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Umbauplan für einen EU-Staat

19.06.2012 | 18:13 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Zehn EU-Außenminister, darunter Michael Spindelegger, wollen die EU in einen Bundesstaat nach Vorbild der USA umwandeln. Die "Zukunftsgruppe" will das politische System umgestalten.

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Wien. Sie waren die Verlierer des Lissabon-Vertrags. Die EU-Außenminister büßten mit der neuen europäischen Rechtsgrundlage ihren fixen Platz beim EU-Gipfel ein. Nun, da sie entmachtet sind, haben zehn von ihnen eine völlig neue demokratische Struktur für die Europäische Union erarbeitet. Es ist ein bundesstaatliches Modell ähnlich jenem der Vereinigten Staaten von Amerika – ein parlamentarisches Zweikammersystem mit einem direkt gewählten EU-Präsidenten. Das Modell würde die derzeit dominierenden Staats- und Regierungschefs entmachten und ein staatsähnliches Demokratiesystem für die EU schaffen.

Die „Zukunftsgruppe“, die vom deutschen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) initiiert wurde und der auch Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) angehört, geht vom derzeitigen politischen System der EU aus, will es aber völlig umgestalten. So soll der Präsident der Kommission zum direkt gewählten Regierungschef aufgewertet werden, der sich sein Regierungsteam selbst zusammenstellt. Da bei ihm die Entwicklung von neuen Gesetzen und deren Umsetzung zusammenliefen, wäre er künftig der einflussreichste Politiker Europas.

 

Neue Länderkammer

Statt dem derzeit mächtigen Europäischen Rat (EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs) sowie den regelmäßigen Ratstagungen der nationalen Fachminister soll in Brüssel eine Länderkammer gleichberechtigt zum Europaparlament eingerichtet werden. Ähnlich der USA mit ihrem Senat und Repräsentantenhaus würde die EU dadurch eine neue parlamentarische Balance erhalten.

In Österreich wurde dieses Modell bereits in den 1990er-Jahren vom damaligen Bundesrat und mittlerweile verstorbenen Manfred Mautner-Markhof entwickelt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Mautner-Markhof damals bei Außenminister Wolfgang Schüssel (ÖVP) mit seinem Vorschlag kein Gehör fand. Jetzt ist es ein Nachfolger Schüssels, der diese Idee gemeinsam mit Amtskollegen forciert.

Die Außenminister von Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien haben seit dem Frühjahr regelmäßig getagt. Am gestrigen Dienstag stellte die Zukunftsgruppe ihre Vorschläge Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ratspräsident Herman Van Rompuy, EZB-Chef Mario Draghi und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker vor. Das nun der „Presse“ vorliegende Papier ist ein Zwischenbericht, dem noch weitere Verhandlungen folgen werden.

 

Euro „irreversibel“ machen

In diesem Papier begründen die Außenminister die Notwendigkeit einer neuen demokratischen Struktur für die EU mit der aktuellen Krise und dem Bestreben, die Währungsunion „irreversibel“ zu machen. Ihre Vorschläge gehen in Richtung eines aufgewerteten politischen Bundesstaats mit mehr gemeinsamen Kompetenzen, die bisher in Kernbereichen nationaler Politik angesiedelt waren. So sprechen sich die zehn Außenminister für einen gemeinsamen europäischen Grenzschutz aus. Sie befürworten die Ausweitung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik bis hin zu einer EU-Armee. Und sie treten für mehr direkte Kontrolle der nationalen Haushalte ein, wie sie zuletzt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Initiativen für eine „Fiskalunion“ gefordert hat.

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Westerwelle hatte bereits im März bei einem ersten Treffen in Berlin eine deutliche politische „Vertiefung“ der EU gefordert und war dafür scharf kritisiert worden. Spindelegger betonte damals, dass sich Österreich einer neuen EU-Vertragskonstruktion nicht verschließen dürfe.

Ihr gemeinsames Papier fordert nicht nur eine Zentralisierung der Macht, sondern auch eine stärkere Einbindung der nationalen Parlamente in den europäischen Entscheidungsprozess. Sie sollen stärker als bisher mit dem Europäischen Parlament zusammenarbeiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

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910 Kommentare

Mal abgesehen, dass die "Dynamik" der 1930er mit dem Friedensvertrag von Versailles 1919 begann, ...

bedeutet Veränderung nichts negatives, denn fehlerhafte Entwicklungen können behoben werden.

