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Voggenhuber: "Mandatare erfüllen Aufgaben nicht mehr"

08.07.2012 | 18:05 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Der Ex-EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber über Flegel im Nationalrat, den Unsinn von Strafen und die vertane Chance der Grünen beim ESM.

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Die Presse: Mit der Demokratie-Initiative „Mein Österreich“ fordern Sie eine Volksabstimmung, sobald ein Volksbegehren 300.000 Unterschriften bekommen hat. Gefiele es Ihnen als früherem Parlamentarier wirklich, wenn an den Abgeordneten vorbei Gesetze entstehen?

Johannes Voggenhuber: Das tun sie doch schon. In Wahrheit haben wir eine Regierungs-, Verbände- und Parteiengesetzgebung und nicht die versprochene parlamentarische Demokratie. In Österreich gehen heute etwa neunzig Prozent aller Regierungsvorlagen durch. Und die Kontrolle der Regierung durch das Parlament ist quasi inexistent. Die Abgeordneten erfüllen ihre Aufgaben schon lange nicht mehr.

 

Was könnte helfen?

Mehr direkte Demokratie, die das Parlament sogar stärken würde, denn bei Gesetzesinitiativen aus dem Volk soll es laufende Verhandlungen zwischen den Initiatoren und dem Parlament geben. Helfen würde auch ein personalisiertes Wahlrecht. Wir wollen, dass die Hälfte der Abgeordneten in Einerwahlkreisen gewählt wird. Dann werden die Parteien gezwungen sein, qualifiziertere, unabhängige Personen aufzustellen, um zu gewinnen.

 

Zu einem Mehrheitswahlrecht hat sich „Mein Österreich“ nicht durchgerungen. Warum nicht?

Also ich will nicht, dass meine Stimme einer Partei zugerechnet wird, die ich gar nicht gewählt habe. So könnte nämlich etwa Schwarz-Blau mit weniger als fünfzig Prozent der Stimmen eine Verfassungsmehrheit erreichen. Es gibt kein Land, in dem es einmal Faschismus gegeben hat, in dem es ein Mehrheitswahlrecht gibt. Mit gutem Grund.

Zu welchen Themen sollte es Volksabstimmungen geben? Zur Wehrpflicht? Zur Demokratie?

Ich sehe keine Grenze außer den Grund- und Freiheitsrechten und dem bindenden Völkerrecht. Zu Demokratie, Bildung und sozialer Gerechtigkeit liegen schon Volksbegehren auf dem Tisch. Da muss man nichts erfinden.

 

Neue Steuern etwa wären kein Tabu für Sie?

Warum denn? In der Schweiz ist das Thema. Und die Angst, die Menschen würden prinzipiell gegen Steuern stimmen, ist nicht gerechtfertigt, wie sich dort gezeigt hat. Die Angst vor den großen Demagogen ist auch nicht notwendig. Siehe unsere fünfunddreißig Volksbegehren: Das waren innovative, gute Ansätze. Und dabei durchaus solide.

 

Halten Sie es für richtig, dass Ihre Partei, die Grünen, zuletzt mit SPÖ und ÖVP für den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM gestimmt hat?

Nein. Man hat auch nicht wirklich die Inhalte des ESM kommuniziert, der für meinen Geschmack gar nicht das Vertrauen in die Finanzmärkte stärkt und ein Demokratiedefizit aufweist. Ich habe den Grünen geraten, ihr Ja zum ESM-Vertrag, der ja in jedem Land abgesegnet werden muss, für Verhandlungen in ganz Europa zu nützen. Aber sie haben am Ende nur mit Faymann und Spindelegger verhandelt statt mit Merkel, Hollande oder Van Rompuy auf dem europäischen Parkett. Dabei hätten die Grünen dort etwa die Zusage des Rates für eine Finanztransaktionssteuer bekommen können.

 

Vielleicht haben sie in Österreich eine Zusage für Rot-Schwarz-Grün bekommen?

Ich hoffe, Ihr Zynismus galoppiert gerade mit Ihnen davon.

 

Wäre es denn eine gute Konstellation?

Na ja. Da sollte man nach den Wahlen weitersehen. Davor soll man bitte gestalten.

 

Neu gewählt wird nun planmäßig immer erst nach fünf statt nach vier Jahren. Wie sehen Sie das?

