26.05.2013 00:53 Merkliste 0

Auch Fischer legt Scheuch Rücktritt nahe

08.07.2012 | 13:39 |   (DiePresse.com)

Der Bundespräsident sagt, dass für Politiker strengere Grenzen herrschen müssten. Uwe Scheuch würde mit einem Rücktritt "Applaus" verdienen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bundespräsident Heinz Fischer legt dem nicht rechtskräftig verurteilten ersten Landeshauptmannstellvertreter von Kärnten, Uwe Scheuch, den Rücktritt nahe. Zuvor hatte sich bereits Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) ähnlich geäußert.

Wenn das jemandem in einer anderen Partei passiert wäre, "hätte die Freiheitliche Partei eine ganz klare Rücktrittsforderung formuliert; und ich glaube, dass die Freiheitliche Partei recht gehabt hätte mit einer solche Rücktrittsaufforderung", sagte Fischer am Sonntag in der Fernseh-Pressestunde des ORF. Er betonte einmal mehr, dass für Politiker strengere Grenzen herrschen müssten als sie das Strafrecht vorsehe. Scheuch würde mit einem Rücktritt jedenfalls "Applaus" verdienen.

Prammerfür rascheren Amtsverlust

Bereits am Samstag hat sich SP-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Zusammenhang mit der Verurteilung Scheuchs für einen rascheren Amtsverlust bei einer gerichtlichen Verurteilung von Politikern ausgesprochen. Gleichzeitig forderte sie in der Ö1-Sendereihe "Im Journal zu Gast" den FPK-Chef auf, Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten. Sie unterstütze die Rücktrittsaufforderungen, denn es tue der Politik nicht gut, "wenn hier keine Konsequenzen gezogen werden".

Für Politiker müssten strengere Regeln gelten, sagte Prammer und kritisierte die mangelnde Rücktrittskultur in Österreich. Es sei schon wahr, dass es manchmal lange dauert, bis Politiker Konsequenzen ziehen. Beschleunigt werden könnte das mit eine Änderung der Regeln, ab wann Politiker ihre Ämter verlieren, wenn sie gerichtlich verurteilt werden.

Geldstrafen für schlechtes Benehmen

Prammer sprach sich hier für strengere Bestimmungen aus. Derzeit verlieren Politiker ihre Funktion ab einer unbedingten Strafe von zwölf Monaten, bei bedingten Strafen gebe es gar keine Konsequenzen, kritisierte Prammer. Die zwölf Monate seien zu hoch, diese Grenze müsste gesenkt werden und bei bedingten Strafen wolle sie ebenfalls eine Grenze, ab der automatisch ein Amtsverlust erfolgt. Darauf, wie hoch diese Grenzen sein sollen, wollte sich Prammer nicht festlegen. Das müsste man erst diskutieren. Freilich liege es auch in der Verantwortung der einzelnen Politiker, Konsequenzen aus ihren Verfehlungen zu ziehen, sagte Prammer in Richtung der Abgeordneten Peter Westenthaler (BZÖ) und Susanne Winter (FPÖ), die trotz Verurteilung weiter im Parlament sitzen.

Die Nationalratspräsidentin bekräftigte zudem ihre Forderung nach Geldstrafen für schlechtes Benehmen im Parlament. Sie kann sich Geldbußen von bis zu 1000 Euro wie in Deutschland vorstellen. "1000 Euro sind vertretbar, auch die Hälfte." Wenn jemand eine Verkehrsübertretung mache, müsse er mit einer Strafe rechnen, aber "im Parlament geht das durch", begründete Prammer ihren Vorstoß.

Rudas kritisiert Straches Nichthandeln

Zur Causa Scheuch meldete sich am Samstag auch SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas zu Wort. Sie übte Kritik am bisherigen Schweigen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in dieser Sache. "Straches neuerliches Nichthandeln und Schweigen ist ein weiterer ganz starker Beweis für seine Führungs- und Entscheidungsschwäche, die auch schon bei der noch immer nicht ausgeräumten Causa Graf offensichtlich war", so Rudas.

