26.05.2012 08:18 | Meine Presse Merkliste 0

Van der Bellen: "ÖVP-Anbiederung an Ewiggestrige"

09.04.2010 | 13:29 |  Von Oliver Pink (DiePresse.com)

"Presse"-Interview: Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen kritisiert die Äquidistanz der ÖVP zu Rosenkranz und Fischer. Die Grünen könnten doch noch eine Wahlempfehlung abgeben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. „Was ist nur mit der ÖVP los?“, fragt sich der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen im Gespräch mit der „Presse“. Wenn führende Vertreter der Volkspartei wie Klubchef Karlheinz Kopf oder Nationalratspräsident Fritz Neugebauer sagen, dass sowohl Heinz Fischer als auch Barbara Rosenkranz für sie unwählbar seien, dann verstehe er die Welt nicht mehr. „Sehen sie nicht den Abgrund zwischen Rosenkranz und Fischer, zwischen einer Frau, die sich ihr ganzes Leben lang im rechtsextremen Umfeld bewegt hat, und dem amtierenden Präsidenten?“ Van der Bellen stört die Äquidistanz der ÖVP zu den beiden Kandidaten.

>> Special: Alle Informationen zur Hofburg-Wahl

„Da ist mir ein Glatzkopf mit SS-Runen auf seiner Jacke, der zu seiner Überzeugung steht, fast noch lieber als solche pseudobürgerlichen Leute“, sagt Van der Bellen. Er orte bei der ÖVP eine „strategische Anbiederung“ an die Ewiggestrigen. Nach der Wahl von Martin Graf (FPÖ) zum Nationalratspräsidenten manifestiere sich das nun in der mangelnden Abgrenzung zu Barbara Rosenkranz. „Das ist keine bürgerliche Haltung.“ Bestenfalls sei es einfach nicht durchdacht.

Man müsse Fischer nicht lieben, aber im Vergleich zu Rosenkranz sei er ein wählbarer Kandidat. „Im Großen und Ganzen“ ist Van der Bellen mit Fischers bisheriger Amtsführung zufrieden. „Er hat sich etwa eindeutig für ein Bleiberecht für die Zogajs ausgesprochen.“ In Bezug auf den Assistenzeinsatz des Bundesheeres an Österreichs Ostgrenze wiederum sei man gegenteiliger Meinung gewesen – die Grünen halten diesen für verfassungswidrig. „Außenpolitisch hat er Österreich jedenfalls sehr gut vertreten“, findet Van der Bellen, heute außenpolitischer Sprecher seiner Partei.

Grünes Hearing mit Fischer

Allerdings haben auch die Grünen keine offizielle Wahlempfehlung für Heinz Fischer abgegeben. „Was nicht ist, kann noch werden“, antwortet Van der Bellen. „Ich hoffe, dass sich die Partei dazu entschließt.“ Eventuell nach dem Hearing am kommenden Sonntag: Da ist Heinz Fischer bei den Grünen zu Gast.

Er, Van der Bellen, habe jedenfalls schon kundgetan, Heinz Fischer zu wählen. Auch Parteichefin Eva Glawischnig habe das getan. Er selbst, sagt Van der Bellen, habe „nicht wirklich“ daran gedacht, bei diesen Bundespräsidentenwahlen zu kandidieren.
Den ÖVP-Politikern könne er nur empfehlen, ihre Haltung noch einmal zu  überdenken und für Fischer zu stimmen. „Da geht es auch um Symbolik, um die Moral in der Geschichte. Es ist nicht wurscht, wie viele Stimmen Fischer und wie viele Rosenkranz bekommt.“ Rosenkranz als höchste Repräsentantin der Republik, das sei ja ohnehin undenkbar.

Zur Person
■ Alexander Van der Bellen war Grünen-Chef von 1997 bis 2008. Heute ist er außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Der frühere VWL-Professor war eine Zeit lang selbst als grüner Präsidentschaftskandidat im Gespräch, unterstützte aber die Kandidatur von Ulrich Habsburg-Lothringen. Gewählt hätte er ohnehin immer Heinz Fischer, sagt Van der Bellen.

