24.05.2013 01:11 Merkliste 0

Umbauplan für einen EU-Staat

19.06.2012 | 18:13 |  WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Zehn EU-Außenminister, darunter Michael Spindelegger, wollen die EU in einen Bundesstaat nach Vorbild der USA umwandeln. Die "Zukunftsgruppe" will das politische System umgestalten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Sie waren die Verlierer des Lissabon-Vertrags. Die EU-Außenminister büßten mit der neuen europäischen Rechtsgrundlage ihren fixen Platz beim EU-Gipfel ein. Nun, da sie entmachtet sind, haben zehn von ihnen eine völlig neue demokratische Struktur für die Europäische Union erarbeitet. Es ist ein bundesstaatliches Modell ähnlich jenem der Vereinigten Staaten von Amerika – ein parlamentarisches Zweikammersystem mit einem direkt gewählten EU-Präsidenten. Das Modell würde die derzeit dominierenden Staats- und Regierungschefs entmachten und ein staatsähnliches Demokratiesystem für die EU schaffen.

Die „Zukunftsgruppe“, die vom deutschen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) initiiert wurde und der auch Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) angehört, geht vom derzeitigen politischen System der EU aus, will es aber völlig umgestalten. So soll der Präsident der Kommission zum direkt gewählten Regierungschef aufgewertet werden, der sich sein Regierungsteam selbst zusammenstellt. Da bei ihm die Entwicklung von neuen Gesetzen und deren Umsetzung zusammenliefen, wäre er künftig der einflussreichste Politiker Europas.

 

Neue Länderkammer

Statt dem derzeit mächtigen Europäischen Rat (EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs) sowie den regelmäßigen Ratstagungen der nationalen Fachminister soll in Brüssel eine Länderkammer gleichberechtigt zum Europaparlament eingerichtet werden. Ähnlich der USA mit ihrem Senat und Repräsentantenhaus würde die EU dadurch eine neue parlamentarische Balance erhalten.

In Österreich wurde dieses Modell bereits in den 1990er-Jahren vom damaligen Bundesrat und mittlerweile verstorbenen Manfred Mautner-Markhof entwickelt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Mautner-Markhof damals bei Außenminister Wolfgang Schüssel (ÖVP) mit seinem Vorschlag kein Gehör fand. Jetzt ist es ein Nachfolger Schüssels, der diese Idee gemeinsam mit Amtskollegen forciert.

Die Außenminister von Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien haben seit dem Frühjahr regelmäßig getagt. Am gestrigen Dienstag stellte die Zukunftsgruppe ihre Vorschläge Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ratspräsident Herman Van Rompuy, EZB-Chef Mario Draghi und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker vor. Das nun der „Presse“ vorliegende Papier ist ein Zwischenbericht, dem noch weitere Verhandlungen folgen werden.

 

Euro „irreversibel“ machen

In diesem Papier begründen die Außenminister die Notwendigkeit einer neuen demokratischen Struktur für die EU mit der aktuellen Krise und dem Bestreben, die Währungsunion „irreversibel“ zu machen. Ihre Vorschläge gehen in Richtung eines aufgewerteten politischen Bundesstaats mit mehr gemeinsamen Kompetenzen, die bisher in Kernbereichen nationaler Politik angesiedelt waren. So sprechen sich die zehn Außenminister für einen gemeinsamen europäischen Grenzschutz aus. Sie befürworten die Ausweitung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik bis hin zu einer EU-Armee. Und sie treten für mehr direkte Kontrolle der nationalen Haushalte ein, wie sie zuletzt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Initiativen für eine „Fiskalunion“ gefordert hat.

vergrößern

Westerwelle hatte bereits im März bei einem ersten Treffen in Berlin eine deutliche politische „Vertiefung“ der EU gefordert und war dafür scharf kritisiert worden. Spindelegger betonte damals, dass sich Österreich einer neuen EU-Vertragskonstruktion nicht verschließen dürfe.

Ihr gemeinsames Papier fordert nicht nur eine Zentralisierung der Macht, sondern auch eine stärkere Einbindung der nationalen Parlamente in den europäischen Entscheidungsprozess. Sie sollen stärker als bisher mit dem Europäischen Parlament zusammenarbeiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

910 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1415
0 0

Re: Schon beim EU Beitritt

vor dem eu-beitritt waren wir ja quasi das zentrum .......des östlichen alpenraums

4 0

Re: Schon beim EU Beitritt

Ja: Gemeinsam statt einsam und Österreich hat eine Stimme. Blödsinn. Der Schweiz geht es großartig, falls das niemandem auffällt. So einsam wäre es schön in Österreich.

