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Meischberger-Mails werden vernichtet: Sieg für Grasser

25.06.2012 | 18:41 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser verbucht einen Teilerfolg an der Justizfront. Zum neunten Mal.

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Wien. Langsam wird das Ganze unheimlich. Und wirft ein bezeichnendes Licht auf die offenkundige Leichtfertigkeit, mit der die Anklagebehörde Eingriffe in persönliche Rechte vornimmt: Nicht weniger als neun Beschwerden gegen diverse Ermittlungsmaßnahmen hat der unter Untreueverdacht stehende Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser schon geführt. Gewonnen hat er – alle neun.

Die Beschwerden richten sich etwa gegen Hausdurchsuchungen oder die Abhörung von Grassers Telefonen. Jüngste Gegenattacke Grassers: Eine Beschwerde (eingebracht beim Oberlandesgericht Wien) gegen das Anzapfen von E-Mail-Konten seines Freundes Walter Meischberger.

Zu diesem Mittel hatte Grasser, vertreten durch Anwalt Manfred Ainedter, gegriffen, weil er befürchtete, dass auch sein eigener E-Mail-Verkehr mit Meischberger von den Behörden analysiert wird.

Genau darum, nämlich um das Aufdecken möglicher „konspirativer Absprachen“, ging es den Anklägern ja auch. So geschah das heimliche E-Mail-Sammeln im Zuge der Ermittlungen um den Verkauf der Bundeswohnungen (Buwog-Affäre) bzw. um die vorgeschaltete Auswahl der den Deal abwickelnden Bank, Lehman Brothers. Weiterer Grund für die E-Mail-Überwachung: Die Ermittlung in Sachen Novomatic. Grasser wird auch verdächtigt, eine Änderung des Glücksspielgesetzes zugunsten des genannten Konzerns versucht zu haben. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe.

Jedenfalls fällte das Oberlandesgericht nun den Beschluss, dass die abgesaugten E-Mails zu vernichten sind. Es seien von der Anklagebehörde von Anfang an keine konkreten Gründe dargelegt worden, die eine solche Überwachung gerechtfertigt hätten. Eine Überwachung, die übrigens auch von einem Gericht abgesegnet war. Zu Unrecht, wie es nun heißt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2012)

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50 Kommentare
 
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Die Finanz kriegt ihn................

.............!

Gast: ungeliebter Heike
26.06.2012 20:52
5 0

Scheinerfolg

trifft es besser.

Der Grasser hat halt noch ein paar Habschis an den richtigen Stellen. Aber die reißen ihn auch nicht mehr raus.
:-)

Moment...

Die Justiz ist ein Vetternverein. Nicht nur braucht man das richtige Paddeibuch sondern man muss auch noch Bekannte und/oder Verwandte haben die einen in die richtige Stellung schieben. Ansonsten nicht den Hauch einer Chance auf einen Posten.

Das ist Vetternwirtschaft pur. Unsere Justiz ist vollkommenst degeneriert. Ausnahmen gibt es sicher aber die Masse ist schon so realitätsfremd dass sie über Normals nur noch den Kopf schütteln.

Finanz und Diplomatie sind ähnliche Inzuchten. Weiss ich aus eigener Erfahrung. Da ist Kompetenz sehr hinderlich und ein sicheres Ticket zum Karrierestop (wenn du es überhaupt erst reinschaffst). Ich bin schon seit über 20 Jahren angewidert. Österreich ist das Land der Bücker und Kriecher.

Antworten Gast: Lukas
29.06.2012 09:24
0 0

Re: Moment...

und glauben sie im Ernst, die Medien sind besser? Die schreiben doch auch so wie es ihren Auftraggebern gefällt und für ordentliche Publicity verurteilen sie schnell in Eigenregie. Der Schlußsatz heißt dann: es gilt die Unschuldsvermutung...!

Re: Re: Moment...

Sie haben schon Recht. Was sich in Oesterreich unabhaengige Medien schimpft sind Parteisprachrohre.

