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Strache wirft Regierung "Stalinisierung" vor

27.06.2012 | 10:51 |   (DiePresse.com)

SPÖ-Staatssekretär Ostermayer und FPÖ-Chef Strache sprechen bei Ö1 "Klartext" über Parteienförderung, das Euro-Rettungspaket und verlorenes Vertrauen.

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Am Dienstagabend diskutierten SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Ö1-Radiokulturhaus „Klartext" über das Thema „Rot gegen Blau - Hat der Wahlkampf schon begonnen?" Das heißeste Eisen war dabei das Transparenzpaket, das heute im Nationalrat beschlossen werden soll. Besonders die Anhebung der staatlichen Parteienförderung auf Bundesebene sorgte für Kontroversen. Für Strache „ist es unverschämt und unehrlich, dass die Regierung ihre Förderungen in Sparzeiten verdoppelt".

Immerhin bringt das Paket auf Bundesebene eine Erhöhung der Förderungen von 15 auf 29 Millionen Euro jährlich. Ostermayer wollte von einer Verdoppelung nichts wissen, er verwies stattdessen darauf, dass „das Leben ein Kompromiss ist", immerhin „fallen im Gegenzug die Wahlkampfkostenrückerstattung und die Förderungen auf Länderebene weg". 

Verdoppelung der Parteiförderung?

Die vorgesehene Obergrenze der Wahlwerbungskosten von sieben Millionen Euro stieß dem Freiheitlichen ebenfalls sauer auf. „Das gilt nur für die Opposition. Die Regierung darf weiterhin, auch oberhalb dieses Betrages Inserate schalten - da hat Herr Ostermayer ja Erfahrung. Stichwort: ÖBB-Inserate für Kanzler Werner Faymann", stichelte Strache. „Wir sind gegen ein solches Stalinisierungsprinzip, dass die Opposition beschränkt." 

Zu der Zusammenarbeit zwischen Faymann und Ostermayer - der als die rechte Hand des Bundeskanzlers gilt - meinte Strache: „Wo Faymann drauf ist, ist Ostermayer drin." Ostermayer empörte sich: „Wo Faymann drauf ist, ist Faymann drin." Ich bin der SPÖ als Staatssekretär nur beigestellt." Dann stellte er die Glaubwürdigkeit der Freiheitlichen in Frage: „Ich habe dem Chefverhandler der FPÖ, Herbert Kickl, vorgerechnet, wie gespart wird. Das ist alles geprüft. Außerdem, wenn einem die Demokratie kein Geld wert ist, dann ist es schlecht um die Demokratie bestellt." Strache konterte: „Ihre Rechnung, war ein halb zerrissener Kaszettel."

Euro - zwischen Rettung und Scheitern

Weiters ereiferte sich Strache - unter dem Jubel der jungen, männlichen Zuhörerschaft - über den „Euro, ein Experiment, das gescheitert ist". Anstatt einen Ausweg aus der Finanzkrise zu suchen, „wird weiter Geld in ein kaputtes System gepumpt." Der Europäische Rettungsschirm (ESM) sei ebenfalls eine Verschlechterung: „Damit wird die Souveränität Österreichs abgeschafft, unsere Verfassung ausgehebelt. Das ist sittenwidrig."

Auf den Einwand von Ö1-Moderator Klaus Webhofer, Österreich habe, im Gegensatz zur Schweiz, keine gelebte Volksabstimmungs-Tradition, meinte Strache: „Nur weil Nordkorea eine Diktatur ist, hoffen wir doch auch, dass es eine Demokratie wird. Das hat nichts mit der Tradition zu tun."

Ostermayer gab sich betont optimistisch: „Wir stehen nicht vor dem Abgrund. Ich glaube, dass Europa diese Krise bewältigen wird - auch mithilfe des ESM - deshalb muss der Euro überleben." Dass maroden Ländern geholfen werde, sei essentiell, um die Defizite in den Griff zu bekommen. „Wir haben keinen Spaß daran, den Banken Geld zu geben, aber wir haben Spaß daran, die Arbeitsplätze, die damit verbunden sind, zu retten."