Auch sie forderte den Rücktritt Scheuchs. "Es sieht nicht danach aus, als hätte Uwe Scheuch den Anstand, von selbst zu gehen. Jetzt ist Strache gefordert: Der Ausschluss von Scheuch muss sofort erfolgen."

"Parlament ist kein Mädchenpensionat"

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sprach in einer Aussendung hingegen von einem "erbärmlichen Versuch" der Nationalratspräsidentin "sich als moralische Instanz zu positionieren". Kickl warf Prammer vor, "am liebsten alle unliebigen Oppositionspolitiker einsperren oder ihrer Ämter entheben" zu wollen. "So lange ein Gerichtsverfahren nicht abgeschlossen ist, gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn das der Frau Prammer politisch nicht passt", so Kickl, der von "Vorverurteilungen" seitens der Nationalratspräsidentin sprach.

Auch Prammers Forderung nach Geldstrafen kam bei Kickl nicht gut an. Dieser "Prammer-Tausender" würde dazu führen, dass die Meinungsfreiheit im Parlament massiv beschnitten und der politischen Willkür ausgesetzt werde, so Kickl. "Das Parlament ist kein Mädchenpensionat. In der Emotion der politischen Diskussion müssen daher der eine oder andere Ausrutscher ausgehalten werden."

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

403 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7 8 9
Gast: Zech
09.07.2012 09:29
0 0

positives

Wenigstens konnte die FPK überzeugend darlegen, dass sie im Kern gar nicht ausländerfeindlich gestimmt ist. Bei Staatsbürgerschaften und Füherscheinen wird ost- und südosteuropäischen Interessenten gerne bei den Formalitäten geholfen. In Kärnten ist nichts zu kompliziert, für Alles gibt es eine einfache Lösung. Serviceorientiert und bürgernah, was positives für die Menschen leisten. Scheuch ist ein Musterbeispiel für Einsicht, Sensibilität, Anstand und gesunden Menschenverstand, nur Narren fordern eine Haftstrafe.

alle sind gleich, aber manche sind gleicher..

im September 1966 kauften Fischer und seine Schwester Edith im südniederösterreichischen Landschaftsschutzgebiet Hohe Wand ein 1.860 Quadratmeter großes Grundstück. Der Kaufpreis von 2,30 Euro je Quadratmeter war extrem billig, weil der Verkäufer keine Genehmigung bekam, das Grundstück wieder zu bebauen. Fischer jedoch durfte mit behördlicher Genehmigung einen Massivbau hinstellen.

Tja....

Re: alle sind gleich, aber manche sind gleicher..

1966? Da war Fischer knappe 20 Jahre alt. Wieso war er da schon "gleicher"?

Gast: Huch
08.07.2012 18:54
3 0

Das macht einen guten Präsidenten aus, dass er keine parteipolitische Position bezieht

:-))

Gast: ADVOCATUS DI
08.07.2012 18:39
3 1

WETTEN DASS

Es ist interessant, dass sich der "Bundesheinzi" gerade bei solch prisanten Themen sich immer wieder-unaufgefordert zu Wort meldet!!
Gerade dann, wenn klar erkennbar ist, dass er dies nicht aus einer objektiv neutralen Position heraus tut, sondern klar erkennbar-AUS DER ROTEN ECKE HERAUS!!
Ich bin nicht der, der zur Stützung der eigenen Argumente-sich-"AUF DAS VOLK BERUFT", aber in diesem Falle traue ich mir eine sichere Wette zu!!
Würde das Volk in einer freien Abstimmung über das Amt des BP zu entscheiden haben, so bin ich mir ganz sicher, dass die Österreicher mit großer Mehrheit-FÜR DIE ABSCHAFFUNG DES AMTES STIMMEN WÜRDEN!!
Und dies gerade deshalb weil der BP Heinz FISCHER heiß!!

Gast: BGE
08.07.2012 18:39
1 1

Viele Argumente laufen hier darauf hinaus, dass FPÖ Politikern genausoviele Gesetzesvergehen "freistehen" (also noch begehen dürfen oder was???) wie ÖVP-, SPÖ- und Grünpolitiker zusammen in den letzten vierzig Jahren begangen haben. :-))


Das kommt einer Bankrotterklärung einer Partei nahe!!

