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Fischer im Interview: "Reformen bis 2013 klären"

26.04.2010 | 19:09 |  Karl Ettinger (Die Presse)

Bundespräsident Fischer will „keine großen Töne spucken“. Er spricht sich im Gespräch mit der "Presse" für die Klärung der Reformen um das Amt bis 2013 aus – auch beim Kandidaturverbot.

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„Die Presse“: Haben Sie nach Ihrem Wahlerfolg am Sonntag ruhiger geschlafen?

Heinz Fischer: Ich habe in der Nacht vor der Wahl besonders gut und in der Nacht nach der Wahl gut geschlafen.

Die niedrige Wahlbeteiligung hat Ihnen keine schlaflose Nacht oder Alpträume bereitet?

Fischer: Da haben Sie recht; denn das fantastische Wahlresultat steht im Vordergrund.

Zur Wahlbeteiligung: Wie wollen Sie jene, die nicht zur Wahl gegangen sind, also rund die Hälfte der Wahlberechtigten, dazu bringen, dass sie sich an anderen Wahlen beteiligen?

Fischer: Wir Politiker haben alle gemeinsam eine gewisse Bringschuld gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern, indem wir uns um eine politische Kultur und sachliche Argumentation bemühen. Aber die letzte Entscheidung, ob jemand sein Wahlrecht ausübt oder seine Stimme wegwirft, liegt bei jedem Einzelnen.

 

Die Bringschuld besteht doch auch in den Inhalten. Reicht es, wenn man plakatiert: „Unser Handeln braucht Werte“?

Fischer: Ich war fasziniert von der Wirksamkeit dieser vier Worte. Ich habe kein einziges Interview geführt, ohne dass die Frage nach den Werten in den Mittelpunkt gerückt wurde. Hätte ich auf ein Plakat geschrieben: Ich bin für eine aktivere Außenpolitik oder für eine verstärkte Bildungspolitik, hätte das lang nicht so anregend gewirkt. Selbst die Mitbewerber haben sich veranlasst gefühlt, den Wertediskurs aufzugreifen.

Kritiker sagen, bei diesem Plakatslogan schlafen einem die Füße ein.

Fischer: Mir nicht, und den Menschen, die mich in Diskussionen verwickelt haben, auch nicht. Eine Gesellschaft braucht Werte.

Thema Werte: Sie haben anklingen lassen, in der zweiten Amtsperiode würden Sie bestimmte Dinge deutlicher ansprechen. Was?

Fischer: Alle Dinge, die in der zurückliegenden Amtsperiode gut gelaufen sind und zu einem Stimmenanteil von fast achtzig Prozent geführt haben, möchte ich beibehalten: eine unspektakuläre Amtsführung, der Verzicht auf Wichtigmacherei und auf das Spucken größer Töne, das Bemühen um Konsens und ein verlässliches Agieren.

 

Gibt es nicht einen oder mehrere Punkte, wo Sie sagen, da möchte oder muss ich sogar deutlicher werden?

Fischer: Deutlichkeit darf nichts mit Simplifizierung und Aggressivität zu tun haben und nicht zulasten der Ausgewogenheit gehen. Dann würde ich sagen, bei sozialer Ausgewogenheit ist in Zeiten wie diesen ein etwas größeres Maß an Deutlichkeit wünschenswert. Vielleicht kann man manche Position zur Außenpolitik noch deutlicher formulieren. Die Klimapolitik hat eine Dimension und Dringlichkeit, dass Aufforderungen zu einer aktiven Klimapolitik auch an die eigene Bundesregierung stärker erfolgen können.

Der Klimaschutz kommt Ihnen zu kurz?

Fischer: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Soziale Ausgewogenheit: Wohin geht die Reise?

Fischer: Der Begriff der sozialen Ausgewogenheit ist sehr deutlich. Es soll das, was als Grundsatz soziale Marktwirtschaft heißt und diese beiden Komponenten hat – Markt inklusive Leistung plus soziale Komponente – , täglich im Auge behalten werden.