Ein Konsens fand sich aber dennoch: Beide Gesprächspartner sprachen sich für die Ausarbeitung eines Bankeninsolvenzgesetzes aus.

SPÖ: Skepsis oder Sorgfalt?

Gegen Ende der 60-minütigen Debatte wurde die Politikverdrossenheit der Österreicher thematisiert - laut Strache das Resultat von nicht eingehaltenen Wahlversprechen seitens SPÖ und ÖVP. „Die Bürger sind verärgert, enttäuscht, aber politisch interessiert. Sie bekommen aber von der Regierung kein Gehör. Das ist ein Demokratieproblem", betonte der FPÖ-Obmann und forderte einmal mehr verbindliche Volksabstimmungen.

Ostermayer ortete die Lösung indes im soeben geschnürten Transparenzpaket: „Wir werden das Vertrauen der Wähler durch die strengen Regeln zurückgewinnen." Einem Mehr an Demokratie konnte er wenig abgewinnen: „Wir sind nicht gegen Volksabstimmungen, aber man muss sich fragen, ob über alles abgestimmt werden soll, welche Rolle das Parlament hat usw. Wir sind nicht skeptisch, aber sorgfältig."

Eine deutliche Abfuhr erteilte Ostermayer der letzten Frage von Webhofer, nach einer möglichen Koalition mit der FPÖ. „Dazu gibt es ein klares Nein."

Im Klartext

Die Sendung "Im Klartext" zu dem Thema "Rot gegen Blau - Hat der Wahlkampf schon begonnen?" wird am Mittwoch, den 27. Juni 2012, um 18:30 Uhr auf Ö1 ausgestrahlt.

(hell)

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71 Kommentare
 
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Gast: Maria Finanzminister
28.06.2012 14:07
1 4

"Stalinisierung"

Ich würde das eher eine gelungene ''Sanierung'' nennen.

Gast: Hastalavista
28.06.2012 11:55
3 0

Keine Ratifizierung dieser menschenfeindlichen Instrumente!

Wenn der ESM die Gelder und somit die auf uns lastenden Haftungssummen am Finanzmarkt hebelt, dann knipsen sie uns endgültig das Licht aus!

Nein zu ESM und Fiskalpakt. Beide Instrumente führen zur Verarmung Österreichs und sind der direkte Weg in die EU-Diktatur.

Gast: Hastalavista
28.06.2012 11:18
3 0

NEIN zu ESM und Fiskalpakt!

Der ESM ist eine gigantische Transfermaschinerie, die die Schulden Österreichs in gigantischem Ausmaß erhöhen wird! Muss auch Frankreich unter den Rettungsschirm schlüpfen, dann hat Österreich eine zusätzliche Schuldenlast von mehr als 300 Mrd. Euro auf den Buckel und unser Budgetdefizit würde von dzt. rd. 200 Mrd auf einen gigantischen Schuldenberg mehr als 500 Mrd. ansteigen.

Wenn man meint, das Österr. Parlament hätte ja Mitspracherecht bei den Entscheidungen des ESM, dann ist das Vernebelungstaktik. Denn man argumentiert jetzt mit der Alternativlosigkeit den Weg des ESM zu beschreiten. Und man wird auch allem weiteren zustimmen mit dem Argument, es wäre alternativlos und alles würde sonst zusammenbrechen. Wir werden mit den Argumenten "Mitspracherecht" lediglich ruhiggestellt, eine Beruhigungspille für das Volk. Wenn ESM und Fiskalpakt erst einmal ratifiziert sind, dann gibt es kein zurück!

NEIN zum Ausverkauf Österreichs! Verantwortungsvolle Politiker würden diesen Knebelungsvertrag, der uns ausliefert und in ein explodierendes Schuldenchaos stürzt niemals unterschreiben. Es wird behauptet, dass der Euro und in der Folge ESM und Fiskalpakt alternativlos sind. Aber das stimmt nicht.

