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Blaulicht: 500.000 Euro für den „Jäger"

26.06.2012 | 22:23 |  von REGINA PÖLL (Die Presse)

Mensdorff-Pouilly entzieht sich im Ausschuss fast allen Fragen. Ex-Telekom-Vorstand Fischer hatte ihn zuvor in der Causa Behördenfunk belastet. Strasser-Mann Ulmer pflegte seine Erinnerungslücken, das BZÖ steht im Zwielicht.

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Wien. Die Jagdgesellschaften stehen immer wieder im Zentrum des Korruptions-Untersuchungsausschusses. Und es mag das scheue Wild sein, das die Jagd für Jäger so reizvoll macht; viel eher als ein Tier, das schnell erlegt ist. Etwas in dieser Art hat „Graf" Alfons Mensdorff-Pouilly bereits bei seiner ersten Befragung im Ausschuss erklärt, er hat sogar eine Einführung ins „Jägerlatein" gegeben, Lektion eins zur Jagdprüfung sozusagen.

Am Dienstag war Mensdorff - auch genannt: „der Jäger" - dann selbst der „Gejagte", und er zeigte sich vor den Abgeordneten des Kontrollgremiums auffallend zurückhaltend - scheu wie ein Reh, könnte man sagen. „Ich entschlage mich", sagte er am späteren Abend gleich Dutzende Male mit Verweis auf strafrechtliche Verfahren, die gegen ihn laufen. Dies auch in jener Causa, die gestern im U-Ausschuss Thema war: das Blaulichtfunksystem Tetron also. Er braucht sich im Parlament dazu nicht selbst zu belasten.

Dem „Grafen" droht zudem aktuell eine Anklage wegen Geldwäsche im Eurofighter-Deal, und zuletzt ist er als „Vermittler" von Schutzmasken an das Gesundheitsministerium in die Schlagzeilen geraten.

Zu Tetron hielt sich Mensdorff daher vorerst zurück. Ob er denn die Beraterfirma Valurex kenne? Ob nicht eigentlich er hinter der Firma stehe, während immer andere vorgeschoben werden? „Da entschlage ich mich", sagte er wiederholt in Bezug auf die Firma mit Sitzen bei London und in Genf, hinter der einzelne Abgeordnete in Sachen Funksystem Mensdorff vermuten: Er soll, so die Annahme, über Valurex ebenso wie über seine Firma MPA, (Schmier-)Geld von 4,4 Mio. Euro und mehr kassiert und an Entscheidungsträger verteilt haben.

So viel sollen Motorola (2,6 Mio. Euro) und Alcatel (720.000 Euro) gemeinsam mit ihrem Partner Telekom (1,1 Mio. Euro) dafür gezahlt haben, dass sie 2003 doch noch den Zuschlag für Tetron bekamen. Bei einer ersten Vergabe des Projekts 2002 hatte das Innenministerium noch ein Konsortium um Siemens gewählt, später ließ das Ressort den Deal platzen - angeblich wegen technischer Mängel.

„Keine Lust" auf dritte Anzeige

Was Mensdorff denn zur Neuvergabe sage? Nichts, meinte er am Dienstag. Und weiter: „Da hab' ich keine Lust, eine dritte Anzeige wegen falscher Aussage im Ausschuss am Hals zu haben." Mensdorff muss sich bereits wegen früherer Aussagen in U-Ausschüssen zu Tetron und einem nicht näher bezeichneten Thema verantworten.

VIDEO: Schweigsamer Graf vor UAusschuss

Mensdorff-Pouilly / Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Einmal mehr Medienrummel im Parlament. Ein prominenter Zeuge hat auf der Verhörbank im Korruptions-U-Ausschuss Platz genommen. Niemand geringerer als Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly.

Wortkarg gab sich vor Mensdorff schon jener Mann, den die Abgeordneten von Peter Pilz (Grüne) bis Stefan Petzner (BZÖ) als „Schattenmann" des einstigen Innenministers Ernst Strasser (damals ÖVP) bei Tetron erachten: Christoph Ulmer, Ex-Kabinettschef und später Sonderbeauftragter des Ministers für den Blaulichtfunk, konnte sich an verschiedene Besprechungen in Sachen Tetron „nicht erinnern", wie er sagte - weil es doch schon so lange her sei.