Re: ... denn fehlerhafte Entwicklungen können behoben werden.

In den meisten Fällen ja, jedoch gibt es Ausnahmen. Wenn jemand z.B. auf Grund eines Fehlers sterben sollte, so kann man solche Fehler nicht beheben. Auch sollte man dabei nicht übersehen, dass Fehlerbehebung immer aufwendiger ist, als Fehlervermeidung.

14 3

Re: Überf kurz oder lang wird es eine europäische Regierung geben!

Ich glaube schon schön langsam, dass diese Krise genau dafür inszeniert wurde.

Nach unserer Verfassung setzt das aber eine Volksabstimmung voraus. FAlls die Verfassung noch gilt und Österreich überhaupt noch existiert.

Re: Re: Überf kurz oder lang wird es eine europäische Regierung geben!

Ja das wird die Frage sein.

Ich vermute mal die schlauen Politiker werden das Bundesstaat Prinzip übernehmen.

Dann wäre das Problem Verfassung gelöst, denn im Bundesstaat Prinzip steht Bundesrecht über Landesrecht. das Land könnte zwar seine Verfassung behalten würde aber für das Bundesrecht keine Rolle spielen.

Gibt da ein schönes Beispiel in deutschland. Lt. Bay. Verfassung wäre in Bay. die Todesstrafe möglich.
da diese Strafe jedoch im Bundesrecht von Deutschland ausgeschlossen ist, darf sie in Bay. auch nicht angewandt oder verhängt werden.


Antworten Gast: Erwin 37
19.06.2012 17:03
4 7

Re: Überf kurz oder lang wird es eine europäische Regierung geben!


Und es ist auch die einzige sinnvolle Alternative.

Antworten Antworten Gast: 43w
19.06.2012 18:15
1 1

...


Für Personen mit vollem Verstand gibt es nie nur eine Lösung oder nur eine Alternative.

- übrigens: schon Ihr erwähntes Wort "Alternative" bedeutet, dass es schon zumindest einen andere Möglichkeit geben muss ;-)

Gast: KAufmann 1010
19.06.2012 16:57
5 23

Grundsätzlich eine sehr gute Initiative!


Ein richtiger Schritt in eine klare europäische Zukunft. Wenn wir uns weiter in Kleinstaaterei üben, haben wir in 30 Jahren keine Chance gegenüber den aufstrebenden Wirtschaftsmächten in Asien und auch S-Amerika.

Klar, dass da eine Partei des H.C. Strache sofort voll dagegen ist und ihr populistisch primitives Trommelfeuer auf alle Dummen und Ungebildeten losläßt, die sich dann etwa hier entsprechend dumpf melden.

Zustimmung zum 1. Absatz

Was Strache betrifft, da stimme ich mit ihm durchaus überein, dass der ESM, so wie er derzeit geplant ist, undemokratisch und damit inakzeptabel ist. Auch mit ihm einer Meinung bin ich, dass bei solch großen Entscheidungen (wie der Bundesstaat) unbedingt eine Volksabstimmung gehalten werden muss. Darüber, ob bei der dann mit ja oder nein abgestimmt werden sollte, gehen unsere Meinungen dann wohl auseinander ;-)

Re: Zustimmung zum 1. Absatz

Warum wurde die österreichische Bevölkerung nicht von den Medien über den ESM und seine Folgen ausreichend informiert? War es Absicht? War es im Sinn der Regierenden, dass die Bevölkerung uninformiert bleibt? Welches Spiel spielen unsere Minister plus Bundeskanzler und Bundespräsident? Hat man Angst? Ist man zu feig die Wahrheit zu sagen? Will man die Leute hinters Licht führen? Will man sie vor vollendete Tatsachen stellen, dann in einer Situation, aus der es kein Zurück mehr gibt? Ist das eine Politik der Ehrlichkeit, sofern es eine solche geben sollte?

Das hätten sie vor 2 Jahren einbringen sollen. Damals haben sie aber noch gedacht das Volk so über den Tisch zu ziehen zu können und seiner demokrat. Recht berauben zu können

Jetzt wo die EU zu scheitern droht, weil wirklich jeder die Nase voll hat sind sie zu Demokratie bereit.

Aber es ist wohl zu spät, weil keine weitere EU-Integration welcher Form auch immer eine Mehrheit bei den nötigen Volksabstimmungen bekommen würde.