Negativ. Fünf Jahre Legislaturperiode können zu einer quälenden Hängepartie werden, in denen Korrekturen überfällig sind. Das Argument, dass in fünf Jahren mehr weitergehe, sehe ich in der Zeit von Faymann und Spindelegger jedenfalls nicht belegt.

 

Was halten Sie von Strafen für Zwischenrufer im Parlament, wie sie Präsidentin Prammer fordert?

Das ist absoluter Unsinn. Die freie Rede ist Herzstück des Parlamentarismus. Flegel verkraftet die Demokratie ganz wunderbar. Was sie nicht verkraftet wäre, wenn im Plenarsaal nicht einmal mehr von einem Verdacht geredet werden darf, was in dieser Republik geschieht. Und zwar auch, wenn der Abgeordnete keine Beweise hat. Auch von Lüge zu sprechen muss möglich sein. Der Abgeordnete muss sich nur der öffentlichen Sanktion stellen. Am ehesten bei der nächsten Wahl.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2012)

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50 Kommentare
 
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Gast: ususon
09.07.2012 17:19
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In der Tat ist es schon sehr eigenartig, wofür man alles einen Ordnungsruf erhalten kann (und dabei ist Parteilichkeit nicht einmal ausgeschlossen)

Nun wird es immer eine Grauzone dessen geben, was eine Beleidigung, Denunzierung, Diffamierung, Diskriminierung... ist, aber man kann auch übertreiben und im NR ist das freie Wort schon überreglementiert.

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Voggenhuber: "Mandatare erfüllen Aufgaben nicht mehr"

damit hat er ja recht, nur ist er selbst auch Teil des Systems, ohne welchen er niemals in diese Posiition gekommen wäre !

Allerdings erkenne ich seinen Mut etwas gegen das zu sagen was nicht ins gewohnte Machtdilirium passt erfreulich an, auch wenn ich niemals diese Partei aus verschiedenen Gründen, wählen könnte oder gar würde !

Gast: VAlery
09.07.2012 12:52
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Zusammenarbeit ist wichtig!

Wenn keine Partei alleine oder wenn zwei Parteien nicht zusammen zumindest die relative Mehrheit haben, so muss man eine Koalition mit drei Parteien sichen, sonst funktioniert alles nicht mehr.
Nur mit Fundamentaloposition tut man einem Land nichts Gutes!

Falsche Flagge!

Nachrichtendienste oder Seefahrer würden bei den Aussagen Voggenhubers von einer "false flag" sprechen.
Diese dient nur der Verschleierung der wahren Absichten.
Voggenhuber mag zwar enttäuscht ob seiner Abberufung aus Brüssel sein und von seiner Gesinnung eher nicht dem linken Rand der Grünen zugehörig aber eine klare Absage an eine zentrumskommunistische Regierungsbeteiligung in Österreich und weg vom Zentralismus der EUdSSr kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

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Entsetzt über die Grünen

Sie haben sich kaufen lassen.

Gast: 1. Parteiloser
09.07.2012 11:37
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Die Mandatare sind in Ö Interessensvertreter und sind deren Aufgaben immer perfekt nachgekommen!

Die Mandatare zum NR sind ja inzwischen schon traditionell Interessensvertreter. Die vielen Vorfeldorganisationen der Parteien haben immer auf deren Recht gepocht deren Interessensvertreter zur Gesetzgebung entsenden zu dürfen und auch immer bekommen.

So ist es in Österreich zu einer Tradition geworden, dass die Gesetzgebung von Interessensvertretern (Lobbyisten!) kontrolliert wird und auch in eigener Sache missbraucht wird. Es ja auch ganz normal, dass die Interessensvertreter schon ein Einverständnis zu den Gesetzesentwürfen bekunden müssen, sonst kommt der Entwurf ja gar nicht ins Parlament. Bestes Beispiel sind doch die aktuellen Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht!

Die Interessensvertreter interessieren sich naturgemäß auch nicht für Österreich und die Österreicher, die interessieren sich nur um die Interessensvertretung für welche gearbeitet wird. Dieser Aufgabe kommen die Parlamentarier auch perfekt nach. Alles Andere ist für die Mandatare vollkommen uninteressant wie die Gesetzgebung der letzten 30 Jahre deutlich aufzeigt.