0 2

Strache solls Maul halten

Strache muss still sein. Er ist ein assozialer Mann der einfach nur "Ausländer"feindlich ist. DEINE PIZZA IST ITALIENER, DEIN AUTO IST JAPANER, DEIN KAFFEE IST BRASILIANER UND DEIN NACHBAR IST NUR EIN AUSLÄNDER???????????

Gast: joseph
28.06.2012 08:27
3 0

koalition

das klare nein ostermayers zeigt das fehlende demokratieverstaendnis der sozialisten.

Antworten Gast: apfelmännchen
28.06.2012 10:50
0 2

Re: koalition

Wär ja dann wirklich "stalinistisch" wenn es einen Zwang gäbe, dass der Wahlsieger mit der zweitstärksten Partei regieren MUSS...

Wie ist nochmal Schwarz-Blau damals 2x zustande gekommen? Müsste eigentlich Ihrer Logik folgend auch undemokratisch gewesen sein...

Gast: Sprachtüte
28.06.2012 07:00
1 5

Warum sollen wir den Strache etwas glauben und ihn wählen???

Er glaubt sie sind die Saubermacher, dabei habens mehr Dreck am Stecken als wir wissen!
Er hat kein Programm sondern redt irgendetwas daher und ist eigentlich reiner Populist!
Was hat die FPÖ schon gelesitet in den letzten 10 Jahren und speziell unter schwarz blau?
Strache biedert sich nahezu bei den FPÖ´lern in Kärnten an! Er hat es nicht einmal geschafft aus der FPK wieder die FPÖ zu machen! Wozu diese Splittergruppe?
Was hat er bis jetzt für das Land getan? Er beschützt Graf und Scheuch und hält dies für normal!
So jemand bringt unser Österreich auch nicht weiter!!!

Gast: korrupti
28.06.2012 04:55
0 5

Mit seinem korrupten Scheuch u. seinem Erbschleicher Graf ist Strache schon längst erledigt......

Strache der sich als verfolgter Jude (Wir sind die Juden von Heute) sieht und die Regierung der Stalinisierung verdächtigt, mal ganz ehrlich, ist dieser Typ überhaupt noch ganz dicht?!

Antworten Gast: Malzkaffe
28.06.2012 07:02
0 5

Re: Mit seinem korrupten Scheuch u. seinem Erbschleicher Graf ist Strache schon längst erledigt......

daher nennen sie sich auch
die anstämdigen, ordentlichen, heimatbewussten, Unser Geld für unsere Leut, ehrlichen FREIHEITLICHEN!

Sich als super ANSTÄNDIG verkaufen und dann so einen Sumpf haben, da mußt schön verliebt sein in diese Partei um denen ein Vertrauen zu geben!

das österreichische paralemt ist fürn Hugo!!!

diese dumme heuchelei diverser "experten", dass mit direkter demokratie der parlamentarismus ausgehebelt wird ist unausstehlich.

ES GIBT IN ÖSTERREICH KEINEN PARLAMENTARISMUS!!!

wann werden das die letzten blinden hendln überreißen.
es gitb nur eine regierung die sagt was gesetz wird, und einen haufen fauler, überbezahler parlemtarier, der dies willenlos und meist ungelesen abnickt, das war der österreichische "parlamentarismus".

da könnten wir ja gleich ein kriegswirtschaftliches ermächtigungsgesetz alá 1933/34 einführen, dann wäre der ganze mist endlich auch kodifiziert!

in der österreichischen verfassung steht, dass alles recht vom volk aus geht, folglich sollte das volk auch das recht haben zu entscheiden ob es den parlamentarismus, zugunsten der direkten domkraite schwächen will (die philosophische frage ob man etwas das nicht existiert auch noch schwächen kann lassen wir ma getrost beiseitefallen)

die gnaze heuchelei vom geschwächten parlamentarismus, bzw von der entmachtung des parlaments ist nur von machtpolitischen interessen der herrschenden klasse geleitet, und entbert jeder realpolitischen grundlage!