Zu recht wie ich meine.

Gast: Raus aus dem Europäischen Unfug
19.06.2012 16:51
15 6

Leute fordern Abstimmung über Austritt


Antworten Gast: klare Antwort
19.06.2012 17:02
4 13

Re: Leute fordern Abstimmung über Austritt


Na das wäre wohl das Dümmste für Österreich.

Re: Re: Na das wäre wohl das Dümmste für Österreich.

Hoffen Sie noch auf einen Platz unter dem Rettungsschirm, bevor die Einzahler ausgehen?

Ironie Ende - Zum Thema selbt:
Die Idee zur politischen Union mag positives haben. Allein der Zeitunkt und speziell die handelnden Personen sind kontraproduktiv.

Gast: Plach2
19.06.2012 16:51
7 2

Für noch mehr Bürokratie, um noch mehr Parteigünstlinge mit hochbezahlte Jobs zu versorgen

dafür ist die ÖVP IMMER zu haben!

Seit dem EU Beitritt bekamen wir eine weitere Verwaltungsebene dazu.
Trotzdem wird weiterhin JEDE politische Fuktion bei uns gleich 10 fach besertzt! Einmal im Bund und 9 x mit gleichen Aufgaben in den Ländern!

Vorher sollte Österreich mind. zwei Verwaltungsebenen einsparen, danach kann man über neue reden!

Lt. OECD hat:

•die Republik Österreich eine der höchsten Steuerquoten der Welt (Arbeit ist unterdessen einschließlich Arbeitgeberbeiträgen mit mehr als 60 Prozent durch Steuern und Abgaben belastet); immer wieder kommen Finanzminister mit ihren Steuereinnahmen ganz dramatisch nicht aus.
• Österreich mit acht Millionen Einwohnern neun Herzogtümer namens Bundesländer die mit den vom Bund bereitgestellten Milliarden unverantwortlich herumwerfen können, ohne dafür irgendeine Form von Verantwortung übernehmen zu müssen.

11.6.2012: Der Rechnungshof kritisiert die hohen Ausgaben der Bundesländer. Tirol, NÖ und Kärnten haben zwischen 2005 und 2010 deutlich mehr ausgegeben als eingenommen haben!
Die Schulden stiegen in Kärnten (BZÖ) von 680 Mio auf 1,4 Mrd.; in NÖ (ÖVP) von 1,7 Mrd. auf 4,1 Mrd., (+136%!) Tirol (ÖVP) + 120% . Die pro Kopf Verschuldung beträgt in Kärnten 2548, in NÖ 2458

19 5

Demokratie

Wenn noch irgendjemand das Wort Demokratie im Zusammenhang mit unseren Regierungen in den Mund nimmt und sich abfällig über Nordkorea äußert, dem haue ich eine auf die Nase.

Das darf doch nciht mehr wahr sein, was da abläuft. Die Politiker wählen sich selbst.

und wo

genau haben sie das mit der Selbstwahl bitte gelesen?

Antworten Antworten Gast: dec
19.06.2012 17:14
3 1

Politdarsteller werden vorselektiert

Herr Admiral Tegetthoff, Sie haben Recht - unsere Politiker wählen sich (noch) nicht selbst. Da wären wir ja (schon) in einer Diktatur- wir wollen ja nicht der Entwicklung (für Sie als Freund der Miliz- dem Schlachtplan^^) vorgreifen.

Politiker werden vorselektiert. Die USA ist dazu ein gutes Beispiel, wie Präsidenten gemacht werden.
Dann darf das Volk aus der Rest- Auswahl "demokratisch" wählen.

Aber was haben Politdarsteller dem Volk in den letzten Jahren vorenthalten?-
das Zustimmen über Verfassungsänderungen, eine EU-Verfassung, (...), dazu haben diese die eigene Regierungszeit verlängert.

Aber nein. Sie haben schon recht, wählen darf man diese Politdarsteller schon (noch).

10 0

Re: und wo

Ich habe nirgends etwas von einer Volksabstimmung gelesen. DAs wäre schon nötig, wenn sich Österreich auflöst. Wer von den beiden sozialistischen Parteien letztlich gewählt werden darf ist doch irrelevant.

selbstredend

das mit der Volksabstimmung ist ja wohl selbstredend. Das können bei einer Umwandlung der EU in einen Bundesstaat wohl nicht einmal unsere Regierungsmitglieder wegdiskutieren. Also ja, Volksabstimmung unbedingt!

