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Sprachförderung: Schmied gegen Kurz

10.07.2012 | 18:27 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Unterrichtsministerin Claudia Schmied verteidigt nach Kritik des Staatssekretärs Sebastian Kurz bestehendes Modell mit Zusatz- und muttersprachlichem Unterricht. Beides solle sogar zunehmen.

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Wien. Im Unterrichtsministerium schäumt man: „Wir können den Herrn Staatssekretär auch gerne darüber aufklären, dass im gemeinsamen Regierungsprogramm wörtlich der Ausbau des muttersprachlichen Zusatzunterrichts und der Sprachförderung vorgesehen ist.“ So reagierte der Sprecher von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Dienstag auf Aussagen von Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) in der „Presse“ (Dienstagsausgabe), wonach das jetzige Modell der Sprachförderung für Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache überdacht werden sollte.

Kurz hatte gemeint, dass die Politik – vor allem das verantwortliche Unterrichtsministerium – prüfen sollte, ob es wirklich sinnvoll sei, Migrantenkinder „sofort ins Regelschulwesen aufzunehmen, selbst wenn sie kein Wort Deutsch können“. Derzeit werden solche Kinder als außerordentliche Schüler aufgenommen, parallel zum normalen Unterricht müssen sie etwa elf Stunden Deutschunterricht außerhalb der Klasse absolvieren. Das jetzige Modell habe sich „sehr bewährt“, wie das auch jüngere Studien belegen würde, heißt es dazu knapp im Ministerium.

Auch in einem zweiten Punkt, den Kurz angesprochen hat, sieht man keinen Grund, vom bisherigen Weg abzukommen: Einen „Wildwuchs“ gebe es „beim muttersprachlichen Unterricht bestenfalls in der Fantasie des Herrn Staatssekretärs“, meinte Schmieds Sprecher zu den Bedenken von Kurz im Hinblick auf muttersprachlichen Unterricht in den Klassen – er hatte sich freilich nicht nur auf Schulversuche bezogen. „Da gibt es viele gut gemeinte Initiativen. Manche sind gut, aber andere vielleicht nicht“, waren seine Worte. Als Beispiel nannte Kurz Unterricht auf Türkisch in Klassen, in denen einzelne Kinder gar nicht Türkisch sprechen. Im Ministerium verweist man nun darauf, dass muttersprachlicher Unterricht – allerdings durch Zusatzlehrer, also zeitgleich zum Unterricht durch den eigentlichen Lehrer auf Deutsch – an Pflichtschulen und AHS bereits seit Jahren die Regel und nicht mehr nur ein Schulversuch sei.

 

Mehr Lehrer für Muttersprache

Daran will das Ministerium auch festhalten und das Modell sogar noch ausbauen. Schon vom Schuljahr 2009/10 bis 2010/11 erhöhte sich die Zahl jener Lehrer, die muttersprachlichen Unterricht abhalten, um 3,9 Prozent (15 Lehrer). Die Zahl der betroffenen Schüler stieg um 3,6 Prozent (1101 Schüler).

Auch Grünen-Bildungssprecher Harald Walser teilt die Sorgen von Kurz nicht – im Gegenteil: Er verweist bei Förderprogrammen für Migrantenkinder auf „vorbildliche“ Länder wie Kanada. Auch dort würden „Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter sofort ins Regelschulsystem integriert, und sie bekommen Förderunterricht in der Landessprache“. Daran solle man in Österreich nicht rütteln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2012)

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23 Kommentare
Gast: pol. Beobachterin
14.07.2012 09:49
2 0

Langsam scheint Kurz pol. Gewicht zu bekommen,

sonst würde Schmied nicht so nervös reagieren.

Gast: spark
13.07.2012 11:42
1 0

schmied gegen kurz

wo gibt es karten?

Gast: spö sonst nicht meine sache...
11.07.2012 17:00
0 4

BM Schmied denkt international und zum Nutzen aller Beteiligten

Das Festhalten des Unterrichtsministeriums an den von Herrn Kurz kritisierten Punkten ist pädagogisch mehr als richtig und hat sich in den verschiedensten Ländern weltweit bestens bewährt - zum Nutzen aller Beteiligten!

