitgliedstaat so verbreitet wie in Großbritannien. Dennoch wäre es für das Land derzeit besser, in der EU zu bleiben: Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des europaskeptischen britischen Thinktanks „Open Europe“. „Alle Alternativen würden große Nachteile für Großbritannien bedeuten und unabsehbare politische und ökonomische Risken bergen“, so der Bericht.
Konkret untersuchte Open Europe die Idee einiger konservativer Abgeordneter, die EU zu verlassen, die Handelsbeziehungen aber aufrechtzuerhalten: Diese machen 48 Prozent der Exporte aus. Alle in Betracht gezogenen Möglichkeiten – von einem „Norwegen-Modell“ bis zu einem Austritt ohne bilaterale Verträge – wären für Großbritannien aber schlechter als der Status quo. Eine einzigartige Chance sieht Open Europe jedoch in der geplanten stärkeren Integration der Eurostaaten: Die daraus folgenden Vertragsänderungen seien die Möglichkeit für Großbritannien, ein neues, eigenes Modell für seine Mitgliedschaft aus zu verhandeln.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2012)
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