Antworten Antworten Gast: sepplmair
19.06.2012 16:57
4 2

Re: und wo

Mario Monti??!!!!!!!!

Wenn bestimmte Personen meinen die Eurokrise zur Verwirklichung ihrer zentralistischen Vereinigten-Staaten-von-Europa-Träume und Abschaffung der Nationalstaaten missbrauchen zu können sollten sie sich nicht wundern, wenn sie letztlich der Latour-Lösung zum Opfer fallen. Ausreichend Laternen sind schließlich noch vorhanden.


Selbstverständlich wird eine Lösung der Euro- und Schuldenkrise ohne eine stärkere europäische Integration kaum möglich sein, aber von einem Bundesstaat analog der USA als einzigen nachhaltigen Weg zur Genesung Europas kann keine Rede sein. Das ist nicht erforderlich – auch wenn bestimmte Eliten versuchen uns dies einzureden. Mit solchen Forderungen, die niemals die Zustimmung der Bevölkerung finden werden, schadet man Europa nur.

Wenn er das glaubt dann soll er gleich verschwinden

Ich will nämlich nicht von so vielen Instanzen und Gehaltsempfängern regiert werden.

Das wäre ja einfach, die Arbeit und Verantwortung schiebt er nach Brüssel und will bei vollem Gehalt in Ö. im Schwimmbad und beim Heurigen hocken.

Wenn ich schon Westerwelle höre, stellt es mir die Haare auf. Die Minipartei an die Wand gefahren und jetzt Europapolitik machen wollen.

Ich hab schon Angst den PC einzuschalten bei diese täglichen Schockmeldungen.

Re: Wenn er das glaubt dann soll er gleich verschwinden

zum ertsen absatz : haben Sie den eindruck das es jetzt anders läuft?

Re: Re: Wenn er das glaubt dann soll er gleich verschwinden

Hab ich nicht, aber dem Spindel sein Vorstoß wäre ein Anlass eine Ebene des Regierens zu schließen.

Re: Wenn er das glaubt dann soll er gleich verschwinden

Jeder Teilstaat eines Bundesstaates hat eine Regierung - auch jedes Bundesland in A und D. Regierungen in den Teilstaaten wird es weiter brauchen und über deren notwendige Kompetenzen und angemessene Bezahlung wird man dann nachdenken müssen. Sicher auch noch brauchen wird es ein Parlament im Teilstaat, wie den Nationalrat. Nicht mehr brauchen wird es den Bundesrat und die Landesregierungen und Landtage.

11 2

Die Wähler werden diesen Ahnungslosen die rote Karte zeigen.


Antworten Gast: sepplmair
19.06.2012 16:56
7 1

Re: Die Wähler werden diesen Ahnungslosen die rote Karte zeigen.

Die Wähler werden ja gar nicht gefragt! Bis die nächsten Wahlen sind ist die Sache schon durch und unabdingbar irreversibel
ich bin ein erwachsener mann und möcht eigentlich nur mehr heulen, so schlimm find ich das ganze.

3 1

Re: Die Wähler werden diesen Ahnungslosen die rote Karte zeigen.

Es wird niemanden interessieren welche Karten die Wähler zeigen. Gewählt werden können die Marionetten.

Gast: gruene_kiwi
19.06.2012 16:38
2 0

Warum die EU nicht wie die USA funktioniert


Ich glaube man unterschätzt, dass bei allen vorangegangen Übertragungsmodellen (v.a. auf politischer Ebene im Sinne der Modernisierung), immer etwas schief gegangen ist.

Eu: 16 Amtssprachen -> Arbeitsmarktmobilität geringer
USA: 1 Amtssprache -> Arbeitsmarktmobilität groß

Eu: kulturelle Diversität aus der früheren Nationalstaatlichkeit
USA: zwar kulturelle Diversität, aber eine geimeinsame Geschichte

Eu: noch immer mehr als zahlreiche, unterschiedliche Standards (z.B. Gesundheitstandards etc.)

USA: angleichende Standards in den Bundestaaten

EU: eine Veränderung im System der Geldpolitik auf eine übergovermentale Ebene schränkt auch den geldpolitischen Handlungsspielraum der einzelnen Regionen ein !!!!!!!



