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ÖVP ist strikt gegen Geld nur für die Kindergärten

25.06.2012 | 18:41 |   (Die Presse)

Mehr Kinderbetreuungsplätze oder Steuerhilfe? Spindelegger erteilte den Plänen von Heinisch-Hosek eine klare Absage. Die Gräben im Verteilungskampf zwischen SPÖ und ÖVP um die Familienförderung werden tiefer.

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Wien/Ib/Ett. Ist Familien mit Kindern mehr durch steuerliche Entlastungen oder durch den Ausbau der Kindergärten geholfen? In der rot-schwarzen Regierung wird diese Debatte gut ein Jahr vor der Nationalratswahl immer erbitterter geführt. Die ÖVP-Spitze mit Parteiobmann Spindelegger hat sich festgelegt: Wenn der Staat sage, er zahle nur noch für Kinder, deren Eltern ihre Kinder „so früh wie möglich den ganzen Tag in einer staatlichen Einrichtung abgeben“, sei er „vehement und kämpferisch dagegen“, betonte Spindelegger in einem Gastkommentar in der „Kronen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Spindelegger erteilte damit der SPÖ und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eine klare Absage. Deren Pläne, für die sie am Montag gemeinsam mit ihrem SPÖ-Parteikollegen Andreas Schieder warb, sehen vor, steuerliche Unterstützungen für Familien komplett zu streichen und dafür mehr Geld in den Ausbau der Kindergärten und in die Neuregelung und Anhebung der Familienbeihilfen zu investieren.

Die SPÖ-Frauenministerin war mit diesen Vorschlägen erstmals Anfang Juni an die Öffentlichkeit getreten. Eines ihrer Hauptargumente: Die bestehenden steuerlichen Möglichkeiten würden nur zu einem Drittel tatsächlich von Eltern ausgenützt.

 

„Kinder-Abnehmen wie in der DDR“

Damit werden die ideologischen Gräben in der Koalition in Familienfragen tiefer. Denn für die ÖVP kommt das nicht in Frage. So verweisen die ÖVP-Frauen darauf, dass es Familien gebe, die ihre Kleinkinder nicht in einen Kindergarten geben wollen. „Es ist sehr populistisch, einfach Erhöhungen zu verlangen“, kritisiert ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm. Am schärfsten formuliert Spindelegger die ÖVP-Haltung in seinem Gastkommentar: „Wo das Aufsplitten der Familie und das Kinder-Abnehmen des Staates hinführen, haben wir in Staaten wie der DDR gesehen.“ Die ÖVP wehre sich gegen solche „ideologischen Fangseile“.

Angesichts des Sparkurses hängt alles an den finanziellen Möglichkeiten. Für Heinisch-Hosek gibt es Spielraum im Falle der Streichung der steuerlichen Absetz- und Freibeträge, was die ÖVP strikt ablehnt. Im von Reinhold Mitterlehner geführten Familien- und Wirtschaftsministerium wird darauf verwiesen, dass nach dem Sparpaket von Loipersdorf das Loch im Familienfonds (Flaf) auf insgesamt 3,7 Milliarden gegenüber ursprünglich mehr als vier Milliarden Euro reduziert worden sei. Damals wurde unter anderem die vor der Wahl 2008 beschlossene 13. Familienbeihilfe auf 100 Euro gestutzt und auf Kinder während der Schulpflicht eingeschränkt.

Im Gegensatz etwa zu den Pensionen wird die Familienbeihilfe nicht jährlich valorisiert. Die letzte Erhöhung reicht schon mehr als ein Jahrzehnt zurück. Während die SPÖ höhere Beihilfen und mehr Kindergartenplätze favorisiert, plant die ÖVP ein steuerfreies Minimum von 7000 Euro pro Kind. Der Haken dabei: Auch das kostet Milliarden und ist angesichts des Sparkurses daher nur schwer umzusetzen.

 

Leitl für zweites Pflicht-Kindergartenjahr

Die schwarzen Wirtschaftsvertreter scheren allerdings aus der ÖVP-Parteilinie aus. So machte sich Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl am Montag bei einer Pressekonferenz mit Staatssekretär Sebastian Kurz für einen Ausbau der Kindergartenzeit stark. Er unterstütze zu hundert Prozent die Forderung von Kurz nach einem verpflichtenden zweiten Kindergartenjahr, betonte Leitl.