Gast: konstruktiver EU-Kritiker
19.06.2012 18:29
15 0

Vollintegration oder Trennung

Wenn die Kommentare in diesem Forum einen halbwegs repräsentativen Querschnitt der Volksmeinung darstellen, dann ist die EU am Ende!

Meiner Meinung nach ist der derzeitige Zustand mit dem übermächtigen Europäischen Rat (EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs) ein unhaltbarer, fauler Kompromiss.

Es gibt nur zwei tragfähige Wege:
1. Vollintegration ähnlich USA
2. Trennung und Beschränkung auf EWR

Vollkommen richtig

Ich denke auch, dass nichts gegen eine Vollintegration sprechen würde - wäre darin eine demokratische Repräsentation der Bürger Europas garantiert. Es ist das leidige Demokratiedefizit, dass den Menschen Europa verleidet - Beschlüsse, die den Menschen mit einem breiten "Basta" vor die Nase gesetzt werden und die faktische Nichtwähl- und Abwählmöglichkeit der Verantwortlichen.
Das zweite Problem ist die sich daraus ergebende Korruption und der dreckige Lobbyismus a la Strasser.
Wenn Europa sich weiter integriert und endlich die Demokratie einführt, hätte es noch eine klitzekleine Chance. Allerdings wird es schwer, den bereits aufgestauten Hass auf die EU wieder abzubauen. Besonders, wenn man kein Geld dafür hat.

Antworten Gast: Aloisia Mock
19.06.2012 19:06
0 1

Re: Vollintegration oder Trennung

Ich glaube, dass Weg 1. nur ein paar Staaten/Nationen der EU-Staaten zusammen erfolgreich umsetzen können, wie wohl die Vollintegration mE angesichts der rasch wachsenden Bedeutung von China und Indien geopolitisch (und auch wirtschaftlich) geboten ist.

Und wer kann/ soll mitmachen? Ja, die Staaten der erwähnten 10 Außenminister - nur statt Polen Frankreich. Damit das Projekt aber überhaupt Erfolg haben kann, sollte es 20 Jahre bei dieser "Kontinental-Westeuropäischen Union" bleiben; dann könnten einzelne andere EU-Staaten, die es wollen auch aufgenommen werden.

Gast: 43w
19.06.2012 18:26
21 2

Hat sich Spindelegger schon mal gefragt, wem er als >Volksvertreter< vertreten darf?

Spindelegger darf das Volk vertreten. Daher kann Spindelegger ohne das Volk nicht derartige Verfassung betreffende Entscheidungen treffen.

3 19

Der einzige Weg...

...wenn man den Euro und das vereinte Europa als Ziel hat.

...alles andere ist nationalistisch getriebene Verlogenheit. Und es ist bedauerlich, dass die meisten poster hier keine vision haben, sondern nur stimmvieh sind, und jene partei wählen würde, die ihnen niedrigere steuern, kürzere arbeitszeit, höhere pensionen und schöneres wetter verspricht...

Re: Der einzige Weg...

jeder einzelne dieser roten stricherl tut mir im herzen weh.
der einzige weg damit europa weltpolitisch (wieder) mitreden kann ist der oben vorgeschlagene.

4 0

Re: Re: Der einzige Weg...

Will hier überhaupt jemand mitreden? Das interessiert doch niemanden. Österreich soll neutral sein und aus. Wie die Schweiz.

11 2

Re: Der einzige Weg...

Meine Vision ist ein Österreich, eingebettet im EWR, eigenstaatlich strukturiert mit Politikern, dem dem eigenen Land verpflichtet sind.
Eine Vision frei von sinnlosen Gesetzen und Beamtentum in Glaspalästen mit Reisekostenzuschüssen, von denen im Normalfall eine Familie leben könnte.
Eine Vision von einem Land, von dem ich meinen kann, dass es wert ist, seine Kinder darin aufwachsen zu lassen.
Eine Vision von einem Österreich, welches für seine eigenen Schulden aufkommen muss, ohne Angst haben zu müssen, dass die kommenden Generationen nur noch zahlen darf.
Mir reicht schon unsere Regierung, aber was bitte soll ich mit einem Herrn Schulz und Konsortien anfangen?
Und eines sind Sie sich auch sicher:
Das Friedensprojekt zerstört unsere Neutralität, denn beim EU-Staat gibt es EIN Heer, da müssen sie dazu ob Sie wollen oder nicht und wenn´s passt dann finden Sie sich im nächsten bewaffneten Konflikt wieder.....ist das erstrebenswert?
Ich kann es nur für mich und stellvertretend für meine Kinder beantworten....NEIN.