Sie schlagen eine Funktionsperiode von acht Jahren für Bundespräsidenten vor. Wie stark werden Sie sich dafür einsetzen?

Fischer: Ich habe den Vorschlag schon vor zwölf Jahren gemacht, nämlich acht Jahre, aber keine Wiederwahl. Das habe ich mir damals gut überlegt, daher gibt es keinen Grund, jetzt davon abzurücken.

Wer soll die Reformdebatte in die Hand nehmen – Nationalratspräsidentin Prammer?

Fischer: Die Entscheidung liegt beim Verfassungsgesetzgeber (Parlament, Anm.).Nächste Woche werde ich mein nächstes routinemäßiges Gespräch mit der Nationalratspräsidentin führen, das ist schon vereinbart. Vielleicht werden wir auch über diese Frage sprechen, obwohl es keine Eile gibt. Es gibt keinen Grund, jetzt zwischen der Wahl und der Angelobung am 8.Juli in Hektik zu verfallen.

Bis wann soll eine Reform geklärt werden?

Fischer: Über Dinge, die nach meiner nächsten Amtsperiode wirksam werden sollen, soll in der ersten Halbzeit der zweiten Amtsperiode (das wäre bis 2013, Anm.) Klarheit herrschen. Das gilt auch für die Möglichkeit einer Kandidatur für Angehörige von Familien herrschender Häuser. Auch darüber sollte man in den nächsten drei Jahren ins Reine kommen.

Sind Sie dafür, dass Angehörige von Herrscherhäusern wie die Habsburger bei der nächsten Bundespräsidentenwahl 2016 bereits kandidieren dürfen?

Fischer: Einige Fragen sind noch zu klären: zum Beispiel ob das Auswirkungen auf finanzielle Bereiche und auf Vermögensrückstellungen hat. Aber ich habe jedenfalls nichts dagegen.

Sie sind auch für Änderungen der Kompetenzen des Bundespräsidenten?

Fischer: Ich bin mit der bestehenden Kompetenzlage zufrieden. Man kann mit den bestehenden Rechten und Pflichten dieses Amt hervorragend ausüben. Die 79 Prozent betrachte ich dafür als Bestätigung.

Sie haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass Sie für die Volkswahl des Bundespräsidenten sind. Welchen Sinn hat das, wenn die Hälfte des Volkes nicht zur Wahl geht?

Fischer: Weil ein von der Hälfte des Volkes mit fast 80 Prozent gewählter Bundespräsident immer noch viel mehr Legitimierung hat als bei einer Wahl durch 245 Wahlmänner (National- und Bundesrat, Anm.).

Was soll nach dem Ende Ihrer Amtszeit 2016 als Vermächtnis Ihrer dann insgesamt zwölfjährigen Amtsperiode bleiben?

Fischer: Darüber reden wir im Jahr 2015.

heinzfischer.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27. April 2010)

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1192 Kommentare
 
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Gast: 91
04.05.2010 18:48
0 0

Fehler in

Die FPÖ fiel bei der Grazer Gemeinderatswahl 2008 nicht von 27 % auf 8 % zurück, sondern 2003.
2008 legte sie um 3 % auf 11 % zu.

0 0

was man aus der BP-Wahl lernen kann

Wenn man eine Politik a la FPÖ will, soll man auch FPÖ Kandidaten wählen, zuhause bleiben bring genau null.

Gast: ...
01.05.2010 16:53
0 1

...

Die Pressekommentare werden offensichtlich von FPÖ Symphatisanten rotgepostet. Typisch Oppositioneller Schwachsinn...egal was der andere sagt wir sind dagegen...vor allem wenn es keinen blaubraunen Inhalte vermittelt.

Ich werde die Zeit stoppen bis ich für meine Feststellung die ersten roten Bewertungen bekomme!

Gast: Bruno Kreisky
30.04.2010 09:33
2 4

Tipp ...

