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Rekrutierung für "Berufsheer auf Probe"

27.06.2012 | 18:26 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Im Jägerbataillon 25 ist eines der Projekte zur Erprobung des Berufsheeres gestartet. Verbände sollen professionalisiert werden, Darabos investiert dafür zwei Mio. Euro.

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Klagenfurt. Ein besetztes Haus inmitten von Klagenfurt. Aus einem Hubschrauber springen fünf Fallschirmspringer und landen in der nahe gelegenen Wiese – in Gefechtsbereitschaft. Ein zweiter Black Hawk seilt einen schweren Granatwerfer ab. Ein Soldat ist verletzt, eine grüne Rauchschwade alarmiert den Notarzthubschrauber. Trotz allem: Der Feind wurde gefasst.

Was nach einem Kriegsfilm klingt – und auch aussieht – ist eine Gefechtsvorführung der siebten Jägerbrigade in der Khevenhüller-Kaserne in Kärnten. Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will den anwesenden Journalisten damit die „Leistungsfähigkeit des Bundesheeres“ vorführen, die „bestens gegeben ist“. Und das passiert nicht zufällig hier in Kärnten: Das Jägerbataillon 25 nimmt an einem der drei Pilotprojekte des Ministers zur Erprobung des Berufsheeres teil und ist sozusagen Versuchskaninchen für das Projekt „Professionalisierung von Verbänden – Musterverband“. Ziel dieses Projekts: In Zukunft sollen hier lediglich Berufs- und Zeitsoldaten im Einsatz sein. Das Bataillon soll bis Mitte 2014 neben den bereits heute bestehenden 150 Berufssoldaten über rund 350 weitere Berufs- und Zeitsoldaten verfügen. Bis Anfang 2014 soll das Bataillon über erste Einsatzbereitschaft für Inlandsaufgaben, ab Juli 2014 über volle Einsatzbereitschaft verfügen. Somit wäre es laut Darabos der einzige Luftlande-Verband im österreichischen Bundesheer, der jegliche Art von In- und Auslandseinsätzen „erfolgreich bewältigen“ könnte.

 

1370 Euro im Monat

Die Rekrutierung ist bereits gestartet. Gesucht werden unter anderem Kraftfahrer, Sanitäter, Scharfschützen und Funker. Junge Frauen und Männer sollen sich dafür freiwillig melden – Angst, dass sich dafür nicht allzu viele Begeisterte findet, hat man nicht. Das Heer wirbt mit einer „überdurchschnittlichen Bezahlung“ – etwa 1370 Euro netto im Monat. Wer einmal aufgenommen wurde, muss drei Jahre lang dienen – für jedes Monat im Inland gibt es zusätzlich eine Vergütung von etwa 240 Euro, für Einsätze im Ausland 1600 Euro netto.

Eine Verlängerung des Dienstes ist zwar möglich. Allerdings möchte man die Truppe verjüngen und die Soldaten nach einigen Jahren wieder in das „zivile“ Arbeitsleben zurückschicken – dafür gibt es ein eigenes Umstiegsprogramm. Nach drei Jahren Dienst bekommen die Soldaten für ein Jahr monatlich „Beihilfen“ in der Höhe von 75 Prozent des letzten Monatsbezuges. In dieser Zeit können sie sich weiterbilden.

Damit nimmt sich das Bundesheer finanziell viel vor: Zwei Millionen Euro werden in dieses Pilotprojekt hineingesteckt. Zusammen mit den beiden anderen Projekten kommt man sogar auf zehn Millionen Euro: Ein weiteres Pilotprojekt sieht vor, zwei Miliz-Pionierkompanien mit jeweils 115 Soldaten aufzustellen – mit einer Jahresprämie von 5000 Euro pro Kopf. Die Soldaten erklären sich also freiwillig bereit, pro Jahr rund zwei Wochen für Übungen und erforderliche Einsätze zur Verfügung zu stehen. Das dritte Projekt betrifft insgesamt sechs Standorte in der Steiermark, Kärnten und Wien: Sie werden in Zukunft auf die Verwendung von Grundwehrdienern als Systemerhalter verzichten. Das bedeutet, dass Köche, Wachsoldaten, Fahrer und Gehilfen aller Art durch Zivilbedienstete oder Lehrlinge ersetzt werden. Damit will Darabos beweisen, dass ein Berufsheer umsetzbar ist.