Antworten Antworten Gast: thatsit+
19.06.2012 20:54
0 0

Re: Re: Der einzige Weg...

Unsere Neutralität ist eine Farce.

Österreich wurde schon einmal massiv von außen bedroht und danach militärisch besetzt und aufgelöst - 1938.
Und wen hats gestört??? Niemanden, denn keiner wollte sich mit Deutschland anlegen.
Das ganze könnte genauso wieder passieren und niemand wird sich drum scheren, ob das kleine Österreich jetzt ein souveräner Staat ist oder ein Anhängsel eines anderen Staates.

Machen wir uns nichts vor, die Neutralität in Österreich gibts nicht mehr, wird es nicht mehr geben, und selbst wenn wir eine hätten würde sie uns nichts bringen. Wir sind, waren und bleiben ein Spielball der Großmächte dieser Welt.

Die Geister, die ich rief.

Der Vorschlag der Außenminister hört sich an wie ein mutiges Einbekenntnis zu demokratischeren Strukturen. Nun, die gegenwärtige Entwicklungsrasanz bei der Suche nach möglichen Auswegen aus den vielen Krisen und die diesen Ansätzen zuhauf entgegenstehenden Widerstände mögen ein berechtigtes Motiv dafür abgeben. Auch ist den Demokratieprotagonisten durchaus echte Sorge um die rechtmäßige Entwicklung der EU-Gremien zuzubilligen.
Die Richtung wäre unbestritten goldrichtig, aber das Ziel scheint nicht mehr erreichbar, denn der Zeitpunkt ihres Aufbegehrens kommt viel zu spät!

Wie sollten Völker Akteuren vertrauen, die gemeinsam mit vielen anderen Politikern seit langer Zeit Wege bereiten, die die Einflussnahme der Wähler/Innen Schritt für Schritt geschwächt haben?
Jetzt, da sie am eigenen Leib die Ohnmacht verspüren überkommt ihnen der Rettungsgedanke „demokratische Legitimation“ erst in den Sinn?

Unumkehrbar wollen die Völker Europas Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Wohlstand und Solidarität.
Unumkehrbar stemmen sie sich daher gegen Fremdbestimmung, Finanzoligarchien, Beamtenherrschaft, Überwachungsmechanismen, Sozial- und Lohnabbau, Lüge und Kriegshetze.

Die Völker Europas brauchen weder ein politisch-militärisches EU-Monster noch einen „Freund“, der nach Weltherrschaft strebt, auch keine irreversible Währung, die den Unfrieden schürt und die kulturelle Einheit zerstört.

Wenn es die nationalen Parlamente überflüssig macht, soll es mir recht sein.

Da hätte dann auch das österr. System RotSchwarz ausgedient.

Gast: bankeramziel
19.06.2012 18:08
12 3

die bankenmärkte streben eine alleinherrschaft in europa an. deine solche schulden- und transferunion wird auf kosten der hackler und asvg pensionisten durchgezogen- die melkkühe arbeitnehmer und asvg pensionisten bezahlen die billionen-zeche der abzockenden eliten.


Gast: enjyo44
19.06.2012 18:05
8 8

Österreich - ein Land, das die Aufklärung verschlafen hat...

Mit welcher Berechtigung forderen "die Menschen" direkte Demokratie??

1.) Die Mehrheit der Bevölkerung zahlt keine Einkommenssteuer. Und da sollen die Steuernettoempfänger über die Steuernettozahler drüberfahren können???

2.) Das Wirtschaftswissen der Mehrheit ist eine Katastrophe, wie schon zahlreiche Studien und Umfragen belegt haben! Wenn 60% nicht einmal definieren können, was man unter dem BIP versteht, sollen dieselben dann über Zinspolitik, Kapitalvorschriften und Bilanzierungsgrundsätze abstimmen???

Dazu gabs übrigens auch einen Pressebericht:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/695465/Oesterreich_Wirtschaftswissen-auf-bescheidenem-Niveau

3.) Solange die Mehrzahl weiterhin ihr Wissen aus Krone, Österreich, Heute etc. bezieht, kann man nicht von "mündigen Bürgern" sprechen.