Ich kenne viele andere Laender und man sagt immer woanders waehre es auch nicht besser. Aber das stimmt nicht. Woanders kann es schon sehr viel besser sein und ausserdem - muss man sich immer nach unten orientieren?

Oesterreich ist eine Mischung aus Kommunismus und erleuchteter Sekten-Theokratie. De Sekten sind die Parteinen. Zivilcourage gibt es in diesem Land nicht. Ich habe noch selten solche Bücker und Kriecher wie in Österreich gesehen.

Maischberger Mails sind für die Ewigkeit

wurscht ob man sie vernichtet

Ein Graus...diese Justiz!!!!!!

Obwohl ich mich darüber eigentlich eher aufregen müsste, ihr beweist es hier, wie es mit der Meinungsfreiheit bei uns bestellt ist.

Man braucht eine Zeitung nur kurz durchlesen und weiß sofort welcher Partei sie „verpflichtet“ ist. Viele Leser beziehen das von ihnen bevorzugte Blatt und schalten beim Lesen den logischen Verstand aus. Sie übernehmen das Gedankengut kritiklos und linientreu.
Auch beim ORF ist es unverkennbar, welche Parteien die „Chefs“ sind. Die Meldungen werden im Sinne der Partei(en) verfasst, bei Diskussionen werden nicht konforme Ansichten sofort unterbrochen oder als unmenschlich und Schlimmeres hingestellt!!

Dann spart euch doch die Mitglieder!

Gast: blackbanana
26.06.2012 14:56
0 1

Österreich ist ein Bananenstaat

Gratuliere, Frau ÖVP-Justizministerin Karl. Da haben Sie ja ausgezeichnete Arbeit geleistet.

Übrigens, wieviel bekommen Sie dafür von Schüssel?

Ich habe kein Vertrauen mehr in unsere schwarze Justiz und glaube, daß ich nicht der einzige bin.

e Mails

Es zeigt wieder einmal, dass den Ermittlungsbehörden nicht zu trauen ist!

"Eine Überwachung, die übrigens auch von einem Gericht abgesegnet war. Zu Unrecht, wie es nun heißt"

Warum soll eine Überwachung nicht gerechtfertigt sein, die bereits von einem Gericht abgesegnet ist?
Kennen die Gerichte die Gesetze nicht oder ist der Richter am Oberlandesgericht ein Kumpel von Grasser?

Was wäre, wenn Grasser in Untersuchungshaft wäre. Würde das es erleichtern, Verdachtsmomente ordentlich nachzugehen?

Re: "Eine Überwachung, die übrigens auch von einem Gericht abgesegnet war. Zu Unrecht, wie es nun heißt"

Die Wiener Justiz ist durch und durch ROT!

Gast: gast45
26.06.2012 11:02
0 0

und wer hat jetzt gesehen

das alle mails und deren kopien vernichtet worden sind ?

Gast: gast45
26.06.2012 10:52
1 0

musz ja furchtbar sein was da drin steht

sonst tut sich doch das theater mit rechtsanwalt usw doch kein vernünftiger mensch an nur um vielleicht " hallo meischi , wie war der urlaub ?" löschen zu lassen .......

Wenn man sich das so ansieht, kommt man zu dem Schluss, dass unsere Justiz tatsächlich ausgemistet gehört,

insb. die erste Ebene in Wien!!

Wie war das nochmal mit dem Treffen von Jarolim in der Kanzlei von Lansky, Ganzger & Partner?

Man muss mehr Jusos in den Justizapparat bekommen?

Danach gabs den ÖBB Auftrag um Millionen EUR!

Gast: ROTFRONT
26.06.2012 10:26
3 1

Man darf natürlich von den Behörden nicht zu viel, also gar nichts, erwarten

Man muss ja das Personal berücksichtigen, das dort arbeitet, äh falsch, Geld abholt.

Re: Man darf natürlich von den Behörden nicht zu viel, also gar nichts, erwarten

Nicht alle über einen Kamm scheren, ausserhalb von Wien funktioniert es mit Ausnahmen ganz gut!