Am Dienstag meldete sich dazu übrigens Darabos' deutscher Amtskollege zu Wort: Nach einjährigem Jubiläum des Berufsheeres in Deutschland wolle Thomas de Maiziere (CDU) zwar „anderen Ländern keine Ratschläge“ erteilen. Doch stünden 55.000 Wehrpflichtigen in Deutschland mit 80 Millionen Einwohnern 30.000 Wehrpflichtige in Österreich mit knapp acht Millionen Einwohnern gegenüber. „Das sagt, dass die Wehrpflicht in Österreich breiter wirkt als in Deutschland.“

Auf einen Blick

Drei Pilotprojekte sollen nach Plan von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) den Beweis bringen, dass ein Berufsheer in Österreich bestehen kann: Die Aufstellung einer Freiwilligenmiliz, die Reduktion von Systemerhaltern (wie Köchen und Fahrern) sowie die Professionalisierung von Verbänden – wie beim Jägerbataillon 25 in Kärnten, wo das Heer bereits Freiwillige sucht. Die Projekte laufen drei Jahre lang und kosten zehn Millionen Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)

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31 Kommentare
 
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Berufskiller

auf Steuerkosten!

Antworten Gast: Moderndenkender
30.06.2012 16:34
0 1

Re: Berufskiller

6monatige "Ausbildung" zu einem "Soldaten" auf Steuerkosten !

Gast: Moderndenkender
29.06.2012 21:17
1 1

Die Wehrpflicht

Ich finde es total unmoeglich bis hin zu idiotisch, schraeg und total verbloedet, dass es tatsaechlich Leute gibt, die die Wehrpflicht als ein Gesetz gutheissen, welches dem Rechtsstaat die Moeglichkeit gibt, seinen Buerger zum Dienst am Land zu *zwingen* (!).

Das ist ungefaehr so, als wuerde eine Frau einen Mann zu ihrer Vergewaltigung einladen und sich nachher sogar noch bei ihm dafuer zu bedanken, vergewaltigt worden zu sein.

Ihr FPÖler, ihr seid so eine schraege verueckte durchgeknallte psychologisch kranke mit Minderwertigkeitskomplexen zu Boden gestreckte Bande, dass ihr einem nur leid tun koennt.

Antworten Gast: Norbserl
01.07.2012 13:24
1 0

Erschreckend

Sie fallen ja generell durch besonders unsinnige Kommentare auf, aber demokratische Eigenverantwortung mit einer Vergewaltigung gleich zu setzen ist selbst für sie unter jedem Niveau!!

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
01.07.2012 15:25
0 1

Re: Erschreckend

Naja, wenn Sie meinen, meine Kommentare seien besonders unsinnig, dann seien Sie eben dieser Meinung. Wir leben ja in einer Demokratie, in der - bis zu einem gewissen Grad - Meinungsfreiheit herrscht.

Gast: Moderndenkender
29.06.2012 19:58
0 1

FPÖ

Ein Hallo an alle Anhaneger der Freiheitlichen Partei Österreichs in diesem Forum. "Die Presse" wird offenbar wirklich in erster Linie von FPÖlern gelesen.

Sobald man mitte-links-Kommentare abgibt, wird sofort beinhard wegzensiert.

Es muss im Kopf schon ganz gewaltig was nicht stimmen, wenn man die Wehrpflicht aufrechterhalten will.

Gast: werbistdu
28.06.2012 22:41
2 0

Der Soldat ganz links...

im Bild hat aber eine lustige Uniform an.
Ist das etwa ein Wehrdienstverweigerer?

Diese Einsparungen für Österreich ... grossartiger abartiger Minister!

Wir vergessen den Abänderungsvertrag zu den Abfangjägern nicht, Herr ...!

Gast: Vogel Strauss
28.06.2012 12:25
2 1

Ich dachte, dafür wäre die Cobra zuständig??

Aber wir zahlen ja gerne für so edle Doppelgleisigkeiten, weils uns von den Medien so schön verkauft wird ...

Vertragsbedienstete als Ersatz

Ein Vertragsbediensteter verdient sicher mehr als ein Grundwehrdiener. Sollte das Berufsheer nicht günstiger werden?

Antworten Gast: Moderndenkender
29.06.2012 21:30
1 0

Guenstiger

Darf ein gestrafftes Bundesheer denn nichts kosten ? Wieso muss alles immer nur guenstig und billig sein ?

Wenn Sie sich ein Auto kaufen, werden Sie vermutlich auch etwas mehr Geld ausgeben, um sich ein gutes Auto zu kaufen als sich eine Schrottkarre zu kaufen.

Darf Qualitaet nicht auch etwas kosten ?

Gast: Blankensteiner Husar
28.06.2012 11:31
1 5

Bundesheer wir lieben dich!