Selbst wenn unsere Politiker ahnungslose Ignoranten sind, repräsentieren sie damit nur die Mehrheit der Bevölkerung.

Direkte Demokratie wäre an sich vernünftiger, aber sicher nicht, wenn dann das Proletariat über das Bürgertum, die Unterschicht über die Mittelschicht, oder die Unwissenden über die Fachleute bestimmen. Aber genau das wäre in Österreich der Fall (nicht so in der Schweiz).

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit."
In Österreich hat die Unmündigkeit die Oberhand behalten.

Sehr schön

Und ich zähle zu jenen die die Dinge verstehen und erlebe täglich Abgeordnete die völlig unwissend sind und abstimmen. Ob 8 Mio potentielle Idioten oder 183 ausgewiesene wählen ändert an der Dummheit nichts.

Antworten Gast: werwillwas
19.06.2012 18:51
3 2

Re: Österreich - ein Land, das die Aufklärung verschlafen hat...


Mit Verlaub, woran liegt das, das die Österreicher so blank sind, was das Wirtschaftswissen anbelangt?

Könnte es sein, dass diese Themen weder in der Schule, noch in den Medien in annehmbarer Form kommuniziert werden?

Wie kommt es, das selbst wiki - links über Fiatgeld zensiert werden? Ist es etwa gar nicht gewollt, dass sich das gewöhnliche Volk einen Überblick verschaffen kann?

15 4

Währungsunion soll "irreversibel" werden

Fein, dass wir als Wähler, Steuerzahler offiziell von Spindelegger entmündigt wurden und darüber durch die Medien informiert werden.

Welch`ein Glück hat die Schweiz!

Da darf das Volk über weit aus geringere Themen direkt abstimmen, nicht so wie in unserer "Zwutschgerldemokratie"!

Re: Welch`ein Glück hat die Schweiz!

Die Schweizer sind aber, im Gegensatz zu den Österreichern, ein aufgeklärtes und gut informiertes Volk.In einem Land(Österreich) in dem Politiker abgwählt werden, weil die Krone das empfiehlt und weil sie notwendige Reformen(Pensionssystem, Gesundheitswesen, Bildungssystem) angehen, ist direkte Demokratie leider nicht empfehlenswert.Denn wenn man über wichtige Themen abstimmen soll, sollte man das nötige Wissen haben, das haben die meisten aber nicht.

die Bankendikatatur

war immer das Ziel der EU, weil man dann schön die Nationalitäten untereinander ausspielen kann und unsere Politdarsteller sind fein raus und für nix mehr verantwortlich!Der ESM bzw. EFSF ist ja eine juristische Person gegen die niemand klagen kann. Ich freue mich schon auf die Steuererhöhungen und den Polizeistaat, der die Politbonzen vom Fussvolk schützen wird!

Gast: KurzGesagt
19.06.2012 17:34
13 4

Es wird nicht lange dauern

Es wird dann nicht lange dauern das auch eine einheitliche Europa-Sprache gibt... Hoffentlich deutsch ;-)

Man kann zu diesen politischen Strategien wirklich nicht mehr viel sagen.


nur so am rande...

dass ein bundesstaat keine einheitliche sprache benötigt, beweist die schweiz seit hunderten von jahren.

Antworten Antworten Gast: ikonenhans
19.06.2012 19:13
0 0

Re: nur so am rande...

danke

Re: nur so am rande...

nur so am rande: ich kenne Deutschschweizer, die kein Wort Französich sprechen und ich kenne Schweizer aus der Romandie (Westschweiz), die kein Wort Deutsch sprechen. Ihr Vergleich hinkt also. In der Schweiz gibt es deswegen keine Sprachprobleme, da alles in 3 bzw. 4 (Geldscheine) Sprachen gedruckt ist. Auch die SRG (TV und Radio) hat 3 verschiedene Programme.

Re: Re: nur so am rande...

meinen sie nicht auch, dass mein und ihr kommentar genau dasselbe aussagen? also was hinkt da?

Antworten Antworten Antworten Gast: ikonenhans
19.06.2012 19:29
0 0

Re: Re: nur so am rande...

funktioniert die Schweiz? ja oder nein? Was beweist also ihr Argument?

Gast: AllesIstToll
19.06.2012 17:33
16 5

AllesIstToll

Für mich klingt das so: Anstatt einer korrupten österreichischen Regierung haben wir dann eine noch korruptere EU-Regierung.