Gast: ein Mediengeschädigter
26.06.2012 10:12
2 2

er ist ein Kämpfer, der Grasser

andere hätten sich nach der medialen Verurteilung schon längst nach Argentinien abgesetzt. Der Klima war da spontaner. Vielleicht sollten wir in Österreich die Justiz doch den Medien überlassen?

Re: er ist ein Kämpfer, der Grasser

Warum nicht gleich Failman als Richter und Vollzugsbehörde einsetzen??

Gast: wilder wanst
26.06.2012 10:11
0 2

Gilt für Rechte ein anderes Recht?

Warum kein Stgb §278???? Das ist doch ganz klar KORRUPTION und Bildung einer KRIMINELLEN ORGANISATION (blaurangeschwarze Regierung)

Aber offenbar macht man hierzulande nur Gesetze um politisch engagierte Bürger in den Ruin zu prozessieren, selbst wenn diese gewinnen. Was bitte ist das für ein Rechtsstaat in dem Unternehmer einfach der Polizei Weisung geben können, ich dachte soetwas gäbe es nur südlich des Äquators, in Bananenstaaten und sogennanten "failed states"

Re: Gilt für Rechte ein anderes Recht?

wenn sie das so intertretieren, würden wir die roten schon im lager finden!

wollen wir das wieder, hmm?

Gleichheitsgrundsatz einmal anders ...

Wenn sich schon der Staat nicht an die von der EMRK (ein österreichisches Verfassungsgesetz!) auferlegte Selbstbeschränkung hält – wieso sollen wir dann die Gesetze respektieren?

Antworten Gast: gast45
26.06.2012 11:38
0 0

Re: Gleichheitsgrundsatz einmal anders ...

macht steht immer über dem recht .. und wenn die mächtigen gescheit sind, dann lassen sie den leuten die illussion, dass es umgekehrt ist ...
... wie er finanzminister war hat der genauso gehandelt . also wozu die aufregung ?

Re: Gleichheitsgrundsatz einmal anders ...

Eine sehr gute Frage!

Es ist zum Kotzen, wie weit der Täterschutz heute schon geht

Jedem anständigen Bürger muss es den Magen umdrehen, wie Grasser und sein Rechtsanwalt die Justiz an der Nase herumführen, während sie Hendeldiebe wie Kriegsverbrecher verfolgt.
Die Tierschützer behandelte das Landesgericht Wiener Neustadt wie Terroristen, die Wirtschaftsverbrecher im Dunstkreis Karl-Heinz Grassers und Wolfgang Schüssels genießen jedoch offensichtlich ihren besonderen Schutz.
Äußerst demotivierend muss es auch für die Erhebungsbeamten sein, wenn ihre Arbeit durch juristische Kinkerllitzchen immer wieder zunichte gemacht wird. Es darf daher niemanden wundern, wenn sie resignieren und den Hut darauf hauen, statt sich bei der Arbeit die Haxen auszureißen.
Mit der Zeit ist es wirklich nicht mehr schön, ein Österreicher zu sein, wenn man hilflos zusehen muss, welche Möglichkeiten der Verteidigung sich mutmaßlichen Verbrechern auftun.
Solche und ähnliche Vorgänge bestätigen mich in meiner Ansicht von Tag zu Tag mehr, dass Schüssel und Grasser ein Fluch für Österreich waren und immer noch sind, weil unter ihnen Bestechung und Korruption zur Staatsräson gehörte.

Gast: nkerl
26.06.2012 09:44
3 0

richtig, so macht man

das, man bricht Stückchen für Stückchen weg.
Vor dieser Justiz muss man Angst bekommen, die Kombination von Arroganz mit Dummheit ist erschreckend.

Gast: NP
26.06.2012 09:35
3 1

Der...

...Normalbürger hätte nicht den Funken einer Chance! Ein Trauerspiel, was sich in Österreich abspielt.

 
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