Weniger zurückhaltend hatte sich am Vormittag der frühere Vorstandsdirektor der Telekom Austria, Rudolf Fischer, gegeben: Ja, die Telekom habe Mensdorff tatsächlich die angenommenen 1,1 Millionen Euro für diverse Leistungen gezahlt. Nicht für Tetron allein, aber geschätzte 500.000 Euro der 1,1 Millionen Euro seien wohl für das Blaulicht-Projekt gewesen.

Es sei der Telekom allerdings nicht darum gegangen, dass es zu einer zweiten Vergaberunde kommt. Ziel sei vielmehr ein gutes „internes" Konstrukt mit Motorola und Alcatel gewesen: Die beiden Firmen hätten gewollt, dass Telekom vollwertiger Konsortialpartner wird - und damit auch haftet. Die Telekom habe aber „nur" Lieferant von Leitungen sein wollen. Eine solche Zusammenarbeit sei dank der Vermittlung Mensdorffs dann auch zustandegekommen.

In einer zweiten Befragung ebenfalls gestern nahm Fischer auch zum neuen, vierten Thema des U-Ausschusses Stellung: zur geplanten Änderung des Glücksspielgesetzes, auf die die Telekom zusammen mit dem Automatenhersteller Novomatic 2006 in der Amtszeit von Finanzminister Karl-Heinz Grasser drängte; sie hätten das damalige Monopol der Casinos Austria speziell bei den Internetwetten brechen wollen. Von allen Fraktionen im Parlament habe man auch positive Signale für eine solche Gesetzesnovelle bekommen.

Glücksspiel: BZÖ im Zwielicht

Das BZÖ - damals immerhin Regierungspartei - habe den geplanten Abänderungsantrag am Ende aber doch nicht eingebracht. Und zwar, so Fischer, nachdem die Österreichischen Lotterien einen Auftrag über 300.000 Euro für eine Studie an die BZÖ-Agentur „Orange" erteilt hatte. Die Lotterien gehören zu den Casinos Austria. „Das war für mich ein absoluter Zusammenhang", sagte Fischer zur - letztlich banalen - Studie, die ein Vertrauter des BZÖ-Manns Peter Westenthaler verfasste. Der FPÖ-Fraktionschef im U-Ausschuss, Walter Rosenkranz, stellte in dem Zusammenhang „Parteienfinanzierung" in den Raum. Im Oktober 2006 standen Nationalratswahlen an.

Der einstige „Orange"-Geschäftsführer Arno Eccher wies Vorwürfe gegen ihn und seine mittlerweile inexistente Firma zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2012)

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34 Kommentare
 
12
Gast: schüsselfekter
10.07.2012 12:50
0 0

und von all dem ......

....hat der damalige ober-övpler nichts gewußt! keiner sah ihm seine blind- und taubheit an.

0 0

Ich wiederhole meine Meinung

Alle vor ein Volksgericht, fuer die Schuldigen folgende Strafen:
Verlust des beweglichen und unbewglichen Vermoegens.
ASVG-Mindestrente.
Einweisung in einen Gemeindebau.

Bildung einer neuen Regierung von Fachleuten mit Charakterund ohne die Gier nach Geld.
Unter den Politikern wird man kaum einen finden, aber die Hoffnung stirbt zulezt.

Das Wenige, das...

...das einen in Bezug auf den "Grohfen" freut, ist, dass er so ausschaut wie er ausschaut und dass er so ein Raskachl ehelichte!

Präpotent, aufgeblasen und überaus selbstsicher


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dieser Graf Loubby verhöhnt unsere Justiz nach Strich und Faden

wohl im Wissen, dass seine Partei weiterhin versuchen wird hinter ihn zu stehen da eventuell manch amtierende Personen mitangeklagt werden könnten ?

http://kurier.at/nachrichten/4501391-graf-lobby-friseurin-als-bonitaets-referenz.php

0 1

Mensdorff-Pouilly entzieht sich im Ausschuss fast allen Fragen.

wenn dieser "Graf" samt Ehedame nicht angeklagt und verurteilt werden, wird wohl niemand mehr an einen funktionierenden Rechtstaat glauben !