Warum sollte man eine EU-Regierung wollen, wenn die EU jetzt schon mit Demokratie eigentlich nichts zu tun hat? Aber das Volk hat bei dieser Entscheidung vermutlich ohnehin nichts mitzureden.

Re: AllesIstToll

noch korrupter??

6 19

Ich bin so verblendet

diesen Vorschlag gut zu finden.

Ein Steuersatz, keine komplizierten Rechnungslegungen bei "Reihengeschäften" mehr, ein Verteidigungsbudget, ein Nichtrauchergesetz, eine Währung.

Und es gäbe weniger Grenzstreitigkeiten.

Natürlich müsste man sich gegen Bevormundung (wie dem Glühbirnenverbot) wehren, aber solche Dinge gab es auch schon vor der EU.

Die Staatsverschuldung haben wir uns auch schon ohne die EU gebaut, das hat also damit genauso wenig zu tun.

Aber das Volk denkt halt nicht so weit, genauso wie man im Jahr 2000 den frisch frisiert ... äh ... ernannten Finanzminister für die Staatsschulden verantwortlich machen wollte.

Antworten Gast: Toast
19.06.2012 17:55
8 4

Re: Ich bin so verblendet

Sie sind nicht verblendet. Es fehlt ihnen einfach nur an genügend Vorstellungsvermögen welche unglaublichen Möglichkeiten die Vereinten Nationen von Europa bieten um die Völker Europas ohne Risiko juristischer Verfolgung auszubeuten. Und das auch noch ohne daß man Angst haben müßte das sich die "Europäer" dagegen auflehnen würden. Dazu sind wir nämlich zu unterschiedlich. Kein Franzose würde sich für einen Deutschen einsetzen.

Antworten Gast: L.W.
19.06.2012 17:54
5 2

Ein Steuersatz

Genau. Der wird dann bei 65% liegen, zuzüglich Sozialabgaben und arbeiten dürfen wir bis 70.

Ausser ein paar Länder wie zB. Frankreich, wo der neue Wunderwuzzi die letzte Pensionsreform wieder rückgängig machen wird.

Er kann es zwar nicht bezahlen, aber mei, was sind schon läppische 120 Mrd. Fürs Erste einmal.

Die blöden Nordeuropäer werden schon zahlen. Und dafür länger arbeiten müssen.

Ob diese Mildmädchenrechnung allerdings noch lange aufgeht, wage ich stark zu bezweifeln.

Das einzige, was die Euphoriker an den Schalthebeln der Macht wirklich wollen ist unser Geld bei gleichzeitiger Abschaltung jeglichen Widerspruchs. So etwas nennt man unter anderem Diktatur. Ich will das sicher nicht ...

Re: Ich bin so verblendet

Ja wenn Sie das gut so finden, dann fangen Sie mal an alle 23 Sprachen der EU perfekt zu lernen.

ein solcher Vorschlag führt dazu das Sie nicht mal die Sprache verstehen die dann Ihr Präsident sprechen könnte.
Es könnte ja passieren, das die EU Regierung dann auch sagen wir mal 20 Personen besteht die alle unterschiedlicher nationalität angehören.
In brüssel leisten die sich dolmetscher und der Bürger versteht überhaupt nichts mehr.

Wenn Sie das gut finden, dann alle Achtung

Re: Re: Ich bin so verblendet

Separation aufgrund verschiedener Sprachen ist eines der Grundübel aller weltweiten Konflikte. Ihre Aussage disqualifiziert sich daher von selbst.

3 13

Re: Ich bin so verblendet

Ganz so "einfach" wie sie das beschreiben wird es wohl nicht ;-)

Aber es wäre ein gewaltige Aufwertung der EU gegenüber dem Rest der Welt und somit ein Schritt in die richtige Richtung!

