26.05.2012 08:21 | Meine Presse Merkliste 0

Verunglückter blauer Zwischenwahlkampf

25.04.2010 | 19:12 |   (Die Presse)

Der „Krone“ zu folgen, war aus freiheitlicher Sicht ein Fehler. Für Heinz-Christian Strache kommt der Dämpfer ungelegen. Schließlich rüstet er sich gerade für die „Mutter aller Wahlschlachten“, die Wien-Wahl.

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Wien(mon). „Natürlich kein Riesenerfolg“: So bezeichnete der EU-Abgeordnete der FPÖ, Andreas Mölzer, das Abschneiden von Barbara Rosenkranz bei der Bundespräsidentenwahl. Und: „Wehleidigkeit ist nicht angebracht.“

Für Heinz-Christian Strache kommt der Dämpfer ungelegen. Schließlich rüstet er sich gerade für die „Mutter aller Wahlschlachten“, die Wien-Wahl am 10.Oktober. Und eigentlich wollte er die Hofburgwahl ja sogar als Zwischenwahlkampf nutzen und selbst antreten.

Doch dann zuckten er und seine Berater aus drei Gründen zurück: Interne Umfragen bescheinigten ihm kein strahlendes Ergebnis. Barbara Rosenkranz wurde zu diesem Zeitpunkt außerdem noch von der „Krone“ gepusht (später „vergaß“ sie das dann trotz der von ihr eingeforderten eidesstattlichen Erklärungen der Kandidatin, mit NS-Ideologie nichts am Hut zu haben). Und drittens befürchtete Strache eine Vorverlegung der Wien-Wahl. Dann hätte er plötzlich auf zwei Hochzeiten getanzt und wäre unglaubwürdig geworden.

Rosenkranz war nicht erste Wahl Straches, die beiden waren nie ein Herz und eine Seele. Sie entstammt dem „nationalen“ Flügel. Strache legte ihr die Latte mit 35 Prozent vorsorglich unerreichbar hoch. Nach ihrem verpatzten Wahlkampfstart ließ der FPÖ-Parteichef „seine“ Kandidatin dann allein im Regen stehen. Nur bei der Abschlussveranstaltung zeigte er sich notgedrungen an ihrer Seite. Nun wird sie in der Versenkung, oder besser: in Niederösterreich, verschwinden.

Mit der Kandidatur zur Präsidentschaftswahl hätte sich Strache nicht ungern ein staatsmännischeres Profil als bisher zugelegt. Die Vorwahlplakate in Wien zeigen es: Der blaue Frontmann gibt sich weniger aggressiv als sonst, bietet weniger Angriffsfläche, und will jenen den Wind aus den Segeln nehmen, die eine besonders „tiefe“ Schlacht um Wien erwarten. Theoretisch kann er sich das auch leisten: Jeder weiß, wofür die FPÖ steht, vor allem für einen strikten Anti-Ausländerkurs. Allerdings ist die Wiener SPÖ bemüht, Straches Themen zu besetzen. Doch in einem bleibt der FPÖ-Chef wahrscheinlich unschlagbar: Die Jungen – vor allem junge Arbeiter – konnte er bisher besser als alle anderen mobilisieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2010)

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8 Kommentare
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HaHaHa, die FPÖ schafft nicheinmal, dass die eigenen Leute zur Wahl gehen.

Wahrscheinlich vermutet die moderne Bürgerin, dass auch diese Menschen ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie rechts wählen.

Die Bürgerin ist aufgewacht, weil Sie weiss, dass nur mit sozial, fairem und kompetenten eine echte Demokratie möglich ist.

Heute sagt die moderne Bürgerin Abschaum ade.

Karl Kater
25.04.2010 22:15
0 0

.

Ich habe bisher auch nicht ganz verstanden, warum die FP diese potentielle Mutterkreuzträgerin in das Rennen geworfen hat.
Für einen professionellen Betbruder die Wochenendplanung umzuwerfen wäre mir das angenehme Wetter heute erst recht zu schön gewesen.
Und der große Heinz Fischer hat nun eigentlich bestätigt bekommen, was die Bürger von dieser Kasperlfunktion denken.

Kein politischer Erstligist wollte für dieses höchste Amt im Staate (!) die Finger verbrennen.

Wenn jedoch einige der vielen Sieger des heutigen Tages das einzige relevante Signal nicht verstanden sollten (Wahlbeteiligung) und jetzt in gewohnter Farbenlehre zu jubilieren beginnen, könnte der Herbst noch sehr viele zuletzt Lachende erbringen.

Gast: adabat
25.04.2010 22:05
0 0

Game Over...

für Rosenkranz.

Gast: E. Zimmermann
25.04.2010 20:24
1 0

Strache erreicht alle, die noch wertschöpfende Arbeit leisten

Umverteilungsprofiteure, das sind in Wien mittlerweile die meisten, wählen natürlich ihre persönlichen Parteien, die weiter auf Ausplünderung der Mittelschicht setzen, um es ihrer Klintel hinten rein zu stecken.

Deshalb hat Strache kaum Chancen, denn Wien ist voll mit nutzlosen Kostgängern.

Gast: Gast Wiener
25.04.2010 20:14
1 0

Strikter Anti-Ausländerkurs.

Die Wiener sind grenzenlos empört über die Islamisierung der Stadt mit Billigung von SPÖ und den Grünen.
Schon aus diesem Grund wird HC einen grandiosen Wahlerfolg einfahren, zumal Häupl auch als Hauptverursacher einer fehlgeschlagenen Migration die Verantwortung trägt.

0 1

Frage

Ich frage mich immer, von welchem Wählerbild so Prognostiker im Durchschnitt ausgehen? Jedenfalls nehmen sie an, dass der Wähler nicht differenzieren kann und dass es immer noch Wahlkadavergehorsam gibt. Das glaube ich nicht.
Ich kann auf Landeseben eine andere Partei wählen, als auf Stadtebene oder Staatsebene. Und nur weil ich nicht zur Präsidentenwahl ging heißt das noch lange nicht, dass ich sonst nicht wählen gehe.
Lernts mal was dazu, ihr simple-minded Prognostiker...

Gast: schumpeter
25.04.2010 19:03
1 1

Götterdämmerung ...

... für alle Nazen in der FPÖ-Zentrale! Jetzt m u s s Strache Reformen in der FPÖ einleiten, um bei der Wahl in Wien zumindest den Funken einer Chance zu haben. Seine Rechtsradikalen schrecken zunehmend Protestwähler ab, Stimmenzugewinne sind Mangelware. Keine guten Aussichten, jemals irgendwelche Regierungsverantwortung übernehmen zu können. Der Umgangston Straches mit den Radikalinskis wird immer schärfer. Man darf gespannt sein, was sich bei der FPÖ in den nächsten Wochen tut ...

Antworten Gast: messalina
25.04.2010 19:47
1 0

Re: Götterdämmerung ...

reden sie keinen Blödsinn, die Wien-Wahl geht dort weiter, wo die FPÖ zuletzt gestanden hat, der Häupl muß sich warm anziehen

Barbara Rosenkranz hat sich souverän geschlagen, bravo

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