Frau Dr. Schmied und ihren Mitarbeitern regelmäßig Kompetenz abzusprechen, dies mit der Vergangenheit als Mitarbeiterin einer Bank in Führungsposition zu begründen und selbst fachfremd zu sein ist wohl mehr als abenteuerlich, zudem der Mitarbeiterstab, egal welcher fachlichen und pädagogischen Ausrichtung im engsten Beraterkreis sicherlich über das erforderliche Detailwissen verfügt, Entscheidungen zu treffen und diese zielgerichtet umzusetzen.

Nur von Vorteilen zu träumen ist realitätsfremd, sich einem Veränderungsprozess nicht zu unterwerfen, der nicht nur ein Umdenken, sondern auch verändertes Tun bedeutet ebenso.

Sachfragen sollten vor Parteipolitik stehen, Ängste von Politikern anderer "Ideologien" sowie von Eltern abgebaut werden. Lebten diese mit ihren Kindern im Ausland und besuchten letztere keine Deutsche / Österreichische Schule, so kämen sie nicht nur in analoge Modelle, sondern verdankten diesem System einen erfolgreichen und vor allem parallel verlaufenden Auf- und Ausbau an Wissen und sozialer (internationaler) Kompetenz. Eltern müssen dazu nicht einmal in "exotische" Länder (zeitweise) auswandern, ganz "normale" Auswanderungsländer im anglo-amerikanischen Sprachraum arbeiten schon sehr lange erfolgreich mit diesem schülerorientierten System!

Antworten Gast: pol. Beobachterin
14.07.2012 09:50
1 1

Re: BM Schmied denkt international und zum Nutzen aller Beteiligten

schon die ersten drei Wörter Ihrer Überschrift sind leider falsch...

Gast: Billigdung
11.07.2012 10:03
0 0

ÖVP-Experten trotzen Parteilinie


oe1.orf. at/artikel/309671

Am besten gefällt mir: "In Bildungsfragen mangelt es nicht an der Analyse, sondern am Umsetzungswillen und an der Fähigkeit über den eigenen ideologischen Schatten zu springen."

Gast: Kinderbeihilfe für Kinder die im Ausland leben ?
11.07.2012 08:55
4 0

Es gibt ja genug Untersuchungen über Spracherwerb

Kommt jemand in die Schule und kann nicht Deutsch so ist mal zu prüfen:
Wurde vorher Kinderbeihilfe bezogen ?
Es ist unmöglich, dass jemand seine ersten Lebensjahre in einem Land verbringt, ohne die Sprache mitzubekommen ...
Also ist das Kind ziemlich sicher im Ausland aufgewachsen.

Übrigens .. wie geht es der Kommunlakredit Frau Schmied ....

Re: Es gibt ja genug Untersuchungen über Spracherwerb

Es ist speziell bei türk. Kindern so, deren Mütter nicht Dt. können, dass sie zwar hier aufgewachsen sind, aber mit sehr bescheidenen Dt.Kenntnissen eingeschult werden, die sie sich in 1 KG-Jahr erworben haben. Ohne dieses KG-Jahr könnten sie fast kein Wort Dt.

Hier wird Deutsch gesprochen!


Antworten Gast: ka.mameladinga
16.07.2012 10:25
0 0

Re: Hier wird Deutsch gesprochen!

Oiso i red "DEITSCH".

Gast: Abdisu (kein Lehrer)
10.07.2012 22:17
13 2

Kurz hält sich auffallend gut

mit seinem an der Praxis (und nicht an irgendwelchen realitätsfernen ideologischen Eskapaden) orientierten Hausverstand.

Gast: Wiedmann I
10.07.2012 22:02
9 2

Schmied gegen Kurz

In diesem Fall muss ich ausnahmsweise und schweren Herzens, Schmied rechtgeben.