("Die Presse" Printausgabe vom 9. April 2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

234 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6
luda2010
16.04.2010 13:16
0 0

aber bestimmt Meinungen werden doch gar nicht akzeptiert

also schweigt man; bestimmt Meinungen führen glaich zu Vor-Ver-Urteilungen.... differenzierte Meinungen sind nicht gefragt, eher ein Schwarz/weiß denken.

außerdem ist es auch eine Sympathiefrage wen man wählt.

harbard
15.04.2010 18:14
0 0

...den vdb

...gibts noch?

lisa27
13.04.2010 09:37
0 0

Es war hoch an der Zeit.....

der ÖVP einmal seine Meinung zu sagen. Auch jeder ÖVP-Wähler ist imstande sich seine eigene Meinung zu bilden. Die ÖVP ist zwar nicht dabei, trotzdem wird sie sich am Wahlabend wichtig machen und ihren "Senf " dazu geben wollen.

Gast: Schwarzer aus Grünberg
11.04.2010 14:36
0 0

Senf

Der "Herr Professor" muss natürlich auch seinen Senf dazu geben, wenn er auch noch so albern ist, der Senf.

0 0

V.d. Bellen kritisiert die ÖVP

Van der Bellen kritisiert die ÖVP, aaaaber er findet NEONAZI mit "SS" Standarten auf der Lederjacke sympathisch.

Herr v.d.Bellen war einst ein vor Weisheit sprühender Professor, mit zunehmendem Alter wird er immer mehr zu einem unsympatischen, antifaschistischen grünen Faschisten, der viel verständnis für die Ausraster: "Nimms Flaggerl fürs Gagerl" oder "Patrioten sind Idioten" usw. hat, aber unbescholtene, anerkannte Demokraten, wie Verbrecher behandelt.

Antworten Gast: MIc
11.04.2010 19:33
0 0

Re: V.d. Bellen kritisiert die ÖVP

Van der Bellen hat sich in der Öffentlichkeit ausgesprochen, dass er diese Aktion "Nimm ein Flaggerl für dein Gaggerl" ausgesprochen miserabel gefunden hat, er aber immer zur Jugend steht.

Die grüne Jugend hat übrigens gar nichts mit der Grünen Partei zu tun, die sind komplett unabhängig. Das ist auch nicht die Linie der Partei.

Jeder vernünftige Mensch sieht doch, was für einen Blödsinn die FPÖ fabriziert. Seit Strache sie übernommen hat, wird sie immer rechtsextremer.
Die Kandidaten für die Wahl sind ewiggestrige, sowohl Gering als auch Rosenkranz. Rosenkranz vermittelt das Bild 1960 und Gehring das von 1930. Der will sogar, dass alle auf der Strasse beten und dass bei den SItzungen gebetet wird.

Meiner Meinung spielt es keine Rolle, dass Vdb über 65 ist, in anderen Ländern haben über 70 jährige noch Jobs, nur bei uns ist es so, dass man blöd angeschaut wird, wenn man mit über 50 im Leben steht.
In GB halten noch Leute mit 80 Vorträge, teils aus finanziellen Gründen, teils aber auch, weil sie noch im Leben stehen wollen.


Antworten Gast: hello
11.04.2010 14:39
0 0

Re: V.d. Bellen kritisiert die ÖVP und ist auch schon ein Auslaufmodell

wie sein Symbol- Lederjackerl

heinz57
11.04.2010 01:52
0 0

angesichts der konkurrenz

bleibt eh nur Fischer oder weiss wählen oder sich ansaufen

Antworten Gast: hello
11.04.2010 14:42
0 0

Re: angesichts der konkurrenz

bleibt nur Rosenkranz, da E. Pröll leider nicht antreten durfte... Fischer mit dem ellenlangen Sündenregister- eine Katastrophe zum Quadrat!

Antworten Gast: Alki
11.04.2010 14:34
0 0

Re: angesichts der konkurrenz

Worauf du einen fahren lassen kannst.

heinz57
11.04.2010 01:52
0 0

angesichts der konkurrenz

bleibt eh nur Fischer oder weiss wählen oder sich ansaufen

Antworten Gast: hello
11.04.2010 14:51
0 0

Re: angesichts der konkurrenz

stellen sie sich vor heinz57, in Russland findet ein kommunistischer Umsturz statt, leicht möglich bei den Ereignissen der letzten Zeit, geht genauso schnell wie vor zwei Jahrzehnten der Fall des Ostblocks.