Dass es soweit kommen konnte, das liegt doch alleine am Versagen der Parteien, welche die Verantwortung zur Entsendung der Mandatare zur Gesetzgebung haben. Ö hat ja ein Parteienwahlrecht. Das perfekte Symbol fürs Versagen der Parteien in dieser Frage ist der 2. NR Präsi! Den hätten die Österreicher nie gewählt, der wurde von der Partei bestimmt!

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Die Grüninnen sind zu ahnungslosen

Mehrheitsbeschafferinnen geworden.

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Re: Die Grüninnen sind zu ahnungslosen

ja klar, weil sie die Chance in Wien wegen des gleichen Unmutes ergreifen wollten und durften, weshalb man rot abwählte !

Ich glaube und hoffe inständig, dass sich niemals rot-grün Bundesweit ausgehen wird, denn dies würde den endgültigen Untergang unseres Landes bedeuten, für welche dann Generationen umsonst ihr Leben und ihre Gesundheuit gelassen hatten !!!

In Berlin verflucht man diese Koalition heute mehr denn je zuvor, und auch im Bund verlieren die Linken immer mehr Stimmen weil sie gegen das eigene Volk agieren !


Grünen stimmen ESM zu

Der Kommentar von Herrn Voggenhuber trifft sich mit meiner Ansicht.
Als interessierter Staatsbürger freut mich dies einerseits, andererseits ärgert mich die Partei meiner politische "Grundanschauung".Dieser gehört doch auch Herr Voggenhuber an.
Welche politische Packelei verbirgt sich also wirklich hinter dieser Zustimmung. Eine Bankenhilfe kann es ja wohl nicht sein??
Wen kann man in Österreich also noch wählen?. Die Aufgeregtheit Herrn Straches nehme ich ja nicht sachlich sondern politisch wahr.!!
Ist die Idee von Herrn Stronach tragfähig??
Eine Menge Fragen und keine Antworten aus politischer Seite!!
Was ist nur mit unseren Mandataren los!!

Ich verstehe einfach nicht,

warum man nicht einfach die Form der direkten Demokratie der Schweiz 1:1 übernehmen kann; die hat sich immerhin über sehr lange Zeit bestens bewährt. Und die Politischen Organe bzw. deren "Organwalter" sind bei weitem nicht so inkompetent wie sämtliche unsere PolitikerInnen.
Wer in ORF III die Zustände im "hohen Haus" je gesehen hat, dem muss längst das Geimpfte aufgegangen sein. Das Niveau ist schlicht und einfach skurril und lächerlich, wie auch die einzelnen handelnden Personen dort und zwar ohne jede Ausnahme.

Gast: 1. Parteiloser
09.07.2012 11:05
2 0

Die Mandatare sind in Ö Interessensvertreter und sind deren Aufgaben immer perfekt nachgekommen!

Die Mandatare zum NR sind ja inzwischen schon traditionell Interessensvertreter. Die vielen Vorfeldorganisationen der Parteien haben immer auf deren Recht gepocht deren Interessensvertreter zur Gesetzgebung entsenden zu dürfen und auch immer bekommen.

So ist es in Österreich zu einer Tradition geworden, dass die Gesetzgebung von Interessensvertretern (Lobbyisten!) kontrolliert wird und auch in eigener Sache missbraucht wird. Es ja auch ganz normal, dass die Interessensvertreter schon ein Einverständnis zu den Gesetzesentwürfen bekunden müssen, sonst kommt der Entwurf ja gar nicht ins Parlament. Bestes Beispiel sind doch die aktuellen Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht!

Die Interessensvertreter interessieren sich naturgemäß auch nicht für Österreich und die Österreicher, die interessieren sich nur um die Interessensvertretung für welche gearbeitet wird. Dieser Aufgabe kommen die Parlamentarier auch perfekt nach. Alles Andere ist für die Mandatare vollkommen uninteressant wie die Gesetzgebung der letzten 30 Jahre deutlich aufzeigt.

Dass es soweit kommen konnte, das liegt doch alleine am Versagen der Parteien, welche die Verantwortung zur Entsendung der Mandatare zur Gesetzgebung haben. Ö hat ja ein Parteienwahlrecht. Das perfekte Symbol fürs Versagen der Parteien in dieser Frage ist der 2. NR Präsi! Den hätten die Österreicher nie gewählt, der wurde von der Partei bestimmt!