Herr Kurz scheint mir zusehends vom Migrantenhilfskomplex befallen zu sein.

Integration ist eine Bringschuld und deutsch beim Schuleintritt ein absolutes Muss.

Das ständige Gejammere über die armen Migranten geht jedem schon mehr als auf die Nerven!


kurze Frage

gegen wen ist Schmied denn nicht?

Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

in ihrer Muttersprache unterrichtet werden-also in allen Fächern - als Fremdsprache mit größerer Stundenanzahl dann zusätzlich Deutsch.So sprächen sie dann beide Sprachen perfekt und hätten vielfache Chancen in ihrem Berufsleben. Auch die Freude am Unterricht würde zunehmen, wenn die Schüler verstehen, was der Lehrer vorträgt und von ihnen wissen will!!

0 0

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Zitat Sebifredi:
".... in ihrer Muttersprache (welcher - es wird sich wohl vor allem um Türkisch handeln - Anm. d. Posters) unterrichtet werden - ... allen Fächern - als FREMDSPRACHE (in ÖSTERREICH! - Anm. d. Posters) .... ...dann ... Deutsch."

Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Die Freude könnten die Eltern den Kindern sofort ermöglichen, wenn sie dafür sorgten, dass alle in Ö aufgewachsenen Kinder von Migranten Deutsch VOR der Einschulung erlernt haben würden.

Re: Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Viele Kinder kommen im schulpflichtigen Alter erst nach Österreich, oft während des Schuljahres. Dann werden sie ohne Deutschkenntnisse - nur ihrem Alter entsprechend- einfach in eine Klasse gesteckt.Unmenschlich, unsinnig!

Re: Re: Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

"Unmenschlich" ist einfach übertrieben.
Für die Fällle, die Sie ansprechen, wäre ein einjähr. Intensivkurs Deutsch in auch eine Option.
So schlecht ist das derzeitige System aber auch nicht. Die Kinder haben 2 Jahre Zeit, um Dt. zu erlernen. In dieser Phase müssen sie in keinem Fach benotet werden., d.h. sie werden als außerordentliche Schüler geführt.
Man kann sie aber in Fächern wie Turnen, Bildnerische Erziehung usw. benoten, in denen die Dt.Kenntnisse nicht ausschlaggebend sind.

Wichtig ist auch der Ehrgeiz des jeweiligen Schülers. Ich habe derzeit ein Kind aus Bulgarien in der Klasse, das erst seit 1 Jahr in Ö ist, aber sämtliche schriftl. Aufgaben in Dt. fehlerfrei schreiben kann.

1 0

Re: Re: Re: Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Tja - bulgarische, kroatische, serbische, chinesische, vietnamesische, indische... Kinder dürften ja kaum der Auslöser dieser Diskussion sein....

Re: Re: Re: Re: Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Das weiß ich ohnehin, da in meiner Klasse nur Kinder von Migranten sind.

6 0

Re: Re: Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Wie unmenschlich, dass wir als Landessprache Deutsch haben.

Natürlich beschäftigen wir gerne Dolmetscher für jede Sprache der Welt, damit die armen, armen zugewanderten Kinder nur ja keine unmenschliche Landessprache lernen müssen.

Gehts noch? Wer in Österreich leben möchte, hat nun einmal die Landessprache zu lernen und gerade Kinder schaffen das noch relativ leicht. Denn was Hänslein nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Antworten Gast: Isa
10.07.2012 22:42
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Re: Migrantenkinder sollten, bis sie wirklich gut Deutsch verstehen und sprechen können,

Sie glauben doch nicht, dass an Deutsch dann irgendwer noch Interesse hat !
In Wien 15 sprechen wir türkisch, in Wien 10 türkisch und serbisch, in Wien 21 Chinesisch, etc.....
Ich freue mich schon.

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"Beides solle sogar zunehmen"

Beides gehört eingestellt und Schmied abgesetzt.

Antworten Gast: Schwarzauerin
10.07.2012 21:50
2 0

Re: "Beides solle sogar zunehmen"

abgesetzt=festgesetzt???