Wien (red.). Heinz Fischer verdankt seine satte Mehrheit bei der Wiederwahl am Sonntag vor allem den Frauen und den Senioren. Dies ergab eine Wählerstromanalyse des Isa-Sora-Instituts im Auftrag des ORF. Nach Geschlechtern getrennt konnte Fischer bei den Frauen immerhin einen Zuspruch von 83 Prozent verzeichnen. Dies fiel umso mehr ins Gewicht, weil die Frauen unter den insgesamt rund 6,3 Millionen Wahlberechtigten gegenüber den Männern in der Überzahl waren.
FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz erzielte bei den Frauen 13 Prozent Zustimmung, Rudolf Gehring drei Prozent. Bei den Männer stimmten 74 Prozent für den Amtsinhaber, 17 Prozent für Rosenkranz, acht Prozent waren für Gehring.
>>Alle Ergebnisse der Länder, Bezirke und Gemeinden
Nach Altersgruppen aufgesplittet sicherte die Generation 60 plus den Wahlerfolg Fischers im jetzigen Ausmaß ab. 83 Prozent dieser Altersgruppe votierten laut der Wählerstromanalyse für den bisherigen Bundespräsidenten, 13 Prozent der Pensionisten gaben stimmten für Rosenkranz, vier Prozent für Gehring.
Anders bei den Jungen: Dort konnte die FPÖ-Kandidatin gemessen an ihrem Gesamtergebnis mit 22 Prozent Zustimmung bei den Wählern unter 30 Jahren ein überdurchschnittliches Ergebnis erreichen. Fischer kam bei den Unter-30-Jährigen auf 74 Prozent, Gehring auf fünf Prozent.
Bei den Lesern der „Kronen Zeitung“ stimmten laut der Analyse 18 Prozent für Rosenkranz, für deren Kür sich die Zeitung stark gemacht hatte. Fischer kam bei „Krone“-Lesern auf 78 Prozent, Gehring auf vier Prozent. Bei den Lesern „anderer Zeitungen“ schaffte Rosenkranz 14 Prozent, Fischer kam auf 79 Prozent, Gehring auf sechs Prozent.
Die wichtigsten Motive für Fischers Wiederwahl waren: beste Vertretung im Ausland (59%), keine anderen wählbaren Kandidaten (58%), bisher gute Arbeit geleistet (54%), „vertritt die richtigen Werte“ (48%). Bei Rosenkranz war das stärkste Wahlmotiv Protest gegen die Regierung (55%). Für die Gehring-Wähler waren die "richtigen Werte" am entscheidensten, gefolgt vom Motiv "Gehring ist Katholik".
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2010)

Reaktionen Hoffen auf Verbesserungen, ''Blendwerk für Märkte''
Berühmte Politiker-Zitate Wer hat's gesagt?
Bloomberg, Gandhi & Co Superreiche in der Politik
Politik skurril Obama testet Marshmallow-Kanone