Re: Re: Ich bin so verblendet

Ist eh klar, dass man mit "-" bestraft wird, denn momentan setzen alle auf den "FC Anti-EU". :-)

Wie verblendet kann man sein

um diesen Vorschlag gut zu finden? Das Ziel der EU ist es, eine graue manipulierbare Masse heranzuziehen, die zu jedem Vorschlag dieser Regierung Ja und Amen sagt! Die vereinigten Staaten von Europa wären dann der nächste Schritt, um das Volk des jeweilihen Landes zu entmündigen! Eine Identität und Neutralität wäre der Feind der EU, darum versuchen sie die Menschen mithilfe der Medien so zu manipulieren, dass die Menschen glauben alles was mit Heimat und Neutralität zu tun hat, ist schlecht und böse. Aber hauptsache auf Graf und die FPÖ wird hingehaut und sich empört, um genau von solchen Vorhaben abzulenken!

klingt paranoid

und eine Europäische Identität ist auch eine Identität! Frag mal einen Tiroler, ob er sich weniger als Tiroler fühlt, weil Tirol zu Österreich gehört. Heimatverbundenheit (vor allem die Gesunde Form) hat nicht notwendigerweise mit Nationalität zu tun.

7 1

Re: klingt paranoid

Auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können, weiß seit meiner Jugend, dass ich auch Europäerin bin. Dazu hätte ich kein EU-Zwangs-Dekret gebraucht. Dieses diktatorische Durchpeitschen wird sich leider noch bitter rächen.

Re: klingt paranoid

frag einen tiroler ob er österreicher sein will...
die antwort wird dirnicht gefallen.
danach frag ihn nach europa - wenn du dich dann noch traust...

und deswegen dürfen wir nicht über den Tellerrand schauen?

Ohne Visionäre gäbe es keine Weiterentwicklung und ohne Weiterentwicklung ist unser Zivilisation dem Tode geweiht!

Re: und deswegen dürfen wir nicht über den Tellerrand schauen?

Sowjetunion reloaded ist keine Weiterentwicklung.

Re: klingt paranoid

Die EU represäntiert für mich ganz bestimmt nicht Europa! Es sind gerade die vielen verschiedenen Länder, mit ihrer eigenen Kultur und Identität, die den Charme von Europa ausmachen. Sowas lässt sich nicht einfach vermischen, obwohl dies von der EU und ihren Marionetten in den jeweiligen Ländern (auch genannt Regierung) schon länger versucht wird!

Re: Re: klingt paranoid

und sind die tiroler in den letzten paar hundert jahren, in denen sie zu österreich gehörten, nun weniger tiroler geworden?sind den die franzosen in den letzten 50 jahren weniger französisch geworden? die verschiedenen länder mit eigenen kulturen werden noch hunderte jahre weiter bestehen bleiben. das bedeutet aber nicht, dass europa nicht mit einer stimme sprechen kann und soll.

Gast: Gegen die Verdummung durch Krone und Strache
19.06.2012 17:06
8 47

Ich bin für ein wirklich vereinigtes Europa !!!



Und jetzt: Bitte schimpfen, pöbeln und den ewig gleichen Unsinn posten, ihr Blaugeister. :-)

Antworten Gast: 43w
19.06.2012 18:30
5 1

...

Nicht nur "Blaue" sind gegen dieses Agieren von Volksvertretern, die sich über das Volk stellen.

Viele Wähler, die vorher anderen Parteien gewählt haben, sind über diese Vorgehensweise seiner Volksvertreter in der Regierung erzürnt.

Re: Ich bin für ein wirklich vereinigtes Europa !!!

gepöbelt haben SIE

Gast: Historisches Ereignis?
19.06.2012 17:00
17 2

Ist 2013 das neue 1913?

Wird mit Politdarsteller-Hilfe den Besitzern der FED zum 100 jährigen Jubiläum der amerikanischen Zentralbank FED die EZB nach FED Vorbild und die EU nach USA Vorbild geschaffen?

Die Eile und das Umgehen des Volkes lässt vermuten, dass es manche Politdarsteller besonders eilig haben den global mächtigsten Personengruppen eine besonders konzentrierte Machtorte zu backen.

Gast: Valery
19.06.2012 16:58
5 17

Überf kurz oder lang wird es eine europäische Regierung geben!

Ob das für Österreich gut oder schlecht ist, lässt sich noch nicht sagen. Wir kommen immer mehr zu einem "point of no return". Die Dynamik bewegt sich ganz einfach in diese Richtung.


12 1

Re: Die Dynamik bewegt sich ganz einfach in diese Richtung.

Kleine Anmerkung:

Dynamik muss nicht per se etwas positives sein. Auch negative Strömungen können an Dynamik gewinnen. Denken Sie nur mal an die "Dynamik" der 1930er.

Mal abgesehen, dass die "Dynamik" der 1930er mit dem Friedensvertrag von Versailles 1919 begann, ...

bedeutet Veränderung nichts negatives, denn fehlerhafte Entwicklungen können behoben werden.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1415