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Rücktritt? Druck auf Scheuch steigt

09.07.2012 | 18:42 |  GEORG RENNER UND THOMAS PRIOR (Die Presse)

FPK-Chef Uwe Scheuch schließt einen Rückzug nicht mehr kategorisch aus. Mit Ausnahme der FPÖ fordern alle Parteien seinen Rückzug. Im Parlament wird über eine Verschärfung der Rechtslage diskutiert.

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Wien. Und dann war doch wieder alles anders: Montagmorgen, in einem Interview mit dem ORF-Radio, hatte der Kärntner Vizelandeshauptmann Uwe Scheuch einen Rücktritt noch explizit ausgeschlossen. Zu Mittag relativierte er seine Aussagen: Er werde zunächst die Rechtskraft des Urteils abwarten und dann eine Entscheidung treffen, sagte Scheuch bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt.

Den Meinungsumschwung und seinen Rundumschlag auf die höchsten Amtsträger der Republik – Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) – rechtfertigte der Chef der Kärntner Freiheitlichen (FPK) sinngemäß so: Er sei vom Reporter überrumpelt worden. Doch hinter den Kulissen der Freiheitlichen Partei dürfte der Druck auf den Kärntner Parteichef inzwischen gestiegen sein. Öffentlich wollte sich die FPÖ-Spitze bisher nicht zum Urteil äußern.

Scheuch war am Freitag erneut der verbotenen Geschenkannahme schuldig gesprochen worden (nicht rechtskräftig). Richterin Michaela Sanin verurteilte den FPK-Chef zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 150.000 Euro, weil er 2009 einem Russen Subventionen zugesagt hatte – im Gegenzug für eine Parteispende.

 

Angriffe auf Fischer und Prammer

Dass ihm Fischer (in der TV-Pressstunde am Sonntag) und Prammer den Rücktritt nahegelegt hatten, will Scheuch nicht einfach so hinnehmen: Der Bundespräsident müsse „aufpassen, dass die Freiheitliche Partei nicht ihn zum Rücktritt auffordert“, sagte er frühmorgens im ORF-Radio. Und Prammer richtete er aus: „Die Frau Präsidentin wird irgendwann aufpassen müssen, dass sie nicht ihren eigenen Bundeskanzler zum Rücktritt auffordert.“ Es war eine Anspielung auf die Inseraten-Affäre, in der die Staatsanwaltschaft gegen Kanzler Werner Faymann ermittelt.

Mit Ausnahme der FPÖ fordern jedoch alle Parteien Scheuchs Rückzug. Gestern legte auch noch Vizekanzler Michael Spindelegger nach: „In dieser Situation gibt es nichts anderes, als dass man sein Amt zur Verfügung stellt“, sagte der ÖVP-Chef der „Kleinen Zeitung“.

Rein rechtlich müsste Scheuch nicht zurücktreten. Denn das Gesetz sieht einen automatischen Amtsverlust erst bei einer bedingten Haftstrafe über zwölf Monate oder einer unbedingten über sechs Monate vor. Prammer würde diese Grenzen gerne senken. Die Parlamentsklubs von SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ nahmen den Vorschlag gestern wohlwollend auf. Auch die FPÖ zeigte sich gesprächsbereit. Generalsekretär Herbert Kickl kritisierte allerdings, dass es sich hier um Anlassgesetzgebung handle.

Genau davor warnt der Wiener Strafrechtsprofessor Frank Höpfel im Gespräch mit der „Presse“: „Anlassgesetzgebung ist jedenfalls immer schlecht“, sagt Höpfel – im konkreten Fall werde es aber ohnehin nicht einfach werden, eine Gesetzesänderung zu beschließen. Der strafrechtliche Amtsverlust gelte nämlich primär für Beamte. Was wiederum heißt, dass auch deren mächtige Gewerkschaft Widerstand gegen eine allfällige Änderung leisten könnte.

Eingeführt wurde die Bestimmung des Amtsverlustes nach Paragraf 27 des Strafgesetzbuches ursprünglich, um sich langwierige Disziplinarverfahren für delinquente Beamte zu ersparen. Politiker – die vom Beamtenbegriff des Strafgesetzbuchs miterfasst sind – habe man „gar nicht im Kopf gehabt“, als der Amtsverlust Gesetz wurde, erklärt Höpfel.