Stellen sie sich weiter vor Serbien wird ebenfalls kommunistisch, verbündet sich mit Moskau, ein Blitzkrieg, Slowenien fällt und der kürzeste Weg nach Prag ist über das vom Österr. Bundesheer nicht verteidigte Wien- und dazu ein zumindest Kommunismusfreundlicher BP Fischer

Antworten Antworten Gast: nj1956
12.04.2010 00:13
0 0

Re: Re: angesichts der konkurrenz

stellen sie sich vor sie sind schwachsinnig und alle ausser ihnen merken es.

phönix
11.04.2010 00:24
0 0

van d. Bellen

wenn sich hier jemand anbiedert, ist das van d. bellen an die sozis, es muss schon mir erlaubt sein den zu wählen wen ich will und nicht den mir die Grünen vorschreiben.übrigens ist sowieso keiner von dreien wählbar, daher bleibe ich gleich zu haus und erspar mir diese Wahl die nur Geld kostet und nichts bringt. das Amt gehört abgeschafft und geregelt wie in der Schweiz.

0 0

Van der Bellen zeigt seine wahren Sympathien - für Neonazis!

Anderseits: Ob nun Rechts- der Linksfaschisten; es macht im Grunde eh keinen Unterschied mehr! Beide Gruppen treten im schwarzen Outfit und maskiert auf, bewaffnen sich mit Baseball-Schlägern und dreschen auf Autos, Auslagenscheiben und Menschen ein...

Natürlich war es ein fundamentaler Fehler der ÖVP, auf einen Kandidaten aus ihren Reihen zu verzichten. Das hat das schwarze Lager ziemlich verunsichert. Da aber auch die Frau Rosenkranz noch nicht wirklich kriminell geworden ist, muß sie im Prinzip als "wählbar" gelten. Man muß ja nicht bei ihrem Namen ein Kreuzel machen.

Und schließlich ist dann auch noch der Hardcore-Christ Gehring da. Dem wurden im gestrigen ORF-Talk seitens der Jugend jene Fragen gestellt, die ihr wirklich "unter den Nägeln brennnen": Daß gleichgeschlechtliche Paare heiraten und Kinder adoptieren dürfen. Wer´s glaubt...

Gast: auslandsösterreicher
10.04.2010 12:16
0 0

Weisswähler!

Hier kann ich Herrn Van der Bellen nicht zu stimmen. Der linke Ideologe Dr. Fischer - den ich als Person sehr schätze - steht meiner Überzeugung ebensoweit entfernt wie Frau Rosenkranz. Den 3. Kandidaten (Katholiban) brauche ich nicht erwähnen.
Daher als Demokrat der das Amt des Bundespräsident als sehr wichtig hält nehme ich an der Wahl teil. Wähle Weiss!!

Gast: Gast 2
09.04.2010 21:21
1 1

Grünideen

Arigona und wie die anderen Familienangehörigen auch immer heißen (eines davon verurteilt, darf man aber nicht sagen weil wiederspricht Datenschutz) sollen in Österreich bleiben, Mörder und Kinderschänder behalten das Wahlrecht laut EGH, Polizei wird angezeigt weil sie 50 Mafiabandenmitglieder festgenommen haben, mit der Begründundung, weil alle Georgier waren, Türkische Schulen in Wien laut Häupl, für den Zuzug von Millonen Sinti*Roma nach Österreich und Deutschland wird in diesen Ländern schon fleißig Stimmung gemacht, weil sie in den bisherigen Heimatländern Rumänien, Ungarn etc. zu wenig Sozialhilfe bekommen; wer wird denn die Sozialhilfe dann in Ö zahlen, außer der Steuerzahler mit höheren Steuern oder Einschnitten bei den eigenen Sozialleistungen? Die Liste dieser Grünrotideen läßt sich beliebig fortsetzen, deshalb unterstützt also vdB den Haifisch!

Gast: Rumpex Lumpex
09.04.2010 20:26
0 1

NICHTS WIRD FISCHER VERHINDERN

....sehr gut.

Tom93
09.04.2010 18:58
0 2

strache suhlt sich lieber im selbstmitleid als seine kandidatin zu unterstützen

er scheint schon ausgelastet mit dem erfinden neuer "verschwörungen", "manipulationen", und neuerdings "messerattacken" zu sein...da kann er sich nicht auch noch um den präsidentschaftswahlkampf kümmern, zu dem er von jedem 2. fpö-plakat lächelt. da hat er jetzt halt "familiäre gründe" gefunden, um nicht mit rosenkranz gefilmt zu werden, so sehr fürchtet er schon die sichere niederlage seiner kandidatin!

wir verstehen das, hc! wer will schon gerne in eine abwärtsstrudel mit der sicheren verliererin rosenkranz gerissen werden?

wieder mal zeigt sich: wer ständig davon faselt, wie treu, ehrlich und anständig er angeblich ist, ist nichts von alledem. typisch rechtsextrem halt!

derpradler
09.04.2010 18:25
0 1

Die Schwarzen waren immer rechts,

unsozial und "Arbeiterfresser"!