Weil man sich da "nach unten" orientiert, indem man Freibriefe für Straftaten verlangt, statt sich nach oben orientiert und mit gutem Beispiel vorangeht!!

Aber diese Hoffnung wurde schon viel früher enttäuscht.

Ist ja schon Haider (als 5 % Partei) angetreten, Österreich vom "Proporz" zu befreien und ALLEN Österreichern, auch denen die kein Parteibuch haben die gleichen Chancen einzuräumen z.B. durch objektive Postenvergaben usw. ... und dieses Versprechen) wurde mit riesigem Stimmenzuwachs belohnt.

Erfüllt wurde es bekanntlich nie!!

Die Farben wurden getauscht, das wars! Und wie der Untersuchungsausschuß zu Tage förderte, Millionen halt anders verteilt. Blaue Werbeagenturen "bedient", eine blaue Bank "ausgesaugt", Jobs vergeben (Millionen für Beratungen), Stiftungen gegründet, ... !?

Und Westenthaler hat ständig im ORF angerufen. Als "unabhängig" gelten nur die "eigenen" Redakteure, und nicht einmal die.

Konklusio: Die Forderung, dass ein Politker "das ihm verliehene!! Amt zurücklegt" sobald gegen ihn rechtliche Schritte (schon gar wegen Amtsmißbrauch bzw. Bestechlichkeit) eingeleitet werden.

Und diese Forderung ist nicht gegen jemanden gerichtet sondern "FÜR Österreich". Nicht zuletzt auch im Interesse "der" Politik selber!!

Legt Fischer auch jenen Politikern den Rücktritt nahe die für den ESM gestimmt haben ohne wichtige Details zu kennen?

http://www.avaaz.org/de/petition/Vorabprufung_von_ESM_und_Fiskalpakt_durch_osterr_Verfassungsgerichtshof/

Petition lesen, eigene Meinung bilden und bei Gefallen unterschreiben und an Freunde und Bekannte weiterempfehlen.

1 0

Die Republik im Würgegriff des Sumper- und Strizzitums

Weshalb sollte Scheuch zurücktreten?

Unter den organisierten Anstandsverweigerern hierzulande ist es quasi "Part of the game" wenn nicht eine Heldentat zur Verluderung des RECHTSstaates und Verhöhnung von Anstand beizutragen.

Ihre rechtskräftig verurteilten Lügner und Hetzer sitzen im Parlament und einer der alte aber begüterte Muatterl anwaltlich so zweifelhaft berät das sie im Gefühl leben abgestiert worden zu sein ist sogar dessen Präsident.

Und jene die gerne die Nase rümpfen und vorgeben um Anstand keine weiten Bogen zu schlagen schauen dem Treiben tatenlos zu.


Muss jemand auch zurücktreten, wenn er aufgrund seiner politischen Verbindungen im Naturschutzgebiet eine Baugenehmigung bekommt, die seinem Nachbarn verwehrt wurde!?

Dr Fischer, ist der Scheuch schon rechtskräftig verurteilt?

Re: Muss jemand auch zurücktreten, wenn er aufgrund seiner politischen Verbindungen im Naturschutzgebiet eine Baugenehmigung bekommt, die seinem Nachbarn verwehrt wurde!?

nein. 2x verurteilt, einmal wegen formfehlers (nicht inhaltlich) neu verhandelt.
nun in berufung, um die verurteilung hinauszuzögern. sollte es in der berufung am urteil noch etwas zu ändern geben, dann höchstens das strafmaß.

wirklich ein absoluter vertrauensträger, wow!

und darum gehts. wenn ich jemandem mein geld anvertraue, dann setze ich andere grenzen als das strafgesetzbuch.

und wieder der hbp

und wieder einmal eine parteiunabhängige äußerungen , von unserem herzallerliebsten volks-wc-präsi, nordkoreaheifi dem ersten.

Gast: Fantur J
08.07.2012 18:00
7 5

Scheuch darf nicht zurücktreten

Sonst würde er der pseudodemokratischen Hetzjagd
der Links Rot Grünen Jagdgesellschaft einen Gefallen tun, die mehr Dreck am Stecken haben als Scheuch jemals aufladen könnte!

