"Völliger Unfug." So stellt sich auf Anfrage der „Presse“ ein Sprecher des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf gegen Mutmaßungen, wonach dessen Partei, die FPÖ, das Ziel verdeckter Parteienfinanzierung gewesen sein könnte. Und zwar über den neuen Außenpolitikexperten im Büro Grafs, Christian Pellegrini. Dieser ist auch Generalsekretär der „Österreichischen Gesellschaft der Freunde Lateinamerikas“. Dessen Präsident: Martin Graf, der zuletzt als (mittlerweile zurückgetretenes) Mitglied im Vorstand einer Stiftung in die Kritik geraten ist.
Schon früher hat Pellegrini für den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly gearbeitet: Wie die „Salzburger Nachrichten“ berichteten, half er ihm 2004 als Selbstständiger bei einem Auftrag des Medizintechnikherstellers Dräger. Jener Firma also, von der es zuletzt hieß, Mensdorff könnte für sie Schutzmasken an das Gesundheitsressort „vermittelt“ haben, als seine Frau Maria Rauch-Kallat Ministerin war. Das Ehepaar wehrt ab und stellt sich vor allem gegen Schmiergeld-Gerüchte.
Pellegrini bestätigt der „Presse“ seinen Einsatz für Mensdorff, man habe Dräger zu neuen Aufträgen in Osteuropa verhelfen wollen. Sein Honorar von „nur“ 4400 Euro brutto im Monat möge den Verdacht, er „könnte davon etwas wem auch immer abgegeben haben“, zerstreuen. Und: Seine Kontakte zur FPÖ habe er erst nach seiner Arbeit für Mensdorffs Firma MPA geknüpft – die er 1998 als Angestellter begann. PÖ
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)
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