Wenn bestimmte Personen meinen die Eurokrise zur Verwirklichung ihrer zentralistischen Vereinigten-Staaten-von-Europa-Träume und Abschaffung der Nationalstaaten missbrauchen zu können sollten sie sich nicht wundern, wenn sie letztlich der Latour-Lösung zum Opfer fallen. Ausreichend Laternen sind schließlich noch vorhanden.


Selbstverständlich wird eine Lösung der Euro- und Schuldenkrise ohne eine stärkere europäische Integration kaum möglich sein, aber von einem Bundesstaat analog der USA als einzigen nachhaltigen Weg zur Genesung Europas kann keine Rede sein. Das ist nicht erforderlich – auch wenn bestimmte Eliten versuchen uns dies einzureden. Mit solchen Forderungen, die niemals die Zustimmung der Bevölkerung finden werden, schadet man Europa nur.

7 21

Endlich

Eine gute Idee. Wurde endlich Zeit.

Antworten Gast: truder
19.06.2012 17:00
3 8

Re: Endlich

Finde ich auch!

Die hier bekannten rechtsprimitiven Kampfposter sind da natürlich gleich ganz aufgebracht.

Einzige Option, wenn sich Europa global behaupten koennen soll ?

Muss allerdings ordentlich demokratisch nach dem Subsidiaritaetsprinzip von der Gemeinde bis hinauf zur EU-Spitze legitimisoert sein. Und das ist bei so vielen nationalen Interessen eine beinahe unmoegliche Herkules-Aufgabe.
Die Alternative, und das sei allen Pro-Kantoenli-Postern in Stammbuch geschrieben, ist, dass jeder einzelne Kleinstaat noch mehr fremdbestimmt sein wird, aber von ausserhalb Europas.

15 6

Fassungslos

Ein amtierender Außenminister will praktisch die Republik abschaffen, ohne die Bevölkerung darüber entscheiden zu lassen.

Wieder einmal ...

... vorauseilender Gehorsam Österreichs ... es ist nicht zu glauben.

Gibts darüber eine Volksabstimmung ??? Wahrscheinlich nicht!!!

2013 Regierung abwählen !!!

Nicht so voreilig

das ist meiner Zählung nach der erste zukunftsträchtige Vorschlag, an dem diese Regierung Anteil hat. :-/

13 23

Endlich ein vernuenftiger Vorschlag!!!!!!!

Leider habe ich das Gefuehl, dass man in Oesterreich sehr kleinkariert ist. Wir leben in einer Zeit des Wandels, wir koennen die Vergangenheit nicht festhalten, auch wenn wir es noch so gerne moechten. In die Zukunft blicken heisst, Aenderungen zu akzeptieren und das Beste aus ihnen zu machen. Wir koennen in dieser globalisierten Welt nich alleine ueberleben, das ist illusorisch und ueberheblich.
Ich hoffe fuer ein vereintes Europa, in dem unsere Kinder friedlich als Europaer zusammenleben koennen, nur dann wird Europa dem Rest der Welt die Stirne bieten koennen.

Antworten Gast: gast45
19.06.2012 16:54
4 1

Re: Endlich ein vernuenftiger Vorschlag!!!!!!!

wissens .. wenn ich so durch moskow, kairo, new york, peking gehe, mir dann sowohl die geschäftspartner als auch die städte selbst ansehe , stelle ich immer fest, das mann als österreicher international gesehen besser augebildet ist und die besseren karten hat .
.. wir brauchen wirklich keine spanier, griechen oder franzosen, die uns erklären wie man bilanziert, stahl macht, oder super produkte herstellt ..

wir müssen nur aufpassen, das wir uns nicht von leuten sachen verkaufen lassen, die wir selber viel besser können :-)

oder anders herum, die EU kann sich gerne österreich anschliessen, aber erst wenn sie unsere standards erreichen .. und nicht umgekehrt ..

lesen sie sich eine solche eu-richtlinie mal durch ... lauter nichtssagendes geschwafel (das können wir seit jahrhunderten besser :-), nur halt in fünf sprachen, statt in einer ....

Re: Endlich ein vernuenftiger Vorschlag!!!!!!!


Ich kann Ihnen nur zustimmen, allerdings muss diese europäische Integration nicht in einem Bundesstaat nach US-Vorbild enden. Hier wird einfach versucht eine Krise als Türöffner für ein elitäres Projekt zu verwenden. Diese abgehobene Haltung hat uns letztlich erst diese Probleme beschert.