Gast: der Österreicher
27.06.2012 23:21
1 3

Parteispenden der Effen



..die Effen sollten mal ihre Spenden offenlegen,...

-.. dann kommt wohl heraus, das ausländische Diktatoren die Effen sponsern...

.. seit Haider's Zeiten

Gadaffi, Assad, Hussein, etc, etc....

Eine österreichische Partei die von ausländischen Diktatoren gesponsert wird..

..deswegen haben sie nicht zugestimmt und werden dies auch nie tun...

.. die Wähler sollten darüber mal nachdenken udn nicht immer dem getrommel der Effen folgen

Wie sagte schon Kant.

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Antworten Gast: apfelmännchen
28.06.2012 10:51
0 0

Re: Parteispenden der Effen

das Kant-Zitat hat wohl manche überfordert :)

strache - dass ich nicht lache...

jojo, der heldenhafte einsatz für die direkte demokr. ist belastend - fürs gehirn, wenn vorhanden: guxtdu beteiligung an den letzten volksbegehren - nixtdu, interessiert niemanden.

der dr. dent hält stalinismus auch für eine form der eisenveredelung.

Gast: pavlov’s dog's
27.06.2012 21:58
1 5

da knochen ..... hüpf und kläff, brav ..........3 bier bitte

der herr strache kennt seine untermenschen.

Irgend etwas sagt mir, lässt erahnen , dass es am Ende doch wieder auf einen geplünderten Staatshaushalt und verspielte Konsolidierung

(s.Finanzpolitik/Parteienförderung u.ausgereiztes Sozialsystem) und Chancen/Reformen hinausläuft.

Ich möchte mich über die dubiose Rationalität und Eigenheiten von typischer Linksideologie nicht verbreiten. Aber Partei-u.Polit-Programme müssen in Relation zur wirtschaftlichen und gesellschaftspolit. Leistungspflicht stehen (wie auch zur Volksidentität u.Demokratie) .

Gast: prima gekontert
27.06.2012 18:48
9 1

Nur weil Nordkorea eine Diktatur ist, hoffen wir doch auch, dass es eine Demokratie wird. Das hat nichts mit der Tradition zu tun.


Gast: denkmal
27.06.2012 18:33
0 1

Hab nicht weiterlesen müssen

Strache konterte: „Ihre Rechnung, war ein halb zerrissener Kaszettel."

Gast: Klara V
27.06.2012 17:46
3 11

Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

Die FPÖ hat doch kein Programm, keine Perspektiven. Alles ewiggestrige sonst nichts! Die können nur sudern und jammern und Ideen fehlen.

Re: Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

Haben Sie all diese Rechtschreibfehler alleine geschafft?
Respekt.

0 0

Re: Re: Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

wo sehen sie einen rechtschreibfehler? gehen sie zum augenarzt.

Antworten Gast: Egon U
27.06.2012 20:20
3 1

Re: Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

Passt doch.
Dann haben sie genauso viel und genauso wenig wie die anderen Parteien und sind auch prädestiniert für das Regierungsamt.

Antworten Gast: soschaugtsaus
27.06.2012 18:49
0 2

außer den Linken alle und letztlich ist der oben, der mit allen kann, andernfalls ist man immer Selbstgefangener...


Antworten Gast: L.W.
27.06.2012 18:48
4 0

Re: Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

Keine Angst, Klärchen, diese Frage ist nach der nächsten Wahl obsolet.

Antworten Antworten Gast: H.C. - L.
27.06.2012 20:22
0 0

Re: Re: Wer will schon mit der FPÖ koalieren?

Meine ich auch, Klara. Dann ist das geklärt. Damit das klar ist.

Strache

hat einmal irgendwo etwas über Stalin gehört...........aber nichts über den menschenverachtenden Liberalismus!?

Re: Strache

Der Kommunismus hat`s auf ca 100 Millionen Todesopfer gebracht - auf wieviel der "menschenverachtende Liberalismus"?

 
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