Für den FPK-Chef sieht er einen klaren „Schuss vor den Bug“ durch das Strafausmaß von sieben Monaten bedingt: „Wäre die Strafe unbedingt verhängt worden, hätte er sein Amt verloren.“

Inzwischen steht fest, dass das Verfahren weiter offen ist: Auch die Staatsanwaltschaft hat am Montag berufen. Scheuchs Verteidiger hatte noch am Freitag Berufung angekündigt. Weil nun beide Rechtsmittel eingelegt haben, kann die Strafe vor dem Oberlandesgericht Graz nun milder oder strenger werden – oder ganz aufgehoben.

Auf einen Blick

Der Kärntner Vizelandeshauptmann Uwe Scheuch(FPK) wurde am Freitag erneut der verbotenen Geschenkannahme für schuldig befunden – und zu sieben Monaten bedingter Haft bzw. 150.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Zwingend ist ein Rücktritt nicht: Einen automatischen Amtsverlust sieht das Gesetz erst ab einer (bedingten) Haftstrafe über zwölf Monate oder einer unbedingten von über sechs Monaten vor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2012)

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671 Kommentare
 
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Gast: Wolfsbergerin
15.07.2012 09:53
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Wo ist das Geld.....

Wo ist das Geld, dass die vielen Schulden verursacht hat in Kärnten?

Imobilien????

Na der Scheuch kann sich auf was gefasst machen, wenn erst mal seine Parteigenossen die Macht haben.


Gast: das hirn
10.07.2012 14:05
3 2

auf einen blick

herr scheuch wurde nicht rechtskräftig der
v e r s u c h t e n verbotenen geschenkannahme für schuldig befunden. der orf und die einschlägigen printmedien lassen den "versuch" weg, weil ausser rot und grün niemand
dieses gewaltige "schmalz" von € 150.000 verstehen würde. der versuch war ausserdem noch mit untauglichen mitteln. alle, denen der geifer über die lefzen trieft, sollten sich überlegen,ob diese strafe angemessen ist.

Antworten Gast: Schneck23
10.07.2012 14:37
2 2

Re: auf einen blick

Eben nicht angemessen viel zu milde. Aber wie stellt man sittliche Devianz ab? Ausondern aus der Gesellschaft? Umerziehung? Versetzung ins Bezirksamt Abteilung Führerscheine, oder ist da die Gefahr des Rückfalls zu groß? Wie kann man die Lernkurve erhöhen, wie kann man Verbrecher am besten wieder resozialisieren? Wie kann man die Schuld an Gesellschaft und Steuerzahlern wieder ausbügeln?

Gast: Der Herr Doktor
10.07.2012 12:23
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Wirtschaftskrise, Regierung und Grün stimmen für die Entmündigung der Österreicher zu Gunsten der internationalen Banken und Spekulanten. Eigentlich ein Heimspiel für die FPÖ. Müsste man denken.


Aber die FPÖ denkt gar nicht daran, als Oppositionspartei den anderen Parteien die Leviten zu lesen.

Hauptsache der Scheuch bleibt so lange im Amt, bis er allen so auf den Nerv geht, dass jeder hofft, er bekommt endlich unbedingt. Ohne Fußfessel, weil bei ihm ja Wiederholungsgefahr besteht.

Und so können alle Medien das Sommerloch füllen. Und darüber hinaus, denn bis zu einer letztinstanzlichen Verurteilung, gegen die er nicht mehr Einspruch erheben kann, wird es noch dauern. Vielleicht bis nach der nächsten Nationalratswahl. Immerhin brauchen alle anderen Parteien ja ihren besten Wahlhelfer bis dorthin im Amt: Herrn Scheuch.

Gast: Der Herr Doktor
10.07.2012 11:28
2 0

Wirtschaftskrise, Regierung und Grün stimmen für die Entmündigung der Österreicher zu Gunsten der internationalen Banken und Spekulanten. Eigentlich ein Heimspiel für die FPÖ. Müsste man denken.


Aber die FPÖ denkt gar nicht daran, als Oppositionspartei den anderen Parteien die Leviten zu lesen.

Hauptsache der Scheuch bleibt so lange im Amt, bis er allen so auf den Nerv geht, dass jeder hofft, er bekommt endlich unbedingt. Ohne Fußfessel, weil bei ihm ja Wiederholungsgefahr besteht.