Die Gefahr welche dann entstehen kann lautet Anarchie, und sollte wohl tunlichst vermieden werden ausser man befürwortet solche um der Rüstungsindustrie weiterhin willens zu sein !?


Re: Mensdorff-Pouilly entzieht sich im Ausschuss fast allen Fragen.

Najo - vom U-Ausschuß wird er sicher nicht angeklagt (werden können); und Strafverfahren laufen ja offensichtlich schon. Also...

Gast: rudolf reidiger
27.06.2012 11:17
0 1

wie war das noch mal...

wer nichts zu verbergen hat...

Gast: Hammurabi
27.06.2012 10:46
0 1

Schickt ihn

nach Amerika. Da machen sie waterboarding mit ihm. Da redet er schon.

Gast: niemehrwieder
27.06.2012 10:32
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hoffentlich geht dieses provokante ekelpaket ink.l seiner övp-braut endlich hinter gitter..

diese övp hat mehr dreck am stecken als sich in ganz österreich dreck finden lässt..

Gast: Kibietz
27.06.2012 09:10
1 1

Kurzer Prozess

Am besten ins Gefängnis werfen und den Schlüssel wegschmeissen. Sein gesamtes Eigentum konfiszieren und zwecks Schadensbegrenzung zugunsten der Republik versteigern.

Gast: traurig
27.06.2012 08:32
0 1

rechtsstaat

wie erklärt man Kindern was rechtens ist beim Lesen dieser Berichte über die Aussagen dieser Leute. Jeder andere (außer Grasser, Mensdorff, Strasser, Ulmer etc) würde wegen Verdunklungsgefahr längst einsitzen.
Ehrlicherweise muss endlich geklärt werden, ob der politische Wille besteht, Antworten zu bekommen. Wenn es hier nicht zu Lösungen kommt, die zu Konsequenzen führen, haben wir , wie bei der Krankenversorgung, dann im Rechtsbereich eine 2-Klassengesellschaft, die irgendwann zu größeren Problemen führt.

Antworten Gast: Hans M..
27.06.2012 09:25
1 1

Re: rechtsstaat

Kann mann nicht mein jüngster Sohn ist 52 Jahre und er versteht es nicht.
Ein Kind würde sagen Papa,Polizei holen.

macht nix, graf pulli.

auch al capone wurde nicht für morde verurteilt sondern wegen steuerhinterziehung.

wenn du deine pirsch in der zelle fortsetzen wirst, weil du wegen falscher aussage und geldwäsche verurteilst wirst, dann soll mir das auch recht sein.

hauptsache zelle statt revier!

Man kann sagen,

ohne Hellseher zu sein, dieser Mensdorff und die Seinige haben ganz schön abgesahnt. Die heutigen Bonny

Gast: Hans M..
27.06.2012 07:27
0 0

Kennt jemand

einen,nur einen außer Amon und Hakl aus der ÖVP die sonst noch unschuldig sind ?
Ich bitte um Namen,eventuell auch noch der Herr Stummvoll und die Frau Kloibmikl oder Herr Westenthaler der Ziehsohn von Kohl. Aber ansonsten fällt mir keiner ein.
Es wird wohl keine weiteren Namen geben,schade.

0 0

Re: Kennt jemand

Amon: Mittendrin!

http://www.news.at/articles/1211/13/321846/u-ausschuss-korruption-ermittlungen-amon

Hakl: Mittendrin:

http://www.pr-inside.com/de/korruption-oevp-entscheidet-heute-ueber-hakl-r3109087.htm

Übern Stummvoll den alten Glücksspielritter findens auch genug

und der Westenthaler wurde ja eh schon mehrfach verurteilt wenn ich mich richtig erinnere... aber googelns einfach selber, oder? also entweder ich hab ihre Ironie nicht ganz gecheckt oder sie glauben wirklich dass es bei der ÖVP nicht schwer korruptionsverdächtige Mandatare gibt... Rätsel über Rätsel...

Casinos Austria und das BZÖ

Es war einmal in der Brauerei. Da lernten sich zwei Außendienstler namens Gerhard Dörfler und Hannes Anton kennen. Und verstanden sich wohl gut, weil sie beide freiheitlich gesinnt waren. Was ja nichts schlechtes ist.

Letzterer wurde dann in die Landesregierung gehievt, während ersterer erst mal zu den Casinos Austria kam. Als Marketing Manager.