Und zum Beispiel die Muren- und Hochwasserkatastrophe im Paltental letzte Woche: was wäre passiert , wenn es nicht das kampfstarke und zu allem bereite Bundesheer gäbe??
Sogar die Eurofighter wurden eingesetzt und der Luftraum über dm Überschwemmungsgebiet wirkungsvoll gesicher. Die Hubschrauber ältester Bauart machten Rundflüge und die Propellertrainermaschinen hielten den Luftraum frei.
Ein Wahnsinn!
Was tät I ohne Bundesheer?

Gast: Hammvieh
28.06.2012 11:27
0 0

Schon klar

Weil das JgB 25 noch abspringen kann, ist die "Leistungsfaehigkeit des BH bestens gegeben". Das ist doch eher ein Fall von "der Letzte macht das Licht aus".

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Zivilbedienstete als Wachsoldaten

Da bin ich ja dann beruhigt, wenn die Wachsoldaten Zivilbedienstete sind, vielleicht könnte man ja auch so ein paar Freigänger sinnvoll einsetzen!

Re: Zivilbedienstete als Wachsoldaten

wie viele Kasernen wurden in den letzten 30 Jahren gestohlen?

3 0

Re: Re: Zivilbedienstete als Wachsoldaten

Gestohlen werden üblicherweise Gegenstände die sich auch bewegen lassen, weniger Gebäude ;-)

Gast: General Strück aus Deutschland
28.06.2012 10:15
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DARABOS !!! WEITER SO !!!

Der richtige Weg ist meistens der beschwerlichste, denn es stellen sich viele "Teppen" in den Weg, nicht nur in den Foren.

Dass in Österreich fast 6-mal (!) soviele Wehrpflichtige zu einer Art Zwangsarbeit gezwungen werden ist ein Schlag ins Gesicht für hunderttausende junge Österreicher !

Jeder junge Europäer kann nun in Österreich Fuss fassen und Arbeit finden, während sein "Kollege" aus Österreich bis zu 9 Monate weggesperrt wird von der Gesellschaft !

DAS IST UNFAIR !

DAHER IST DR. DARABOS AM RICHTIGEN WEG !

DANKE DARABOS !!


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Michi_Austria ...

... mit neuem Namen.

Schau an, schau an ...

Re: DARABOS !!! WEITER SO !!!

Ein Poster, der "Teppen" schreibt und nicht mal weiss, dass der Grundwehrdienst nur mehr 6 Monate dauert, würde gut als Mitarbeiter in Darabos' Kabinett passen...

Antworten Antworten Gast: dutdu
28.06.2012 17:50
1 4

Re: Re: DARABOS !!! WEITER SO !!!

"bis zu 9 Monate", damit ist gemeint entweder 6 Monate Präsenzdienst oder 9 Monate Zivildienst-Sklaverei.

Hastas jetzt kappiert, du T. ?

P.S. finde das Wort Teppen geil !

Re: DARABOS !!! WEITER SO !!!

Kein Grundwehrdiener ist weggesperrt. Der Wehrdienst ist ein Dienst am Staat und einen Dienst an der Gemeinschaft als Schlag ins Gesucht zu bezeichnen, klingt für mich sehr asozial.

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
28.06.2012 16:19
1 2

Re: Re: DARABOS !!! WEITER SO !!!

Praesenz- und Zivildienst sind durch die Wehrpflicht legalisierte Zwangsdienste und haben zu verschwinden.

Zivile Organisationen haben ihre Mitarbeiter marktgerecht zu bezahlen.

Re: Re: DARABOS !!! WEITER SO !!!

wie nett dass Frauen davon ausgenommen sind.

Gast: der_mann
28.06.2012 07:37
8 3

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will den anwesenden Journalisten damit die „Leistungsfähigkeit des Bundesheeres“ vorführen...

alles nur show - typisch für den darabos! ich frag mich echt wann man den endlich stoppt?!

Gast: Mit dem JgB25 werden die besten verheizt
28.06.2012 02:08
5 1

Für das wenige gebotene Geld irgendwo in einem abgefuckten Land sein Leben für die geopolitischen Interessen irgendwelcher Konzerne riskieren zu müssen, dafür melden sich nur Trittel, die nichts Sinnvolles mit ihrem Leben anzufangen wissen

Wer Hirn hat, macht locker weitaus mehr Geld an der Wallstreet und leistet sich dann ein Sabbatical mit Abenteuerreise.

Man sieht, daßn ein Menschenleben beim Militär nicht viel wert ist. Wirklich mies, wie sie die Jungs in ihrer jugendlichen Tollkühnheit da hineintheatern, für läppische 5.000 € zusätzlich. Ein Söldner würde ihnen da die lange Nase drehen. Wer clever ist hat es nicht nötig, sein Leben dienstbeflissen zu verjuxen.

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