Paroles
09.04.2010 18:04
2 0

Er geistert halt noch ein bißerl in der Politik

herum, der alte Schlappschwanz. Vielleicht ist ihm in der Pension fad.

Gast: 101010
09.04.2010 18:04
1 0

Die Grünen werden bei den Wienwahlen.........

......von der FPÖ einen "Lucky Punch" erhalten, der sie auf eine Ansichtskartengrösse minimiert!
In ein paar Jahren wird der Begriff "die Grünen" nur mehr an Iglospinat erinnnern!

Ps. Nichts ist schrecklicher als ein Lehrer, der nicht mehr weiß als das, was die Schüler wissen sollen!

Tom93
09.04.2010 17:48
0 2

övp hat sich an rechten rand nicht nur "angebiedert" sie hat mit ihm koaliert!

die letzten 10 jahre verschlafen, herr professor? vor lauter rauchschwaden die traurige wirklichkeit nicht mehr wahrgenommen? dass die övp mit rechtsextremen eine koalition eingegangen ist, sollte ihnen entgangen sein?

blicken sie doch mal auf, aus der TLS und der NYRB und informieren sie sich über die jüngste geschichte ihres landes. mir schient, da könnten sie echt noch was lernen. es ist nie zu spät!

Antworten Arethas
09.04.2010 21:13
0 1

Re: övp hat sich an rechten rand nicht nur

Kreisky hatte vier echte Nazis als Minister in der Regierung.
Mir ist nicht aufgefallen, dass sich Heinz Fischer damals lautstark dagegen ausgesprochen hat.
"...informieren sie sich über die jüngste geschichte ihres landes. mir schient, da könnten sie echt noch was lernen. es ist nie zu spät!"
Also bitte.

Tom93
09.04.2010 17:43
0 1

vdb entäuscht über seine wunsch-koalitionspartner

vor den wahlen 2006 und 2008 hat van der bellen keine gelegenheit ausgelassen um sich bei schüssel/molterer einzuschleimen, hat den haider-koalitionspartnern , die die fpö/bzö sieben lange jahre in der regierung gehalten haben, "staatsmännische" weisheit konstatiert, im gegensatz zur "populistischen spö". liebend gerne hätte er auch mit dieser övp koaliert...daher jetzt diese gespielte empörung über das für alle schon immer sichtbare naheverhältnis der övp zum parlamentarischen rechtsextremismus in gestalt der fpö.

haben sie am mond gelebt herr professor, die letzten 20 jahre, oder auch nur die letzten 10? echt NIE gemerkt, dass die övp nicht nur "anbiederung" an "ewiggestrige" betreibt, sondern mit denen auch koaliert hat?

EduardK
09.04.2010 17:41
3 0

Professor Van der Bellen?

Ist das professorale Oberschullehrermentalität, die dem dummen Schüler (Wähler) sagen muss, was er zu tun hat? Kann sich der Wähler in diesem Land nicht selbst eine Meinung bilden, wen und wie er bei diesem Angebot von 4 Möglichkeiten wählen soll? Was sollen die Wahlbekenntnisse des Herrn van der Bellen und der Frau Glawischnig und anderer. Dass die Grünen eine Linksassoziation haben weiß man ohnehin. Dass es auch andere Gründe gibt, Fischer (nicht) zu wählen als Zogaj, verschweigt der Herr Professor.
Verkaufen Sie den Wähler also nicht für dumm. Er ist es nur zu einem geringen Teil ...

 
1 2 3 4 5 6

Umfrage

  • Die Suche nach einer griechischen Regierung ist gescheitert. Was bringen die Neuwahlen?
  • Die Radikalen Parteien, vor allem die "Radikalen Linken", werden stark zulegen und den Sparkurs beenden.
  • Die zwei Großparteien können ihre Macht wiedererlangen und setzten ihre Sparpolitik fort.
  • Das Wahlergebnis wird sich nicht ändern und somit findet sich erneut keine stabile Regierung.
  • Weiß nicht/egal.

Mein Parlament