Aber geh, und der Bundesheinzi meint, man duerfe dieses Parlament nicht durch direkte Demokratie beschaedigen!

Wer bezahlt den Bundesheinzi, er hat ein Salair das hoeher ist als das vom Obama und will die Pfruende sichern!

Wir brauchen eine Totalreform!!

Schade um den Voggenhuber

den hätten die Grünen wohl aushalten müssen; zumindest haben sie einen ähnlich scharfsichtigen, pointiert argumentierenden Abgeordneten auf weite Sicht nicht.

mein Gott,

der Voggenhuber, war und ist doch selbst ein Kind dieses Systems, der sich mit seinen Umgangsformen nicht brüsten braucht!

Gast: Böse Wahrheit
09.07.2012 09:01
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Die Demontage von Freigeistern wie Voggenhuber zeigt dem Wähler glasklar: die Grünen sind zu einer leninistisch anmutenden Kaderpartei verkommen, die Vertikale Führungsstrukturen aufweist.


Für Abgeordnete heute heißt es: Parteilinie (die das Parteikomitee oben beschließt) zu hundert Prozent mittragen. Hände falten, Goschen halten ist heute vor allem bei den Grünen angesagt. Ansonsten fliegt man und wird hinausgemobbt.

Und die Führungsspitze (Vasiliakou und Glawischnigg) erfinden immer mehr Verbote und Einschränkungen für den dummen Bürger, während sie mit ihren Dienstautos oder SUVs durch die Stadt düsen.

Warum die Glawischnigg einen SUV braucht? Damit sie besser auf die Bürger herunter schauen kann.

Das ist die Geisteshaltung der heutigen GrünnInnen-Spitze. Deshalb sind sie auch gegen direkte Demokratie. So etwas gab es ja damals unter Mielke und Honegger auch nicht.

Antworten Gast: nicholasblarney
09.07.2012 11:30
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Re: Die Demontage von Freigeistern wie Voggenhuber zeigt dem Wähler glasklar: die Grünen sind zu einer leninistisch anmutenden Kaderpartei verkommen, die Vertikale Führungsstrukturen aufweist.

Meinen Sie Arthur Honegger? Was hat der damit zu tun???

Antworten Gast: ido
09.07.2012 10:22
3 1

Re: Die Demontage von Freigeistern wie Voggenhuber zeigt dem Wähler glasklar: die Grünen sind zu einer leninistisch anmutenden Kaderpartei verkommen, die Vertikale Führungsstrukturen aufweist.

sorry, aber das ausschließlich den Grünen anzulasten ist lächerlich - jede Partei ist diktatorisch organisiert, überall gilt der Gesinnungszwang. Natürlich kann man sich selbst vormachen, dass das in der (ideologisch) eigenen Partei anders ist, aber deshalb ist es nicht wahr.

Alles ander in deinem Posting ist blanke Polemik.

PS: ich wähle nicht Grün, und finde die Struktur und Organisation der Grünen selbst ganz furchtbar; die Partei ist für mich ganz und gar unwählbar!

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Re: Die Demontage von Freigeistern wie Voggenhuber zeigt dem Wähler glasklar: die Grünen sind zu einer leninistisch anmutenden Kaderpartei verkommen, die Vertikale Führungsstrukturen aufweist.

Treffender kann man es nicht formulieren!

jaja

In der Schweiz sind neue Steuern also kein Thema, hm?

Könnte vielleicht daran liegen, dass die Schweizer eine Abgabenquote von 39 (in Worten: NEUNUNDREISSIG) Prozent haben. Wenn man 20-30% mehr Netto vom Brutto bekommt als ein Österreicher wunderts mich nicht, dass man rationalen Steuererhöhungen etwas aufgeschlossener gegenübersteht.

Antworten Gast: ido
09.07.2012 10:17
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Re: jaja

Der Mensch ist suderant, egal ob Österreicher, Schweizer, oder sonstwer. Es ist egal wieviel Steuer man zahlt, solange es mehr als 0 ist, wird immer und überall gejammert werden. Auch in Österreich ist es jammern auf ganz hohem Niveau; es ist ja nicht so, das es uns, dem Durschnittsösterreicher, schlecht geht, trotz hoher Abgabenquote; aber man orientiert sich automatisch am Egoismus, und will einfach noch mehr.