Lernen´s Geschichte, Herr Kollege Strache. Jeder Versuch von FPÖlern in Richtung liberal war deren Anfang vom Ende. Die FPÖ ist nur für rechts angehauchte Proteststimmen "gut".

1 3

Mobilisierung

Die letzte Mobilisierung vor dem Untergang.....

2 3

mobilisierung

die letzte mobilisierung vor dem untergang.
sonst fällt mir dazu nichts ein.

Darabimo
30.04.2010 08:31
3 3

Wer postet hier?

Die SPÖ Zentrale?

Piwoli
30.04.2010 08:10
1 0

Politische Größen

Gestern im ehemaligen Linzer Zentral-Kino: Eine Veranstaltung, die die Figur Bruno Kreisky's zum Inhalt hatte.

Es war sicher nicht die spannendste Debatte, die da um den ehemaligen Kanzler der Republik geführt wurde, der vor 40 Jahre das Ruder in die Hand genommen hat.

Eines hat diese Veranstaltung jedoch recht deutlich aufgezeigt: Was immer man von Kreisky halten mag, in seinen Entscheidungen hat er sich meist als Mann mit Rückgrat erwiesen.

DAS ist letztlich der einzige Wertmaßstab, der einem Politiker angelegt werden sollte.

Wer sich die heutigen Führungsspitzen genauer ansieht, erblickt lediglich Gummipuppen, die sich nach allen Seiten verwinden, von ganz links bis ganz rechts. Strache ist da ebensowenig eine Ausnahme wie etwa Faymann, Glawischnig oder Pröll.

Gast: Ahab
30.04.2010 07:54
1 0

Dürftig

Naja, mit dem genannten Namen sind diese Ziele wohl kaum erreichbar. Vilimsky, Kickl und Co sind nicht unbedingt bekannt dafür liberal zu sein. Schuster bleib bei deinen Leisten.

Alfie
30.04.2010 06:53
2 6

Unterhaltunsgswert

Ich finde die Postings zu FPOE Artikeln ja recht lustig. Offenbar ist ja ein signifikanter Teil des harten FPOE Kerns hier beim posten vertreten.

Aber warum die Presse immer mehr zur Haus und Hof Zeitung dieser Randgruppe wird ist mir ein wenig schleierhaft. Jetzt haben wir seit der Nominierung von Rosenkranz fast jeden Tag einen FPOE Artikel unter den Schlagzeilen. Das wird dann sicher bei der Wienwahl so weiter gehen.

Liebe Presse: Es gibt noch 4 weitere Parteien und darueber hinaus noch wichtigere Themen als reine Parteipolitik.

1 5

es gibt zugegebenermaßen viele wege sich lächerlich zu machen,

aber dies ist ein neuer!

DIE GLORREICHEN 7!!! - ich hau mich ab...

strache überholt strache in sachen dämlichkeit mit turboboost.

mm6015
30.04.2010 02:48
1 1

lieber hc

in das Eck, in welches Sie sich begeben wollen, ist bereits glaubwürdiger von Josef Bucher besetzt.

Gast: Johan C.
30.04.2010 00:48
1 5

Glorreiche Menschen in der FPÖ?

Das ist so ungefähr, als würde man Heilige in einer Bank suchen.

Naja, aber "glorreich" ist eine Frage der Auslegung - in der FPÖ Steiermark versteht man unter "Glorreich" sicher die Kameradschaft IV.

Mir graust...

Das, was der liebe, dumme HC da krampfhaft versucht, hat Jörg Haider auch schon versucht - aber damals hat Strache sich von Haider abgespaltet. Jetzt auf einmal will er sich genau dieselben Ziele an die Fahnen heften.

So dumm können die Wähler garnicht sein, wie er sie gerade zu verkaufen versucht.

Gast: Wenn man aus Braun Braun entfernt - was bleibt über?
29.04.2010 23:27
2 6

Was? Neues Paintball-Team?

Was will dieser Politiker?