Seine Begründung sieht der Kammerpräsident durch eine aktuelle Studie untermauert: Demnach solle mehr in die frühkindliche Förderung investiert werden. Dadurch erspare man sich später Geld zur „Reparatur“ von Bildungsmängeln, sei es durch das notwendige Nachholen von Schulabschlüssen oder verstärkte Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2012)

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9 Kommentare
Gast: Karl Berger
27.06.2012 09:33
0 0

7 verpflichtende Kindergartenjahre

habe gehört, die EU plant schrittweise bis zu 7 verpflichtende Kindergartenjahre einzuführen. Man will gezielt schon im Mutterleib die Kinder auf den Berufsalltag vorbereiten. - Um ihnen, nach dem Motto "Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut", ein glückliches Leben zu garantieren. - Ok, war nur ein Scherz - aber es geht doch genau in diese Richtung

Gast: guckmal
26.06.2012 11:48
2 0

da wundert sich noch Einer wenn die

Geburtenrate zurück geht.

Für Parteifinanzierung und Bankenrettung, EU Rettungsschirme, etc.. wird das Geld verbraucht,
welches hier für die Kinder wichtig wäre.

Klasse so stellt man(n) sich soziale Gerechtigkeit vor, die "Armen" schröpfen und alles in den Rachen der "Reichen"

Krasse Politik, der Wähler dankt !

Schade nur das das "dumme ungebildete Volk" sich so ausnehmen lässt und nicht mal die Chance hat so eine Regierung zu feuern!!

Gast: Gast 2012
26.06.2012 10:03
3 0

schützt die Kinder vor Heinisch-Hosek!

diese Dame will offenbar mit DDR-Methoden die Kinder den Eltern möglichst früh entziehen. In den sozialistischen Horten kann man die Kleinen ja ungestört einer ideologischen Gehirnwäsche unterziehen!

Die Hoschek ist wieder auf Wählerkauf unterwegs,

das Sammelsurium der SPÖ-Nichtleister muss bedient werden!

Gast: Kindergärtnerin
26.06.2012 08:21
3 0

Jene,

die die Bedürfnisse der Kinder wirklich vertreten wissen,dass Kinder mindestens in den ersten Lebensjahren Zeit, Geborgenheit und einen für sie überschaubaren Rahmen brauchen um sich zu gefestigten Persönlichkeiten entwickeln und um reifen und gedeihen zu können .

Familien sind es,die Unterstützung und Aufwertung brauchen.
Pensionsversicherung für Mütter ist not-wendig !!!

Gast: Analyst
25.06.2012 22:00
0 5

Die Vorstellungen der ÖVP ...

.... samt Steuerabsetzbetrag für Kinder ist doch wieder nur eine Begünstigung jener, die soviel verdienen, dass sie etwas zum Absetzen haben. Viel gescheiter wäre Geldleistungen durch Sachleistungen zu ersetzen, etwa freie Kindergartenplätze, freie Bildung - damit sind die Chancen für alle gegeben und nicht nur die Begüterten bevorzugt!

Antworten Gast: Assinger
26.06.2012 10:25
2 0

Re: Die Vorstellungen der ÖVP ...

Und was sollte daran bitte falsch sein?
Wer mehr einzahlt - sollte tunlichst auch mehr rausbekommen! Oder glauben sie ernsthaft es muss per Gesetz ein paar Deppen geben, die den Rest der Bevölkerung durchfüttern? Es gibt zahlreiche Gründe warum es Einkommensunterschiede gibt - und das ist gut so! Solidarität ist keine Einbahnstrasse!
Im übrigen kann es wohl auch nicht sein, dass ich wenn ich mein Familienmodell selbst betimme, dadurch steuerlich benachteiligt werde!
Kämpfen Sie gegen Ihre niedrigen Gefühle an, Neid ist ein schlechter Ratgeber!

Gast: b754
25.06.2012 21:09
0 6

wogegen ist die övp nicht

ausser für korrupte erbschleicher

Antworten Gast: Baur4
25.06.2012 21:43
0 0

Re: wogegen ist die övp nicht

Darum wählen auch immer weniger diese ÖVP