Na, dämmert es schon?

Jedenfalls wechselte der Herr Anton dann 2009 leider in den Kärntner Landtag. Da konnte er dann zwar nicht mehr Gelder von befallenen Unternehmen in das BZÖ verschieben, jedoch so einen Posten als Landtagsabgeordneter kann man ja wohl kaum ausschlagen, da hat man auch noch gleich noch mehr Riss bei den Mädels.

Und die versteckten Zahlungen, im Juristenjargon "Veruntreuung" genannt, kann man immer noch von jemandem anderen durchführen lassen. Man kennt ja genug, die dort und da sitzen.

Obiges Konstrukt ist natürlich rein fiktiv, und für alle Beteiligten gilt außerdem, wie üblich, die Unschuldsvermutung.

2 0

Ich fand die Aussage von

Werner Amon gegenüber dem ORF auch sehr interessant. Er war irgendwie der Einzige der die Entwicklungen im Untersuchungsausschuss als nicht hinreichend für diverse Anklagen bezeichnet hat. Man könnte jetzt doch glatt denken (bei bedacht der obligatorischen Unschuldsvermutung natürlich) Herr Amon versucht die Ereignisse etwas schöner zu reden als sie sind. Irgendwas sagt mir das der Herr nicht unbedingt optimal in seiner Position ist wo er ja womöglich versuchen könnte einge Sachen zu verschleiern die ihn selbst betreffen. Mir kommt der jedenfalls nicht ganz koscher vor. Und in letzter Zeit hat sich das leider meistens bewahrheitet wenn so ein Gefühl aufkam.

Ich find den Grafen ja inzwischen lustig,

das macht er gut!

Und, man muss ihm Recht geben, warum soll er unterschiedliche Befragungen über über sich ergehen lassen, da kann man schon mal leicht abweichende Aussagen tätigen, abhängig von den Fragestellern. Die folgenden Anzeigen sind eigentlich Kinderkram, dem Ausschauss hat es sicher nicht geholfen!

Die Justiz ist am Wort!


Niemals dürft' Ihr so tief sinken,

den Kaukau, durch den man Euch zieht auch noch zu trinken! (Kästner). Nur wer ist hier der Kaukautrinker? W.

Gast: Korrupty
26.06.2012 22:38
2 0

Halali

Der Jäger wird zum gejagden ,dank der Justiz
der korrupte Jäger mit seiner Polittussi kommt dem Häfen immer näher Halai
Dort kannst dein Schmiergeld fressen du Verschwender
Halali
Weidmann Heil Hr. Staatsanwalt

Gast: Ich denke er wollte eher sagen, ICH GLAUB DA SCHLAG ICH MICH!?
26.06.2012 22:15
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Herr Pilz....HALLO, HERR PILZ........

....vergessen sie im Eifer des rotgrünen Vodkagefechts eh NICHT auf die Inseraten-Causa vom Werner, weil da ginge es um ca 7 Millionen Euro(HUNDERT MILLIONEN ALTE SCHILLINGE)......da hat einer viel Steuergeldholz weggeräumt.....ICH BITTE UM AUFKLÄRUNG!!!!!!!!!!

Re: Herr Pilz....HALLO, HERR PILZ........

das kapitel feilmann ist das letzte im Ausschuss, nur Geduld, FPÖ, BZÖ und vielleicht ein paar Grüne werden sich das nicht entgehen lassen.
die ÖVP würde gerne darüber hinweg sehen, weil der koalitionspartner bisher eher zurückhaltend war.

Antworten Antworten Gast: isjaschoguat
27.06.2012 09:29
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Re: Re: Herr Pilz....HALLO, HERR PILZ........

naja, gerade fpö und bzö täten gut daran sich bei solchen themen im hintergrund zu halten...stichwort: steine im glashaus

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Re: Herr Pilz....HALLO, HERR PILZ........

wie schon mal hier gesagt. wenn was dran ist bitte Anklage erheben. Die FPÖ hat genug Anwälte und auf den Pilz muss niemand warten. Gibts keine Anklage ist dieses ewige Gerede über den korrupten Faymann leider reines Ablenkungsmaneuver um die eigenen Verbrechen zu verdecken.

 
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