Und so können alle Medien das Sommerloch füllen. Und darüber hinaus, denn bis zu einer letztinstanzlichen Verurteilung, gegen die er nicht mehr Einspruch erheben kann, wird es noch dauern. Vielleicht bis nach der nächsten Nationalratswahl. Immerhin brauchen alle anderen Parteien ja ihren besten Wahlhelfer bis dorthin im Amt: Herrn Scheuch.

Ich wüsste ein Synonym für Dummheit, aber ich darfs wegen den Forenregeln nicht schreiben ….

Lustig!

Dass alle auf Fischer und Prammer hier im Forum herumhauen - aber eigentlich geht es ja um Scheuch und dass er mit seiner Sesselkleberei sich, seiner Partei und Österreich einen Bärendienst erweist.

Aber das sehen viele "einschlägige" Poster hier im Forum naturgemäß etwas anders.

Antworten Gast: Pickert
10.07.2012 12:19
1 0

Re: Lustig!

Der eine klebt am Sessel, der andere auf der WC Muschel. Und all das ohne Superkleber.

Gast: Lanista
10.07.2012 10:44
3 3

Hängt ihn höher, hängt ihn höher

schreit das wütende Fußvolk. Und übersieht dabei was wirklich schief läuft. Und das Volk hat wieder ein sogenanntes Bauernopfer...

4 3

Re: Hängt ihn höher, hängt ihn höher

Ein völlig unschuldiges Bauernopfer, komplett zu Unrecht beschuldigt, ein echter Aufrechter und Anständiger, haben sie vergessen....

Antworten Gast: Enzili
10.07.2012 11:38
4 2

Re: Hängt ihn höher, hängt ihn höher

Sogar ein Großbauernopfer! Aber der Scheuch sollt eh besser Schweine hüten als Politik machen...

Er ist das geringste Problem!

Solange Fischer im Amt bleiben darf sehe ich für Uwe Scheuch keine Notwendigkeit zurückzutreten. Der wurde mit einer größeren Mehrheit in sein Amt gewählt als der BP; die Prammer haben sich die Roten selbst hingesetzt - ohne Wahl!

Antworten Gast: Carantanos
10.07.2012 11:32
1 1

Re: Er ist das geringste Problem!

JAWOLL! Der wegen Korruption verurteilte Autoschieber Fischer soll zurücktreten, sonst treten wir ihn mit unsern F-Stahlkappenstiefeln zurück! Der soll aufpassen! Schließlich haben wir den Uwe gewählt! Lei lei

Antworten Gast: nereiren
10.07.2012 10:58
2 2

War mir neu, dass in Ktn. der LH-Stv. direkt gewählt wird :)

Unabhängig davon, ob Scheuch jetzt früher oder später gegangen wird und wieviel Prozent die FP/BZ/FPK in den letzten Wahlen erreicht hat: In den nächsten Jahren wird regelmäßig über die politischen Verfehlungen in Kärnten aufgedeckt werden, und so manche Affäre (ähnlich wie jetzt die Aufarbeitung der schwarz-blauen "Regierungsarbeit" in U-Ausschüssen, etc.) breit und öffentlich behandelt werden - Scheuch wird (mit oder ohne Funktion) Stammgast dabei sein. Selbst wenn die FPK in der Regierung bleibt, werden ihnen versch. finanzielle "Heldentaten" (wie zB jetzt schon die HGAA) des letzten Jahrzehnts auf den Kopf fallen. Denn was das polit. Griechenland für die EU ist, ist das polit. Kärnten für Österreich.

1 2

Re: Er ist das geringste Problem!

Sehr seltsame Argumentation, je größer die Mehrheit war, desto massiver darf der Gesetzesbruch eines Politikers sein, ohne dass er zurücktreten muss?
Da müssten Sie sich ja in Weissrussland sehr wohl fühlen.
Ander gesagt, Ihre "Argumentation" und die Vergleiche, die einen Verbleib von Scheuch im Amt rechtfertigen, haben die Grenze ans Lächerliche schon lange überschritten.