Zudem löst ein Bundesstaat kein einziges Problem der Euro- und Schuldenkrise.

Mehr Kompetenzen und Eingriffsmöglichkeiten in die nationalen Haushalte für die Kommission sind notwendig. Eine Fiskal- und/oder Bankenunion meinetwegen, aber was hat das mit einem Bundesstaat zu tun? Nichts.

Entweder so oder gar nicht - also gar nicht

Wenn eine Fiskalunion kommt dann brauchen wir auch echte demokratische Strukturen wie in diesem Vorschlag.

Aber weil eben von Merkel bis Holland alle EU mächtigen gerade die diktatorischen Sturkturen in der EU lieben (über 500 Mio leichter zu herrschen als über ein paar Mio zu hause) deshalb kommt das gar nicht - sicher nicht!

Das Vorbild der heutigen EU ist auch China und nicht die USA - Barroso (der Dölpel) hat das ja auch klar und deutchlich beim G20 Treffen gesagt.

Gast: erg
19.06.2012 15:51
14 25

.

Wenn man über den Tellerrand seiner eigenen Kleinstaatsmentalität hinausblickt, muss man feststellen, dass dies wohl der einzige sinnvolle Weg ist - auch wenn es Einige vermutlich nicht wahrhaben wollen.

Gast: Gustav Gunkel
19.06.2012 15:49
17 2

"Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

Gut, ja.

Aber was machen wir, wenn dieses lästige Dings-Da...

...wie heißt es noch gleich?....

...ah ja, "DAS VOLK" dem Ganzen nicht

zustimmt?

Ahja, weiß schon, dann lassen wir das Volk

einfach nicht darüber abstimmen.


Re: "Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

für eine direkte volkswahl des kommissionspräsidenten wird wohl keine volksabstimmung notwendig sein. falls aber wirklich diese kompetenzausweitungen, die im artikel beschrieben wurden, umgesetzt werden sollen, dann werden in den meisten ländern volksabstimmungen notwendig sein. in österreich auf jeden fall.

ein einfaches "dann lass ma halt nicht abstimmen" ist in unserem rechtstaat gottseidank nicht möglich.

Re: Re: "Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

der zweite Absatz war ein Witz, oder? Haha!!

Re: Re: Re: "Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

nein, eigentlich nicht. oder wann wurde das letzte mal eine verfassungsänderung mit dem charakter einer gesamtänderung nicht einer volksabstimmung unterzogen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hurz IV
19.06.2012 17:43
1 0

Re: Re: Re: Re: "Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

Gerade eben (ESM).

Re: Re: Re: Re: Re: "Außenminister fordern gewählte Europaregierung"

mWn verletzt der esm keinem teil der verfassung und diese wird auch nicht wesentlich verändert. der geplante fiskalpakt ist in dieser hinsicht schon interessanter.

Der Spindelegger hat sein Mandat eindeutig überschritten.


Re: Der Spindelegger hat sein Mandat eindeutig überschritten.

eigentlich nicht.

hier handelt es sich im besten fall um eine reine absichtserklärung bzw um einen vorschlag für eine. das rein gar nichts rechtlich verbindlich.

bsp. sie zeichnen mit ihrem partner einen bauplan für ein gemeinsames haus. Wenn sie diesen dann ein paar freunden zeigen, dann werden diese wohl auch nicht sagen, dass sie das nicht dürfen, nur weil sie noch keine baugenehmigung haben.
dieses papier ist mehr als dieser plan. sein mandat überschreitet ein politiker aber erst, wenn er den plan ohne genehmigung (volksabstimmung) umsetzt (was rechtlich gar nicht möglich ist).

Re: Re: Der Spindelegger hat sein Mandat eindeutig überschritten.

Durchaus gut erklärt.
Was den letzten Absatz betrifft wäre ich allerdings nicht ganz so optimistisch. Was rechtlich nämlich möglich ist (oder zumindest ohne Konsequenzen bleibt) ist zuweilen durchaus überraschend.

Re: Re: Re: Der Spindelegger hat sein Mandat eindeutig überschritten.

wenn die eu den sprung vom staatenbund zum bundesstaat schafft, werden wohl in allen ländern volksabstimmungen notwendig sein dass gerade österreich als einziges land da ausscheren würde, kann ich mich beim besten willen nicht vorstellen. der vfgh würde das nicht zulassen. und das volk sowieso nicht .