Wien/Ett. Es kommt nicht alle Tage vor, dass die für den öffentlichen Dienst zuständige Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bei der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, also den Beamten, offene Türen einrennt. Bei ihrer Ankündigung, aus derzeit 36 Dienstrechte für die öffentlich Bediensteten in Bund, Ländern und Gemeinden ein einziges zu machen, ist das jedoch der Fall. „Da sind wir völlig einer Meinung“, betonte der Vizechef der Beamtengewerkschaft, Wilhelm Gloss, bei einer Diskussionsveranstaltung der Österreichischen Beamtenversicherung (ÖBV) am Dienstagabend in Wien.
In Vertretung der Ministerin, die zum nächsten Termin eilen musste, hörte die zuständige Sektionschefin Angelika Flatz die Unterstützung der ÖVP-dominierten Beamtengewerkschaft. Die SPÖ-dominierte Gewerkschaft der Gemeindebediensteten hatte den Plan schon früher begrüßt.
Der Haken sind Mehrausgaben bei der Umstellung auf ein einheitliches System. „Ein Dienstrecht kostet natürlich“, gab Flatz zu bedenken. Das ist ein Grund, warum ein einheitliches Dienstrecht selbst im Bundesdienst für neue Mitarbeiter angesichts des Sparkurses weiter fehlt. Zugleich sieht Flatz durch die bevorstehende Pensionierung tausender Bediensteter in den kommenden Jahren einen steigenden Druck, mit der Umstellung zu beginnen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)
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