Re: Scheuch darf nicht zurücktreten

kein wunder, er ist ja mit seinem eigenen dreck schon fast überladen. ein bisl geht immer no, aber viel nicht mehr…

Antworten Gast: b754
08.07.2012 18:23
0 2

Re: Scheuch darf nicht zurücktreten

uwe wie war das eigentlich in ungarn mit deinem bmw?

So ein Futtertrog will halt umkämpft sein.

Treffen sich zwei im Wald, der eine mit Kühlschrank, der andere mit einer Waschmaschine. Gegenseitig rufen sie sich zu: Bring es gefälligst zum Sperrmüll :-)

Im Ernst: Dieses Theater bringt nichts und kostet uns viel Geld. Aber wir mögen halt U-Ausschüsse, Parteienförderung, Presseförderung, ASVG und was es sonst noch alles gibt - weil:

Es gäbe sonst nix zu jammern/ raunzen.

Ich stehe der FPÖ sehr nahe

bin aber trotzdem der Meinung Scheuch muss -sobald es ein rechtskräftiges Urteil gibt- zurücktreten.

Damit sich diese Fragen in Zukunft nicht mehr stellen, sollten wirklich strenge Regeln eingeführt werden, die den Rücktritt von Politikern bei Verurteilungen betreffen.


Re: Immer wieder der Fischer

Was originelleres, als pretterebners zu papier gebrachten "geistigen tiefflug" aus 2004 haben's nicht zu bieten?

Re: Re: Immer wieder der Fischer

Ich verstehe schon, warum sie als stramm linker Tatsachenverdreher den Preterebner nicht mögen. Hat er doch die Lucona Affäre ins Rollen gebracht, inkl. Verurteilung (rechtskräftig!!) von Graz u. Blecha. Wie schön wäre die linke Welt ohne Leute wie den Pretterebner. Gell.

Antworten Antworten Gast: INTELLEGO
08.07.2012 18:44
2 0

Re: Re: Immer wieder der Fischer

Das ist tatsächlich einigermaßen flach!!
Als Ersatz dafür zitiere ich Bruno KREISKY, und zwar im O-Ton: "Immer dann, wenn es im Parlament zu einer wichtigen Abstimmung gekommen ist, mußte der Heinzi-auf die Toilette"!!
Und-wie gefällt Ihnen das??!!

6 0

Re: Re: Immer wieder der Fischer

Sie wissen aber schon, daß Pretterebner erheblichen Anteil an der Aufklärung der Lucona/Club45 Geschichte hat.

Da gings immerhin um 6 Morde.

Gast: Anna B.
08.07.2012 17:29
4 6

Scheuch Causa zeigt wieder einmal: Strache ist führungsschwach!

Die Macht Straches wird definitiv überschätzt.
Er ist nur das optische Aushängeschild der Partei und wird sehr gut von FP-Strategen vermarktet.

Die Entscheidungen treffen in der Partei andere Peronen!

Gast: horst mayer
08.07.2012 17:25
4 6

graf ist nicht nzurückgetrten und scheuch wird es auch nicht tun

weil die övp ihnen den rücken frei hält

0 0

Re: graf ist nicht nzurückgetrten und scheuch wird es auch nicht tun

Weil es im Gesetz nicht so vorgesehen ist. Wir leben in einem Rechtsstaat.

19 4

Scheuch würde mit einem Rücktritt "Applaus"

verdienen.

Die gesamte Verlogenheit. Scheinmoral etc widert mich schon so an, dass ich fast keine Worte mehr dafür finde!

Lucona, Otto Mühl, Kinderheime, Blecha, Androsch, verschwunderene Millionen (siehe auch Brauner) rote Firmennetze usw der Verrat an Österreich durch die Unterzeichnung des Lissabonvertrages jetzt noch ESM - es reicht!!!

Antworten Gast: b754
08.07.2012 17:26
2 7

Re: Scheuch würde mit einem Rücktritt "Applaus"

wir lben aber mittlerweile im 21 jhdt aber das ist natürlich nicht im braunen weltbild

 
12 3 4 5 6 7 8 9