Gast: das hirn
10.07.2012 10:24
5 2

amtsträger

wes geistes kind fischer und prammer sind geht aus folgendem hervor. beide trommeln, dass für amtsträger (politiker) strengere regeln gelten müssen, also der rücktritt auch dann zwingend zu erfolgen hat, wenn die verfehlung mit weniger als 12 monate haft geahndet wird. nun bezieht sich diese regelung aber nur auf amtsträger. also strenger als was ? zitat : im parlament wird über eine verschärfung der rechtslage diskutiert. mit anderen worten über ein lex scheuch. ich dachte das parlament ist in den ferien. beim nächsten roten skandal wird dieses gesetz modifiziert und gilt nur für fpö politiker.

Antworten Gast: Hirni76
10.07.2012 10:57
1 0

Re: amtsträger

Das Gesetz gilt ja später auch noch, sollten dann wieder mal Verbrechen anderer Parteien geahndet werden. Aber stimmt wieso ausgerechnet jetzt? Anläße gabe es vorher schon genug. Auf heute gibt es eine Liste der Anläße vor der Gamepart Affäre.

http://www.heute.at/news/politik/art23660,744456" target="_blank">http://www.heute.at/news/politik/art23660,744456

3 1

Re: amtsträger

In Anbetracht dessen, das in erster Linie FPÖ Politiker die rechtskräftig verurteilt sind, an ihrem Sessel kleben haben sie recht, das gilt nur für FPÖ Politiker. bei den anderen Parteien herrscht diesbezüglich offenbar eine andere Rücktrittskultur.

Antworten Antworten Gast: das hirn
10.07.2012 13:04
1 1

Re: Re: amtsträger

sgf anusbi,
auch sie sind eine bewahrerin des weltrücktrittskulturerbes.

Gast: Satyricon
10.07.2012 10:18
6 5

Scheuch bitte bleib

Scheuch muss bleiben!

Alleine für die NRW 2013.

Denn ich sehe schon die Plakate der FPÖ vor mir.

Links Scheuch, Mitte Strache, Rechts Graf.

Mit dem Slogan:

EUER GELD, FÜR MEINE LEUT!

Korruption und alte Omas Aussackeln, wir verstehen unser Geschäfft.

Eine bessere Wahlwerbung für ÖVP/SPÖ/Grüne/BZÖ gibt es einfach nicht =))))))))

Antworten Gast: Was wollts denn noch
10.07.2012 10:35
4 4

Re: Scheuch bitte bleib

Wieso?

Er schickt kein Geld nach Brüssel,Greece and Spain.

Rettet keine dubiosen Banken.

Und den die Österreicher ausblutenden ESM stülpt er ihnen auch nicht über.

Inserieren tut er auch nicht.

Was soll er denn alles noch nicht machen?


Antworten Antworten Gast: Was willst Du denn?
10.07.2012 13:15
3 2

Re: Re: Scheuch bitte bleib

Nur soviel:
HYPO KÄRNTEN

Da braucht man nicht mehr weiterreden.

Antworten Antworten Gast: Kärnten retten
10.07.2012 12:53
2 1

Die Republik hat Kärnten gerettet...

ich finde die Republik hätte da an Kärten einfach mehr Auflagen geben müssen, nicht einfach nur retten!

Wenigstens die österreichischen Gesetze anerkennen - wäre ein Anfang!

Antworten Antworten Gast: Satyricon
10.07.2012 12:20
1 1

Re: Re: Scheuch bitte bleib

Ich bin hier voll und ganz bei ihnen, wie schon gesagt, ich möchte auch nicht das Scheuch zurücktritt. Besonders nicht, sollte er Rechtskräftig wegen Korruption Verurteilt werden.

Sonst könnte ja noch jemand behaupten die FPÖ/FPK besitzt Anstand.

Dubiose Banken.... Hypo Alpe Adria? War das nicht die Hausbank von Kärnten/FPK? Mit ner Haftung von 24,7 Mrd. Euro?

Das die Anhänger der FPÖ, mit der EU nicht glücklich sind, ist nichts neues.

Nur wo sind eure Vorschläge/Lösungen? Die nicht zum Kompletten Zusammenbruch, der österreichischen Wirtschaft führen?


Saubermann


hallo Herr Scheuch wann gehen Sie endlich, Sie sind überreif
😡

Re: Saubermann

.... was soll er außer in der Politik den sonst machen. Für die Privatwirtschaft ist er nicht zu gebrauchen und in seiner Landwirtschaft kann er höchstens als Knecht arbeiten.

Steineklopfen in seiner Schottergrube wäre eine ädiquate Arbeit für ihm.

 
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