Re: Re: jaja

Schweizer sind Suderanten? Da kennen Sie aber die Schweizer schlecht. Da wird vor jeder Volksabstimmung das Thema offen diskutiert. Es herrscht Meinungsfreiheit und Toleranz. Und Sie nennen die Schwiezer Suderanten. Die Schweizer sind als Volk politisch mehr gebildet als die Österreicher und haben zu ihren Politikern ein ganz anderes Verhältnis. Die Politiker wissen das zu schätzen und verhalten sich dementsprechend. Was man von unseren jedenfalls nicht behaupten kann.

Antworten Antworten Antworten Gast: ido
09.07.2012 12:37
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Re: Re: Re: jaja

Lustig - ich frage mich immer wieder, wo dieses utopische Bild über die Schweiz herkommt, das hier im Forum viele zu haben scheinen.

Genau wie es Österreicher gibt die nicht sudern, gibt es Schweizer die sudern - man kann kein Volk pauschal über einen Kamm scheren.

"vor jeder Volksabstimmung wird das Thema offen diskutiert" - wie? mit allen Schweizern? Nein das glaube ich nicht, Tim... - politischer Diskurs funktioniert in der Schweiz, zumindest nachdem was man den Medien entnehmen kann, genau wie in Ö (und D, und GB, und FRA, und...)

"Es herrscht Meinungsfreiheit und Toleranz" - das 1. haben wir auch, das 2. hat die Schweiz auch nicht (bitte nicht eine Diskussion übers Verbotsgesetz lostreten...)

"Die Schweizer sind politisch mehr gebildet..." - frage mich wie du zu der Annahme kommst?

Re: Re: jaja

Richtig formuliert: es geht uns nicht schlecht, TROTZ hoher Abgabenquote. Ohne hoher Abgabenquote könnte es uns noch besser gehen. Warum nicht Missstände ganz rational und unemotional als das bezeichnen, was sie sind?

Steuern haben im übrigen selbstverständlich ihre Berechtigung. Nicht aber dann, wenn ein nicht unwesentlicher Teil im System selbst zur Erhaltung desselben versinkt. Wie der Rechnungshof gebetsmühlenartig immer wieder vorrechnet.

Verwaltungsreform und Spitalsreform würde solche Einsparungen bringen, dass eine Steuersenkung finanziert würde. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.

Antworten Antworten Antworten Gast: ido
09.07.2012 12:24
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Re: Re: Re: jaja

Hohe Abgabenquote ist nicht per se ein Missstand - wenn das Geld im Land ankommt, gibt es in meinen Augen gegen die Steuerquote in Österreich nichts auszusetzen - und wenn ich ehrlich bin, sehe ich einiges, was bei uns besserläuft, als in Ländern, wo die Abgabenlast niedriger ist. Man darf dabei auch nicht vergessen, das die Gehaltsabgaben nicht alles sind, wenn man zB mehr für Kosten und Abgaben für Öffis, fürs Auto, fürs Wohnen, etc. hat, fließt das nicht in die Abgabenquote ein, aber sind trotzdem hohe Ausgaben.

Die Leute zitieren gerne die, fast schon sagenumwobenen, 50% Abgabenquote, aber das der Durchschnitt bei uns auch viel niedriger liegt, sehen, zumindest in den Diskussionen hier, die Wenigsten.

Wir stimmen zumindest in einem überein: der Staat könnte viel dafür tun effizienter zu sein, tut es aber nicht. Das Geld das gespart werden könnte, sollte aber mMn nicht, oder nur minimal, in eine Steuererleichterung gesteckt werden.

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Voggenhuber reift

Voggenhuber nähert sich, seitdem ihm ein temporär eingeschwommener kulturbeauftragter Schwarzafrikaner in Belgien die Fresse so solide poliert hat, das sich Voggenhubers Zahnchirurg gleich einen neuen Ferrari bestellen konnte, immer mehr den Realitäten an.

Wenn Voggenhuber noch ein paar solche Abreibungen kriegt, wird er noch echt wählbar

Antworten Gast: ido
09.07.2012 10:27
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Re: Voggenhuber reift

Traurig, das so ein Posting aktuell mit 8/1 positiv bewertet wird - das spricht nicht sonderlich für die "Gesprächskultur" hier im Forum.

Deine Rechtfertigung weiter unten macht das ganze nicht besser, diese Aussage ist einfach letztklassig.

 
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