Strache war doch der, von dem manche sagen könnten er habe im Wald diese politisch motivierten Hinrichtungsszenen nachgespielt, als junger Mann?

Was? Dieser will jetzt die Gesetze für ALLE machen?

Oh, danke, sehr lieb - aber ich lehne ab.

Gast: ende
29.04.2010 23:19
2 7

BITTE WER INTERSIERT SICH FÜR DEN STRACHE?

der is doch sowas von fad

Antworten Darabimo
30.04.2010 08:29
1 1

Re: BITTE WER INTERSIERT SICH FÜR DEN STRACHE?

Warum postet du dann?

Gast: Ich der Steuerzahler ganz alleine
29.04.2010 22:51
1 8

Strache

gleich nach der "gesichtsverschönerung" eine "parteiverschönerung" - alles braune muss weg...

wer bleibt da über? 3000000 MIO€ Parteiförderung! und wer hat die gezahlt? na?

Sigmar
29.04.2010 21:44
2 9

Mehr?

Mehr von Kickl oder Lord Voldemort?

Bitte nicht. Ein Idiot reicht der die Öffentlichkeit mit Schwachsinn penetriert.

Gast: marbod
29.04.2010 20:32
5 3

Die Zukunft

ist eindeutig blau. Die Linken danken ab,

Antworten Fritz
30.04.2010 15:30
0 0

Re: Die Zukunft

Die Zukunft ist blau?
Ja höchstens beim Branntweiner, das liest man aus jedem Pro-Strache Posting!

Antworten GAnders
30.04.2010 00:22
1 1

Re: Die Zukunft

Falls es noch niemand bemerkt hat. Die FPÖ ist eine sehr linke Partei. Wirtschaftspolitisch betrachtet orientiert sie sich ebenfalls am Umverteilungsgedanken wie die Grünen und die SPÖ. Die gleichen Worthülsen, keine Substanz.

0 0

Re: Re: Die Zukunft

wirklich links ist die FPÖ auch in wirtschaftspolitischen Fragen nicht... Die Partei und allen voran HC Strache versucht gerne bei Veranstaltungen den kleinen,armen Mann anzusprechen und will diesen gegen die bösen Spekulanten beschützen..... aber wenn man sich mal das Parteiprogramm ansieht, sieht man doch dass die wirtschaftspolitische Linie ganz auf die "faire" Marktwirtschaft ausgerichtet ist...... "fair" bedeutet hierbei jedoch dasselbe wie "freie Marktwirtschaft", zumindest liest es sich so...

Antworten Antworten Antworten GAnders
30.04.2010 10:33
1 0

Re: Re: Re: Die Zukunft

Ich halte die Wirtschaftskompetenz dieser Partei für sehr fragwürdig. Ein typisches Beispiel ist das reflexartige Erwähnen von Basel II durch Strache. Ich habe nicht den Eindruck, dass er nur ansatzweise weiss, worum es bei Basel II geht, da er zwei Sätze später von klareren Regeln im Bankenbereich spricht. Ein weiteres Beispiel sind die heutigen Aussagen zum Thema Griechenland. Banken und Versicherungen hätten müssen mit dem Risiko einer Kreditabschreibung zu leben. Gut für alle Sparer.

Antworten Gast: Rosenkranz-Strache-FPÖ - Die Partei der Lächerlichkeit
29.04.2010 22:54
2 8

Die Zukunft

gehört den Gebildeten, Ehrlichen und Mutigen.

FPÖ - Sorry, leider nein!


Gast: frischer Nichtwähler
29.04.2010 20:27
2 11

Jetzt reichts

Wie leicht es doch ist, vom FPÖ zum Nichtwähler zu werden. Strache hat echt ein Talent einem das zu vereinfachen.

Weg mit Strache.
Her mit da Babsi.

Antworten Gast: Politologe
29.04.2010 20:46
5 2

Re: Jetzt reichts


So ein Stuss kann nur aus dem linken Eck kommen.

 
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